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Am Blautopf war ich schon so oft, aber ich war noch nie mit dem Fahrrad dort und so hatte ich diesen Wunsch schon lange einmal geäußert, der mir am 23.09.2021 erfüllt wurde. Die Fotos habe ich teilweise mit der Sony Alpha 6000 gemacht, mit der ich nicht zurechtkomme, aber sämtlich Objektive habe und der Fotohändler sagte neulich, dass das eine prima Camera ist und auch die Objektive sehr gut. Nun denn, ich werde sie wohl verkaufen und mir etwas neues leisten. Mal sehen.
Teilweise habe ich dann mit dem Handy fotografiert. Das neue iPhone hat aber auch eine sehr gute Camera. Hier lerne ich noch.
Wie immer hatte mein Freund diese Tour ausgearbeitet und er ist ja so, dass er keine einfachen Touren wählt, sondern eben solche Touren, die etwas anders sind. Anspruchsvoll eben! Naja, was macht Frau nicht alles, wenn sie was erleben will.
Mit dem Auto sind wir bis Münsingen gefahren, wo wir am Bahnhof geparkt hatten. Da sind mir sogleich die Wägen der Schwäbischen Waldbahn aufgefallen, die dort stehen. Ist schon lustig, wie eine Dampflok ohne Verkleidung aussieht.
Die Schwäbische Alb-Bahn fährt von Ulm über Blaubeuren und Schelklingen
durch das romantische Schmiechtal hinauf nach Münsingen sowie in der
Gegenrichtung von der Zollernalb ab Gammertingen durchs Laucherttal über
Trochtelfingen und Engstingen, vorbei an Lauterursprung, Haupt- und
Landgestüt Marbach, urtypischen Landschaften wie Streuobstwiesen und
Wacholderheiden quer durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb.
https://www.alb-bahn.com/verkehr
Vom Bahnhof Münsingen sind sind wir durch das romantische Schmiechtal immer entlang der Schwäbischen Albbahn gefahren und es gab jede Menge Fotomotive, aber wer eben mit meinem Freund radelt, der radelt eben und man kann nicht alles fotografieren.
Das Mühlrad in Trochtelfingen nahmen wir mit, denn das ist sehenswert und die Landschaft auch.
Dann
gings auf einer recht gewaltigen Strecke (Abkürzung) über Stock und Stein, ich mag
es sehr ;-(((((, zum Hohlefels oder auch Hohler Fels bei Schelklingen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hohler_Fels
Die Höhle war zu diesem Zeitpunkt leider geschlossen, sodass wir nur etwas spickeln konnten.
Genau hier hat man im September 2008 bei Ausgrabungen eine Venus aus Mammut-Elfenbein entdeckt, die zu den ältesten Darstellungen des menschlichen Körpers gehört.
Die Venus vom Hohlefels ist weltweit bekannt und ich habe sie in der Landesausstellung "Eiszeit" 2009 in Stuttgart auch gesehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Venus_vom_Hohlefels
https://www.urmu.de/de/Forschung-Archaeologie/Eiszeitkunst/Venus
Wenn man bedenkt, wie alt diese Venus ist und wie sie geschnitzt wurde, dann werde ich ganz ehrfürchtig. Wer sie wohl geschsnitzt hat?
Von Schelklingen aus ging es dann auf entsprechenden Wegen weiter nach Blaubeuren. Ja, solche Graveltouren sind zwar schön aber auch mächtig anstrengend und mein Freund erklärte mir mal wieder, dass er radeln und auch entsprechende Stecken machen will und somit war das dann auch gegessen. Ich will ja mit, also muß ich auch solche Strecken fahren.
Es ging dann durch Blaubeuren gleich zum Blautopf, wer schon mal dort war, der ist fasziniert von dem blauen Wasser, dem der Topf seinen Namen gab.
Die schöne Lau am Blautopf schuf der Bildhauer Fritz von Graevenitz, der auf dem Solitudefriedhof beerdigt ist und seine Nachkommen gründeten gleich bei der Solitude ein Museum mit Skulpturen von ihm.
