Das Kunststück der Lebensweisheit ist, den Schlaf jeder Art zur rechten Zeit einzuschieben wissen. *Friedrich Nietzsche*
Die schönsten und großartigsten Dinge auf der Welt kann man nicht sehen oder hören, aber man kann sie im Herzen fühlen. *Helen Keller*
Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumen lässt. *William Shakespeare*
Man sollte auch an Wochentagen ein paar Augenblicke Sonntag sein lassen. *Unbekannt*
Es ist eine Verwandschaft zwischen den glücklichen Gedanken und den Gaben des Augenblicks: Beide fallen vom Himmel. *Friedrich Schiller*
Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst. *Hans Christian Andersen*

Ein Weib thut wenig, plaudert viel!

 

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Mozarts Zauberflöte ist zwar bis auf den heutigen Tag sein wohl populärstes und meistgespieltes Bühnenwerk. Es ist aber auch sein kompliziertes und am schwersten verständliches. 


Die Zauberflöte ist kritisch und vor allem auch verwirrend. Mozart hat in diese Oper, die 1791 im Freihaustheater in Wien uraufgeführt wurde, alles das hineingepackt, was in seiner Kunst lag. 2 1/2 Monate nach der Uraufführung starb Mozart.

Seine Ideen für die Oper stellte Mozarts Librettist, Emanuel Schickaneder, aus verschiedenen Märchen zusammen. Genannt sei hier das Märchen "Lulu und die Zauberflöte" von August Jacob Liebeskind und dem Oberon, den Schickaneder bereits in seiner Oper "Oberon König der Elfen" benutzt hatte

Mit dem lustigen Papageno, oder Papagena nahm Mozart auf die Opera buffo und auf das Komödiantische Bezug, weshalb gerne auch Kinder die Oper sehen.

Aber mit Personen, wie Sarastro, mit dem Sonnenkult

"Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht."

 


 und die rätselhafte Welt der Freimaurer wird es nun schon komplizierter. Hier nimmt Mozart auch Bezug auf die Kirchenmusik seiner Zeit und geht dann teilweise wieder ins Komödiantische.

Für mich war die Zauberflöte zuhause immer etwas mystisches und geheimnisvolles, denn mein Vater war Freimaurer und mit meinem Schwager trat dann ein weiterer Freimaurer in mein Leben.

Kurz wurde die Zauberflöte dann auch in der Schule erwähnt, aber eher auch im Bezug auf das Lustige. 


Die Zauberflöte ist ernst wie auch lustig, auch albern und erhaben. Hier liegen Tragik und Ernst eng beieinander und sie stellt auch viele Fragen.

Ich möchte heute von meinem Besuch in der Staatsoper Stuttgart und dem Besuch der Zauberflöte erzählen. Vor drei Jahren habe ich zu Corona-Zeiten diese Oper, ich sage mal "abgespeckt", weil man ja Abstand halten sollte, gesehen. 

Normalerweise sitze ich ja in der ersten Reihe, aber die erste und die zweite Reihe durfte nicht besetzt werden, da ja Abstand gehalten werden mußte.
Alle trugen Masken, naja, heute weiß man, dass das nicht nötig gewesen wäre. Mehr dazu zu sagen, ist ja zwecklos. 



Zuerst gehe ich auf den Betreff dieses Posts ein.

"Ein Weib thur wenig, plaudert viel......"

Das Textbuch stammt ja von Schickanender und ich weiß nicht, was ihn dazu veranlasste, dies so zu schreiben.
Ich muß immer schmunzeln, wenn ich es lese oder höre. 

Wenn man eine Oper besucht, sollte man sich mit Text, der Geschichte und der Musik vertraut machen. Ich kenne aber viele Menschen, die gehen in die Oper, ohne sich auch nur annähernd Gedanken zu machen, was hier denn vor sich geht.

Eine Besucherin sagte zu einmal zu mir: "Wenn ich alles schon kenne, brauche ich ja nicht mehr hinzugehen!"

Das ist natürlich auch ein Argument, da klappt mir dann die Kinnlade herunter. Hier noch was zu erwidern, wäre zwecklos. 

