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Ein kommunistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert. *Alexander Solschenizyn*

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Für gewöhnlich handelt es sich bei Traumfrauen um eine optische Täuschung. *Peter Ustinov*

Die Glücklichen sind neugierig. *Friedrich Nietzsche*

Die Berliner Secession

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Am 28. April hatte ich bei der Volkshochschule einen Kurs gebucht.
Die Volkshochschule Ludwigsburg bietet immer wieder sehr gute Kurse in Sachen "Kunstreise" an. 

Dieses Mal führte uns die Kunstreise nach Wertheim, eine wunderhübsche Stadt im Main-Tauber-Kreis.
Ich war als Kind schon mal dort und kann mich nicht mehr erinnern.

Aber Wertheim ist eine Reise wert.
Mit dem Bus von Hönes-Reisen und unter der Führung der Kunstexpertin Frau Groha fuhren wir dann nach Wertheim.

Zuerst gab es eine Stadtführung, es ist unglaublich, was wir alles gesehen haben und vor allem, wie uns Frau Groha das alles nähergebracht hat. 

Alles stand unter dem Zeichen der "Berliner Secession".

Auf die Stadtführung komme ich noch zurück. 

Heute fällt hier auch das "schwäbisch" aus, weil ich nicht zum fotografieren gekommen bin, denn zu diesem Post möchte ich ein Stück Balkonkasten zeigen. 

Die Ausstellunng "Kunst geht neue Wege -
Die Berliner Secession"
Aufruhr in der Kunst um 1900

fand in Wertheim im Hofgarten-Schlösschen statt.

 Dieses wunderbare Schlösschen, eine Viertelstunde von der Stadt, am Ufer des Mains gelegen, ließ Graf Friedrich Ludwigs 1777 als Sommerresidenz im Rokokostil errichten. 




 

Es ist umgeben von einem wunderbaren Landschaftspark, in dem man noch im Cafe Sahnehäubchen etwas schnabulieren kann. Leckeren Kuchen z.B. die "Berliner Luft". 



 

Das Schlösschen stand kurz vor dem Abriß und gottseidank konnte es die Stadt Wertheim durch einen Ankauf im Jahr 2006 retten und somit den einzig verbliebenen  Wertheimer Hofgarten erhalten. 

Seit 2006 präsentiert es drei herausragende Sammlungen. Heidelberger und Karlsruher Maler des 19.Jahrhunderts, vor allem Gemäle, Zeichnungen, Pastelle und Aquarelle der "Berliner Secession".

Etwa 60 Werke der Stiftungssammlung, zusammengetragen von dem Wertheimer Kunstsammler Wolfgang Schuller zeigen die Bandbreite der Künstlergruppe um
Max Liebermann und Lovis Corinth in Berlin um 1900.
Hier entstand aus Protest gegen die biedere Kunstauffassung die
Berliner Secession.

Otto Modersohn, Worpsweder Bauernkate 
1905 Öl auf Malkarton

Wir haben soviel erfahren, z.B. dass Modersohn die klare, ebene Landschaft um Worpswede sehr mochte. Ein Bergaufenthalt in Bayern brachte ihm nicht die Erfüllung. Er könnte damit nichts anfangen.

Heinrich Zille, "In´s Thal der Franken möcht ich fahr´n"
Aquarell

Beeindruckt hat mich dieses Bild von Dora Hitz,
Junges Mädchen mit Blumen


Maria Slavona, Sillleben vor rotem Hintergrund

Das Thema "Badende" war auch hochaktuell,

Max Liebermann "Badende"


 Dies ist aber auch nur eine kleine Auswahl, dieser interessanten Bilder.

Diese Ausstellung verdeutlicht, wie verschiedene Künstlerinnen und Künstler damals die Strömungen von außen in ihren Werken unterschiedlich interpretiert und umgesetzt haben. Ganz deutlich werden dabei die Einflüsse von Impressionismus, Realismus und Jugendstil auf Abbildungen des Menschen in der Natur. 

Max Liebermann, dessen Haus am Wannsee ich bei meinem letzten Berlinbesuch vor Jahren besucht habe und das sich wirklich lohnt, war Präsident der Berliner Secession.  Er verkündete 1901 sarkastisch "Ick ha ma´ne Schneebrille jekooft, damit ick jesund durch´n Tiergarten komme."  Damit spielte er auf die Siegesallee an, die sich 700 Meter durch den Tiergarten zog und aus
32 Hohenzollerndenkmälern aus schneeweißem, grell leuchtenden Carraramarmor bestand. Er gründete die Berliner Secession im Jahr 1899.
Ab 1933 mußten die jüdischen Künstler die Berliner Secession verlassen und auch Max Liebermann wurde gezwungen aus der Akademie auszutreten.  Er starb im Jahr 1935 und wurde im kleinsten Kreis ohne offizielle Ehrung beerdigt. Seine hochbetagte Frau Martha beging angesichts ihrer drohenden Deportation nach Theresienstadt 1943 Selbstmord. 

Künstler, die zur Berliner Secession gehörten und etwas mehr Info bekommt man hier:

Paula Modersohn-Becker und ihr Mann Otto Modersohn, der auch Mitglied der Berliner Secession war, waren begeistert von Wertheim und Otto Modersohn schrieb:

"Wertheim, überragt von seiner Ruine, am Zusammenfluß von Tauber und Main machte einen sehr malerischen Eindruck. Die Gäßchen mit ihren alten Häußchen winden, sich den Berg hinauf, der von der Ruine gekrönt wird.  Diese besichtigten wir von innen und außen, genossen den  Blick auf Stadt und Land. Stiegen wieder ins Städtchen hinab, das uns besonders gefiel. Bei unserer freundlichen Wirtin genossen wir mit vielen Touristen ein köstliches Abendbrot und machten noch einen kleinen Abendbummel am Fluß. Wertheim ist wirklich ein entzückendes Nest, hochmalerisch und urgemütlich."

Otto Modersohn

Was sich am Hofgarten auf jeden Fall auch lohnt, ist der kleine Aufstieg zum Rundtempel (1815/16), der auf einem künstlichen Kühlkeller steht.
Interessant sind die 36 individuell gestalteten Löwenmähnen an den korinthischen Säulen aus der ehemaligen Kemenate. Erhalten blieb auch das Gärtnerhaus, das heute das Kaffee Sahnehäubchen beherbergt. 








 

Ich habe nun inzwischen angefangen, den Ausstellungskatalog zu studieren. Darin ist die Geschichte der Berliner Secession so gut beschrieben, das Buch liest sich sehr gut. Ich habe eines der letzten Bestände noch bekommen.

Den Stadtrundgang von Wertheim und auch die Burg zeige ich ein anderes Mal. 

Was ich auch höchst - ich interessiere mich ja auch für Porzellan und die Manufakturen -, dass es in Mosbach eine Manufaktur gegeben hat.
Habe ich doch auch ein paar Dinge aus Ludwigsburger Porzellan.

Dieses hübsche Städtchen haben wir im Sommer ins Radvisier genommen und werden es erradeln. 

Hier

Kaffee und Milchkanne
Mosbacher Fayance


 

Kaffee- und Milchkännchen.

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