Geh' in dich, nimm dein Ende wahr! Wirst nicht noch einmal hundert Jahr. *Mörike* Der alte Turmhahn

»Ich glaube, eine Frau kann viel leichter bei einem Mann etwas erreichen, wenn sie einen runden Busen hat. Deshalb habe ich mir vorgenommen, mir morgen vier Taschentücher in den Ausschnitt zu stopfen...« Annemarie Selinko "Desiree"
Gottes schönste Gabe ist und bleibt der Schwabe
Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anzuwenden. *René Descartes*

Mörike Pfad in Cleversulzbach

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Heute habe ich es endlich geschafft, den Mörike Pfad in Cleversulzbach zu gehen.

Das Wetter sah so schlecht nicht aus und dann bin ich los, bin etwas später weggekommen, weil ich noch zur Bank und vor allen Tanken mußte. . 

Die Autobahn war derart voll, unglaublich und am Weinsberger Kreuz staute sich der Verkehr Richtung Nürnberg, neee, da fahre ich doch dahin lieber mit dem Zug. 

Aber ich konnte dann abbiegen, denn ich muß ja auf die Würzburger Autobahn und in Neuenstadt raus. 

Dabei habe ich festgestellt, ich fahre ja nur hier von A bis B, dass ich - die Strecke ist insgesamt 80 Kilometer lang - nicht mehr so gut mit dem Auto fahre.

Entweder bin ich aus der Übung, oder einfach nur zu alt.
Ich hoffe, dass es die Übung ist, aber ab einem gewissen Alter sollte man das Auto fahren dann doch lassen.

Also mit dem Rad fühle ich mich sicherer und hier so in der Umgegend mit dem Auto fahren, ist ja auch nicht so schwer.

Aber ich werde mit Sicherheit keine großen Strecken mehr fahren.
Kann aber auch sein, dass ich  komplett aus der Übung bin, denn ich glaube so eine Strecke bin ich vor zwei Jahren gefahren und sonst nur hier umher. 



Cleversulzbach hat eine lange Geschichte

Cleversulzbach ist eine kleine Dorfgemeinde mit rund 350 evangelischen Gemeindegliedern.

Schon relativ früh gab es evangelische Einflüsse, aber erst ab 1541 (Neuenstadt wurde evangelisch) gab es dann auch evangelische Prediger. 1592 wurde Cleversulzbach eine selbstständige Kirchengemeinde, die deshalb 2017 ihr 425-jähriges Bestehen feierte. Auch die St. Jost-Kirche wird mit 1592 datiert (obwohl man wohl schon ein paar Jahre vorher Gottesdienst in ihr feierte). Wie der vorreformatorische Name schon andeutet (Jost ein normannischer Königssohn, der auf den Thron verzichtete und Klostergründer wurde - St. Josse-sur-Mer) gab es eine kleine Kapelle (um 1500), die wohl diesen Namen trug, den man dann später beim Bau der Kirche übernommen hat. Durch Hochs und Tiefs der seitherigen Geschichte (verwiesen sei auf die Dorfchronik zur 750. Jahrfeier des Dorfes) hat sie sich weiterentwickelt. Bekannt ist Cleversulzbach durch den Dichter und Pfarrer Eduard Mörike, der hier im Dorf von 1834-1843 Pfarrer war und hier einige seiner größten Gedichte verfasste (z.B. "Der Turmhahn"). 2008 war ein wichtiger Meilenstein, denn das Gemeindehaus wurde eingeweiht, nach 7 Jahren intensiven Geldbeschaffungsmaßnahmen.
 Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Neuenstadt-Cleversulzbach



 


 Nicht so gut zu lesen.

Pastoralerfahrung
Meine guten Bauern freuen mich sehr; Eine »scharfe Predigt« ist ihr Begehr. Und wenn man mir es nicht verdenkt, Sag ich, wie das zusammenhängt. Sonnabend, wohl nach elfe spat, Im Garten stehlen sie mir den Salat; In der Morgenkirch mit guter Ruh Erwarten sie den Essig dazu; Der Predigt Schluß fein linde sei: Sie wollen gern auch Öl dabei.



Hier hat Mörike gepredigt, die St. Jost Kirche in Cleversulzbach.
In den Jahren meiner Ferien waren die Bänke noch alt, aber sovieles hat sich in dieser Kirche nicht verändert. 

Das Schulhaus und da ist auch das Mörike Museum.



Der Taufstein in der Kirche, hier wurde meine Mutter 1904 getauft. 


 




Hier regnete es schon wieder, kein so dolles Fotos, aber was solls, es kommen auch wieder andere Zeiten und da regnet es nicht und die Sonne scheint. 

Auf dem Parkplatz des Friedhofs parkte dann noch ein Auto.

Aus dem Auto stieg eine Frau und sah sich meine Autonummer an und meinte: 

"Haben Sie Beziehungen zu Cleverich, dass Sie hier am Friedhof parken?"

Naja, klar doch habe ich Beziehungen zu Cleverich, dort habe ich ja einen Teil meiner Kindheit verbracht.

Es stellte sich heraus, dass sie die Tochter des ehemaligen  Bürgermeisters Neef ist, der Nachfolger meines Opas war.
Wir haben auch festgestellt, dass wir in Kindertagen miteinander gespielt hatten.
Schon lustig.

Herr Neef kam damals in den 50ern aus Rußland zurück und hatte den rechten Unterarm verloren und trug eine Protese, das war so ein Haken, der sich bewegt hat.
Ich war als Kind immer fasziniert davon, wie Herr Neef immer mit dem Traktor gefahren ist und hier diese Protese eingehängt hatte.
Wir kamen ins Gespräch und ich habe vor Jahren mal erfahren, dass Herr Neef in der Nazizeit auch Juden versteckt hat.

