Mit dem Rad auf den Hohentwiel 2. Teil
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Im 1. Teil unserer Radtour auf den Hohentwiel habe ich gestern berichtet.
https://schwabenfrau.blogspot.com/2022/06/mit-dem-rad-auf-den-hohentwiel-1-teil.html
Weiter geht es nun mit dem 2. Teil.
Angekommen waren wir gestern am Alexandertor auf dem Hohentwiel. Hier lag eine Ricke (eine Ricke ist ein weibliches Reh, das führt, das heißt dass sie ein Kitz hat). was hier passiert ist, konnte niemand genau sagen. Man hat angenommen, dass das Tier wohl vom Berg heruntergestürzt ist und hier verendet ist.
Die Verwaltung wußte Bescheid, aber man hat das Tier noch liegen lassen, weil man angenommen hat, dass die Ricke ein Kitz hat, was auch am Euter zu sehen war und man das dann einfangen kann.
Ist schade, aber sowas passiert nun mal und da ist Natur, mir tut nur das Kitz leid, es wird seine Mutter suchen und konnte wohl auch nicht den Berg herunter, weil es hier recht steil ist.
Auf dem Hohentwiel angekommen, mußte ich erst mal ausschnaufen und die Aussicht genießen. Es ist schon gewaltig, linkts der Bodensee.
Wir haben nun unsere Räder abgestellt und abgschlossen, je eine Karte für den Eintritt am dortigen Kiosk gekauft (Eintritt 5 Euro, die sich lohnen) sind durch das Gittertor und nach oben gelaufen.
Es gab vieles zu sehen und zu fotografieren. Diese Anlage ist so gewaltig, dass man nur noch staunt. Von oben ist der Ausblick nicht zu beschreiben, gewaltig würde ich mal sagen.
Leider war das Wetter nicht so, wie man es sich zum Foto machen gewünscht hätte. Aber man kann ja auch nicht alles haben und ich bearbeite meine Bilder nicht so, dass es künstlich aussieht, das mag ich nicht und so sehe ich ja auch nicht.
Wie ich gestern schon geschrieben habe, ist der Hohenwiel ein Berg mit einer bewegten Geschichte.
Gestern habe ich ja schon von Ekkehard von Victor von Scheffel geschrieben, das war übrigens auch der Lieblingsroman von Otto von Bismarck.
Diese Burg hat einiges, von Schlupfwinkeln, in denen man sich verstecken kann, Es ist ein Paradies für Naturfreunde und wieder war ich erstaunt, eher erschüttert, wie früher die Leibeigenen solch eine Burg haben bauen müssen und was sie für Entbehrungen durchmachen mußten.
Naja, vielleicht bekommen wir bald wieder solche Zeiten.
Was mir während der Tage aufgefallen ist, dass ich in den ganzen Tagen nur fünf Schmetterlinge gesehen habe. Libellen ja am Mindelsee und der Umgebung, die Berichte kommen noch. Aber sonst war es eher rar.
Der Weg nach oben ist ganz schön anstrengend, das Kopfsteinpflaster tut sein übriges dazu, aber wenn man die Karlsbastion ganz oben erreicht hat, ist man schon glücklich.
Runter gehts dann auch wieder aber wie immer besser und man kann das Rad sausen lassen. :-)).
Man kann hier Stunden verbringen, aber wir haben uns beeilt, denn der Tag war ja für uns noch nicht zu Ende.
Wir fuhren dann weiter in Richtung Ludwigshafen, denn dort wollen wir uns das Triptychon von Peter Lenk "Ludwigs Erbe" ansehen. Ich war vor vielen Jahren mit dem Auto schon mal dort, aber damals war mir Peter Lenk noch nicht so geläufig und man sieht alles so ein wenig anders.
Die Fahrt war landschaftlich total schön und wieder kein einziger Schmetterling und topfeben. Klar ein paar Erhebungen gab es schon, aber nichts was mich - auch mit einem Rad ohne Motor - hätte schocken können.
