Seien Sie vorsichtig mit Gesundheitsbüchern – Sie können an einem Druckfehler sterben. *Mark Twain*

Die Begriffe vereinfachen, ist die erste Tat aller Diktatoren "Erich Maria Remarque*

Ich dachte immer, jeder Mensch ist gegen den Krieg, bis ich heraus fand, dass es welche gibt, die nicht hingehen müssen. *Erich Maria Remarque*
Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten, die Wolle abzuscheren. *Romain Rolland*
Ohne Grundsätze leben, oder in den Fesseln verderblicher Grundsätze durchs Leben rasseln, ist eine gleich erbärmliche Existenz.*Daniel Christian Schubart"

Man soll Frauen nichts erklären, man soll handeln. *Erich Maria Remarque*

Ein kommunistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert. *Alexander Solschenizyn*

Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten. *Siena*

Eine Jugendsünde ist, wenn man jung ist und es verpasst. *Erich Maria Remarque*

Die Glücklichen sind neugierig. *Friedrich Nietzsche*

Die Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart

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Eine sehr beliebte Oper stelle ich heute vor. Gesehen habe ich sie auch schon im Stuttgarter Opernhaus, allerdings vor vielen Jahren. 

Ich weiß nicht mehr, wann das war, damals fand ich sie nicht so gut. 

Wahrscheinlich hatte ich hier noch nicht den Draht dazu. 

Heute gefällt sie mir schon sehr sehr gut.  

Die Hochzeit des Figaro 

Commedia per musica in 4 Akten. 
Text von Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais Komödie
La folle journé, ou Le mariage de Figaro

Uraufführung am 1. Mai 1786 in Wien am Burgtheater 

Die Handlung kann man HIER lesen.  

Overtüre 


 

Nach Mozarts überaus erfolgreicher 

Entführung aus dem Serail waren die Fragmente

L´oca de Cairo
Lo sposo deluso 

sowie der Einakter
Der Schauspieldirektor 

gefolgt, alles Zwischenspiele auf der Suche nach einem wirklich geeigneten, bevorzugten italienischen Operntextbuch. Die Begegnung mit da Ponte war in dieser Situation ein ausgesprochener Glücksfall. Da Ponte kürzte die Handlung von 5 auf 4 Akte, strich 5 der 16 Figuren, milderte die aufrührerischen Akzente und entschäfte die sozialkritischen Spannungen des Originals. Mozart begann wahrscheinlich im Oktober 1785 mit der Komposition, deren Partitur am 29.04.1786 mit der Overtüre abgeschlossen wurde. Zwei Tage darauf fand die auf Wunsch des Kaisers anberaumte Uraufführung statt. 

Der Form nach ist Figaro eine Opera buffa mit den seit der 
Commedia dell ´arte bekannten Spannungen zwischen Herren und Dienern. Mozart hat die bei Beaumarchais vorgezeichnete Profilierung der Figuren durch psychologische Pointierung und eine Handlung, die alle sozialen Beziehungen anspricht, vertieft.

Der tragische Unterton verleiht der Lustspielhandlung den Ernst und die Leichtigkeit einer subtilen Charakterkomöde. Der Stoff wird vollkommen von der Sphäre des Theaters aufgesogen und lebendig gemacht.  Der melancholische Ton der Gräfin, z.B. in ihrer dem Seria-Charkter verhafteten Kavatine zu Beginn des 2. Aktes

Porgi, amor 


 und in ihrer Arie im 3. Akt


 

wird kontrastiert durch die Quecksilbrigkeit Susannas, die zwar an vielen Ensembles beteiligt ist und damit als Intrigantin im Mittelpunkt steht, aber erst im 4. Akt mit ihrer Rosenarie


 eine Tiefe der Empfindung offenbart, die man ihr nicht zugetraut hätte. Kaum wurde jünglingshaftes Liebesbegehren plastischer dargestellt, als in den beiden Arien des "Hermaphroditen" Cherubino. 

 


 

Auch Figaro, dessen 

Se vuol ballare

 sozialkritischen Zündstoff besitzt, springt mit seiner Anklage der treulosen Frauen im 4. Akt die Konventionen der komischen Oper. 

