Ihr jubelt über die Macht der Presse - graut euch nie vor ihrer Tyrannei? *Marie von Ebner-Eschenbach*
Opportunisten sind Spezialisten im Umgang mit wechselnden Windrichtungen. *Thom Renzie*
Opportunist = Ein Jenachdemer. *Wilhelm Busch*
Opportunisten sind Leute, die schon heute die Windrichtung von übermorgen kennen. *Sir Alec Guinness*
„Tragödie ist eine Nahaufnahme; Komödie, eine Totale.“ *Buster Keaton*
Halbdackel ist im Schwäbischen komischerweise die Steigerung von Dackel. *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn jemand ein Dackel ist, dann ist der nicht besonders geschickt und eher ein bisschen dümmlich. Aber ein Halbdackel ist ein echter Blödmann! *Rolf-Bernhard Essig*
Danser sur un vulcan *Lateinische Redewendung*

Besuch in Nürnberg 1. Teil Anfang

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Am 18.06. also vor ein paar Tagen habe ich das Wetter ausgenutzt und bin mit Bus, S-Bahn und dem Zug von Stuttgart aus nach Nürnberg gefahren.

Alles in allem war ich ca. 3 Stunden unterwegs, das hat mir aber auch nichts ausgemacht, obwohl ich erst um 11.30 Uhr in Nürnberg war. 

Es war auch ein wenig ein Versuch, wie es ist, mit dem Rad und dem Zug nach Nürnberg zu fahren und von dort aus eine Tour in Richtung Heimat zu machen, natürlich mit Übernachtung usw. 

ABER, mit diesem Zug einem TRI, der so ein alter Zug ist, mag ich das nicht machen, als ich dann nach Hause gefahren bin, war es dann ein gelber Zug, aber da muß ich mich noch genauer erkundigen. 

In der Regel - so wurde mir gesagt - sind auch die Aufzüge immer in Ordnung, das ist aber nicht weiter schlimm, da kann ich mein Rad auch herunterlassen. 
Den Bahnhof in Nürnberg kann man dann aber auch ebenerdig verlassen. 

Aber inzwischen - das ist mir neulich passiert - kann ich mein Rad auch hochtragen, das habe ich jetzt raus und das gibt Muskeln. 

Sodele ich war ja schon ein einige Male in Nürnberg, sowohl auf der Burg, als auch in der Lorenzkirche, wie auch auf den Reichsparteitagsgelände. 

HIER  

Dieses Mal habe ich eine andere Route zu Fuß eingeschlagen, einiges mehr kennengelernt, aber noch nicht alles. 

Ich werde wohl dieses Mal aus diesem Besuch in Nürnberg auch ein paar Teile machen, denn es gibt vieles zu erzählen aber ich muß nochmals hin und das aus einem ganz bestimmten Grunde, da warte ich aber auf einen anderen Tag im Herbst. 

Nürnberg fasziniert mich schon alleine auch von der Geschichte her und Nürnberg hat auch ein schweres Erbe zu tragen. 

Man ist aber hier auch am Aufarbeiten. 

Nach der "Machtergreifung" Hitlers im Januar 1933 übernahmen die Nationalsozialisten in allen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen die Kontrolle. Die einst rote Arbeiterhochburg wurde noch im gleichen Jahr zu der "Stadt der Reichsparteitage". Auf dem Reichsparteitag 1935 verkündete Hermann Göring die "Nürnberger Gesetze", die Ehen zwischen Juden und Nichtjuden verboten. Bis 1938 fanden hier alljährlich im September die einwöchigen Propagandaveranstaltungen statt. Während des 2. Weltkrieges gab es mehr als 50 Luftangriffe auf Nürnberg und am 2. Januar 1945 erlitt die Stadt ihren schwersten Schlag. 

"Des Deutschen Reiches Schatzkästlein" lag in Trümmern. 
Des "Deutschen Schatzkästlein beruht auf Nürnbergs Reichtum und der jahrhundertelangen Verwahrung der Reichskleinodien 

 

Am 20. April zogen die US-Amerikaner in der nach Dresden am meisten zerstörten Stadt Deutschlands ein. Ab November 1945 fanden hier die "Nürnberger Prozesse" - darauf komme ich noch zurück - gegen führende Hauptkriegsverbrecher statt. Mich würde aber interessieren, wieviele Nürnberger hier in Spruchkammerakten zu finden sind. 

Die Aliierten hatten nicht umsonst Nürnberg für diesen Prozess herausgesucht. 

Auf all das komme ich aber in weiteren Posts zurück. 

Ich bin an diesem Tage viel gelaufen und habe auch viel gesehen.

Ein Hauptgrund nach Nürnberg zu fahren, war auch das Nashorn und den Blauen Reiter zu sehen. 

Die Skulptur "Reiterstandbild mit Säulenumstellung von Johannes Brus stammt aus dem Jahr 1993 und steht auf dem Andrej-Sacharow-Platz. 

Tagtäglich laufen hier soviele Nürnberger und Besucher vorbei, die nicht wissen, wer Sacharow, geschweige denn der Blaue Reiter war. 
Es gibt noch ein paar Dinge - da komme ich noch drauf zurück - die mancher Nürnberger nicht weiß. 

Sacharow Friedensnobelpreisträger und Erfinder der russischen Wasserbombe, das wußte ich aber auch schon vorher.  

Naja, es ist nicht Jeder so wie ich, dass ihn alles interessiert, was er sieht.  


 

Die Skulptur besteht aus einer blauen Reiterfigur, die von vier großen, industriellen Kokillen (Gussformen) umgeben ist. 

