Die Begriffe vereinfachen, ist die erste Tat aller Diktatoren "Erich Maria Remarque*

Ich dachte immer, jeder Mensch ist gegen den Krieg, bis ich heraus fand, dass es welche gibt, die nicht hingehen müssen. *Erich Maria Remarque*
Das Alter hat zwei große Vorteile: Die Zähne tun nicht mehr weh und man hört nicht mehr all das dumme Zeug, das ringsum gesagt wird. *Georg Bernhard Shaw*
Für eine Frau ist Schönheit unbedingt wichtiger als Intelligenz, denn für Männer ist Sehen leichter als Denken. *Lil Dagover*

Man soll Frauen nichts erklären, man soll handeln. *Erich Maria Remarque*

Ein kommunistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert. *Alexander Solschenizyn*

Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten. *Siena*

Eine Jugendsünde ist, wenn man jung ist und es verpasst. *Erich Maria Remarque*

Die Glücklichen sind neugierig. *Friedrich Nietzsche*

Die Butterkuchen-Verschwörung 2. Teil

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Den 1. Teil der Butterkuchen-Verschwörung kann man HIER lesen.  

 

Die Ferien in Cleversulzbach waren dieses mal noch aufregender, als sonst. 
Eva war erst drei Tage da, und schon hatten sie und Doris einen Plan.

"Hast du gehört?", fragte Doris geheimnivoll, während Eva und sie wieder einmal im Stroh der großen Scheune versunken waren. "Herr Knauser schleicht seit drei Nächten um Omas Backhaus herum. 


 

Eva setzte sich auf.  "Was?, Will er etwa Omas Butterkuchen-Rezept stehlen?" 

Vielleicht will er den Kuchen selbst backen und beim Dorffest als den seinen ausgeben", flüsterte Doris mit funkelnden Augen.

Das war eine Sache, die die beiden nicht zulassen konnten. Omas Butterkuchen war weltberühmt - zumindest in Cleversulzbach. Und wenn Herr Knauser, der immer noch ein bisschen der böse Nachbar war, auch noch den Kuchen stehlen wollte, dann mussten sie handeln. 

"Wir stellen ihm eine Falle", beschloss Eva.

Gesagt, getan. In der nächsten Nacht versteckten sich die Mädchen im Gebüsch neben dem Backhaus. Sie hatten eine Schnur gespannt, die an einem leeren Blech befestigt war. Wenn jemand die Tür öffnete, würde das Blech klappernd zu Boden fallen und sie würden mit Taschenlampen herausspringen. 

Es dauerte nicht lange, da knarrte die Gartentür. Ein Schatten schlich zum Backhaus. Die Gestalt beugte sich zur Türklinke.....

KLAPPERBANG!

Das Blech fiel zu Boden, Eva und Doris sprangen auf, blendeten mit ihren Lampen - und trafen sich mitten im Lichtkegel mit einem paar riesiger trauriger Augen. 

"Herr Knauser?" stammelte Doris. 

Der Nachbar stand mit einem Korb voller frischer Eier in der Hand mitten im Scheinwerferlicht. Er hatte sich so erschreckt, dass er fast den Korb hätte fallen lassen und die Eier nicht mehr zu gebrauchen gewesen wären. 

"Ich... ich wollte nur...", murmelte er und wurde puderrot.

In dem Moment ging die Türe von Omas Haus auf und Oma kam im Morgenmantel heraus.

"Was ist denn hier los?" rief Oma  doch dann sah sie Herrn Knauser mit dem Eierkorb und den Mädchen mit den Taschenlampen. 

Herr Knauser räusperte sich. "Sehen Sie Frau Herrmann, ich back so gerne. Und Ihr Butterkuchen ist der beste im ganzen Tal. Ich habe mich nicht getraut, Sie zu fragen, ob Sie mir das Rezept verraten. Also dachte ich, ich schaue heimlich zu, wie Sie backen. Aber dann sah ich, wie Sie immer so früh morgens in aller Frühe anfangen und dachte, ich bringe Ihnen frische Eier vorbei, als Dank dafür, dass ich so oft Ihren Kuchen riechen durfte..".

Er hielt den Korb hin. Darin lagen nicht nur Eier, sondern auch ein kleiner Strauß wilder Blumen.

Oma schwieg einen Moment. Dann begann sie zu lächeln. "Herr Knauser, Sie hätten doch nur zu fragen brauchen!"

"Ich dachte, nach der Hasengeschichte..", murmelte Herr Knauser beschämt. 

Eva und Doris saßen ganz still im Gebüsch und wünschten sich, der Boden würde sich auftun. Ausgerechnet sie, die großen Heldinnen von Cleversulzbach, hatten einem alten Mann eine Falle gestellt, der nur freundlich sein wollte. 

Am nächsten Morgen war alles anders. Eva und Doris gingen zu Herrn Knausers Haus, klopften zaghaft an die Tür und entschuldigten sich mit selbstgebastelten Karten. Und dann passierte etwas, womit keiner gerechnet hatte:

Herr Knauser lachte.

"Ach, ihr zwei", sagte er und seine buschigen Augenbrauen zitterten vor Vergnügen. "Ihr habt mehr Schneid, als die halbe Dorfjugend. Kommt herein, ich backe gerade. Aber nur, wenn ihr mir verratet, wie man diesen Teig so schön fluffig bekommt. Das schaffe ich noch nicht!"

Die Mädchen zögerten, aber dann gingen sie mit. 

Als sie später zu Oma zurückkamen, dufteten ihre Kleider nach Hefe, Butter und Zimt. Und sie hatten ein neues Rezept im Kopf. 

Oma lachte, als sie die beiden mit mehlbestäubten Nasen sah. "Na, Euch hat wohl das Backfieber gepackt? Dann müssen wir wohl gleich noch einen richtigen Butterkuchen backen - im Backhaus. Aber diesmal ohne Falle, einverstanden?".

Und so saßen Eva und Doris am Nachmittag wieder vor dem warmen Backhaus  diesmal mit Herrn Knauser, der auf einem umgedrehten Eimer Platz genommen hatte und vorsichtig in sein Stück Kuchen biss. 

"Mmmmh", sagte er und schloss die Augen. "Das ist er, der echte."

Eva und Doris schauten sich an und mussten grinsen. Vielleicht war der böse Nachbar gar nicht so böse. Vielleicht hatte er nur großen Hunger auf Butterkuchen gehabt. 

Und als Oma noch eine Runde Kakao ausschenkte, wussten die beiden: 

Cleversulzbach war der beste Ort der Welt - mit den besten Freundinnen, der besten Oma und jetzt auch noch mit einem neuen Freund im Nachbarhaus.
 


 

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