Mich zu hassen, macht dich auch nicht hübscher, Schätzchen.
Aus ´ma Scheißhafa wird nie a Suppaschüssel. *Schwäbische Weisheit*
Vor a bees Gosch ka mr ned nastanda. *Schwäbische Weisheit*
Diejenigen, die zu klug sind, sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden die dümmer sind, als sie. *Platon*
Halbdackel ist im Schwäbischen komischerweise die Steigerung von Dackel. *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn jemand ein Dackel ist, dann ist der nicht besonders geschickt und eher ein bisschen dümmlich. Aber ein Halbdackel ist ein echter Blödmann! *Rolf-Bernhard Essig*
Wer die Grünen wählt, der wird sich später mal bitterste Vorwürfe machen. *Helmut Schmidt*

Die Butterkuchen-Serenade 12. Teil

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Es geht weiter mit der Butterkuchen-Serenade,

aufgehört hat der 11. Teil 

HIER 

 

Ein Haus für alle Traume 

Drei Monate. Das war die Frist, die Oma bekommen hatte. Drei Monate, um ein halbes Jahrhundert Leben zu packen und sich von ihrem Zuhause zu verabschieden. Eva saß mit Lukas in ihrer winzigen Heilbronner Studentenwohnung und starrte auf die Zahlen, die sie auf einen Zettel gekritzelt hatte. 

"Ein Haus kaufen", sagte sie: "Das kostet Geld." Viel Geld. Ich habe nichts. Du hast nichts. Oma hat nichts".

Lukas schwieg lange. Dann sagte er: "Mein Vater hat mir etwas hinterlassen. Nicht viel. Aber vielleicht reicht es für eine Anzahlung. Und wir könnten einen Kredit aufnehmen. Zusammen."

Eva sah ihn an. "Wir sind noch nicht mal ein Jahr zusammen."

"Ich weiß", sagte Lukas. "Aber ich weiß auch, dass ich den Rest meines Lebens mit dir verbringen will. Ob mit oder ohne Haus. Aber wenn wir schon dabei sind - dann lieber mit Omas Haus, als ohne."

Eva schluckte. "Das ist verrückt."

"Die besten Dinge sind verrückt", sagte Lukas und lächelte.

Am nächsten Wochenende fuhren sie gemeinsam zu Oma. Sie setzten sich an den Küchentisch - Eva, Lukas, Oma - und sprachen Klartext. Oma hörte zu, strich über die Tischdecke, die sie selbst genäht hatte, und sagte schließlich: "Ihr seid noch so jung. Zu jung für solche Schulden. Aber ich kenne euch. Und ich weiß, dass ihr es schaffen könnt." Sie holte ein altes Sparbuch hervor. "Ich habe auch ein bisschen etwas. Nicht viel. Aber für den Anfang."

So begann für Eva die aufregendeste Zeit ihres Lebens. Sie lernte, was ein Grundbuch ist, wie man mit Banken verhandelt und dass ein Gutachten über die Bausubstanz mehr Seiten haben kann, als ein Roman. Lukas kümmerte sich um die technischen Dinge - das Haus war alt, die Heizung kaputt, das Dach undicht. Er zeichnete Pläne, wie man renovieren könnte, ohne das Haus zu zerstören. 


 

 "Wir machen es nach und nach", sagte er: "Erst das Dach, dann die Fenster, dann die Heizung. Und dann - irgendwann - den Garten. 

Eva stellte sich vor, wie sie gemeinsam an diesem Haus arbeiten würden. Sie sah Lukas auf einer Leiter stehen, sah sich selbst mit einem Pinsel in der Hand. Sie sah Oma im Garten sitzen und Kaffee trinken, wahrend die Enkelkinder um den Apfelbaum tobten. Es gab noch keine Enkelkinder. Aber der Gedanke machte sie glücklich. 

Der Kaufvertrag wurde im September unterschieben. Es war ein kühler Tag, mit blassblauem Himmel und dem ersten Herbstlaub auf den Straßen von Cleversulzbach. Der Notar war ein freundlicher, älterer Herr, der selbst aus dem Dort stammte. Er las den Vertrag langsam vor, als wolle er sichergehen, dass jeder Satz seinen Platz fand. 

