Schwäbischer Zwiebelkuchen
Werbung
Wie soviele Gemüsearten kannten die Chinesen die Zwiebel schon sehr früh.
Über Babylon gelangte sie zu den Griechen und Römern, die sie im 1. Jahrhundert nach Chr, nah Germanien brachten. Hier fand die Zwiebel aber erst seit Ende des Mittelalters größere Verbreitung, denn auf den Ritterburgen galt es unfein, sie zu essen.
Sie roch für den damaligen Geschmack zu stark.
Ganz anders heute. Die Zwiebel dient für viele Gerichte als schmackhafte Beigabe.
Für das folgende Rezept ist sie ja auch unverzichtbar. Zwar ist der Zwiebelkuchen eine elsässische Spezialität, doch verstehen die Schwaben sich ebenso gut drauf.
Nun ist es so, dass ich kein Fleisch esse und ich fasse auch kein Fleisch an bzw. zerschneide es.
Da graut mir davor.
Manche meinen ja, in den Zwiebelkuchen gehört Speck. Ich lasse den Leuten ihre Meinung und ich freue mich, dass es bei vielen Bäckern und auch bei Herbstfesten nun auch Zwiebelkuchen ohne Fleisch/Speck gibt.
Speck kommt ja vom Schwein und ich mag den Geruch von Schweinefleisch absolut nicht.
Aber ich finde, dass mein Zwiebelkuchen ohne Fleisch mindestens so gut schmeckt.
Jedenfalls war er beim letzten Besuch, weg wie nix.
Man trinkt ja in der Regel diesen komischen Federweißen, Neuer Wein, Sauser oder Bremser genannt, zum Zwiebelkuchen.
Durch die einsetzende Gärung wandeln Hefen den Zucker in Alkohol und Kohlensäure um. Das Getränk ist trüb, perlt leicht und schmeckt noch süßlich fruchtig.
Hier im Raum Wüttemberg machen nun wieder die Straußen- bzw. Besenwirtschaften auf und in vielen Weingegenden finden Herbstfeste statt. Auch hier gibt es Zwiebelkuchen. Aber meistens mit Speck.
Wir trinken zum Zwiebelkuchen meistens Apfelschorle und auch Kaffee, warum auch nicht.
Nun gibt es ja auch verschiedene Zwiebelsorten. Ich habe früher immer die Stuttgarter Riesen gekauft.
Stuttgarter Riesen, das ist eine sehr beliebte klassische Zwiebelsorte (Allium Cepa) mit flachrunden, goldgelben Zwiebeln und weißem Fleisch.
Aber, wie es so ist, haben Zwiebeln, doch auch einen durchschlagenden Erfolg und man demensprechend danach riecht. Dazu noch der Sauser und das saust einem dann doch im Bauch rum.
Da ich das nicht mag, habe ich dieses Jahr zum ersten Male auf die weißen Gemüsezwiebeln zurückgegriffen und ich bin begeistert.
Ich habe die weißen Zwiebeln geschält und geraspelt und ich mußte nicht weinen um sie, das war bei den Stuttgarter Riesen nicht der Fall, da habe ich geweint und wie.
Der durchschlagende Erfolg ließ bei den weißen Zwiebeln auch auf sich warten, der kam überhaupt nicht, es gab auch kein Magenkrümmen. Also werde ich immer diese weißen Zwiebeln nehmen. Sie schmecken allerdings auch ein wenig süßlich, was dem Zwiebelkuchen aber auch eine besondere Note gibt.
Wie geht das nun, auch der Hefeteig sollte gut und schmackhaft sein und vor allem knusprig und da die Zwiebeln ja auch "wässern", muß er auch so stabil sein, dass er nicht durchweicht. Das gelingt wunderbar mit diesem Teig, den kann man allerdings auch für Zwetschgenkuchen nehmen, auch hier hält er die Flüssigkeit gut zurück.
Nun vielleicht backe ich dann am Sonntag einen Zwetschgenkuchen. So Sahnegedöns ist leider nicht mehr unseres, das mögen wir schon lange nicht mehr.
Schwäbischer Zwiebelkuchen (vegetarisch)
Für den Hefeteig
500 g Mehl,
2 Eier
100 g Butter
1 Prise Salz
1/8 Liter Milch,
30 g Hefe, oder 1 Beutel Trockenhefe
Für die Füllung
2 Kg Zwiebeln,
1/4 Liter saure Sahne
4 Eier
40 g Mehl
etwas Kümmel (ich nehme immer den gemahlenen)
und Salz
Die Zutaten für den Hefeeig miteinander verrühren und an warmer Stelle ca. 30 Minuten gehen lassen.
Die Zwiebeln raspeln, das geht gut von Hand mit einer groben Raspel und in Butter etwas weichdünsten - kommt auch auf die Zwiebel an, bei den weißen Gemüsezwiebeln braucht man das nicht - ohne, dass sie Farbe annehmen.
Die saure Sahne, die Eier, Mehl, Kümmel und Salz verrühren und mit den Zwiebeln vermengen.
Den Hefeteig ausrollen und ihn auf ein mit Backpapier belegtes Blech ca. 35 cm legen. Nun die Masse gleichmäßig auf dem Blech verteilen.
Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze 60 Minuten backen.
Man sieht es, ich muß nicht zum Essen gehen, es schmeckt mir dort auch nicht besonders. Am besten schmeckt es eh selbstgemacht und ich koche und backe auch gerne.
Demnächst mache ich auch mal wieder Maultaschen, habe ich früher immer mit Fleisch gemacht, das ist aber schon lange her.
An Ostern mache ich sie immer mit Quark und Gemüse. Das muß ich auch mal wieder probieren.
Nun habe ich ein Rezept, mit einer Kürbisfüllung. Das möche ich ausprobieren.














Kommentare:
AntwortenLöschen