Mit meiner Schwester unterwegs
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Ich wollte ja heute eine große Radtour machen, oder aber eine große Stadt in Bayern mit dem Zug besuchen. Ich habe ja das 49 Euro Ticket, das ich bis jetzt voll ausgenützt habe und noch ausnützen werde und ich denke im Juli werde ich mir auch wieder eines kaufen.
Gestern wußte ich noch nicht, was ich mache und habe die Wettervorhersage angeschaut.
Die Entscheidung wurde mir heute leicht gemacht. Es regnete, zwar nicht viel, aber es ist kühler und man kann mal etwas aufatmen.
Da ich diese Restwoche wieder mal Zahnarzt habe, gibt es in dieser Woche keine Touren mehr. Schade, hatte mir einiges für heute vorgenommen, aber es ist ja nur aufgeschoben. Ausserdem habe ich ja auch noch einen Haushalt, bin zwar fast nie Zuhause, aber schmutzig wird es auch, vor allem die Fenster. Hier nebenan wird gebaut und der Krach und der Dreck entsprechend.
Dafür schreibe ich heute diesen Post und zeige morgen meine Tour ins Unterland, usw. die war auch knackig.
Ich dokumentiere hier das eben und ich würde mich schon freuen, wenn mancher auch mal seine Touren zeigen würde, denn 60 Kilometer auf flacher Strecke sind eben anders, als 60 Kilometer mit einer Anzahl von Höhenmetern. "Strecke machen" ist kein Problem, das fahre ich auch ohne Unterstützung.
Aber davon ein anderes Mal.
Ich war nun gestern bei meiner Schwester, die im August 88 Jahre alt wird.
Meine Schwester ist 14 Jahre älter als ich und hat mich auch ein wenig mit erzogen.
Sie ist mit ihren 88 Jahren aber noch sehr aktiv und ich wunderte mich gestern schon, wie sie auf den Tritthocker in der Küche steigt und oben aus dem Küchenschrank etwas herausholt.
Ich hatte es ihr verboten aber so schnell konnte ich gar nicht gucken, wie sie da oben war.
Sie kauft auch immer noch selbst ein und schiebt ihren Einkaufswagen hinter sich her. Bekocht ihre Söhne, wenn diese sie einmal in der Woche besuchen. Ja, und immer mit Nachtisch, gestern gab es Spagetti mit Pizsoße und eine Quarkspeise mit Erdbeeren, Lecker! Auch eine Putzfrau hat sie nicht, sie macht das alleine und wenn ich bei ihr in der Wohnung war und dann nach Hause komme und meinen Stall sehe, dann würde ich am liebsten wieder umdrehen. Die Wohnung ist so schön luftig und sauber und schön und geschmackvoll eingerichtet.
Bis letztes Jahr hat sie auch noch ohne Unterstützung ihren Mann versorgt, der im Mai letzten Jahres verstorben ist.
Er war ja lange krank und dement. Sie klagt hier nicht viel, aber sie denkt viel an ihn, das merkt man schon.
Meine Schwester hat überhaupt nie viel geklagt in ihrem Leben, obwohl sie einiges durchgemacht hat.
Es ist unglaublich, was diese Frau noch alles schafft. Ich hoffe, ich - falls ich mal so alt werde - kann das auch. Sie hat Chemie studiert und hält sich so noch fit, obwohl man das alles mit der heutigen Chemie nicht mehr so vergleichen kann, dennoch forscht sie und studiert und das ist ganz gut für den Kopf und sie kann genial Klavier spielen, vom Blatt und ohne Blatt.
Wow!
Aber es geht ihr wie meiner Mutter, auch sie hat noch bis 87 Jahren, da ist sie gestorben, alles alleine gemacht. Ich
Wir sind gestern in den Hohenheimer Gärten gewesen, sicherlich auch bekannt durch Franziska von Hohenheim, der späteren Gattin von Herzog Carl Eugen.
Hier habe ich schon von ihr berichtet.
Ich habe meine Schwester zuhause in Möhringen abgeholt und wir sind zusammen mit der Straßenbahn zur Haltestelle der Hohenheimer Gärten gefahren.
Gleich etwas abseits der Haltestelle geht es in die Hohenheimer Gärten, es ist ein wunderbares Fleckchen mit sehr alten Bäumen und auch Pflanzen, man findet immer wieder neue Bäume, die man noch nie gesehen hat.
Zudem ist dort die Universität Hohenheim untergebracht.
Meine Schwester hat 1959 dort ihre Hochzeit gefeiert.
Da kommen schon Erinnerungen auf und die hatten wir gestern auch.