Johannes Bruns setzte sich mit einem Entwurf einer Reiterstatue für den Vorplatz der 1992 fertiggestellten Mensa gegen fünf weitere Bildhauer durch. 

Auf dem Pferd sitzen zwei Reiterfiguren in ultramarin und die Gruppe steht auf einem Betonsockel.

Farbe, Material und die Form der Skulptur gehen auf verschiedene Vorbilder zurück. Das Reiterstandbild ist die wichtigste bildhauerische Porträtform seit der Antike, die Farbe Blau verweist auf die blauen Pferde des expressionistischen Malers Franz Marc, sowie die gleichnamige Künstlergruppe und des Almanachs "Der blaue Reiter". 
Mir kam es auch aufgrund dieser wuchtigen Pfeiler vor, wie eine Kultstätte. 
Der Künstler versteht es, das alte Thema des Reiterstandbildes in seinen verschiedenen Bedeutungen und Auslegungen in einer zeitgenössischen Formensprache neu zu interpretieren.  

In der Nähe befindet sich auch das Germanische Nationalmuseum.  
Das Museum erwarb 1982 aus dem Nachlass von Franz Marc 26 von 32 Skizzenbüchern. Die Nürnberger Gruppe stellt mit 603 Zeichnungen auf 523 Blättern den umfangreichsten Teilbestand in Marcs zeichnerischem Werk dar. Sie zählt zu den Kostbarkeiten der Graphischen Sammlung.

 Die Hefte datieren von 1904 bis 1913/14. Sie enthalten Porträts, Akte, Naturstudien und Kompositionsentwürfe für Gemälde. Sie dokumentieren Franz Marcs Reisen und geben Einblick in seinen künstlerischen Werdegang von den Studienjahren an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bis zur Gründung des Almanachs „Der Blaue Reiter“ und legen seine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Strömungen der modernen Kunst seiner Zeit offen.

Zum Thema gibt es bei Frau Gruha demnächst wieder eine Führung in einer großen Stadt, auf die ich mich sehr freue. 
Gerade bin ich auch dabei ein Porträt einer Malerin zu schreiben, die man so gar nicht kennt. Aber es ist so umfangreich. 

 













Quelle:

Stadt Nürnberg,
Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Marc Lehmstedt

Man kommt nicht umhin den Popo des Pferdes zu tätscheln.  

 

 

Es gibt ja viele Kunstwerke und Skulpturen in Nürnberg, darauf komme ich noch zurück. 

Hier wäre auch das Schlafende Nashorn
von

 

SCHLAFENDES NASHORN
SPIĄCY NOSOROŻEC

Skulptur von Dorota Hadrian

2016

Das schlafende Nashorn – Dorota Hadrian

Die Skulptur „Das schlafende Nashorn“ von Dorota Hadrian (Kraków) entstand 2016 als zentrale künstlerische Setzung im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums des Krakauer Hauses in Nürnberg sowie des Nürnberger Hauses in Kraków. Kuratiert von Kasia Prusik-Lutz wurde das Werk als langfristige Intervention im öffentlichen Raum konzipiert und entwickelte sich in mehreren räumlichen Stationen – vom Hans-Sachs-Platz über den Bereich vor der Oper bis hin zu seinem dauerhaften Standort am Egidienplatz.

Das Werk nimmt bewusst Bezug auf Albrecht Dürers ikonischen Kupferstich Rhinocerus und führt diese historische Bildtradition in eine zeitgenössische, poetisch aufgeladene Form über. Während Dürers Darstellung das Tier als Symbol von Kraft, Fremdheit und Repräsentation inszeniert, setzt Hadrian einen radikal anderen Akzent: das ruhende, erschöpfte, verletzliche Nashorn.

In dieser Verschiebung entsteht eine tiefgreifende Reflexion über das Verhältnis von Geschichte, Imagination und Gegenwart. Die Skulptur verweigert jede heroische Lesart und öffnet stattdessen einen Raum der Stille, der Ambivalenz und der Empathie. Das Nashorn wird zur Metapher für kulturelle Übergänge, für das Ankommen in einer neuen Umgebung und für die fragile Balance zwischen Schutz und Offenheit.

Im Stadtraum entfaltet die Arbeit ihre besondere Kraft als stiller, aber präsenter Gegenpol zur urbanen Dynamik. Sie verankert sich nicht nur physisch, sondern auch symbolisch im kollektiven Gedächtnis der Stadt und wird zu einem dauerhaften Zeichen der Verbindung zwischen Kraków und Nürnberg.

Dorota Hadrian

geboren 1984 in Polen, ist Bildhauerin und Szenografin. Sie studierte Bildhauerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau und promovierte 2021 an der Pädagogischen Universität Krakau. Ihre künstlerische Praxis umfasst Skulptur, Video und Malerei und beschäftigt sich mit der zeitgenössischen Neuinterpretation europäischer Bildtraditionen sowie der Dekonstruktion kultureller Stereotype. Hadrian wurde mehrfach ausgezeichnet und lebt und arbeitet in Bytom und in Krakau, wo sie auch als Dozentin tätig ist.

 Quelle 

Die Dame, die hier steht hat mir zugesehen, wie ich das Nashorn fotografiert habe und konnte nicht begreifen, was ich daran gefunden habe. 

Es ist schon sehr sehr schön.

Ein Leben ohne Nashorn ist denkbar, aber völlig ungefährlich.  






 

Morgen geht es dann weiter mit Nürnberg, da ich heute abend unterwegs bin, kommt dann der Post etwas später.  

Ich habe auch noch einige Radtouren zu zeigen.  

Interessieren würde mich auch, wer sich soviel Mühe gibt, die alten Posts wieder herauszukuschteln.  


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