Meinen Lesern und Leserinnen wünsche ich eine besinnliche Adventszeit.
Der Traum mancher Frau ist es, dass ihr Mann sie ins Bett wirft und während sie schläft, das ganze Haus putzt. *Unbekannt*

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt. *Arthur Schopenhauer*

Für gewöhnlich handelt es sich bei Traumfrauen um eine optische Täuschung. *Peter Ustinov*
Was wohl Katzen hören, Wenn Caruso singt? *Joachim Ringelnatz *

"Ich bin ein großer Jäger, ich jage wilde Vögel, Opernlibretti und schöne Frauen." *Giacomo Puccini*

Trier Rom des Nordens 3. Teil

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Trier ist Geschichtsunterricht für die Augen, 
der sich mehr einprägt, als der aus dem dicksten Buch.  

Hans Thoma

Weiter geht es mit Trier, hier habe ich schon in verschiedenen Teilen berichtet. 

Trier Rom des Nordens

HIER  

 

Geht man von der Porta ein Stück weiter in Richtung Marktplatz in Tier, so bleibt man, wohl am schönsten Haus in Trier stehen. 

Ja, wenn die Sonne hier gewesen wäre, wäre es doch schöner gewesen, aber man kann ja nicht alles haben. Das Haus gehört dringend mal abgewaschen. 

Dass wir so Pech mit dem Wetter hatten, war nicht vorauszusehen. 






Das Dreikönigenhaus in der Simeonstraße.





Das Dreikönigenhaus, ursprünglich "Haus zum Säulchen" ist ein weiterentwickelter romanischer Wohnturm mit Fassade um 1230 mit Übergang vom romanischen in den gotischen Stil. Die Farbfassung ist spätstaufisch 

Der Haupteingang im 1. Obergeschoß war mit Zugtreppe zu erreichen. Früher war der Wohnturm Sitz einer Trierer Schöffenfamilie.  

Der Trierer Hauptmarkt - ihn haben nicht die Römer angelegt - ist einer der schönsten Plätze in Deutschland. 

Die Steipe (einst Festhaus der Ratsherren und Stätte der Marktgerichtsbarkeit) ist ein besonderes Haus. Das Haus ist fast 600 Jahre alt. Steipe ist ein Wort, das die Trierer benutzen. Steipe heißt Stützen und das Haus steht auf Stützen. 
In diesem Haus wurde auch Gericht abgehalten, wenn es auf dem Markt Streit gegeben hat und hier wurden auch Gäste empfangen. 

An der Fassade stehen ingesamt 6 Figuren. Es sind aber nur Kopien, die echten Figuren kann man sich im Stadtmuseum neben der Porta anschauen.  



Links steht der Heilige Jakobus. Er beschützt die Menschen, die auf dem Weg zu einem heiligen Ort sind. 

Ich hätte es gerne etwas genauer gezeigt, aber es hat so geregnet.  

Daneben steht die Heilige Helena, die das Hemd von Jesus und die Nägel der Kreuzigung gefunden haben soll. 

Das Hemd befindet sich im Dom, wird aber nur ganz selten gezeigt. 

Dann sieht man noch den Heiligen Petrus. 

Aber, was ich interessanter finde, sind die beiden Ritter.

Hiermit wollten die Trierer zeigen, wie unzufrieden sie mit dem Er-Bischof waren.  Der  hatte damals in Trier sehr viel zu sagen. 

Der rechte Ritter hat seine Hand am Schwert und schaut zum Dom und droht dem Erz-Bischof.   

ER hat auch seine Visiert heruntergeklappt, was Kampf bedeutet.  

Rechter Ritter 




Neben der Steipe auf der linken Seite steht das "Rote Haus".

Es ist über 300 Jahre alt und heißt wegen seiner roten Farbe so. 

Rom und Trier berufen sich auf sagenhafte Gründer - dort am Tiber um 575 vor Christus auf den von einer Wölfin gesäugten Romulus, hier an der Mosel fast 2000 Jahre vor Christus auf Trebeta, Sohn der legendären Assyrerkönigin Semiramis.  

Sie sind ein Hinweis auf die Tatsache, dass lange vor den Gründungen der beiden Städte diese Gegenden am Tiber und an der Mosel besiedelt waren. 

Später, erst viel später haben die Trierer aus der sagenhaften Vorgeschichte den stolzen und im Daktylus, dem antiken Versfuß, schön klingenden Satz abgeleitet, der am Roten Haus neben der Steipe zu lesen ist. 

"Ánte Romám Treveris stetit ánnis mille trecéntis pérstet et aéterná páce fruátur Amén." 