Meine Schwester hat sich so sehr gefreut, in die Gärten zu gehen, alleine mag sie dort nicht mehr hingehen
Sie ist dort oft mit ihrem Mann und ihrer Enkelin, die heute auch schon 21 Jahre alt ist, hingegangen. Man hat es ihr angemerkt, was sie für Erinnerungen hat und immer wieder gesagt, dass sie dort mit Willi und Katharina war.
Es war schon sehr warm gestern und wir haben uns dann auf ein Bänkle im Schatten gesetzt und uns ausgeruht. Sind aber dann noch einkaufen gegangen und meine Schwester hat zuhause lecker gekocht.
Nee, sie ist sehr sehr sparsam und da ist sie eisern, essen gehen, das kann sie besser kochen. Sie ist sparsam und eben ein Kriegskind 1935 geboren und hat hier mir wieder einmal sehr viel erzält.
Kleidung war damals nicht so wie heute und meine Schwester hatte immer tolle Kleider, die auch mein Schwager teilweise entworfen hat.
Wenn ich die Bilder so ansehe, die Röcke wie Anne Burda und auch schicke Kleider, eben 50er Jahre aber das hatte schon Stil. Eine schicke Frau ist sie aber noch heute, viel Kleidung hatte sie noch nie, dafür aber Modellkleider und schicke Sachen.
Ich hatte aber auch das Gefühl, dass ihr mein Besuch wieder einmal sehr gut getan hat und sie mir über die alten Zeiten hat berichten können.
Meine Schwester und mein Schwager - übrigens ein bekannter Stuttgarter Architekt und Regierungsbaumeister - hatten einen großen Bekanntenkreis. Hier sind aber schon soviel Bekannte gestorben und die wenigen, die noch leben, sind gar nicht mehr so fit, wie meine Schwester, so besteht hier nun noch Telefonkontakt.
Zum Schluß gabs noch Kaffee und einen selbstgebackenen Erdbeerkuchen und dann bin ich nach Hause mit Bus und Bahn gefahren.
War schön liebe Helge, ich habe wieder einmals sovieles erfahren, was ich so gar nicht wußte und wir haben dann noch Fotoalben angeschaut. Ich war erstaunt, was sie alles an Bildern von mir als Kind hat.
Nun habe ich noch ein paar Fotos von den Gärten hier zu zeigen.
Überall waren die Rasensprenger an und ein Baum braucht je nach Größe bis zu 25 Liter Waser pro Tag.
Also, es könnte ein wenig mehr regnen, auch wenn ich jetzt ein wenig traurig bin, dass ich heute nicht radeln oder in die große Stadt kann.
Klar kann man radeln, aber bei Regen machen Stadtbesichtigungen auch keinen großen Spaß. Dafür werde ich heute meinen Balkonkasten wieder einmal auf Vordermann bringen und den Balkon und die Markise putzen, das ist dringend nötig.
Am Wochenende sieht es wieder besser aus. Aber da werde ich eine Strecke mit dem Rad fahren und eine Dampflok verfolgen, so ich das auch schaffe.
Es ist halt auch so, dass am Wochenende soviel in den Städten los ist und auch in den Zügen. Aber schaun mer mal und die Radtour von heute, kann ich auch noch später machen, das läuft mir nicht weg, das Teil gibt es schon hunderte von Jahren.
Das Schloß Hohenheim liegt im Süden Stuttgarts. Es ist umgeben von fruchtbaren Filderflächen und die Stadtteile Plieningen und Birkach bilden um dieses Schloß einen Rahmen. Es ist die ehemalige Sommerresidenz Herzog Carl Eugens von Württemberg und liegt inmitten großzügiger Grünanlaen.
Das Schloß in seiner heutigen Form ist nach dem Vorbild von Versailles gebaut.
Wie ich oben schon geschrieben habe, ist in dem Schloß die Uni Hohenheim untergebracht. Die Prunkräume sind jedoch für Führungen (nach Anmeldung), Konzerte und Vorträge oder zur offenen Universität am ersten Wochenende im Juli zugänglich.
Zu all dem und zu manchen Geschichten schreibe ich gelegentlich mal einen extra Post. Franziska, die spätere Gattin von Herzog Carl Eugen, war schon eine erstaunliche Frau, sehr bescheiden, aber der Herzog und die Franziska habe sich sehr geliebt und sie hat diesen absoluten Herrscher sanftmütig werden lassen.
Meine Schwester ist immer und immer wieder von der Struktur der Baumstämme fasziniert und streichelt die Stämme. Toll!
Das ist auch so ein schöner Baum.
Auch sehr schön.
Mein Favorit
Enkelin Katharinas "Popobaum"
Aber es gibt auch schone Blumen
Da muß ich nix zu schreiben.
Schade ist, dass der schöne Rasen vor dem Schloß so verbrannt ist.
Schon toll, wie alt diese Platane istl.
