Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte. **Woody Allen*

Besuch in der Fatih Moschee in Pforzheim

Werbung, da Orts-, Namen und Religionsnennung.
Dafür habe ich keinerlei Vergütung erhalten und es wurde mir gestattet in der Moschee zu fotografieren und die von mir gemachten Bilder hier zu veröffentlichen. 


An einem Samstag vor einigen Tagen haben wir mit der Gruppe der Erwachsenenbildung die
Fatih Moschee in Pforzheim besucht.


Ein Besuch, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. 

Ich möchte hier zum Islam und auch der politischen Situation keine Stellung nehmen, denn in diesem Post wird die Politik draußen bleiben,

Die Fatih Moschee wurde nach Mehmed II. benannt. Er war der 7. Sultan des Osmanischen Reiches und der Eroberer und wurde posthum Fatih genannt (der Eroberer), so heisst diese Moschee
nun auf deutsch Eroberer-Moschee.

Wie eine Fata Morgana erhebt sich die Fatih Moschee in den blauen Himmel und ich war schon beeindruckt, mitten im Industriegebiet von Pforzheim diese doch recht gewaltige Moschee sehen zu dürfen.

Das Minarett ist ein Turm für den Gebetsruf (Ezan), der von weitem zu hören ist. Der Gebetsrufer (Müezzin) ruft vom Minarett die Gläubigen zum Gebet in die Moschee. Generell wird aber der Gebetsruf in Deutschland innerhalb der Moschee ausgerufen. 



Da wir über die Autobahn gefahren sind, auf der nicht viel Verkehr herrschte waren wir viel zu früh dort und haben uns dann noch umgesehen. Innerhalb des Grundstücks der Moschee befinden sich Parkplätze und ein Garten und wie könnte es anders sein, ein Quittenbaum, diese Früchte verfolgen mich.




Der Träger dieser Moschee ist die DITIB Türkisch
Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.
Die Grundsteinlegung war am 17.März 1990
Die Eröffnungsfeier am 26. September 1992
Gesamtbaukosten: ca. 6,5 Mio. DM (ca. 3,3 Mio Euro)
Die Moschee hat eine Personenkapazität von 900 Personen

Die Maße:
Minaretthöhe:                                     26 m
Kuppelhöhe:                                       12 m
Grundstückfläche:                          3142  m2
Parkplatz:                                       2542  m2
Moschee-Grundstücksfläche            600 m2
Gebetsfläche ohne Empore:             544 m2
Empore                                             114  m2

Die Planung wurde von Gökcen Sungurtekin durchgeführt.

Vor dem Gebäude erwartete uns dann ein junger Mann, der uns freundlich empfangen hat und uns die Treppe hochführte. Hier bat er uns die Schuhe auszuziehen und den Teppich nicht mit den Schuhen zu betreten. Er zeigte uns auch das Regal, in dem man die Schuhe abstellen soll.
Die Schuhe stehen in der Gebetsrichtung 
Kiblet = Gebetsrichtung.



Dann geleitete er uns in den großen Gebetsraum, der mir ein "Aaaahhhhh" entlockte. Dieser riesige Kronleuchter umrahmt von vielen anderen kleinen Kronleuchtern ist schon gewaltig. Ich habe eine Schwäche für Kronleuchter und deshalb hängt in meinem Wohnzimmer auch einer, da habe ich auch lange suchen müssen, bis ich einen passenden gefunden habe. 

Die Kuppel ist ein architektonisches, halbkugelförmiges Merkmal einer klassischen Moschee. Mit ihren Fresken ist es das wichtigste Merkmal für das schönes Aussehen und auch die Akustik, die ist schon gewaltig. 


Dieser Raum ist auch mit einem großen Reihengebetsteppich ausgelegt.
In Richtung Osten befindet sich die Gebetsnische die Mihrab, die nach Mekka zeigt, das ist die heilige Stätte des islamischen Glaubens.



Die Gebetsnische (Mihrab) befindet sich immer ganz vorn und zentral in der Moschee und zeigt die Richtung zur Kaabe. Das ist der Platz für den Vorbeter (Imam). Von dort aus betet der Gelehrte (Imam) das Gebet vor und die Gemeinde (Cemaat) betet nach. 


In der Gebetsnische ist links der Vorlesetisch zu sehen.
Bei der Rezitation (Kiraat) des Koran außerhalb des Gebetes wird dieser Vorlesetisch benutzt, damit man die Hände frei hat und sich auf die Rezitation des Korans konzentrieren kann. 

Rechts von der Mihrab befindet sich der Lehrstuhl, 
Minber genannt. Das ist ein hoher Predigtplatz, der Stufen besitzt. Es wird Freitags nach der Predigt, zwischen dem selbstständigen und dem gemeinsamen Freitagsgebet (Cuma) benutzt. Der Prediger (Hatib) hält seine Predigt (Hutbe) stehend, dessen Zuhören Pflicht ist.  