" Vor Rom stand Trier eintausenddreihundert Jahre, möge es fürder besteh´n, ewigen Friedens sich freu´n. Amen" 

Die Römer waren aber schon lange abgezogen, als dieser Satz geprägt wurde.  

 

Schöne Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert, unter denen freilich auch die "Judengasse" abbiegt. Eine Erinnerung an Ghetto und amit an ungute Zeiten der Ausgrenzung der Juden schon im Mittelalter. 


 

Dass dieses Schild noch hier hängt, wundert mich schon. 




 

An der Ostseite des Hauptmarktes steht die älteste Apotheke Deutschlands, im Zentrum das Marktkreuz. 951 von Erzbischof Heinrich als Zeichen des Markrechtes gestiftet.

 





Flankiert wird alles von dem 1559 erbauten Marktbrunnen mit dem Stadtpatron, dem heiligen Petrus und den vier Haupttugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Stärke. 




Am Rand aber zum Hauptmarkt gehörend und ihn auch überragend, die Kirche St. Gangolf mit der "Lumpenglocke" und dem "Zündel" der Alarmglocke für die Feuerwehr. 


 Salvian von Marseille hat mehr hinterlassen, als nur die wenigen Klangzeilen über Trierer und Trier-Römer im fünften Jahrhundert, die angesichts von Zerstörungen und größter Not von den römischen Machthabern nichts anderes als Spiele im Zirkus verlangten. Bei ihm ist nachzulesen, wie - z.B. in Trier - das römische Weltreich seinem Ende entgegen ging. 

Ein paar kennzeichnende, aufschlußreiche Sätze aus Salvians schriftlicher Hinterlassenschaft  (Quelle Anton Sterzl) 

Der römische Staat ist entweder schon tot, oder er liegt in seinen letzten Zügen. Die Barbaren herrschen überall .... Wo ist die alte Macht und Würde der Römer? Einst waren die Römer die Tapfersten, jetzt sind sie kraftlos. Die alten Römer wurden gefürchtet, jetzt fürchten wir uns mit den Römern ... Dass wir überhaupt noch am Leben sind, verdanken wir dem Handel... Rom stirbt und lacht. 

Einschub, das kommt mir irgendwie bekannt vor.  

Den Zerfall des römischen Reiches beurteilt Salvian - im Geist seiner Theologie vor rund 1600 Jahren - als "göttlichen Strafvollzug". Denn nach seiner Beobachtung und nach seinem Urteil sind die Römer sittenlos, habgierig und unsozial geworden. Die Germanen beurteilt er hingegen als sittenstreng und unverdorfen. Und deshalb habe Gott ihnen den Sieg über die Römer gegeben. 

Nicht nur Salvian, sondern auch Historiker späterer Zeit sehen den Sittenverfall als Einleitung und Begleiterscheinung des Staatsverfalls im einst mächtigen römischen Weltreich.

Das Ende des Römerreiches zeichnete sich ab 
"Rom stirbt und lacht", in der Sprache der Römer "moritur et redit". Die Römer verloren ihre Macht in Trier, Main, Köln und Xanten und in Rom. 

 Ich wollte noch zu den Kaiserthermen und vor allem auch in das Amphitheater. 
Das hat aber zeitlich nicht mehr geklappt. Aber im Amphitheater war ich ja schon das letzte Mal, im September 2009, als ich in Trier war. 




 

Deshalb hier die Bilder. Aber ich komme ja sicherlich im nächsten Jahr mit hoffentlich besserem Wetter wieder.  

Für ihre unmenschlien Spiele bauten die Römer auch in Trier ein Amphitheater.  

Salvian von Marseille beklagt, dass die Einwohner von Trier, nachdem die Stadt schon zum dritten Mal zerstört worden war, nicht Besseres im Sinn hatten, als nach solchen Spielen zu rufen.  

Das rhythmische Dröhnen der aufgepeitscht stampfenden Zuschauer, der Geruch von Angst und Schweiß in der flirrenden Luft des Arenarunds, das Gefühl von fein aufgewirbeltem Staub und heißem Tier-Atem im Nacken – ein Besuch des Trierer Amphitheaters vor rund 1700 Jahren forderte die Sinne bis zum Äußersten. Heute sind die steinernen Tierkäfige verwaist, die ehemaligen Sitzreihen abgebaut, die letzten Sandkörner verschwunden. Aber die Vorstellungskraft vermag das ellipsenförmige Bauwerk noch immer anzufeuern. 

Quelle: 

Mit Trier bin ich immer noch nicht fertig und es folgt noch ein 4. Teil, das ist dann aber auch der letzte.  

Quellen: 
Stadt Trier
Rudolf Bauer 
 

  

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