Wie immer, war Blaubeuren und der Blautopf von Menschen überlaufen, ich kenne diesen Platz nur voll mit Menschen. Immer.
Wer sich ein wenig in der Literatur auskennt, weiß, dass mein Lieblingsdichter Eduard Mörike (ich mag ihn so sehr) ein Märchen, Die schöne Lau, geschrieben hat.
Das Bilderbuch habe ich in meinem Besitz und ich schau es immer wieder an.
Ich habe schon einmal über das Buch "Die schöne Lau" geschrieben und auch über das Höhlensystem auf der Alb und auch über den Blautopf, den schon viele Taucher erforscht haben. Ich finde diese Dinge sehr interessant.
https://schwabenfrau.blogspot.com/2019/02/die-schone-lau.html
Der Blautopf befindet sich bei der Stadt Blaubeuren in Baden-Württemberg und auf der Alb.
Die
Alb ist bekannt durch ihr vielfältiges Höhlensystem. Ich bin gerne in
solchen Höhlen und habe mir z.B. die Bärenhöhle oder die Schertelshöhle
angeschaut. Die Falkensteiner Höhle, in der z.B. der Roman Rulaman von David Friedrich Weinland spielt, vor dem Eingang bin ich auch schon gestanden. Die Falkensteiner Höhle ist sehr interessant. Abwarten, ich werde davon berichten. Man kann diese Höhle auch zu verschiedenen Jahreszeiten mit einem Guide ertauchen, weil es eine Wasserhöhle ist, was ich ganz besonders reizvoll finde.
Nun
kommen wir aber wieder zum Blautopf und zu seiner Farbe. Der Blautopf
ist ca. 20 m tief und auch recht gefährlich, viele Taucher haben ihn
schon erforscht u.a.
Jochen Hasenmayer, der den Mörikedom 1985 als erste lufterfüllte Halle nach ca. 1250 m im Höhlensystem des Blautopfes fand.
Unter
dem Blautopf gibt es ein ganz interessantes Höhlensystem und hier noch
mehr zu schreiben, das würde jetzt den Rahmen sprengen. Jedenfalls ist
es total spannend und interessant, darüber zu lesen.
Die
blaue Farbe des Blautopfes entsteht, je nach Lichteinfall mehr oder
weniger intensiv durch einen physikalischen Effekt der Lichteinstreuung
(es ist die sogenannte Rayleigh-Streuung) an den nanoskaligen
Kalkpartikeln, die im Wasser dispergiert sind. Durch deren geringe Größe
wird das blaue Licht bevorzugt gestreut und erzeigt das blaue
Leuchten.
Denselben Effekt kann man auch in der Blauen Lagune in Island beobachten.
Also wer nach Island fährt sollte sich das unbedingt anscheuen. Dort
wird dieser Effekt aber durch nansokalige Silitpartikel verursacht.
Bislang war der Mörikedom unterhalb im Höhlensystem des Blautopfes nur durch Taucher zu erreichen.
ABER
im Februar 2008 entdecken Salvatore Busche und Andi Kücha bei einem
Tauchgang in der südlichen Ecke des Mörikedoms einen Gangansatz, der das
Interesse der beiden Taucher erweckte. Andi Kücha stieg ohne
Seilsicherung aus dem Wasser heraus und betrat eine glitschige Rampe,
ein falscher Schritt, das hätte fatale Folgen. Der Aufstieg gelingt und
vor ihm liegt ein etwa 270 m langer großer Tunnel, der von ihm den Namen
"Stairway to Heaven" erhält.
Ein
großer Erfolg für den Taucher und er hat nochmals Glück. Andi Kücha,
Jochen Malmann und Michael Kühn sind an einem Freitagnachmittag um 16.30
Uhr nochmals an diesem Ort und hören seltsame Geräusche, die es so gar
nicht hätte geben dürfen. Doch die Geräusche kommen immer wieder und
wieder und werden schließlich als Motorbremsen von LKWs auf der
Blaubeurer Steige identifiziert.
Sie überlegen und gehen richtig in der Annahme, dass der Weg zur Oberfläche gar nicht so weit sein kann.