Links die Predigtkanzel, sie wird Minbar genannt.
Im hinteren Teil befindet sich die Kanzel des Müezzin, dem "islamischen Glockenläuter", welcher zum Gebet ausruft.
Ich habe gefragt, ob das hier vom Minarett aus geschieht, nein, das ist nicht erlaubt.


Überall an der Wand befinden sich Platten mit arabischen Schriftzeichen, welche für die Propheten des Islam stehen. Auf der Mihrab befinden sich Auszüge aus dem Koran, dem heiligen Buch der Muslime. 

Die Frage, warum Frauen ihren extra Raum, hier in der Fatih Mosche auf der Empore, haben wurde mir schon vor Jahren bei dem Besuch der Hagia Sophia in Istanbul mitgeteilt, in der wir eine Führung besucht haben.
Ein Mann verbeugt sich vor Allah und es sind nun mal Bewegungen und wenn nun ein Mann eine Frau vor sich hat, die sich auch so verbeugt, dann denkt der Mann an alles andere, aber nicht an Gott.


Ich denke, das ist damals eine sehr gute Erklärung gewesen und es ist nicht der Ausschluß oder die Mißachtung der Frau im Islam, sondern ein Schutz.

Die Frauen haben ihren Gebetsraum oben auf der Empore und können von diesem aus, durch Vorhänge verdeckt auf die Männer herunterschauen.



Oben auf der Empore (nicht fotografiert) befindet sich noch eine Koranschule und der Raum der Frauen, die sich hier oben viel lockerer bewegen können, als unten die Männer. 

Es gibt fünf Gebete am Tag:
Morgengebet
Mittagsgebet
Nachmittagsgebet
Abendgebet
Spätabendgebet



In der Regel ist die Moschee gut besucht, aber auch hier gibt es nun Menschen, die arbeiten müssen und zum Gebet nicht in die Moschee gehen können. Sehr gut besucht ist die Moschee an Sonn- und Feiertagen. 

Gebetsanzeiger, er zeigt den Beginn 
des Morgen-, Mittags-, Nachmittags,- Abend- und Spätabendgebets an. 




Im Untergeschoß befindet sich noch ein Brunnen, um die rituellen Waschungen durchzuführen, was sich bei so vielen Gläubigen aber hier nicht durchführen lässt. Deshalb vollziehen viele Gläubigen die rituellen Waschungen schon vorab zuhause. Die rituelle Waschung wird so vorgenommen, dass man Hände, Gesicht, die Arme bis zu den Ellenbogen und die Füße bis zu den feuchten Händen bestreicht. 
Hierdurch werden die Körperteile gewaschen, die am meisten benutzt werden und mit der Umwelt in Verbindung kommen.
Muslime fühlen sich nach der rituellen Waschung erleichtert und gewinnen an innerer Ruhe. 




Nach dem Islam sind die Beziehungen zwischen Gott und den Menschen sehr eng, so dass kein Mensch oder kein Geistlicher zwischen Gott und den Menschen sein darf. Jeder kann, darf und muß direkt Gott um Vergebung seiner Sünden bitten, da nur Gott die Sünden vergeben kann.
Deshalb gibt es keine geweihten Geistlichen, keinen Beichtstuhl oder keinen ähnlichen Platz in der Moschee. 

Es gibt noch verschiedene andere Dinge, die sehr interessant sind und es durften auch Fragen gestellt werden.
Übrigens die Zwangsehen werden im Koran verurteilt.
Viele sehr viele legen den Koran falsch aus aber ich wollte hier ja die Politik draußen lassen.

Insgesamt ein sehr interessanter Besuch und mir wurde schon klar, dass diese Religion, richtig angewandt, eine sehr liebe und schöne Religion ist. 

Übrigens, auf die Frage, wie lange es dauert, bis man die arabischen Schriftzeichen usw. lesen kann, antwortete der junge Mann. Das geht sehr schnell und man kann das innerhalb von 3 Monaten erlernen. 

Eingeladen wurden wir zum Abendgebet anwesend zu sein.
Es war schon mehr als beeindruckend.

Anschließend gab es noch ein gemütliches Beisammensein in einem so schönen Lokal in Pforzheim mit einem leckeren Essen. 





Das das alles auch nicht alltäglich ist, geht dieser Post heute wieder zu Artis "Anna"

Kommentare

  1. Antworten
    1. Wunderschoen. Wir haben uns mit Mitte 20 ein Wohnmobil gekauft. Jetzt - 10 Jahre spaeter - nachdem wir die USA und Europa bereist haben, traeumen wir davon, ein islamischen Land zu bereisen... Mal sehen, ob es klappt...

