Wenn einer eine Reise tut......
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dann kann er was erleben.
Dieses Zitat von Matthias Claudius kann ich nur bestätigen.
Gestern bin ich eine Tour geradelt, über die ich noch berichten werde. Da es dazwischen noch einiges zu berichten gibt, wird das aber dauern.
Verraten möchte ich aber nicht, wohin sie ging. Aber ich war auf Spuren in Hohenlohe.
Von Bietigheim bin ich sehr früh mit dem Zug in Richtung Heilbronn gefahren, da ich von hier aus mit der S-Bahn weiterfahren wollte.
Schon in Bietigheim traf ich eine ca. 40jährige Frau, die mit Sack und Pack beladen war und sie erzählte mir fast ihre ganze Lebensgeschichte.
Kurz: Sie war ihrem Mann davongelaufen.
Das interessante war aber, dass sie zuhause ihren Personalausweis vergessen hatte und nun wieder zurück nach Lauda mußte. Zudem wurde ihr der Geldbeutel und einiges auch geklaut.
Komisch, dass sie erst in Bietigheim gemerkt hat, dass sie ihren Ausweis nicht dabei hatte und sie dann aus dem Zug ausgestiegen, um wieder zurück nach Lauda zu fahren.
Dieser Zug fuhr nur bis Heilbronn, was ich wußte, der nach Lauda ist mal wieder ausgefallen, wie an diesem Sonntag die meisten Züge im wahrsten Sinne des Wortes "auf der Strecke blieben".
Die Tour war klasse und alles hat nachher gefragt, ob es mir nicht zu heiß war, nein, war es nicht. In Hohenlohe weht ein ganz schöner Wind und so war die Tour gut zu bewältigen und es ging auch am Kocher (mein Lieblingsfluß) und der Ohrn (entspringt bei Schwäbisch Hall und mündet in Oberohrn einem Stadtteil von Öhringen in den Kocher), vorbei.
Beendet war meine Tour in Öhringen und da gleich - angeblich - ein Zug (der Westfrankenexpress) kommen sollte, bin ich schnell zum dortigen Bahnhof geradelt.
Da begann dann das Theater, es standen Rollstühle, Fährrader, Leute mit Koffern usw. auf dem Bahnsteig.
Eine Dame im Rollstuhl bruddelte mich an, was mir einfallen würde, zu dieser Zeit mit dem Zug zu fahren. Ich hatte sie weder behindert, noch wollte ich etwas von ihr, aber sie hatte wohl schlechte Laune und mit ihrem Begleiter, der sie umherschob, meinte sie es auch nicht gut.
Wohlgemerkt, es standen noch mehr Räder am Bahnsteig, nicht nur ich, aber ich habs halt abbekommen. Es tut mir leid, aber so etwas bitterböses habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.
Wäre ich ihr Begleiter gewesen, ......!!!
Manchmal denke ich, der liebe Gott weiß schon, wenn er manche Leute mit Krankheit straft.
"ICH habe das Recht hier zu stehen und ICH will meinen Platz!", meinte sie.
Ich konnte mich wieder mal nicht halten und meinte:
"Machen SIE mal die Augen zu, dann sehen sie was IHR Recht ist!"
Darauf tobte sie noch mehr!
Nachdem der Zug von Crailsheim kam, war der überfüllt und so habe ich mich entschlossen, die paar Kilometer (30) nach Heilbronn zu radeln, das ist nicht schlimm, ich hatte ja genügend Strom, denn den Kochertal- und den Ohrntalradweg bin ich in weiser Voraussicht ohne Strom geradelt.
Allerdings ging es am Anfang der Tour gleich ganz kräftig den Berg hoch und vielleicht weiss der eine oder andere wo ich war.
Als ich die Tour bearbeitet habe, habe ich festgestellt, dass man von hier oben auch noch andere Ziele anradeln kann, wie da eines zum anderen kommt und man auch ohne Auto weiterkommt.
So wurden es an diesem Tage eben 106 Kilometer, was mich auch nicht gestört hat und ich immer noch genügend Strom hatte.
Ich hätte auch den Neckartalradweg von Heilbronn nach Hause radeln können, da ich diesen Weg nicht mag und ich ihn nur im Notfall radele, habe ich mich in Heilbronn an den Bahnsteig gestellt und gewartet.
Zudem hatte ich absolut auch keine Lust mehr und in die Dunkelheit wäre ich auch noch gekommen, das mag ich nicht.
Der gelbe Zug kam dann von Tübingen (er fährt dann nach Aufenthalt in Heilbronn weiter nach Tübingen, ändert aber dann seinen Namen) und ich wollte einsteigen, nein geht nicht, dieser Zug fährt erst in einer Stunde und solange muß man draußen warten.