Selbst die Radler hielten sich in Grenzen. Viele radeln eben nur unten, ist ja auch einfacher. Aber ein wenig an unsere Grenzen kommen wollen wir halt schon.
Die Frage: "Für wen und für was machen Sie das?",
Nun, das mache ich für mich, weil es mir Freude macht und auch Ausdauersport ist und weil ich noch vieles sehen möchte und nicht überall mit dem Auto hinfahren kann und möchte
Angekommen in Ludwigshafen steht es hier das Tryptichon von Peter Lenk "Ludwigs Erbe".
Das bezieht sich allerdings nicht auf Ludwig Ehrhard den 2. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, sondern auf den Großerzog Ludwig von Bayern.
Das Relief steht am Rathaus und ich finde es ist ein merkwürdiger Platz und ich finde ihn für dieses Meisterwerk nicht angemessen.
Beschreibungen dieses Triptychons (Relief) findet man genug im Netz. Als das Triptychon 2003 dort angebracht wurde, ging ein Sturm der Entrüstung durch das Volk. Man kann hier bestimmte Gesichter erkennen und Peter Lenk hat schon damals erkannt, welcher Zeit wir entgegensteuern.
Ich denke aber auch, dass Peter Lenk nun im Bodenseeraum bekannt ist. Die Radler aus Zwickau wissen nun Bescheid und mein Gruß an sie von hier aus.
Peter Lenk ist eher bekannt durch die Imperia im Konstanzer Hafen, da komme ich aber auch noch drauf zuürck, wenn ich den Post über Konstanz zeige.
Ich finde Peter Lenk großartig und auf meinem Blog kann man viele Skulpturen von ihm finden.
Leider sind die einzelnen Bilder des Tryptichons nicht so gelungen, weil ständig eine Person oder auch eine Gruppe davor gestanden ist und so recht nicht wußten, was sie damit anfangen sollte. Für mich lohnt sich ein Besuch zu diesem Triptychon immer wieder.
Dann gibt es noch die Glocke am Hafen, sie steht hier und man kann sie auch zum klingen bringen. Sie befand sich früher auf dem Turm des Rathauses in Ludwigshafen.
Info: https://seeen.de/glocke-fertig-bim-bim-bim
Zu diesem Zeitpunkt war es rappelvoll in Ludwigshafen am Hafen, wir versuchten vergeblich einen Platz in einem Cafe zu bekommen und haben uns dann etwas abseits mit Kaffee und Kuchen versorgt.
Es gibt noch mehr zu sehen z.B. Yolanda vom Miriam Lenk, das ist die Tochter von Peter Lenk. Auch eine Künstlerin der besonderen Art. Ein Besuch auf ihrer Website lohnt sich.
Klar und nicht zu vergessen, die Faschingsfiguren.
Der Seehas ist eine Figur, auf die man im Bodenseeraum immer wieder trifft.
Der Seehas hat ein kuscheliges schwarz-weißes Fell und wurde von den Friedrichshafenern Stadtvätern nach dem 2. Weltkrieg geschaffen.
Friedrichshafen war völlig zerstört und die Stadtväter wollten den Kindern etwas Freude machen. So kam der Seehas zustande, den es eigentlich gar nicht gibt, Der Ursprung ist nicht ganz geklärt. So entstand das Seehasenfest, das sich jährlich einer großen Beliebtheit erfreut.
Das erste Seehasenfest fand am 25.Juli 1949 statt.
Nein, noch sind wir nicht am Ende, wir packen in unsere Touren immer wieder sehr viel hinein, das mag für den einen zu viel sein, wir mögen das.
Der Weg führte uns dann wieder leider ein Stück auf demselben Weg zurück. Über Güttingen und den Buchof ging es dann auf die Halbinsel Mettnau. Eine richtig schöne Halbinsel, auf der sich viele Kurkliniken befinden. Hauptsächlich sind in verschiedenen Kliniken Piloten und Angehörige der Lufthansa zur Kur, aber auch Herzkranke dürfen sich dort erholen. Ein herrliches Stück Erde, das wir aber dann auf einer anderen Tour nochmals besucht haben. Es gibt herrliche Sonnenuntergänge, ach es gibt soviel zu sehen. Mein Freund war schon mehrmal zur Kur auf der Mettnau und deshalb kenne ich mich dort ganz gut aus, weil ich ihn dort auch immer wieder besucht habe.