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  2. Hallo liebe Eva,

    ich finde es gut, dass du heute darauf hinweist, nicht über den Islam oder die Ditib zu reden. Wir hatten erst vor wenigen Wochen hier in Köln bei der neuen Großmoschee-Eröffnung entsprechende Diskussionen.
    So kann man dann die Schönheit der Bilder in vollen Zügen genießen. Das hohe Minarett, der große Leuchter und die Mosaikarbeiten sehen wirklich beeindruckend aus. Ähnlich wie in Tunesien und Marokko., ein Augenschmaus

    Ich freue mich sehr, dass du die Bilder veröffentlichen darfst und sie uns bei Anna zeigst. Ganz herzlichen Dank dafür!

    Liebe Grüße
    Arti

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    1. Ich habe das bewußt gemacht, denn ich fand diese Moschee schon beeindruckend.
      Diskussionen habe ich genügend geführt und es ist wirklich so, sobald Politik und Religion miteinander verbunden sind, ist das nicht gut. Das war ebenso in der kath. Kirche so und Verbrechen wurde auch hier begangen. Ich stehe jeder Religion positiv gegenüber und schau mir das gerne an. Wer meint, der Koran sei grausam, der beschäftige sich mal mit dem Alten Testament, da werden Väter dazu aufgefordert ihre Söhne Gott zu opfern usw. usw.
      So, das wollte ich nur noch schreiben.
      Lieben Gruß Eva

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  3. Ja ich respektiere auch alle Religionen wenn sie nicht zu verbrechen animieren. Leider hatten wir gerade so einen Fall bei uns. Deine Fotos zeigen einen schönen Einblick in eine Moschee, die von aussen recht unscheinbar sind.
    Ps. deine Verlinkung bei Arti funktioniert nicht.
    L G Pia

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    1. Liebe Pia,
      die Links bei Arti funktionieren alle nicht.

      Die Moschee ist wirklich wunderschön und wenn du mal in Granada warst und die Mezzquita gesehen hast, kannst du die Pracht erahnen.
      Die den nachfolgenden Arabern, habe dies aber sehr gut gelöst, in dem die nachfolgenden Könige um diese Moschee eine Kirche bauten.
      Wer dies einmal gesehen hat, ist begeistert und Andalusien wäre niemals das, wenn nicht die Mauren dort gewesen wären. Danach herrschten die katholischen Spanier und die Inquisition nahm ihren Lauf.

      Lieben Gruß Eva

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    2. Noch etwas Pia, in jeder Religion gibt es Verbrechen, alles was fanatisch ist, ist nicht gut. In Irland gab es Glaubenskriege usw. usw.
      LG Eva

      Karl Marx sagte ja auch mal:
      "Religion Opium für das Volk".

      LG Eva

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  4. Liebe Eva,
    InLinkz ist sehr langsam heute, aber dein Link funktioniert definitiv. Es dauert nur bis sich die Seite aufbaut. Blogger hat heute auch sehr langsam gearbeitet. ich konnte meine eigene Seite erst am späten Vormittag sehen. Wahrscheinlich sind zu viele im Internet oder es gibt Wartungsarbeiten, irgendwas ist heute...aber keine Ahnung was.

    Liebe Grüße
    Arti

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  5. Liebe Eva,
    sehr spannend, interessant und beeindruckend schön, dieser Rundgang durch eine Moschee.
    Danke fürs Mitnehmen.♥
    Lieben Gruß
    moni

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  6. Es ist immer wieder spannend so eine andere Kultur tiefer kennen zu lernen und einfach so auf sich wirken zu lassen.
    Das mit den Quitten scheint dich wirklich fast zu verfolgen - du galubst es nicht, aber gestern haben wir eine ganze Kiste solcher gelben Dinger geschenkt bekommen und Frauchen hat die hände über dem Kopf zusammen geschalgen. Die Dinger scheinen in diesem Jahr wirklich sehr reich gewachsen zu sein.
    Liebe Grüsse von Ayka

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  7. Liebe Eva, mit Interesse habe ich Deinen Post gelesen. "Ein Mann verbeugt sich vor Allah und es sind nun mal Bewegungen und wenn nun ein Mann eine Frau vor sich hat, die sich auch so verbeugt, dann denkt der Mann an alles andere, aber nicht an Gott"... und selten so gelacht. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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    1. Ja, ich habe das nur versucht, so rüberzubringen, wie uns das damals der
      Reiseführer so erzählt hat.

      Es ist doch auch eine gute Erklärung.
      Lieben Gruß Eva

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    2. Interessant ist auch dieser Link,
      https://www.religionen-entdecken.de/eure_fragen/warum-beten-maenner-und-frauen-in-der-moschee-getrennt

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  8. sehr schöne Bilder
    und interessante Einblicke
    das mit den Frauen und Männern ist schon irgendwie einleuchtend .. hihi.. ;)
    alles was fanatisch betrieben wird ist von Übel
    das muss nicht nur eine Religion sein
    denkt nur mal an gewisse Fußballfans ..
    schön dass du die Bilder veröffentlichen darfst

    liebe Grüße
    Rosi

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  9. Das ist eine prachtvolles Gebäude. Vielen Dank für die ausführlichen Informationen.
    Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin

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