Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte. **Woody Allen*

Wanderung im Köpfertal im Heilbronner Stadtwald

Werbung wegen Namensnennung ohne Vergütung. 

An einem sehr sehr heißen Tag im August haben wir uns mit Bekannten aus Heilbronn am Jägerhaus im Heilbronner Stadtwald getroffen, um im Köpfertal zu wandern.

Das Köpfertal in Heilbronn ist ein Naturschutzgebiet und beginnt eigentlich am Trappensee in Heilbronn, da wir uns aber am Jägerhaus oben verabredet hatten, war die Wanderung etwas kürzer.


Die Steinkohlenklinge kann man direkt durchwandern.



Als wir am Jägerhaus angekommen sind, steppte schon der Bär, das Jägerhaus ist ein Ausflugslokal mit Biergarten und immer sehr gut besucht und es ist dort recht schön. Ja, an diesem Tag war es schön und laut, eine Musikkapelle spielte volkstümmliche Weisen!

Der Parkplatz war so stark frequentiert, dass wir Probleme hatten das Auto unterzubringen, fanden schließlich auch einen Parkplatz! Mit einem unguten Gefühl begannen wir unsere Wanderung. 


Das Naturschutzgebiet Köpfertal misst 32 Hektar und durchzieht das Tal rechts und links des Bachverlaufs von der Jägerhausstraße bis zur unwegsamen Steinkohlenklinge am Saubuckel. Hier entspringt der Köpferbach.  Daneben findet man den Köpferbrunnen. 

Im Köpferbrunnen sieht man ein Buch, auf den beiden aufgeschlagenen Seiten ist die Köpfersage abgedruckt. 
Forstwirt Silas Rössl wollte hier die Buchstaben einschnitzen, das hat sich aber zu kompliziert erwiesen. Stattdessen hat er die Lettern feinsäuberlich auf eine Edelstahlplatte drucken lassen, die sich nun, gut verleimt, nahlos an das leicht geschwungene Holz schmiegt. 
Das Grundmaterial stammt nicht aus dem Stadtwald-Ost, sondern aus dem Westen. 




Ich hätte dir gerne ein Bild von der Quelle gezeigt, die war aber leider von lauter Menschen umringt.

Auf der Suche nach einem geeigneten Stamm war Rössl in Biberach fündig geworden. Ein 200 Jahre alter Stumpf mit einem Durchmesser von 1,10 Meter entpuppte sich als ideales Schnitzholz. Der 26-jährige Forstwirt hat es mit Motor- und Handsäge, Hobel, Flex und nicht zuletzt mit einem Multimaster (übrigens ein geniales Werkzeug) in die rechte Form gebracht. Als Sockel dient ein Pappelquader.
Rössl hat im Stadtwald schon viele gestalterische Spuren hinterlassen. Zahlreiche Hinweisschilder tragen seine Handschrift. Zuletzt war er an der Schillerruhe und an der Kleistruhe beim Galgenberg am Werk und noch vieles mehr. 

Die Köpfersage findest du hier: 
Der Köpferstausee, den man dann erreicht bietet Schutz vor Hochwasser. Er ist ein wichtiger Laichplatz für Erdkröten und Grasfrösche. 



 
Unser Weg führte uns auch hier vorbei:




Als die deutsche Wehrmacht Frankreich besetzte, war es für eine Gruppe Franzosen Pflicht, sich der Besatzungsmacht nicht zu ergeben.

Georges Loustaunau-Lacau gründete 1940 eine Gruppe, die den Besatzern Widerstand leisten sollte.
Anhand von Informationsbeschaffung für den britischen Geheimdienst half die
„Reseau Alliance“ – das Netzwerk Allianz - Einsätze für die Wehrmacht vorzubereiten.

Aus allen Gesellschaftsschichten kamen die Mitglieder. Als Tarnnamen benutzte man Tiernamen, deshalb wurde von der deutschen Abwehr die Bezeichnung
"Arche Noah" für diese Gruppe verwendet. 3.000 Mitglieder zählte die Gruppe im Jahr 1943.

Im Frühjahr 1944 wurden zahlreiche Widerstandskämpfer in Frankreich aufgespürt und verhaftet. 439 mußten ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen.


24 Mitglieder der Reseau Alliance wurden im Juni 1944 in Freiburg zum Tod verurteilt. Sie wurden dann in den frühen Morgenstunden des 21. August 1944 im damaligen Schießstand durch Gewehrsalven von 80 Soldaten der Wehrmacht hingerichtet. Es ist nicht bekannt, weshalb Heilbronn zum Ort der Hinrichtung wurde; die Leichen der Erschossenen wurden zunächst im Sontheimer Friedhof bestattet und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankreich überführt.

Marc Louis Jules Bernard, geboren am 27. Juni 1921 in Albertville (Savoyen)
Jacques Bonnetain, geboren am 9. März 1921 in Paris
Jean Philippe Bouyat, geboren am 28. Juli 1917 in Bordeaux
Jean-Marie Caprais, geboren am 21. Juni 1922 in Chateauroux
Pierre Dallas, geboren am 7. Juli 1916 in Auch (Dep. Gers)
Yves de Fougerolles, geboren am 6. Juli 1913 in La-Trinité-sur-Mer (Dep. Morbihan)
Pierre Deliry, geboren am 3. Juli 1894 in Tournus (Dep. Saone)
Ferdinand Dellagnelo, geboren am 27. Dezember 1913 in Straßburg
Raymond Hermer, geboren am 29. Dezember 1903 in Rennes (Dep. Ille)
Alfred Jassaud, geboren am 30. Januar 1920 in Marseille
Alain LeBastard de Villeneuve, geboren am 8. Juni 1922 in Pau
Yves LeBastard de Villeneuve, geboren am 1. August 1920 in Arsague (Dep. Landes)
René Lebre, geboren am 26. September 1921 in Aix en Provence
Philippe Paul Louis Lefebvre, geboren am 15. April 1917 in Paris
Pierre Lemaitre, geboren am 2. Februar 1911 in Chatillon en Vendelais
Joël Maurice Lemoigne, geboren am 8. Juli 1912 in Brest

Quelle:
http://stolpersteine-heilbronn.de/list/waldweg-im-...