Die Zauberflöte habe ich schon in so vielen Aufführungen und Varianten gesehen und jedes Mal bin ich an diesem Text und auch noch einge anderen Texten hängen geblieben. 

Im 15. Auftritt der Zauberflöte wird Tamino mit etwas geweihten und heiligem konfrontiert
.
Er befindet sich in einem Hain und hier steht ein Tempel. Der Tempel trägt die Überschrift "Tempel der Weisheit". Dieser Tempel ist mit zwei anderen Tempeln verbunden. "Tempel der Vernunft" und "Tempel der Natur". Er versucht in diese Tempel hineinzukommen, denn er möchte zu seiner Pamina, die er bislang nur durch ein Bild, überreicht von der Königin der Nacht, kennt. 


 

Tamino versucht verzweifelt vor dem "Tempel der Vernunft" und dem "Tempel der Natur" Einlaß zu finden und wird durch ein "ZURÜCK" abgewiesen.
Er versucht es nun durch die Pforte des "Tempels der Weisheit". Hier tritt ihm ein Priester entgegen, der fragt: 

"Wo willst du kühner Fremdling, hin?
Was suchst du hier im Heiligthum?"


 

Tamino antwortet, dass er auf der Suche nach Pamina ist, um sie - so hat ihm die Königin der Nacht ihm das erzählt - aus den Händen des Tyrannen Sarastro zu befreien.
Die Antwort des Priesters lässt mich jedes Mal etwas nachdenklich werden: 

„Ein Weib hat also dich berückt? Ein Weib thut wenig, plaudert viel.
Du Jüngling glaubst dem Zungenspiel? "


Nun ist über diese "frauenfeindliche" Antwort des Priesters viel gesprochen worden und stammt sie wirklich von Schikaneder, der das Libretto zur Zauberflöste schrieb, oder aber von Carl Ludwig Giesecke, der ebenfalls ein Freimaurer war?

Es gibt aber noch einen Satz und zwar sagt Sarastro zu Pamina:

"Ein Mann muss eure Herzen leiten, denn ohne ihn pflegt jedes Weib aus ihrem Wirkungskreis zu schreiten".

Vor rund 200 Jahren hielt man das wohl für die beste Methode. Heute dürften wohl Männer keine Frauenherzen mehr leiten, denn heute schreiten Frauen natürlich öft aus ihrem Wirkungskreis. 

Man muß wohl keiner Frau erklären, welcher Wirkungskreis das ist!

Aber es geht noch weiter.

War Mozart ein Frauenfeind?
Ich habe verschiedene Biographien über Mozart gelesen, in keiner konnte ich eine Frauenfeindlichkeit von Mozart feststellen, im Gegenteil.

Überhaupt, welche Rolle spielt Monostatos?
Welche Absicht hatten Mozart und Schikaneder, als sie 1791 die Zauberflöte verfassten?

Wie gingen sie mit dem sogenannten Blackfacing - ja, ich weiß, das Wort gab es damals noch nicht - um?

Man färbte sich das Gesicht, malte sich die Lippen rot usw.
Das war lange Zeit salonfähig.

Interessant fand ich dazu diesen Artikel vom Deutschlandfunk
https://www.deutschlandfunk.de/endlich-mal-erklaert-was-ist-blackfacing.691.de.html?dram:article_id=479393

Es geht aber noch weiter:

Monostatos, er schwärmt, "wie schön weiß" Pamina ist. Nun will er sie küssen, wagt es aber nicht, "weil ein Schwarzer hässlich ist". 

Monostatos fühlt sich als Außenseiter, schon alleine sein Name griechisch "allein stehend", seine Liebe zu Pamina, die schön und weiß ist, kann nicht sein. 

Mmmmm, ist das nicht rassistisch?
Ich denke, dass das vor 200 Jahren eben so war und es wäre schon merkwürdig die Texte so umzuschreiben, dass sie nicht mehr rassistisch sind.

Arie "Alles fühlt der Liebe Freuden"

Gerade deshalb sollte man sich auch mit den Opern befassen und auch die Texte studieren. Ich denke, viele Menschen machen das nicht, sie gehen eben in die Oper und gut ist. 