Eine nachfolgende Peilung mit dem Sender des heutigen Höhlenvereins Blaubeuren bringt dann doch eine gewisse Sicherheit.
Inzwischen
folgten viele Probebohrungen, die schließlich dazu führten, dass der
Bürgermeister von Blaubeuren Seibold, begleitet vom SWR, oberhalb des
Mörikedomes steht, er ist gerührt.
Ähnlich geht es den begleitenden Mitgliedern der ARGE Blautopf, die tauchertechnisch den Mörikedom nicht erreicht haben.
Nun
dürfen wir gespannt sein, wann die ersten Besucher den Mörikedom
besuchen. Ich hoffe und wünsche mir, dass das kein touristisches Ziel
werden wird.
Tauchen im Blautopf
Blaubeuren ist ein nettes Städtchen und hat viele interessante Gebäude, man kann sich lange hier aufhalten. Aber alles kann und möchte ich auch nicht fotografieren, deshalb hier nur einige Gebäude und nach einem Kaffee und Kuchen ging es dann weiter in Richtung Heroldstatt.
Wir wollten die Sontheimer Höhle besuchen, die auf dem Weg liegt. Da wird etwas spät dran waren, benützen wir einen Singletrail (Abkürzung), der selbst meinen Freund etwas schwächeln ließ. Hihii!
Hier ging es nach oben und recht kräftig über Stock und Stein und grobigen Schotter, ich dachte wieder mal, dass ich das nicht schaffe und doch, ich war schon stolz. Aber mit diesem Rad und dem Turbogang ist das ja auch kein Problem.
Übrigens habe ich mit diesem Rad seit Anfang Juli schon 2.704 Kilometer erradelt und habe immer noch keine neuen Bremsbeläge gebracht.
In der Sontheimer Höhle war ich vor einigen Jahren mit meinen Kollegen auf einem Betriebsausflug. Ist schon interessant, das anzuschauen.
Die Sontheimer Höhle wurde früher auch Sontheimer Erdloch genannt, ist eine Tropfsteinhöhle mit einer Länge von 530 Metern. Sie befindet sich im Weißen Jura-Delta in 730 m ü NN bei Heroldstatt im Gemeindeteil Sontheim auf der Schwäbischen Alb.
Dann kamen wir noch an etwas vorbei, das inzwischen ein Kunstwerk ist.
Zwischen Heroldstatt und Feldstetten steht dieses Kunstwerk auf einer Anhöhe.
Was ist das denn, das da 25 Meter hoch steht und das weithin sichtbar ist.
Eine Tafel verrät es, es handelt sich um eine ehemalige Windkraftanlage mit vertikaler Drehachse.
1989, lange vor Fukushima, nur wenige Jahre nach Tschernobyl, wurden auf dem Testfeld von der ENBW auf einer windigen Fläche unterschiedliche Anlagen getestet. Ein bekannter Propellertyp, hatte sich durchgesetzt und zwar der Darneus-Typ, bei dem eine Ellipse um die senkrechte Achse rotiert.
Vorteile waren, die Technik ist bodennah und deshalb wartungsfreundlicher als bei Propeller-Windrädern. Auch ist gut, dass diese Darneus-Anlage Wind von allen vier Seiten aufnehmen kann.
Die winddurchströmten Flächen liegen aber vergleichsweise niedrig, die Energieausbeute ist geringer als bei Propeller-Typen mit gleicher Masthöhe.
Diese Test-Anlage hatte einen Jahresvertrag von 24.500 Kilowattstunden.
Das reicht dann allerdings nur dafür einen 4-Personen-Haushalt ein Jahr mit Strom zu versorgen.
Nach 10 Jahren wurde der Modellversuch eingestellt. Das etwas futuristisch aussehende "Gestell" hat, was die Energieversorgung angeht, keine Zukunft.
Es durfte aber bleiben, so als Skulptur oder Denkmal. Es sieht aber von weitem tatsächlich aus, wie ein Kunstwerk in der Landschaft oder eine Skulptur und ich finde es gar nicht mal sooo schlecht.