Ich möchte hier nochmals drauf hinweisen, was passieren kann, wenn wir nicht von unserem Wahlrecht Gebrauch machen bzw. wir sollten die richtige Partei wählen und nicht so ein Konglomerat, das von dummen Parolen lebt. 
 
Als wir unsere Wanderung beendeten und uns noch im Jägerhaus eine Mahlzeit mit Musik gönnten war es 17.00 Uhr. Die Musik spielte immer noch, es störte uns aber nicht und die Polizei kam. 
Huch, jetzt bekommen wir einen Strafzettel, nein, wir bekamen keinen aber die Musik hat wohl einen Nachbarn, der irgendwo ca. 5 Kilometer weiter weg wohnt, gestört und das der Polzei gemeldet. Die Musiker durften wohl nur bis 16.00 Uhr spielen und das passte dann einem Nachbarn eben nicht. So send se halt, dui Nachbarn!

Anmerkung:
Der Begriff Heilbronner Stadtwald hat mich immer ein wenig gestört, weil es ja Kommunalwald ist. Beim zuständigen Förster habe ich mich erkundigt und der Begriff ist gewollt, weil Heilbronn verschiedene Orte eingemeindet hat und diese eingemeindeten Orte auch ihren eigenen Wald haben, ist der Heilbronner Wald halt Stadtwald.





Kommentare

  1. Antworten
    1. Wow, was für tolle Aufnahmen und was für eine schöne Landschaft... Danke für den tollen Post...

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  2. Danke fürs Mitnehmen auf so eine interessante und geschichtsträchtige Wanderung!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Liebe Eva,
    während meines Urlaubs bist Du ja wieder zurück gekommen und ich freue mich riesig darüber, hier jetzt wieder von Dir lesen zu dürfen. Deine wunderschönen Beiträge haben mir wirklich gefehlt!
    Ein herrlicher Spaziergang, feine Fotos und ganz viel Info, da passt alles zusammen. Danke ♥
    Hab einen sonnigen Herbsttag,
    liebe Grüße
    moni

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  4. Das war wieder ein sehr interessanter Spaziergang, auf den ich gerne mitgegangen bin.

    Noch etwas zur Musik, da in letzter Zeit alle so auf dem Rechtsstaat rumpochen und dass er eben für alle gilt, ob es uns passt oder nicht, muss eben ein Gefährder zurückgeholt, der Hambacher Forst wider besseren Wissens abgeholzt und die Musiker um 16 Uhr aufhören zu spielen

    So jetzt gehe ich noch die Sage lesen.

    Liebe Grüße
    Arti

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    1. Ja, das stimmt und du hast schon recht, es gibt halt in einem Rechtsstaat Gesetze und ja Gesetz war eben, dass am um 16.00 Uhr aufhört zu spielen.
      Da es aber der Wunsch der Anwesenden war, weiterzuspielen, haben die Musiker das gemacht und eine Anzeige kassiert.

      Ein Rechtsstaat hat Gesetze, die man beachten soll.
      Aber, dass es einen Anwohner stört, wenn hier in ca. 5 Kilometer die Musik spielt, das habe ich nicht so recht verstanden. Ist aber durchaus verständlich, wenn das nahezu jeden Tag dann passiert. Es ging mir igendwann auch auf den Wecker.
      So habe ich das natürlich nicht betrachtet.
      Lieben Gruß Eva

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    2. Liebe Eva-Maria, das war bestimmt eine grandiose Wanderung. Das Tal wirkt fast schon ein bisschen mythisch. Vielen Dank für's Mitnehmen.

      LG Kathrin

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  5. Eine schöne Tour mit Natur, Geschichte und Geschichten... Lieben Gruß Ghislana

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  6. So jetzt komme ich auch dazu deinen Informativen und schön bebildertem Beitrag zu lesen. Im August war es mir zu heiss zum Wandern, aber heute haben wir eine 5 Std. Wanderung auf dem Pfänder gemacht.
    L G Pia

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  7. Liebe Eva,
    eine herrliche Wanderung habt ihr gemacht. Bei der Hitze war es bestimmt angenehm im schattigen Wald zu wandern. Der Stausee liegt richtig idyllisch. Zum Glück hatte er nicht so viel Wasser verloren, so das noch er noch den Erdkröten und Grasfröschen als Laichplatz dienen konnte.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  8. Hallo Eva, das war eine schöne Wanderung!
    Wie sieht es jetzt eigentlich im Leutelbachtal aus,
    ist es dort auch so trocken wie in unserer Gegend?
    LG Heidi

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    1. Es ist trocken liebe Heidi im Leudelsbachtal. Aber dadurch,
      dass es vom Leudelsbach durchlaufen wird, ist es nicht ganz so schlimm.
      Die Wiesen holen sich ihr Wasser, das ist mir neulich auch an der Rems aufgefallen,
      die Wiesen am Flußlauf sind schön grün und haben Wasser.

      Lieben Gruß Ev

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  9. Hallo Eva, sehr interessant Dein Artikel und klasse den gleichen Ort mit anderen Augen zu sehen. Wäre schön wenn wir uns irgendwann mal über den Weg radeln.
    Liebe Grüße Brigitte

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