Max Slevogt und sein Verleger Bruno Cassirer.
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Vor ein paar Tagen war ich im Landesmuseum in Mainz in der Sonderausstellung
Auf zu neuen Werken - Max Slevogt und sein Verleger Bruno Cassirer.
Als "König der Illustration" wird Max Slevogt, der berühmte deutsche Impressionist, von Zeigenossen gefeiert.
Diese Sonderausstellung widmet sich erstmals intensiv seiner einzigartigen Zusammenarbeit mit dem einflussreichsten Verleger Berlins der Weimarer Republik, Bruno Cassirer, die diesen Ruf begründete. In diesem Verlag erschien der größte Teil von Slevogts umfangreichen sehr innovativen Illustrationswerken. Grundlage der Präsentation ist die weitgehend unveröffentlichte Korrespondenz, die zahlreiche neue Erkenntnisse über ihre Erfolgsstory, die Zeitgeschichte, ihr Netzwerk sowie das persönliche Verhältnis dieser beiden herausragenden Persönlichkeiten liefert.
Ich wußte nicht, dass Slevogt sovieles gemalt und gezeichnet hat.
Er war ein Künstler und hat auf Briefumschlägen und Fetzelchen Papier gezeichnet und Slevogt hat alles aufgehoben und so kann man heute tatsächlich von einem Schatz sprechen.
Max Slevogt habe ich
HIER
schon vorgestellt, als ich im Burda-Museum bei der Liebermann-Ausstellung war.
Cassirer motivierte Slevogt immer wieder Märchen oder andere Themen zu illustrieren.
So hat Slevogt z.B. den Faust von Goethe illustriert.
Es ist unglaublich, was Slevogt immer wieder gezeichnet hat, vor allem hat er sich nie vorschreiben lassen, was er gezeichnet oder gemalt hat.
Wenn er malte, dann malte er, wenn er zeichnete dann zeichnete er und das dann am Stück.
Bruno Cassirer (1872-1941) war der bedeutendste Verleger von Büchern über Kunst und Künstler im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Als Galerist war er gemeinsam mit seinem Vetter Paul Cassirer Wegbereiter des französischen Impressionismus in Deutschland und für viele Künstler von Rang. Vor allem für Max Slevogt und Max Liebermann, die viele seiner Werke illustrierten. Seine Zeitschrift "Kunst und Künstler" war über Jahrzehnte der wichtigste Kunstvermittler seiner Zeit. Kein anderer Verleger legte mehr Wert auf Buchgestaltung.
Zwei seiner Lektoren - Christian Morgenstern und Max Tau, erster Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels - entdeckten mit Cassirer wichtige Autoren der deutschen Literatur.
Cassirers dritte Leidenschaft war der Pferdesport. Er war Mentor der Trabrennen und Retter der Berliner Trabrennbahn Mariendorf. Nach seiner Flucht 1938 gründete er einen Verlag in Oxfort. Die Cassirers zählen zu den mächtigsten Familien der jüngeren deutschen Geistesgeschichte.
Jüdischen Verlegern wurde wie Autoren, Dichtern und Schriftstellern schon ab 1933 sukzessive die Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer entzogen, was praktisch einem Verbot gleichkam. So verboten die Nationalsozialisten Cassirer das Betreten "seiner'" 1,2 Kilometer langen ovalen Rennbahn in Mariendorf, deren Rennbahngesellschaft er auch mit eigenen Mitteln vor dem Konkurs gerettet und später geleitet hat.
1938 nach den verheerenden Novemberpogromen, aber emigrierte er nach London und dann nach Oxfort. Er kam aber mit dem Verlust seiner Heimat insbesondere von Berlin nie zurecht.
Teile seiner Kunstsammlung wurden 1944 zwangsversteigert.
Nun aber zu den Bildern aus dieser Ausstellung.
Skizze von Max Slevogt "Auf zu neuen Wegen".
Scheherazade
dem Kalifen die Geschichten aus 1001 Nacht erzählend.
Das Gemälde war in der ersten Ausstellung von Max Slevogt im Kunstsalon Bruno & Paul Cassirer 1899 in Berlin zu sehen. Diesen hatte Bruno Cassirer kurz zuvor mit seinem Cousin Paul Cassirer gegründet. Die Cassirers nahmen den jungen Slevogt unter Vertrag und zeigten seine Werke neben französischen Malergrößen wie Edgar Degas und Eduart Manet. Dies war damals ein völlig neues Konzept. Ein Jahr später wurde die Scheherazade im deutschen Publikum auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. Ein sehr großer Erfolg.