Alles gut, dann bin ich noch zum Bäcker im Bahnhof und habe mir einen Kaffee und eine Laugenbrezel gegönnt. Plötzlich kam ein Mann und fragte, ob er einen Hubschrauber für mich bestellen soll, dass man mein Rad befördern kann. Häää!
Dann fragte der Typ, der offensichtlich - da hochrotes Gesicht und eben so gerochen hat - zuviel Alkohol genossen hatte, ob mein Akku leer sei. Ich habe nicht geantwortet, weil mir das zu blöd ist, ich kann doch nicht im Bahnhof radeln.
Neben mir im Bahnhof auf der Bank, saß ein junger Mann, der stierte in sein Handy und als ich mich hinsetzten wollte, fragte der, ob er nicht meinen Kaffee haben kann und streckte mir die Hand entgegen.
Die nahm ich nicht, aber ich hab ihm dann meinen Kaffee gegeben, worauf der Typ sich bedankte.
Wieder auf dem Bahnsteig, gottseidank waren die Aufzüge überall in Ordnung, (ein Dank an die Aufzugsfirma, die im Auftrag der Bahn arbeitet, denn die ist für die Aufzüge nicht zuständig), war der Zug immer noch verschlossen.
Die Bahn lässt die Leute ja erst kurz vor der Abfahrt in den Zug, warum auch immer. Hier fragte mich ein weiterer Typ, wo ich denn hinwollte. Ich meinte dann, dass er doch auf die Anzeigetafel schauen solle.
Dass der Zug erst kurz vor der Abfahrt geöffnet wird, hängt - so habe ich erfahren - damit zusammen, dass die Klimaanlage im Zug in dieser Zeit abgeschaltet wird und somit Strom gespart wird.
Auf dem Bahnhof warteten noch andere Menschen, viele Migranten, die rauchten, obwohl man auf dem Bahnhof nicht mehr rauchen darf. Ansagen aus dem Lautsprecher, dass auf dem Heilbronner Bahnhof Alkohol und Rauchen nicht gestattet ist, wurden nicht beachtet.
Ich habe die Leute angesprochen, darauf meinte ein anderer Fahrgast, dass ich doch lieber ruhig sein soll, sonst hätte ich wohl noch ein Messer zwischen den Rippen. Neee, ich nicht ruhig und was von dem Raucher dann kam, ich habs fast erwartet, war:
"Nix verstäääään!"
Ich werde mir das künftig auch angewöhnen und sage frei nach Peter Hebel "Kannitverstan"!.
Die Kippe warf er dann auf den Boden.
Ja, es machen auch Deutsche, habe ich neulich auf dem Bahnhof in Bietigheim gesehen, die rauchten sogar neben dem Bild,
"DAS IST EIN RAUCHFREIER BAHNHOF".
Nun, das sind halt Analphabeten.
Ich stellte mich dann auf Gleis 4 in Position, dass ich, falls dann mal die Türen freigegeben werden, gleich im Zug verschwinden kann. Stellte mich aber so mit dem Rad, dass man noch vorbeigehen konnte.
Man glaubt nicht, wieviele Leute derart wirklich dumm sind. Jeder der kam, drückte am Knopf und die Tür ging nicht auf. Die wartenden Leute hat man offensichtlich nicht gesehen.
Frage einer Frau: "Geht das nicht auf?, beantwortete ich mit "sonst würde ich ja nicht hier stehen!"
Die Leute drückten ja nicht nur einmal auf den Knopf, nein mehrmals und es ging halt nicht auf.
Dann kam eine Horde Leute, die sich in Position stellten, damit sie gleich, wenn das Zeichen der Öffnung ertönt, den Knopf drücken können und in den Zug einsteigen können. Ich kann das nicht beschreiben, das muß man sehen.
Nun gut, einer hats geschafft und ich habe mein Rad dann auch in das Abteil bringen können und einen Radplatz, das habe ich ja schon vorher durch das Fenster von außen gesehen, hatte ich auch.
Naja, ich habe eben 4 Plätze mit meinem Rad belegt. Dafür ist das ja ein Radplatz. Man glaubt nicht, wie die Leute gemeckert haben, dass man vier Plätze belegt - wohlgemerkt ein Radplatz - zu dem sind die
Plätze ja da.
Einen Kommentar dazu, die Deutschlandkarte sei nicht dazu da, dass man mit dem Rad in der Gegend herumfährt, dass das nur für Berufstätige ist, habe ich mit "ich wußte gar nicht, dass heute soviele Leute arbeiten, die haben sicherlich alle eine Deutschlandkarte" beantwortet.