Kleiner Einwurf, es ist wie bei der Judensau. Viele meinen ja, dass es eine Erfindung der Nazis ist. Nein, ist es nicht, selbst Martin Luther sprach von der Judensau und an vielen Kirchen kann man sie noch sehen.

Nur, die Nazis haben die Judensau für ihre Zwecke  benutzt. Neulich habe ich wieder gehört, dass die Judensau eine Erfindung der Nazis ist.
Es hat keinen Zweck darauf hinzweisen, dass es nicht so ist. 

Hier habe ich mal wieder darüber geschrieben.


Übrigens kein Sänger wurde durch die Rolle des Monostatos berühmt.

Interessant ist, wenn man bestimmte Bücher list, dann trifft man auf Angelo Soliman. Soliman war ein Logenbruder von Mozart und er traf ihn im Jahr 1785 regelmäßig.

Es könnte auch sein, dass Mozart aufgrund der Bekanntschaft mit Soliman, der sich auch als Außenseiter vorkam, die Figur des Monostatos geschaffen hat. 

Das könnte für Mozart ein Grund gewesen sein, Monostatos detaillierter darzustellen.

Auf Angelo Soliman kam ich durch ein Buch von Felix Mitterer "Keiner von Euch"., das mir von der Freimaurer Loge meines Schwagers empfohlen wurde. 

Ich weiss immer noch nicht, was ich über das Buch sagen soll.
Es ist die Geschichte von Angelo Soliman, die mich schon sehr mitgenommen hat.

https://freimaurer-wiki.de/index.php/Angelo_Soliman

 




Zum Besuch der Zauberflöte, die ich vor drei Jahren gesehen habe.
Es war grandios. 

Eine neue Inszenierung gibt es im Moment nicht.

Strenge Kontrollen beim Eintritt ins Haus, es gilt 3G und alles nur mit Maske. Ich dachte, das halte ich nicht aus, 2 1/2 Stunden mit Pause.

Aber die Aufführung war so interessant und auf der Bühne ständig etwas los, dass es mich doch zeitweise die Maske vergessen hat lassen.

Die 1. und die 2. Reihe durften nicht besetzt werden und waren gesperrt und ab der 3. Reihe bei jedem 2. Sitz war das genauso. Schon komisch, mein Lieblingsplatz war weg und ich konnte nicht in den Orchestergraben schauen.

Komisch war auch, dass es keine Bewirtung gab, kein Flanieren, alles rannte in der Pause raus und holte sich frische Luft. Sonst habe ich immer Gespräche, wenn man an einem Tisch steht und etwas zu sich nimmt.

Es hat etwas gefehlt, auch das gucken, was tragen die Damen und Herren, wie sind sie gekleidet. Ich habe da schon sehr viel feines gesehen. Dieses Mal war das nicht so. Nun heute wissen wir, dass das alles so gar nicht stimmte.

Nun zur Aufführung, die ich vor drei Jahren gesehen habe. 

Barry Kosky, dessen Zauberflöte schon Kult ist,  war in der Spielzeit 2021/22 Intendant und Chefregisseur an der Komischen Oper Berlin. Zum Sommer 2022 gab er seine Tätigkeit dann auf und ist seither nur noch als Gastregisseur tätig. 

 Suzanne Andade und Paul Barritt haben aus dieser Oper ein magisches Märchenbuch gemacht.  Es ist ein Mischung zwischen Stummfilm, Comic und Singspiel.

Eine Mischung zwischen lebender Darbietung und Animation auf der Bühne. Tamino befindet sich im Magen des Drachen, Papageno reitet auf fliegenden Elefanten, die Königin der Nacht ist eine Spinne, Pamina reitet auf rosa Elefanten.
Es tanzen die Sterne und die drei Knaben sind fliegende Schmetterlinge. Der Zauber, den die Oper der Komischen Oper Berlin ausübt, ist ungebrochen. 

Auf der Bühne läuft ein Stummfilm in ihn integriert sind die Tänzer, alles ist so zauberhaft und gut gemacht. Buster Keaton ist Tamino und Nosferatu ist Monostatos.  Auf der Bühne agieren Tänzer und Tänzerinnen und die Sänger leihen ihnen ihre Stimmen. Teils  im 1. Rang oder im Orchestergraben.
Die Stimmen des Chors klingen aus dem Off. Es hat alles geklappt, wie am Schnürchen. Grandios und der Beifall war auch entsprechend. Wieder hervorragende Sängerinnen und Sänger und wer die Arie der Königin der Nacht kennt, der kann staunen .

