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Rulaman und die Tukahöhle

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Rulaman 

das ist ein Buch, das ich 1959 (es ist eine Ausgabe von 1950 ) von einem engagierten Lehrer geschenkt bekommen habe, als ich in der 4. Klasse der Grundschule war und ich habe es oft und gerne gelesen. Ein Buch, das jetzt
  70 Jahre alt ist und einiges mitgemacht hat. 


Dieser Lehrer beschäftigte sich mit den Höhlen und Sagen der Schwäbischen Alb, die ja auch zu meiner Heimat gehört und erzählte uns sehr viel davon. Aber auch von den Kelten und Römern. Da gibt es doch einiges, was ich noch erzählen kann. 

Das Buch ist von dem Zoologen David Friedrich Weinland, der lange in Boston Vorlesungen gehalten und auf der Insel Haiti das Leben der Eingeborenen studiert hat. Vom Gelben Fieber vertrieben, kehrte er auf einem Segelschiff wieder nach Deutschland zurück. Er wurde Direktor des Zoologischen Gartens in Frankfurt am Main und zog sich dann auf sein Gut, das auf einem Schroffen (Fels) der
Rauen Alb liegt, zurück. 


 

Weinland beschäftigte sich ebenfalls mit den Höhlen der Schwäbischen Alb und schrieb für seine 4 Kinder zur Unterhaltung den Rulaman. Eine Erzählung, die in eine längst vergangene Zeit der Schwäbischen Alb führt, in der es noch den Höhlenbären und die Höhlenmenschen gab.
Aus diesem Manuskript las Weinland dann in Bad Urach in einem Pfarrkreis vor und die Zuhörer waren so begeistert und meinten, dass er das drucken lassen muß.

Leider hatte er Mühe, einen Verlag zu finden, aber 1878 erschien dann doch der Rulaman.

Rulaman ist besonders im Schwabenland bekannt, zumindest war er es in den 1950er Jahren, da gehörte er zur Schullektüre. Er wurde in viele Sprachen übersetzt und es gibt bei Bad Urach einen Rulamanweg und man kennt die Aimats von der Tulkahöhle und Rulaman und die alte Parre. Zumindest bei Menschen, die sich mit der Schwäbischen Alb und den dortigen Höhlen beschäftigt haben. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. 

Ein Buch in dem es wunderbare Stellen gibt, wenn der Angekko vor seiner Zauberhütte sitzt und man meint die dumpfen Trommelschläge zu hören, wenn er sie zu bestimmten Zeiten, um Mitternacht, zum Sonnenaufgang, um Mittag und bei Sonnenuntergang schlägt. Der Angekko singt dann einige Worte, die niemand versteht. 

Es tauchen viele Höhlen im Text auf, an denen man unschwer erkennen kann, um welche es sich handelt.
Das Buch zeigt aber auch auf, dass neue Zeiten anbrechen und dass alles ein großer Überlebenskampf ist. Man(n) tötet die alte Bärin, den Höhlenlöwen, auch, weil man etwas zum essen braucht. 




Rulaman ist ein Häuptlingssohn aus der Steinzeit. Sein Stamm sind die Aimats mit ihnen lebt er in der Tulkahöhle. So heisst sie im Roman, in Wahrheit ist es die Schillerhöhle, die man auch besuchen kann.

Es gibt einen kleinen Rundweg von Bad Urach aus, den werden wir demnächst mal begehen und dann zeige ich dir diese Höhle. Ich war im Alter von 10/11 Jahren bei einem Schulausflug dort und seither nicht mehr. Schade eigentlich, da müssen 60 Jahre vergehen und mir das Buch wieder in die Hände fallen, dass ich an diese Zeit zurückdenke. Um die Tulkahöhle dreht sich alles, sie ist das "Heim" der Aimats. 

Es gibt es auch die Hukahöhle und man kann sich denken, dass es sich hier um die Falkensteiner Höhle handelt, es ist eine Wasserhöhle mit verschiedenen Siphons. Diese Höhle ist unglaublich interessant aber auch sehr gefährlich. Man sollte sie niemals alleine betreten und vor allem nicht, wenn man keine Erfahrung hat. 
Schon der Eingang oder das Portal dieser Höhle ist beeindruckend. Eine Tafel gedenkt dort David Friedrich Weinland. Ich überlege mir, ob Jemand etwas mit dieser Tafel anfangen kann und ob jemand auch hier an die Trommelschläge des Angekko denkt. Ich habe 60 Jahre gebraucht, bis ich wieder des Angekko gedacht habe. 

