Das Kunststück der Lebensweisheit ist, den Schlaf jeder Art zur rechten Zeit einzuschieben wissen. *Friedrich Nietzsche*
Die schönsten und großartigsten Dinge auf der Welt kann man nicht sehen oder hören, aber man kann sie im Herzen fühlen. *Helen Keller*
Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumen lässt. *William Shakespeare*
Man sollte auch an Wochentagen ein paar Augenblicke Sonntag sein lassen. *Unbekannt*
Es ist eine Verwandschaft zwischen den glücklichen Gedanken und den Gaben des Augenblicks: Beide fallen vom Himmel. *Friedrich Schiller*
Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst. *Hans Christian Andersen*

Simon Boccanegra, Oper von Giuseppe Verdi

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Ich möchte meine "Musik am Samstag" heute mit der Oper Simon Boccanegara fortsetzen. 

Overtüre


 

Es ist eine Oper, die nicht so bekannt ist. Ich bin, wie beim Maskenball über den ich am letzten Samstag berichtet habe, sehr spät zu dieser Oper gekommen. 

Die Handlung der Oper kann man
HIER 
lesen. 

 Außer dem Simón Bocanegra von Gutiérrez, einem Schauspiel über den ersten vom Volk gewählten Dogen von Genua (1339), studierte Verdi Schillers "Die Verschwörung des Fiesko zu Genua"  (1784) und fertigte selbst das Szenarium an, welche Piave Ende 1856 vollendete. Wie im Falle des "Trovador" von Gutiérez schreckte Verdi nicht vor der hochkomplizierten Handlung zurück, sondern begeisterte sich an dem Drama menschlicher Leidenschaften vor einem historisch verbürgten politischen Hintergrund. Doch erst in der unter Mithilfe Boitos entstandenen Umgestaltung der Oper 1881 trat Simons politisches Kalkül durch die Einbeziehung des historischen Briefwechsels Boccanegras mit Petrarca in den Vordergrund und gewann das 2. Bild des 1. Aktes, die Ratsszene, ihre zentrale Bedeutung. Im Einigungsgedanken Boccanegras sah Verdi die politischen Fragen seiner eigenen Gegenwart vorweggenommen. 

Nach der durchgefallenen Uraufführung brauchte die Umgestaltung von 1881 eine Straffung der Handlung und eine musikalische Verdichtung im bruchlosen Wechsel von rezitativischen und ariosen Formen; neu war auch das komplette, brillant verdichtete 1. Finale. Das in dunklen Schattierungen raffiniert gewobene Farbenspiel des Orchesters zeugt bereits von der seit Aida vollendeten Meisterschaft der Komposition und die lautmalerischen Naturschilderungen sind Widerspiegelungen intensiver  psychologischer Betrachtungen - ein Höhepunkt ist die orchestrale Beschreibung des Meeres (durch ständiges Wechseln der Tonarten), während der sterbende Simon voll Resignation und Melancholie zum Horizont blickt. 


Von den ariosen Passagen beeindrucken vor allem Fiescos Klage um die tote Tochter (Il lacerato spirito)

 

als ergreifende Bassarie, 

Amelias Auftrittsarie (Come in quest óra bruna)


und Gabrieles Szene 
O, inferno! Sento avvampar nell´ anima. 


Simone Boccanegra ist ein grausames, von schwarzer Melancholie durchzogenes Drama, in das auch die Liebe nur wenig Licht bringt. Verdi hat alle melodischen Auswucherungen und Äußerungen der Liebesleidenschaft unterdrückt. Das sinistre Machtdenken nimmt Verdi kommentarlos hin. Mit dem nur von tiefen Männerstimmen gespenstisch intonierten Prolog gelang ihm eine erschütternde, unbarmherzige Beschreibung politischer Vorgänge. 

Boccanegra hat keine eigene Arie, dennoch zählt die Figur des Dogen, des guten Vaters, des großzügigen Herrschers und vergebenden Gegners zu den markantesten und nuancenreichsten Porträt in Verdis Schaffen. 

Erstaufführung der Neufassung mit überarbeitetem Text von Arrigo Boito am 24. März 1881 in Mailand, Teatro alla Scala.  

 Quellen:
Knaurs Opernführer, Fath,  

 

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 Erst kommt das Fressen,
dann die Moral.

Bert Brecht, Dreigroschenoper


  

 

Kommentare

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Kommentare, die nichts mit dem jeweiligen Post zu tun haben, lasse ich nicht mehr zu.
Auch so lapidare Kommentare, die dazu dienen, dass man die Seite des Kommentators anklickt, wie "ich war schon lange nicht mehr hier" lasse ich ebenfalls nicht mehr zu, weil des koin Kommentar isch, sondern a Mischt."
Mir wäre das wirklich zu blöd, sowas zu schreiben.