Christina Poulitsi (Königin der Nacht) und  Josefin Feiler (Pamina) haben das hervorragend gemeistert.

Es war tatsächlich eine zauberhafte Zauberflöte, die ich so schnell nicht vergessen werde. Eine den Umständen angepasste Inszenierung, die aber von ihrer Wirkung nichts verloren hat.
Das Orchester war klein besetzt, das tat der Qualitat keinen Abbruch. 

Es ist Stuttgarter Staatsoper, ein Begriff!

 Hier noch ein sehr interessanter Link 10 + 1 Faken zur Zauberflöte 

https://www.staatsoper-stuttgart.de/magazin/zauberfloete-neue-fassung/


Die Königin der Nacht in dieser Aufführung.
Oper Barcelona


Um wieder mit einigen Märchen aufzuräumen, Mozart starb weder einen Hungertod noch sonst etwas und arm war er schon gar nicht. Wenn man seine Bezüge, die er für seine Komposition bekam, mal durchrechnet, dann war er alles andere als arm. ABER, wenn Mozart Geld hatte, gab er es aus und feierte was das Zeug hält.
Sein Vater ermahnte ihn immer wieder zu sparen.
Constanze weilte immer wieder zur Kur und das kostete auch sehr viel Geld und Mozart war wohl alles andere als treu, was nicht bestätigt ist. 

Wer noch mehr wissen möchte, schaut hier und dann ist mit Spekulationen ein Ende gemacht und so habe ich es auch in vielen Mozart-Biographien gelesen. 

HIER  

Aufräumen sollte man auch mit der Feindschaft von Mozart und Salieri.
Die gab es nur bedingt und es war eben ein Konkurrenzkampf wieder nicht nur unter Männern üblich ist, sondern auch unter Frauen.

In dem Mozart Film von Milos Foreman wird Saliere immer wieder als Bösewicht dargestellt, der sogar Mozart vergiftet haben soll. Ich mag diesen Film überhaupt nicht. Der Film ist so voller Klischees, das mag ich nicht.

Ich fahre übrigens immer bei solchen Veranstaltungen mit Bus und Bahn, auch wenn es sehr spät wird. Die Fahrt mit dem ÖPNV ist in der Eintrittskarte mit eingeschlossen, ich habe ja ein Deutschlandticket.  Manchmal ist es nicht ganz einfach, an der S-Bahnhaltestelle zu stehen, denn es geht hier schon einiges ab, was einem Angst machen kann und ich meine, es wird immer schlimmer. Die Gegend um den Schloßgarten und den Hauptbahnhof in Stuttgart  ist nicht mehr schön und ich sehe aber auch nicht ein, warum ich um diese Zeit nicht mehr auf der Straße sein darf.


Dies war auch das Thema neulich bei einem Vortrag.
Ich war wieder mal froh, dass ich nicht alleine bin. 

Ach jaaa, Kacke ist sehr wichtig für die Untersuchung und aus der Kacke lässt sich vieles ersehen. Beim mir war es ein Darmkrebsverdacht, der sich gottseidank nicht bestätigt hat. Aber man weiß ja nie! 

Ja, Scheisssss Impfung.


Wir sind heute beim Radeln auf der Alb, ich freue mich drauf.
Ich bin da zwar schon neulich eine Tour geradelt, die mir schon einiges gebracht hat und die ich noch zeigen werde und ich glaube, dass wir vieles sehen werden. 

Jedesmal bin ich erstaunt, wieviel Zugriffe mein Blog doch hat.
Recht herzlichen Dank dafür und morgen gibt es wieder
Tierisches am Sonntag. 

Nächste Woche geht es mit vielen Radtouren, Raysin usw. weiter.





Quellen:
Programmheft Zauberflöte, Staatstheater Stuttgart
Mozart Biographien
von
Dorothea Leonhart,
Jeremey Siepmann
Jean-Jaques Greif