Sodele, ein bisschen ärgere ich mich, dass ich nicht trotz des Wetters gefahren bin, aber hier schieben sie schon wieder schwarze Wolken rein.
Also gehe ich jetzt gleich ins Breuni, ich möchte ein bestimmtes Kleid und was von Räder kaufen und dann zum Gärtner, meinen Balkonkasten auf Vordermann bringen und vor allem den Balkon putzen.
Am Samstag und Sonntag gehts dann wieder auf Tour und morgen kommt wieder eine Radtour ins Unterland, ich bekomm schon meine Radtouren nicht mehr in den Griff, aber die kommt zuerst.
Aufgehoben ist nicht aufgeschoben.







































Kommentare:
AntwortenLöschenwie schön dass deine Schwester noch so fit ist
AntwortenLöschenund du einen schönen Tag mit ihr verbringen konntest
ich habe mir oft Geschwister gewünscht ..
die Bäums sind ganz fantastisch ..
liebe Grüße
Rosi
Ja, die Hohenheimer Gärten sind immer wieder einen Besuch wert.
LöschenAls Einzelkind bin ich auch aufgewachsen, meine Geschwister sind viel älter, als ich. Meine Mutter war schon 46 Jahre alt, als ich geboren wurde.
Meine Schwester ist so fit auch nicht. Sie kann durch ihre Gefäßop und auch -Krankheit und noch anderen Dingen nicht mehr richtig gehen und sollte einen Rollator benützen.
Das will sie nicht und so nimmt sie einen Stock, was ich nicht richtig fine.
Aber man kann es ihr nicht ausreden.
Im Moment bin ich dran, für sie eine Pflegestufe zu bekommen, aber was solls, sie lässt ja eh keinen in die Wohnung und will ja auch nicht, dass man ihr hilft.
ABER, ich bin ja auch noch da.
Eigentlich wollte ich morgen mit dem Zug in diese bayerische Stadt fahren, aber es soll kräftige Unwetter in Deutschland geben, Köln soll besonders stark betroffen sein, habe ich mitbekommen, aber auch Stuttgart, da bleibt man am besten Zuhause.
Vielen Dank und liebe Grüße Eva.
Hallo Eva,
Löschendu weißt ja die Hohenheimer Gärten sind ja auch wirklich sehr schön und gut zu
Och, plötzlich ging es automatisch auf Veröffentlichen, blöde Technik!
LöschenIn den Hohenheimer Gärten kann man es schon aushalten.
Einen Pflegegrad zu beantragen wäre doch in Ordnung und nichts schlimmes.
Also ich weiß jetzt nicht wie es in Köln aussieht, aber bei uns gab es einen länger anhaltenden Regenschauer ohne Gewitter.
Viele Grüße
Hannelore
Ich habe es mit dem Pflegegrad jetzt mal probiert, obwohl meine Schwester sich wehrt.
LöschenAber, da sie sowieso weiterhin alles alleine machen will, wird es wohl auch nichts nützen. Ausserdem braucht sie Niemand vom Medizinischen Dienst in der Wohnung. Aber wir werden es auf jeden Fall probieren und ich denke, dass das auch klappt.
Man weiß ja nie, ob man es nicht doch mal braucht.
In der Wohnung kann sie sich ja auch gut bewegen, aber draußen ist es tatsächlich schecht und da ist es dann gut, wenn sie Jemand hat, der mit ihr z.B. einkaufen geht.
Lieben Gruß Eva
Wir mussten es damals bei den Eltern machen und die vom medizinischen Dienst waren total nett, und während der Coronazeit sind die gar nicht mehr gekommen sondern haben die Höherstufung so gemacht.
LöschenHaushaltshilfe hatten wir damals auch noch keine, erst als es nicht mehr ging.
Nun ja, man weiß ja nie was kommt und bei einem Pflegegrad bekommt man ja schon ein wenig Geld.
Wir fahren gleich zu einem Gartenfest und treffen uns dort mit Bekannten.
Schöne Zeit wünsche ich dir.
Viele Grüße
Hannelore
Hallo Hannelore,
Löschensolange sie noch ihre weißen Türen abseifen kann und auf den Badewannenrad steigen und baden kann, solange werden wir wohl keine Pflegestufe bekommen.
Aber ich kanns ja mal beantragen.
Sie ist da eben schon etwas eigen und putzen ist eben ihre Leidenschaft mit 88 Jahren, ich hoffe, es hält sie weiterhin fit.
Solange sie putzt, brauchen wir usn keine Sorgen zu machen.
Selbst die Hitze macht ihr nichts aus, ein Kriegskind eben und die sind schon einiges gewöhnt.
LG Eva