Eine Frau dieser Familie hat mich mal vor Jahren angeschrieben, als sie den Namen Cleversulzbach gehört hat.

Ohne Herrn Neef würden sie nicht mehr leben.
Falls diese Familie das hier liest, so wäre es nett, wenn sie mir schreiben würde.

Die Familie lebt allerdings haute in Amerika und ob sie noch lebt, weiß ich auch nicht. 

Dann verabschiedeten wir uns Frau X ging auf den Friedhof und ich auf den Mörikepfad. 


























 

Es lohnt sich immer und zu jeder Jahreszeit diesen Pfad zu gehen und wer am Sonntag geht, kann auch noch in das Mörike Museum gehen, das sich auch immer wieder lohnt,
Dort bekommt man auch einen Plan, aber der Weg ist nicht schwer, immer dem Turmhahn nach. 

Ich wußte nicht, dass man in Cleversulzbach Spargel anbaut.
Das ist vollkommen neu für mich und überhaupt hat sich so viel verändert, es ist unglaublich, wie hier jedes Fleckchen zugebaut wird. 

Ich überlege mir immer wieder, ob ich dort wohnen möchte. Aber eher nicht, die Verkehrsverbindungen sind zwar nicht schlecht, aber hier sind sie besser. 

Mit mehreren Hausbesitzern habe ich auch gesprochen, die alte Häuser haben, was sie zu den Plänen unserer Regierung gesagt haben, möchte ich hier nicht wiederholen. 

Doch, das schon!

 "Wenn des kommt, dann kann ich mein Häusle verkaufen, das kann ich mir nicht leisten, so geht es vielen!"

Tja, ein wenig Sonne wäre schön gewesen, aber war eben nicht und es war ziemlich dreckig auf dem Weg.

Unterwegs erwischte mich dann ein kräftiger Regenschauer, aber auch das überstehe ich, inzwischen habe ich ein Radcape von Gonso und das kann ich bei Wanderungen  und auch auf dem Rad benützen. Da ist alles superdicht abgedeckt, sieht zwar blöd aus, aber es ist gut.
Gelb ist zwar nicht meine Farbe, aber ich leuchte meilenweit und das ist auch in Ordnung.

Werbung, das Cape kann ich empfehlen und auch den Rucksack von Deuter, den ich mir auch geleistet habe.
Ich radele ja nur mit Rucksack, weil ich hier auch mein Trinksystem mit mir führe. 

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In den Rucksack geht auch viel Zeugs rein, wenn ich nächstes Jahr mal ein oder zwei Tage mit dem Rad unterwegs bin und übernachten darf. 

Nach dem Regenschauer war die Welt wieder fast in Ordnung (es nieselte) und dann habe ich in Cleversulzbach noch ein kleines Grabgesteck für meine Eltern gekauft.

Das Grab wäre eigentlich schon längst aufgelöst, aber aus Gründen, die mir bekannt sind, hat ein Cleversulzbacher die Grabpflege übernommen und wird auch in diesem Grab beerdigt werden.

Meiner Schwester und mir wäre es lieber gewesen, wenn man das Grab aufgelöst hätte, aber der Sohn meines verstorbenen Bruders hat das jetzt in der Hand. 
So macht das Grab keinen guten Eindruck und man wird immer gefragt, warum das Grab in so einem desolaten Zustand ist. 

Ich kann es nicht ändern, ich habe da keinen Einfluß drauf.

Zum Thema Friedhof habe ich eh eine andere Meinung und ich habe mein Friedwaldgrab, das ich mir vor Jahren mal in Schwaigern gekauft habe, schon lange wieder verkauft. Ich möchte anonym beerdigt werden. 

So ist das auch in Ordnung, ich habe meine Verstorbenen im Herzen. Aber es ist Jedermann Sache selbst. Mancher braucht so ein Grab um mit der Trauer besser fertig zu werden. 

War eine schöne Wanderung, nein, Wanderung war es nicht, eher eine Spazierwanderung. 

Noch was!
Hier stand einmal das Haus der Korbs. Das war eine Kaufmannsfamilie, die hier einen Kolonialwarenladen hatten.
Ich bin als Kind immer mit der Oma dort einkaufen gegangen.
Soweit ich mich erinnern kann, war das so ein Tante Emma Laden, mit Schubladen.

Das Haus der Korbs war baufällig und wurde abgerissen. Ein neues Haus entstand.

An diesem neuen Haus wurde hier das Haus der Korbs aufgezeichnet und der Herr Korb guckt sogar aus dem Fenster raus. 


 

Ach, ich mag Cleversulzbach so arg und würde  mich so gerne wieder in diese Zeit zurückversetzen. Wenn ich mit der Oma in den Weinberg am Sülzbach entlang gegangen bin. Genau diesen Weg, bin ich heute gegangen. Viele Erinnerungen kommen da.


Mir tut es immer wieder leid, dass Oma und ich uns so gar nicht verstanden haben, heute würden wir es sicherlich und ich würde heute auch mit dem Rad die Oma besuchen können und dort übernachten. 

Nun, die Zeit ist vorbei, leider!
Es gäbe auf beiden Seiten viel zu verzeihen.
Zeit heilt nicht alle Wunden. 


Eduard Mörike, Trost


Morgen ist der schönste Tag in dieser Woche und ich werde mich sehr früh auf das Rad setzen. Ich weiß auch schon wohin. 

Freue mich!

Das waren heute 8,5 Kilometer, die ich recht flott im Regen und mit Foto gelaufen bin. 




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