Das umfangreichste Stück der Partitur ist das Finale des 2. Aktes, eine in 8 Nummern gegliederte ständig mit veränderten szenischen Situationen konfrontierte, nach den Gesetzen des klassischen Sonatenhauptsatzes entwickelte Ensembleszene.  

 

Die Oper wurde in Wien zunächst neunmal gespeilt. 

 Die Prager Figaro-Begeisterung 1787 verschaffte Mozart dann den Auftrag zum Don Giovanni. Eine Unzahl deutscher Übertragungen entstanden seit der Prager Aufführung. 

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Lorenzo da Ponte und Mozart haben sehr gut zusammengearbeitet und deshalb hier noch eine Zusammenstellung über diesen genialen Librettisten. 

Sohn eines jüdischen Vaters, der mit seiner Familie zum Katholizismus konvertierte und den Namen da Ponte angenommen hatte. Lorenzo wurde sogar Priester. Seit 1773 meist in Venedig, wurde er wegen Ehebruchs 1779 aus der Stadt verbannt, gelangte dank einer Einladung des sächsischen Hofdichters Mazzola 1780 nach Dresden. 1781 nach Wien, wo ihn Joseph II. 1783 zum Librettisten für die italienische Oper ernannte. Sein erster Erfolg wurde die von Mozart vorgeschlagene Bearbeitung von Beaumarchais

La folle journée. 

Ihre Zusammenarbeit bei der Entstehung des Don Giovanni und der Cosi fan futte gehört zu den Höhepunkten der Operngeschichte. Außerdem verfasste da Ponte Libretti für Cimarosa, Guglielmi, Paisiello, Martin y Soler (Una cosa rara, 1786), Salieri (Axur, re d´Ormus, 1788) und andere. Auch in Wien hatte sich da Ponte nicht nur Freunde gemacht und fiel nach dem Tod Josephs II. (1790) in Ungnade.  

 Seine Versuche eine italienische Oper in Holland und Belgien zu gründen, scheiterten. 1793 wurde er Librettist am Londoner King´s Theatre, übernahm später einen Buchladen und emigrierte auf dem Höhepunkt seiner finanziellen Schwierigkeiten 1805 in die USA. Er unterrichtete, veröffentliche seine Memoiren (1823) und machte sich um die Einführung der italienischen Oper durch seine New Yorker Produktion des Don Giovanni (1825) verdient. Da Ponte war, wie Casanova, mit dem er bekannt war,  einer der literarisch hochgebildeten Weltmänner und Abenteuerer des 18. Jahrhunderts. 

Seine Texte zeichnen sich durch die versierte Aneignung fremder Vorlagen, die geschmeidigen Verse  und das sichere dramaturgische Gespür, vor allem in den Buffo-Szenen aus. 

Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais (14.1.1732 in Paris, gestorben  18.5.1799 in Paris) war Uhrmacher, wurde aber als Aufsehen erregender Literat 1755 am französischen Hof aufgenommen. 1767 verfasste er seinen auf Diderot basierenden 
Essai sur le genre dramatique, dessen Thesen er in seiner Figaro-Trilogie umsetzte. 

 Le Barbiere des Seville (aufgeführt 1775, von Paisiello und Rossini vertont).
La folle journée (aufgeführt 1792). Im Vorwort seines (1787 von Salieri vertonten) Tarare fasste er seine Operntheorie zusammen. 

Kaum ein anderes Stück wirkte in seiner Zeit ähnlich aufrührerisch wie der Figaro, der mit seiner Kritik am 

ius primae noctis

dem 

Recht der ersten Nacht des Grundherrn
 mit der Braut eines jeden Leibeigenen,


ein unmenschliches Vorrecht des Adels anprangerte und damit jene Stimmungen unterstützte, die zur Französischen Revolution führten. 

Da Ponte war es, der die Aufführung der Oper in Wien erreichte, das Stück von Beaumarchais war bis dahin verboten. 

Im Jahr 1906 wurde in Wien die Dapontegasse nach ihm benannt. 2009 erschien mit ich Don Gioanni ein Spielfilm über Da Ponte 



Quellen:
Opernführer Knaur
Fath/Würz
Wikipedia

 
 

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Die linden Lüfte sind erwacht,
sie säuseln und wehen Tag und Nacht,
sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
man weiß nicht, was noch werden mag,
das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!

*Ludwig Uhland*