Es ging dann weiter in Richtung Truppenübungsplatz Münsingen.
Der Truppenübung ist eine Kulturlandschaft wie vor 100 Jahren.
Natur pur, die durch die militärische Nutzung bei einem Gebiet von 1700 Hektar von Siedlungen, Straßenbau, Flurbereinigung und intensiver Landwirtslchaft weitgehend verschont geblieben ist.
Durch Schafe beweidet konnte hier eine parkartige Weidelandschaft erhalten werden, wie sie im 19. Jahrhundert auf der Schwäbischen Alb üblich war.
Dieses Landschaftsbild ist faszinieren und ab und an sieht man noch Panzersperren, die Kirche von Gruorn und Geschützstände.
Sogar die Feldlerche ist hier anzutreffen, wir haben sie gesehen und gehört, allerdings nur auf dem Schild und wenn man auf den Druckknopf drückt, hört man sie singen.
Dann ging es wieder zum Bahnhof Münsingen zurück, wo wir noch ein paar Zügle sehen konnten.
Es war eine sehr schöne und durchaus lehrreiche Tour, die ich nicht missen möchte, auch wenn die Fotos nicht so dolle sind, teilweise mit Handy und mit der Alpha 6000, die auch mal wieder ran mußte und ich immer noch am probieren bin.
Was ich immer und immer wieder nicht verstehen kann, dass sich manche Leute so gar nicht für ihr Heimatland interessieren. Ich finde sovieles, was es hier noch gibt und bin erstaunt, was ich noch nicht über mein Heimatland weiß. Es kommt noch einiges, was mich auch zum Erstaunen bringt. Manche Leute wohnen sogar daneben und haben keine Ahnung, was sie in der Nähe haben. Für mich nicht verständlich.
Ich war schon so viel im Ausland, aber da möchte ich gar nicht mehr hin, mir genügt das, was ich hier habe. Ich verstehe aber auch nicht, warum die Leute immer wieder verreisen müssen. Manchmal habe ich das Gefühl, sie halten es zuhause nicht aus und brauchen eben diesen Kick.
Zusammenstellung Tour am 23. 09. 2021
81,7 Kilometer
1.564 Höhenmeter
779 Climb
785 Downhill
Reine Fahrzeit: 4:25
Wetter: 13 Grad
Luftfeuchtigkeit 67 %
Mit der nächsten Tour am 30.09.2021 schließe ich den September ab und der Oktober beginn und da gibt es vieles interessante und auch technische wieder zu lesen und zu sehen.
Ich hübsche mich jetzt auf und werde zum Schloßempfang gehen, bin mal gespannt.
Kommentare:
AntwortenLöschenSehr schöne Gegend. Höhlen sind zwar nicht so mein Ding, Höhlenforscher nie im Leben. Trotzdem natürlich faszinierend. Eher habe ich es mit den Vögeln. Eine Lerche habe ich aber noch nie singen gehört. Liebe Grüsse von Regula
AntwortenLöschenHallo Eva,
AntwortenLöschendie Schwäbische Alb wäre für uns ein schönes Urlaubsgebiet. Vor einigen Wochen bin ich auch mit der SAB von Ulm nach Engstingen gefahren, leider ist von Engstingen nach Gammertingen Schienenersatzverkehr, aber es war sehr schön viel von der Landschaft zusehen.
Ich kann verstehen dass du dein Ländle sehr magst und deine Blogeinträge mit Fotos gefallen mir sehr gut.
Wünsche dir eine schöne Woche.
L.G.
Hannelore
Ohh Eva,
AntwortenLöschenan den Blautopf möchte ich auch noch einmal und durch Blaubeuren schlendern.
Aber ich fahr da mit dem Auto hin und dann mit dem Rollator durch das Städtle.
Ich habe heute Jemand von Mörike und der Schönen Lau erzählt und war erstaunt, dass
den manche gar nicht kennen und das Märchen auch nicht. Aber am Blautopf waren sie schon.
Es ist tatsächlich so, wie du ds schreibst.
Einen schönen Abend und einen lieben Gruß wünsch Melitta