Elfriede Lohse-Wächtler
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Als ich bei menem Besuch in Heidelberg im I-Punkt der Stadt etwas stöberte, fiel mir ein Prospekt in die Hände, der mich neugierig machte.
Es ging hier um eine Ausstellung der Sammlung Prinzhorn, das ist eine Einrichtung des Universitätsklinikums Heidelberg.
Die Ausstellung hätte mich interessiert, aber an diesem Tag waren eben andere Dinge dran und ich wollte eigentlich nochmals nach Heidelberg fahren, habe es aber nicht mehr geschafft.
Die Ausstellung ging vom 27.04. - 20.08.2023, also für mich durchaus noch gut zu besuchen. Leider habe ich es nicht getan und ich ärgere mich schon.
Es ging in dieser Ausstellung um die Malerin Elfriede Lohse-Wächtler. Ich hatte bis dahin von dieser Malerin noch nie etwas gehört und so schaute ich mir auf der Heimfahrt im Bus den Prospekt an.
Elfriede Lohse-Wächtler (1999 - 1940) gilt heute als eine der wichtigsten Künstlerinnen der neuen Sachlichkeit.
Die Ausstellung umfasste den Nachlass der Künstlerin und ihres Familien- und Freundeskreises mit über 250 Zeichnungen, Lithographien und Gouachen, insgesondere das Früh- und Spätwerk der Künstlerin.
Die Dresdnerin, die sich im Kreis um Otto Dix, Conrad Felixmüller und Otto Griebel und Oskar Kokoschka entwickelte, wurde in den 1920er Jahren in Hamburg zu einer eigensinnigen Vertreterin des Verismus.
Sie hatte aber leider kaum finanziellen Erfolg. Dem ersten Psychatrieaufenthalt 1929 folgte eine besonders produktive Schaffensphase, aber leider auch ein weiterer sozialer Abstieg, bis sie 1931 zu ihren Eltern nach Dresden zurückging und ab 1932 dauerhaft in die Anstalt Arnsdorf kam. Von hier aus kam sie 1940 in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein.
Seit der Wiederentdeckung ihres Werkes Anfang der 1990er Jahre hat Elfriede Lohse-Wächtler immer mehr Beachtung gefunden.
Quelle: HIER
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Erstaunt war ich, dass es doch im Internet sehr viel zu dieser Frau und ihrem Leben zu lesen gibt.
Ich habe weiter gesucht, ob es nicht irgendwo eine Ausstelluing mit Bildern zu dieser Künstlerin gibt. Aber im Moment habe ich nichts gefunden.
Mich hat das Leben dieser Künstlerin sehr beeindruckt und auch traurig gemacht.
Was muß diese Frau durchgestanden haben.
Sie wurde 1899 in Löbtau, ein Stadtteil von Dresden, als Anna Frieda Wächtler geboren. Für sie stand immer fest, dass sie einmal Malerin werden wollte.
Ihre Eltern waren mit der Exzentrik und der Genialität von Elfriede, die mit 16 Jahren ihr Elterhaus verlassen hat, total überfordert und wollten verhindern, dass sie Malerin werden wollte.
Ab 1915 besuchte sie die Kunstgewerbeschule in Dresden und verkehrte dort in der Dresdner Boheme.
1921 heiratete sie den Maler und Opernsänger Ernst Lohse und ging mit ihm nach Hamburg. Leider hatte sie mit diesem Mann kein Glück, denn er verprasste ihr gesamtes Geld, das sie sich mühsam erarbeitet hatte und vergnügte sich mit anderen Frauen.
Ehekrisen und Armut bestimmten ab hier ihr Leben. 1921 kam es dann auch zu einer ersten Trennung. Ernst Lohse verließ Elfriede wegen Elsa Haun, der Tochter seines Konzertmeisters.
Elfriede zerbrach an dieser Tennung und lebte unter jämmerlichen Bedingungen, bis sie dann 1929 in die Staatskrankenanstalt Hamburg Friedrichsberg eingewiesen wurde.
Hier in der Krankenanstalt schuf sie eine eindrucksvolle Porträt-Reihe die
"Friedrichsberger Köpfe".
Diese Blätter wurden von der Kunstkritik gefeiert.
Das Hauptmotiv dieser Reihe sind Menschen am Rande der Gesellschaft, soziale Außenseiter und die sogenannte Halbwelt.
Die Kunstwelt nennt sie zusammen mit Otto Dix, Oskar Kokoschka, Jeanne Mammen und Egon Schiele.
1931 traf sie sehr große wachsende wirtschaftliche Not und sie ging zurück zu ihren Eltern nach Dresden. Dort traten aber wieder die alten Konflikte mit ihren Eltern auf. Der Vater kam mit seiner Tochter nicht mehr zurecht und ließ sie 1932 in die Heil- und Pflegeanstalt Arnsdorf bei Dresden einweisen.
Als Diagnose nannte man Schizophrenie.
Karl Lohse ließ sich wegen der unheilbaren Geisteskrankheit 1935 scheiden.
Im selben Jahr wurde sie auf der Grundlage des nationalsozialistischen Erbgesundheitsgesetzes zwangssterilisiert, nachdem sie sich mehrmals geweigert hatte, sich sterilisieren zu lassen.
Leider beschleunigte diese Zwangssterilisation ihren schlechten Gesundheitszustand und am 31. Juli 1940 wurde sie im Rahmen der Aktion T-4, über die ich auch schon oft berichtet habe, dem nationalsozialistischen Massenvernichtungsprogramm "lebensunwerten Lebens" ermordet.
Ich werde nun aber immer wieder schauen, ob ich eine Ausstellung dieser Künstlerin besuchen kann.
Zu Einführung habe ich mir dieses gebrauchte Buch gekauft. Es ist von Dagmar Fohl und es gibt dieses Buch auch noch in einer anderen Ausführung mit vielen
Bildern.
HIER.
Als nächstes möchte ich mir aber noch einen Bildband kaufen.
Leider im Moment nur gebraucht möglich.
Unter Umständen ist es möglich Bildbände über die
Sammlung Prinzhorn in Heidelberg zu bekommen.
Bilder und noch mehr Information gibt es bei Wikipedia
Gerade zur Aktion T-4 ´habe ich hier schon geschrieben.
In Winnenden dem Psychiatrischen Landeskrankenhaus gibt es einige Skulpturen zu diesem Thema.
Ich frage mich immer wieder - auch in der heutigen Zeit - wer gibt Jemandem das Recht, zu bestimmen, wann Jemand zu sterben hat und auch unter welchen Umständen.











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