Die unglaublichen Erzählungen aus dem Märchen 1001 Nacht ermöglichten es Slevogt, seine Fantasie auszuleben. Es sind Geschichten, in denen der Held atemlos von einer Todesgefahr in die nächste gerät und durch List und Mut schließlich alle unbeschadet übersteht. Was für ein Stoff bot solche eine packende Dramatik mit Dolchstößen, Überfällen, fliegenden Menschen, Magiern, Schiffsreisen zu sagenumwobenen Inseln und Zauberhöhlen mit unvorstellbaren Schätzen.
Das erste gemeinsame Illustrationsprojekt mit dem Verlag Bruno Cassierer war die Erzählung Ali Baba und die vierzig Räuber (1903). Held dieser Geschichte ist der gewiefte Ali Baba, der gemeinsam mit der Sklavin Morgiane an den in einer Zauberhöhle versteckten Schatz der 40 Räuber kommt.
Das Thema hatte Slevogt wie so oft selbst ausgewählt. Mit Bruno Cassirer hatte der Künstler einen Verleger gefunden, der offen für dieses unkonventionelle Buchprojekt war. Denn Mächen waren eher Kinderbüchern vorbehalten. Entsprchend groß war die Kritik der Sammler an dem Verleger Cassirer.
Max Slevogt
Der Biblotheksbau in Neukastel (Slevogthof)
1926
Die wechselhafte Geschichte des Slevogthofes reicht bis in das Mittelalter zurück, denn er diente einst als Meierhof der Burg Neukastel. Sowohl die Burg, als auch der Meierhof wurden im Pfälzischen Erfolgekrieg zerstört. Der Hof Neukastel wurde ab 1828 wieder aufgebaut und immer wieder erweitert.
Max Slevogt übernahm den Hof, der seit dem als "Slevogthof" bekannt ist, im Jahr 1914. Auch er nahm An- und Umbauen vor, wie bespielsweise Musikzimmer und Bibliothek. In den Jahrzehnten nach Max Slevogts Tod hat der Hof unterschiedliche Nutzungen erfahren, war dabei aber immer im Privatbesitz der Nachfahren Max Slevogts.
2011 verkauften die Erben den Hof. Heute ist er im Privatbesitz der Architekten Thorsten Holch.
Maler, Grafiker und Wandmaler. Max Slevogt war äußerst vielseitig und produktiv. In Landshut geboren, in Würzburg aufgewachsen und in München zum Künstler ausgebildet, pendelte er ab 1901 zwischen der Kunstmetropole Berlin und seiner Wahlheimat, der Pfalz. Dort erwarb er 1914 das Landgut Neukastel, auf dessen Terrasse er sich hier selbst malte. Berühmt geworden ist er vor allem durch seine französichen Impressionsmus orientierten Gemälde und die vielen Illustrationen, die bei Bruno Cassirer erschienen.
Damenbildnis
Bildnis Irmgard Steinbart grün, 1911
Irmgard Steinbart war eine Tochter des Bankiers und Kunstsammlers Carl Steinbart (1952-1932), der ein zielbewusster Sammler von Slevogts Kunst war. Er ließ sie und ihre Schwestern sowohl von Slevogt, als auch von Max Liebermann, Edvard Munch und Max Pechstein malen.
Kleine Kirschenernte
1926
Nachdem 1908 die mit seinem ehemaligen Geschäftsparner Paul Cassirer vereinbarte Sperrfrist zur Vermeidung einer gegenseitigen Konkurrenz abgelaufen war, war Bruno Cassirer vor allem ab Mitte der 1926er Jahre auch immer noch als Kunsthändler tätig. Aus den erhaltenen Abrechnungen sowie weiteren Aufzeichnungen Slevogts geht hervor, dass Cassirer in der Regel ein Drittel des Verkaufspreises erhielt. Das Gemälde die "Kleine Kirschenernte" verkaufte
Bruno Cassirer 1926 für 3.000 Reichsmark an den Schriftsteller und Kunstsammler Johannes Guthmann.
Max Slevogt hat an seinen Bildern doch recht gut verdient.
Siehe aus dem Ausstellungskatalog
Slevogt hat dabei ein besonderes Talent den Leser mit seinen Illustrationen in die Zeit der Handlung zu entführen. Dabei skizziert er lediglich etwa die Morde der Protagonisten oder die Orte wie Florenz im 15. Jahrhundert und schafft dadurch eine täuschend echte Kulisse für die Geschichte des historischen Romans. Es reizt Slevogt vor allem, den Charakter der facettenreichen Akteure, ihr Ringen mit den Entscheidungen und letztlich ihre eigene Widersprüchlichkeit aufzuzeigen.