Schweigen!!
Mein Vorschlag für die Bahn, man sollte doch für Bahnfahrten im Personennahverkehr wie in Bayern mit einer Deutschlandkarte mit 7,50 Euro pro Rad belegen, vielleicht wären es dann weniger Räder. Ich bezahle das auch immer, wenn ich vor 9:00 Uhr fahre und ich bezahle das gerne.
Nun, wenn man rechnet 2 Personen 2 Kinder, da kommt dann schon was zusammen. Das würde weniger werden. Denn für eine Bahnfahrt mit Rad immer 30 Euro zu bezahlen und dazu einen Deutschlandkarte, das wird teuer aber weniger Räder.
Vielleicht auch ganz die Deutschlandkarte abschaffen, dann zahle ich den regulären Preis und muß für das Rad nichts bezahlen.
In Nordheim kam ein älterer Herr in die Bahn und der erzählte mir, dass er für sein Pedelec, das er gebraucht gekauft hat, nur 300 Euro bezahlt hat.
Ich habe ihn gefragt, was es denn für eines ist und was es leistet. Er wußte es nicht und das ist bei vielen Leuten so. Er hätte das nur gekauft, weil es nur 300 Euro gekostet hat.
Bummmmm!
Aber es ist ja auch nicht jeder so verrückt wie ich, dass er, wenn er etwas kauft, wissen will, was das Teil kann und was es leistet.
Der Mexx ist ein Nahverkehrszug und hält auf der Strecke Heilbronn - Stuttgart an jedem Bahnsteig (im Volksmund Bummelzug genannt) und es wurden immer mehr Leute mit Fahrrädern. In Lauffen am Neckar wurde es ganz schlimm.
Ich habe mir die ganze Fahrt überlegt, wie ich in Bietigheim wieder herauskomme, denn nach Ludwigsburg oder Stuttgart oder gar nach Tübingen wollte ich nun überhaupt nicht.
Eine Frau stieg in Lauffen am Neckar ohne Rad ein und meckerte, schob sich dann an dem Rädern vorbei und hat die Fahrt dann stehend im Clo mit offener Türe verbracht. Naja, das war alles so verbarikadiert, dass eh keiner mehr hätte auf den Clo hätte können.
Der Ausstieg in Bietigheim klappte ganz gut, denn viele Radler stiegen hier aus oder machten Platz, damit ich aussteigen kann.
Das heisst, sie stiegen mit den Rädern aus, um dann wieder einzusteigen, was nicht klappte, denn die am Bahnhof in Bietigheim wartenden Leute stürmten in den Zug. Ich habe nicht mehr gewartet um zu sehen, ob die Radler mitgekommen sind??!!
Tja, so ist das und JEDER ist sich halt der NÄCHSTE.
Rücksichtnahme ist leider heute nicht mehr aktuell.
Von den Kinderwägen will ich ja gar nicht reden.
Als ich dann in Bietigheim ausgestiegen bin und in ein Abteil weiter hinten geschaut habe, war das Abteil mit sovielen Rädern belegt, dass man nicht mehr vorbeigekommen ist. Na, dann viel Spaß auf der Fahrt nach Tübingen.
Aber es ist halt doch so, dass viele Züge immer nur einen Eingang haben. Die Züge haben mehrere Eingänge aber für bestimmte Leute gibt es halt nur einen Eingang.
Dass es so voll war, kam auch dadurch, dass viele Züge ausgefallen sind. Man sagte mir, dass sie kein Personal mehr haben und dass die Leute sonntags nicht mehr arbeiten wollen, zudem auch der Schichtdienst nicht gefällt.
Stimmt, sogar zwei S-Bahnen von Cappel bei Öhringen bis Heilbronn sind ausgefallen.
Wenn die nun pro Rad 7,50 Euro verlangen würden, könnten sie vielleicht auch ein besseres Gehalt bezahlen. Ich weiß ja nicht, was so ein Lokführer verdient, aber ich denke durch den sonn- und feiertagsdienst bekommen sie ja auch Zuschläge, ich kenne das von der Feuerwehr her.
Ob die Sache mit der Deutschlandkarte so gut war, ich bezweifele es.
Aber sie wird ja im nächsten Jahr noch teurer werden, da lohnt es sich mal dieses durchzurechnen, oder auch weiterhin mit einer Benzin- oder Dieselschleuder zu fahren und die Umwelt zu schonen.
Es gibt keinen Weg ein perfekter Mensch zu sein, aber eine Million Wege um ein guter zu sein.
Martin Mächler











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