Link Bad Urach
Falkensteiner Höhle
https://www.youtube.com/watch?v=sRhMybY4Jcg

Dann gibt es noch die Nallihöhle, die auch eine zentrale Rolle spielt, aber es ist nun unklar, welche Höhle gemeint sein kann.  Anhand der Beschreibung von Weinland über die Höhle könnte die Nebelhöhle gemeint sein. Es wird von einem Tal erzählt das könnte das Echaztal sein, nicht weit davon liegt der Eingang zu dieser Höhle. War auch immer wieder mal ein Schulausflug in Schulzeiten. In dieser Höhle lebt der Nargu, ein sehr geschickter Waffenschmied. Er stellt Feuersteinwerkzeuge her. Aber es bricht eine neue Zeit heran und so handelt er auch mit Waffen aus Metall, die von den Kalats (Kelten) kommen. Aber er handelt auch mit Hirse, dem so notwendigen Salz und auch mit Kum einer Art von Bier. 

Die Staffahöhle ist die letzte Zuflucht, des Höhlenmenschenstammes. Die alte Parre, sie ist die Stammutter, ist heilkundig und kann auch ein wenig in die Zukunft schauen. Die Höhle ist versteckt und man findet sie nicht so ohne weiteres und dennoch können die Kalats mit dem Druiden diese Höhle ausmachen und in einem dramatischen Endkampf reißt die alte Parre den Druiden mit sich in die Tiefe. 
Das ist die neue Zeit und die Kalats (Kelten) übernehmen mit ihren neuen Waffen die Zeit. Auch heute weiß man nicht genau, welche Höhle hier gemeint sein kann.
 
Von den Kelten dann  in einem anderen Buch, das von den Germanen, den Römern und der Schlacht im Teutoburger Wald und von Varus und Hermann dem Cherusker erzählt. In dieser Schlacht besiegte Hermann der Cherusker die Römer und der Feldherr Varus ließ sich in sein Schwert fallen.

Mir tönt es heute noch in den Ohren, wie der Lehrer Herr K. das immer wieder erzählte und Cäsar, immer wieder zitierte:
"Varus, Varus, gibt mir meine Legionen wieder!"
 
Es gibt in diesem Buch noch den Walbasee. Seine immer trübes schwarzblaues Farbe heißt bei den Aimats "See des Lebens". Hier glauben die Aimats, dass hier die Seelen der abgeschiedenen guten Menschen in einer unterirdischen Höhle leben. Die schlechten Menschen aber ruhelos in unheimlichen Tieren wanderten und die Menschen erschrecken mußten.

David Friedrich Weinland wurde am 30. August 1829 in Grabenstetten geboren und starb am 19. September 1915 auf dem Hofgut Hohenwittlingen bei Urach.

Sobald das Wetter angenehmer ist, werde ich von hier aus nach Esslingen radeln und dir das Haus am Hafenmarkt 9 in Esslingen zeigen. Dort hat die Familie Weinland von 1876 bis 1883 gewohnt. Aber demnächst machen wir auch eine Tour auf die Schwäbische Alb. 
 
Ich schicke den Post heute schon los, denn morgen mache ich mich früh auf eine Radtour auf. 

 Ferner so denke ich, ist das etwas für Bernhards Retro,
das Buch ist ja schon 70 Jahre alt und es handelt sich, wie ich oben schon geschrieben habe, um eine Neuauflage aus dem Jahr 1950 mit den Zeichnungen wie in der Erstausgabe, 

Kommentare

  1. Hie.... da geht es wir uns, diesen Winter haben wir auch ganz viel in Büchern geschnuppert und so einiges gelesen, dass wir nun auf unseren Wanderungen erkunden wollen, auch wenn unsere Lektüren nicht gar so betagt waren wie dein wohl sehr spannendes Buch. Viel Erfolg bei deiner erkundungs Radtour.
    Ayka

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  2. Liebe Eva,
    auch ich habe als Kind sehr gerne solche Höhlengeschichten gelesen, in dem Zusammnehang fallen mir die Geschichten aus " Die Höhlenkinder " ein.
    Liebe Grüße
    Edith

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  3. Liebe Eva,

    wow, Rulamann bebildert, das ist ja voll Retro. Ich hatte das Buch auch einmal in der Schule gelesen. Vor einigen Jahren habe ich es mir noch einmal gekauft und es abermals gelesen. Eigentlich Schwäbisches Kulturgut :-)

    Deine Retrorulaman habe ich unter #19 in die Wettbewerbsliste aufgenommen.

    Vielen Dank für das abermalige mitmachen.

    LG Bernhard

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  4. Rulaman :-) das haben wir in der Grundschule gelesen.
    Wir hatten eine strenge Lehrerin, Frau Geiselmann.
    Ich bin ihr heute noch dankbar für alles was wir bei ihr gelernt haben.
    Sie hat sehr viel wert auf Musik und Rechnen gelegt.

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