Die Mettnau ist eine Halbinsel in Radolfzell und liegt zwischen Untersee und dem Markelfinger Winkel im Norden und dem Zeller See im Süden.
Sie ist 180 Hektar groß und 3,4 Kilometer lang und bis zu 800 Meter breit.
Mehr dazu gibt es aber bei einer anderen Tour, da berichte ich vom Naturschutzgebiet usw.
Was sich auch der Mettnau befindet ist das Scheffelschlösschen.
Das sogenannte Scheffelschlösschen ist ein ehemaliges Schloss auf der
Halbinsel Mettnau. Der Dichter Joseph Victor von Scheffel (der Schriftsteller des Ekkehard) lebte hier mit
seiner Familie vorwiegend in den Sommermonaten. Heute hat die
Kurverwaltung der Mettnau-Kur dort ihren Sitz.
Man kann es nach Rücksprache mit der Kurverwaltung auch besichtigen.
Was es dort auch noch gibt, ist das Urkundenhäuschen. Im Urkundenhäuschen, das auch Aufenthaltsort der Stadtzoller war, wurden die Kaufverträge bzw. Urkunden der Radolfzeller Märkte unterzeichnet. Im Ersten Weltkrieg diente es als Pulvermagazin.
Der Verschönerungsverein Radolfzell setzte sich dafür ein, dass das Urkundenhäuschen auf die Mettnau versetzt wurde, es passt so schön in den Uferbereich. In diesem Urkundenhäuschen finden immer wieder mal Ausstellungen und feine Verkäufe statt. Als ich dort war, war gerade eine Künstlerin vor Ort, die gewebte Kunstwerke verkaufte. Schon toll, was sie hier macht, leider weiß ich den Namen nicht mehr.
In Erstaunen versetzte mich auch dieses Bild vom Urkundenhäuschen vom Maler
Friedrich Mengele
Man erschauert bei dem Namen. Die Firma Mengele war früher eine Firma, die landwirtschaftliche Maschinen herstellte und ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass der Onkel Erwin mal zu mir sagte, dass das die Verwandten dieses Auschwitzer Arztes sind, der Menschen nach der Musik von Verdis Rigoletto selektierte und dazu pfiff. Meiner Ansicht nach haben seine Angehörigen immer gewußt, wo er sich befindet, aber geschwiegen. Nun gut. Die Firma Mengele arbeitet jetzt unter dem Namen
Lely Agrartechnik.
Ich habe mich mit diesem Maler nicht beschäftigt und ich habe nichts über ihn gefunden, vielleicht beschäftige ich mich mal damit. Kommt Zeit usw.
Auf dem Nachhauseweg machten wir noch eine Entdeckung, die Villa Wolf.
Die Villa Wolf wurde 1911 für den Ehrenbürger Karl Wolf und seine Frau Emilie erbaut.
Diese Villa diente oft auch als Kulisse in Fernsehserien z.B. für die Serie WaPo Bodensee. Ich kannte die Serie gar nicht.
Es ist eine wunderschöne alte Villa, die unter Denkmalschutz steht und ich habe mich so über das Geschwätz einer Frau geärgert, die meinte: "das alte Gemäuer hätte sie schon längst abreißen lassen und vor allem der Villa einen neuen Anstrich verpasst!"
Tja, machmal fällt mir nur noch die Kinnlade herunter und ich kann nichts mehr sagen.
Das ist genauso, wenn Jemand sagt, dass Stuttgart eine Steinwüste mit Nachkriegsbauten ist. Mit fällt dazu nichts mehr ein.
Es ist ein wunderbares Haus und - ich sage hier bewußt es ist ein Traum - manche sagen das ja mehrmals am Tag - direkt am See mit Zugang und einem Garten, der nicht zu beschreiben ist. Überhaupt sind es wundervolle Gärten, die wir hier gesehen haben. Auch unsere Vermieterin immerhin 86 Jahre alt, hat ein großes Haus mit Garten und Ferienwohnung und macht das alles, manchmal auch mit der Tochter alleine und gerne.