Max Slevogt
Neukastel 1932
Ferdinand Cortez vor Kaiser Montezuma von Mexiko
Kaiser Montezuma empfing Cortez am 8. November 1519 vor den Toren der Hauptstadt und ließ den Spaniern den Palast seines verstorbenen Vaters Axayacatl als Wohnung zuweisen. Dieser Palast war so groß, dass alle Spanier mit ihren Pferden und Kanonen darin Platz fanden. Zu Beginn ihres Aufenthaltes in Tenochtitlán wurden die Spanier sehr hofiert. Verbreitet wird angegeben, dies hätte seinen Grund darin gehabt, dass Cortez von den Azteken mit dem Gott Quetzalcoatl identifiziert worden sei, dessen Wiederkehr eine alte Prophezeiung angekündigt habe.
Nach einer von Bernardino de Sahagún überlieferten Rede soll Montezuma bei ihrer ersten Begegnung seine Herrschaft an Cortez übergeben haben. In der neueren Forschung wird dies als Geschichtsmythos gedeutet, mit dem Cortez und seine Leute ihr rechtwidriges Vorgehen gegenüber König Karl rechtfertigen wollten.
Unmittelbar nch Ausbruch des Ersten Weltkrieges bemühte sich Max Slevogt intensiv um einen Einsatz als freiwilliger Kriegsmaler. Am 8. Oktober 1914, seinem 46. Geburtstag, erhielt der Künstler die Genehmigung und wurde als Teil des bayerischen Armee-Oberkommandos an die Westfront berufen. Ein Tagebuch sowie seine dort entstandenen Werke geben Auskunft über die Stationen seiner Reise und seiner Eindrücke.
Gefallener Engländer
an einer Straßenecke in Ennetiéres, 1914
Im Vorwort des Kriegstagesbuches wurden Slevogts vor Ort festgehaltene Eindrücke als Kriegsmaler veröffentlicht. Die Erschütterung des Künstlers nach seiner ursprünglich stark ersehnten Teilnahme am Krieg, drückt er in folgenden Worten aus
"Im Banne der Verwüstung vermögen wir noch die Verstümmelung von Häusern, Bäumen stimmungsvoll, reizvoll, auch darstellbar empfinden, nicht so den verstümmelten Menschen, den Kadaver".
Seine "letzte entscheidende Erinnerung" an den Frontaufenthalt war "eine Welt, die durch blinde Zerstörung geschädet erscheint".
1914
Bilder aus dem Helldunkel
Max Slevogts grafische Folgen führen auch immer wieder in düstere Zeiten des Unbewussten - in das Abgründige in Grenzerfahrungen von Alptraum, Überlebenskampf und Leiden.
Diese Grafiken spiegeln einerseits das dünstere Zeitgefühl um 1900 wider, das durch die Auseinandersetzung mit Traum, Fantasie und den Tiefenschichten der Psyche und des Unterbewußtseins geprägt war. Andererseits sind Slevogts dunkle Versionen nicht nur als "Freude am grausigen Inhalt" zu verstehen, sondern auch als ernsthafter Umgang mit der Realität.
Titel zu Macbeth 1927
stammen aus Slevogts Hand.
Es ist allerdings auch unmöglich, diese Fülle von Zeichnungen in einer
Ausstellung zu zeigen.
Reinecke Fuchs
Ich habe immer noch nicht alle Ausstellungen verbloggt.
Es fehlt noch ein Teil der Ausstellung in Wiesbaden und die Stadt Trier habe ich auch noch zu zeigen und im April geht es weiter mit der nächsten Ausstellung mit Frau Gruha.
Aber das ist noch lange nicht das Ende.
Ich lerne hier doch noch sehr viel und wenn ich dieses niederschreibe, umso mehr.
Auch kann ich hinterher jede Ausstellung nochmals überarbeiten und das ist sehr gut. Denn vieles merke ich erst hinterher.
Ich hoffe, der eine oder andere, nimmt aus meinen Posts doch auch etwas mit.
Ich weiss, es ist sicherlich interessanter über Mode zu schreiben und was ich so täglich trage, oder über meine Kosmetik, das ist eh nicht so viel, aber das ist mir einfach zu wenig und das brauche ich auch nicht.
Auch muß ich nicht über Kleidung identifiziert werden. Dazu bin ich zu alt und mir strebt auch nicht der Sinn danach, obwohl ich genug Kleidung im Schrank habe und mich auch zu jeder Tages- und Nachtzeit gut kleiden kann.
Die Leinenhose knittert halt.
Jacke, Hose, Bluse: Only by Breuninger
Schuhe: On
Brille: Michael Kors
Handy: Apple
Uhr: Apple
Ohrringe: Pandora
Ich schreibe es mal dazu, wie die Kleidungsfritzen das auch machen.

























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