Ofenbauer
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Auf meiner Radtour gestern - die recht umfangreich, nicht nur zwecks der vielen Baustellen war und mich eine Einfahrt verpassen haben lassen -, habe ich in Dettingen-Erms ein Backhäusle gesehen.
Wohin des Weges???
Die Tür war geöffnet und so habe ich auch einen Blick ins Innere hineingeworfen.
Dort standen zwei Herren und waren am Werkeln.
Ich erkundigte mich, was sie hier denn machen.
Nun, der Ofen ist kaputt, der Schieber funktioniert nicht mehr, er hat sich ausgehängt.
Der Schieber ist dazu da, die Wärme im Ofen zu regulieren.
Da ich früher im Backhäusle in Cleversulzbach mit der Oma öfters auch Brot und Kuchen gebacken habe, hat mich das interessiert.
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Meine Eltern hatten in sämtlichen Wohnungen, in Stuttgart auch immer Öfen, die meine Mutter immer mit einem Können befeuert hat, dass ich nur staunen kann.
Bis meine Eltern dann 1962 ins eigene Haus nach Leonberg gezogen sind, da hatten wir dann Ölheizung, aber einen offenen Kamin, der aber dann nur wenig angemacht wurde.
Ich habe das in meiner Schreinerlehre morgens auch immer machen sollen, ich habs nie fertiggebracht, bis mein Meister es aufgegeben hat und es anderen überlassen hat, so gehts auch.
Feuer machen kann ich heute noch nicht
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Vorher durfte ich immer mit der Oma Reisig sammeln, früh , was mir schon als Kind keine Probleme machte und zusammen mit der Oma den Ofen anheizen.
Ich weiß es noch heute, wie die Oma Brot und Kuchen, vor allem Zwetschgenkuchen mit Streusel gebacken hat, das alles im Rohzustand in das Leiterwägele gestellt hat.
(Das war das Leiterwägele, mit dem der Opa immer nach Möckmühl mit seinen Bohnen gewandert ist und dort die Bohnen zu Öl mahlen lassen hat. Das alles zu Fuß, da war er von morgens bis abends den ganzen Tag unterwegs und Oma hat nie gewußt, wo er gerade war. Wäre er da umgekommen, hätte kein Mensch mehr was erfahren.)
Undenkbar heute!
Ich durfte hinten im Leiterwagen sitzen und wurde samt Kuchen und Brot zum Backhäusle kutschiert.
Oma war sparsam und hat wenig gekauft, das meiste hat sie selbst angebaut und weggeschmissen wurde fast nix.
Der Weg vom Haus der Oma bis zum Backhäuse erschien mir immer soooo lange, dabei ist das tatsächlich ein Katzensprung, aber wenn man Kind ist, kommt einem das so vor.
Kurz vor dem Backhäusle war das Haus, in dem die Poststelle von Cleversulzbach war, das war der "Briefbott".
"Briefbott" deshalb, weil der "Briefbott", der Namen Bott hatte.
Ich kann mich noch so dran erinnern, wie es im Innern ausgesehen hat.
Das war auch der Büttel des Dorfes.
Der Büttel ging zu bestimmten Zeiten mit der Glocke durch das Dorf und verkündete die Neuigkeiten des Dorfes.
Immer wenn meine Oma dann am Haus des "Briefbotts" vorbeigekommen ist, schaute die Frau Bott zum Fenster raus und da gab es noch ein Schwätzle.
Während dessen habe ich mich an den herrlichen Sträuseln des Zwetschgenkuchens gelabt.
Meine Oma dann:
"Frau Bott i muß jetzt weider, sonscht hot d Eva den ganza Belag wegfressa."
So jetzt bin ich aber vom Thema abgekommen.
Während ich ein Bild gemacht habe, habe ich gesehen, dass einer der Männer ein sehr schlanker in das obere Ofenloch gekrochen ist und repariert hat.
Jaaa, er ist auf die Leiter gestiegen und ist mit dem ganzen Körper in den Ofen gekrochen. Ich habe nicht gewußt, dass ein Ofenloch sooo lang ist.
Meine Fragen, die ich hatte, wurden beantwortet und so hat der Meister mir gesagt, dass es in ganz Deutschland nur noch ca. 30 Ofenbauer gibt.
Es will keiner mehr machen, der junge Mann, macht hier eine Lehre und findet das total spannend.
Ich finde es auch klasse, dass er das macht, denn es ist schon ein anstrengender Job und ich glaube soviel Geld verdient man auch nicht.
Der Meister meinte allerdings auch, dass die Leute meckern, wenn sie die Rechung bekommen oder einen Kostenvoranschlag machen lassen.
Wenn man aber weiß, was hinter dem allem steckt und sich damit befasst, dann ist der Preis durchaus gerechtfertigt.
Ich habe auch gestaunt, als ich die Rechnung für meine Zähne und fürs Fahrrad bekommen habe. Billig ist alles nicht aber es ist Handwerk und es ist ein Lehrberuf und man muß sich die Hände schmutzig machen.
Unterwegs habe ich auch noch eine Joggerin getroffen, die war so nett und hat mir den Weg gezeigt und mir gesagt, dass sie in Heilbronn Touristik- und Medienwissenschaften studiert.
Ich habe gestern soviele Leute getroffen, es war schon genial und es ist deshalb auch sehr spät geworden, als ich mit dem Gelben Zug vollkommen durchnässt vom Stuttgarter Hauptbahnhof nach Hause fahren durfte.
Als ich in der Heimat angekommen bin, schien schon wieder die Sonne.
Was ich auch im Zug usw. und auch unterwegs festgestellt habe, die Leute haben schon Angst vor der Zukunft und was werden wird.
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz ins Ausland.
Naja und in den Regen gekommen bin ich auch zweimal, als der Himmel seine Schleusen geöffnet hat und wie.
Gottseidank gibt es Bäume. Danke!
Ach soo unterwegs im Aichtal gabs soviele Schmetterlinge, ein paar Zitronenfalter hatten Erbarmen mit mir und habe sich ablichten lassen.
Um Schmettlinge zu fangen, muß man halt in die Pampa und da kommt man nur zu Fuß oder mit dem Rad hin.
Gottseidank gibt es da keine Autos, die fahren nur oben drüber auf der Autobahn.
Tja, so isch des Läba, do muß mr halt nolaufa oder radla, umsonscht is dr Dod ond der kotsch Läba äba.
So jetzt gehts unter die Dusche und dann fahre ich mit Bus und Bahn nach Ludwigsburg in den Bastelladen und schau mal, dass ich eine Schloßführung machen kann.
Ich muß jetzt endlich meine Stuttgart Erlebniscard abarbeiten.
Ich habe heute einen gemütlichen Tag und mache gar nix und genieße mein Leben.
Ach jaaa, ich habe wieder so eine schöne Radelbräune, obwohl ich mich nie mit Sonnencreme einschmiere, ich mag das Zeug nicht auf meiner Haut.