Ich habe das Haus nur durch eine kleine Öffnung im Tor fotografieren können, ich durfte nicht rein. Selbst mein Dackelblick - der schon manchmal Wirkung zeigt - half hier nichts. Ich durfte nicht rein. Das Tor blieb zu.
Torenbeschreibung.
Tour am 28.05.2022
72 Kilometer
1.281 Höhenmeter
639 Climb
642 Downhill
Wetter: 13 Grad, bedeckt
Reine Fahrzeit: 5,50 Stunden (mit Pedelec gehts schon schneller und leichter) aber es ist alles ohne Motor gut zu bewältigen.
Es gibt noch mehr spannende Toren, denn wir haben viel gesehen, was ich tatsächlich vorher gar nicht kannte. Es bleibt spannend.
Nachtrag:
Gerade kommt mein Nachbar nach Hause. Er wollte mit dem 9 Euro Ticket heute nach Wiesbaden fahren. Er ist froh, dass er wieder zuhause ist, alles total überfüllt. Muß ich nicht haben. Wir sprechen uns im Herbst wieder.
PS:
Ich kann bei vielen Bloggern nicht kommentieren und vor allem, falls es dann doch mal gehen sollte, geht es nur anonym. Schon alles ein wenig blöd.





















































Kommentare
AntwortenLöschenooooh.. das arme Tier.. schade dass man das Kitz nicht gefunden hat
Löschenleider ist auch das Teil der Natur
die Burg hat wirklich mächtige Mauern.. die mussten auch etwas aushalten ..
sehr schöne Bilder
ach die Seebilder gefallen mir gut
mit dem Kommentieren das hatte ich auch schon.. ich musste eine Einstellung im Browser ändern allerdings ist es länger her und ich habe es mir nicht gemerkt welche
man sollte sich alles notieren ;)
liebe Grüße
Rosi
Guten Morgen liebe Eva,
AntwortenLöschenwenn du das nächste mal kommst, kannst du vielleicht ein paar tolle Windräder fotografieren. Da jetzt von der Landesregierung der Weg frei gemacht wurde dass auch am schönen Bodensee, im Naturschutzgebiet Höri, Windräder gebaut werden dürfen.....
lg Linda
Guten Morgen Linda,
AntwortenLöschenvon den Windrädern auf der Höri habe ich gehört und mir fällt dazu nix mehr ein.
Gehe mal nach Hohenlohe, da siehst du vor lauter Windräder keine Landschaft mehr. Wenn das unsere Zukunft ist, dann..??
Als ich das Thema neulich angesprochen habe, da wurde mir gesagt:
"besser die Windräder, als das Gas vom Russen!".
Dabei haben wir ja Verträge und zahlen, obwohl kein Gas mehr ließt.
Die Grünen machen ja sooo gute Arbeit und ich kann immer wieder nur sagen, ich bin froh, dass ich so alt bin und das so wohl nicht mehr mitbekommen werde.
Mir tun nur die Leute leid, die sich ihren Lebensabend und Rente anders vorgestellt haben. Gut, die Kinder, sie wachsen in die kommende Zeit, da fällt es ihnen wohl nicht so sehr auf.
Ja, ich zitiere Heine:
"denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht".
Noch geht es uns allen gut und die meisten haben noch nicht erfasst, was auf sie zukommen wird.
Liebe Grüße Eva
da hast du recht, die Jungen wachsen so auf, die kennen es nicht anders
Löschenes ist einfach nur traurig wie viel Natur durch die sog. Grünen zerstört wird im Auftrag für den Klimawandel.
Mit ganz viel Interesse habe ich das gelesen liebe Eva und nun richtig Lust auf den Bodensee bekommen. Danke für die Infos, das gefällt mir!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Kerstin