Bastien und Bastienne von Wolfgang Amadeus Mozart
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Es ist ein Singspiel in einem Akt von Friedrich Wilhelm Weiskern. Johann H.F. Müller und Johann Andreas Schachtner nach
Les amours de Bastien et Bastienne
von Marie-Justine Favart, Charles-Simon Favart und Harny de Guerville.
Erste nachgewiesene Aufführung am 2. Oktober 1890 in Berlin. Architektenhaus.
Overtüre Bastien und Bastienne
Friedrich Wilhelm Weiskern (1710 in Sachsen * - + 29.12.1768 in Wien) war Schauspieler in Wien. Er genoß die Bewunderung der Kaiserin Maria Theresia, die ihm die Umgestaltung des Ballhaustheaters in das Burgtheater anvertraute. Er trat auch als Bearbeiter und Übersetzer französischer, spanischer, englischer und italienischer Bühnentexte hervor, wie hier der
Amours de Bastien et Bastienne.
Der Burgschauspieler Johann Heinrich Friedrich Müller, ein Vertrauter
Kaiser Josephs II. in Theaterfragen, fügte Weiskerns Übersetzung einiges hinzu.
Dann formte der Gelegenheitsdichter, Salzburger Hoftrompeter und enger Freund der Familie Mozart, Johann Andreas Schachtner (*9.3.1731 in Dingolfing - +20.7.1795 in Salzburg) den Text zur eigentlichen Grundlage von Mozarts Singspiel. Schachtner schrieb später das Libretto zu Zaide und besorgte auf Wunsch Leopold Mozarts die deutsche Fassung des Idomeneo. Seine Berichte über Mozarts Kindheit bildeten die Grundlage der ersten Mozart-Biographien.
Personen.
Bastienne eine Schäferin (Sopran)
Bastien, ihr Geliebter (Tenor)
Colas, ein vermeintlicher Zauberer (Baß)
Schäfer und Schäferinnen
Ort und Zeit: Frankreich um die Mitte des 18. Jahrhunderts.
Weil ihr geliebter Bastien sich offenbar von ihr ab- und einer anderen zugewandt hat, bittet die betrübt ihr Schicksal beklagende Bastienne Colas um Rat. Colas, der sich als Zauberer gibt, in Wirklichkeit aber nur über gute Menschenkenntnis verfügt, rät Bastienne, sich auch so kokett und flatterhaft zu geben wie die Damen in der Stadt, die damit ihre Liebhaber an sich zu binden verstehen.
So werde Bastien zu ihr zurückkehren. Durch den Rat des "Zauberers" sind Bastien die Augen aufgegangen. Er möchte die Schätze der anderen Geliebten, eines Schloßfräuleins, nicht tauschen gegen die Lieblichkeit seiner Bastienne. Umso mehr trifft es ihn, von Colas zu hören, die hübsche Schäferin habe bereits einen anderen. Der "Zauberer" macht promt ein bisschen Hokuspokus und prophezeit ihm ein Wiedersehen mit ihr. Als Bastienne und Bastien einander begegnen, gibt sich jeder trotzig. Bastienne tut, als sei sie völlig uninteressiert. Bastien zieht alle Register, droht sogar mit Selbstmord. Im Duett schleudern sie sich Abschiedsschwüre zu - und schmelzen gleich dahin.
Bereits 1755 gelangte dieses Stück nach Wien. Im Zuge der Bemühungen des Grafen Durazzo, das französische Singspiel in Wien zu etablieren, erteilte dieser 1764 Friedrich Wilhelm Weiskern den Auftrag zur Übersetzung.
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