 

Evas Hand zitterte, als sie unterschrieb. Lukas unterschrieb ruhig, mit seiner klaren, geraden Handschrift. Oma unterschrieb als letzte - mit einem Lächeln, das tiefer saß, als alle Sorgen der Welt. 

"Dann gehört das Haus  jetzt euch", sagte der Notar. 

Draußen, vor der Tür, drehte Eva sich zu Lukas um. "Wir haben ein Haus", sagte sie ungläubig. "Wir haben nun ein schönes Haus." Lukas lachte "Ja. Und Schulden. Und ein undichtes Dach. Und eine Oma, die jetzt offiziell bei uns zur Miete wohnt". Er nahm Evas Hände. "Sind wir verrückt ?"

"Total verrückt!", sagte Eva.


 

Sie küssten sich mitten auf der Dorfstraße. Ein paar ältere Frauen, die vom Bäcker kamen, lächelten und tuschelten. Der Bäcker selbst - Horsts Vater - winkte kurz und verschwand dann wieder in seinem Laden. Eva sah ihn, aber es zog nicht mehr in ihr. Nur Dankbarkeit für die Vergangenheit. 

Am Abend saßen sie zu dritt in Omas - nein, in ihrer Küche. Oma hatte einen riesigen Butterkuchen gebacken, zur Feier des Tages. Drei Kerzen steckten darauf, eine für jeden von ihnen.

"Auf das Haus", sagte Oma und hob ihre Kaffeetasse. 

"Auf Cleversulzbach" sagte Lukas.

"Auf uns", sagte Eva

Sie stießen an. Draußen fiel die Nacht über das Dorf, der Apfelbaum raschelte im Wind und irgendwo in der Ferne bellte ein Hund. Es war nicht perfekt, es war besser. 


 

Die Renovierung begann im Oktober. Lukas nahm ein Urlaubssemester. Eva fuhr nur noch zweimal die Woche nach Heilbronn für ihre Kurse. Den Rest der Zeit verbrachte sie in Cleversulzbach mit Hammer, Nagel und Farbeimer. Oma kochte Mittagessen für die fleißigen Handwerker, die bald kamen und gingen, ein Elektriker aus dem Nachbardorf, ein Dachdecker, der sein Handwerk noch von altem Schrot und Korn verstand, und ein junger Maler, der sich als Freund von Lukas entpuppte. 

Evas Hände wurden rau. Sie lernte, Löcher zu bohren, Tapeten abzureißen und Fenster zu streichen. Nachts fiel sie todmüde ins Bett - ein altes Gästezimmer, das sie sich mit Lukas teilte. Lukas lag nben ihr, auch erschöpft, und flüsterte:

"Gute Nacht Frau Hausbesitzerin". Sie murmelte zurück: "Gute Nacht, mein Verrückter."

Im Dezember, als der erste Schnee fiel, was das Dach dicht. Die Heizung sprang an, die Fenster waren neu verglast, und in der Küche roch es nach Zimt und Butterkuchen. Oma saß am Fenster, blickte auf den verschneiten Garten und sagte "Dein Opa hätte das gemocht, dass das Haus in der Familie bleibt. Dass ihr hier seid."

Eva setzte sich zu ihr. "Oma weißt du, was das Schönste ist?"

"Was?"

Dass du nicht ausziehen mußt. Dass du bleiben kannst. "Für immer."




 

Oma legte den Kopf an Evas Schulter. "Für immer ist lang", sagte sie. "Aber ein paar Jahre noch - das wäre schön. 

Lukas kam herein, die Hände voller Tannenzweige. "Für den Adventskranz, sagte er. "Ich dachte, wir könnten einen eigenen machen. So wie früher, als ich klein war." Er hielt inne. "Ihr weint ja."

"Freudentränen", sagte Eva. "Gibt es die?"

"Ja", sagte Lukas. "Die gibt es". Er stellte die Zweige auf den Tisch, setzte sich neben Eva und nahm ihre Hand. "Weil wir zu Hause sind."

Draußen fiel der Schnee leise auf Cleversulzbach. Das alte Haus stand fest im Wind, und in seinem inneren brannte Licht. Es war nicht perfekt. Aber es war ihres.


 

Fortsetzung folgt.

Die vorherigen Butterkuchengeschichten findet man

HIER  

 

 

 

Kommentare

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Kommentare, die nichts mit dem jeweiligen Post zu tun haben, lasse ich nicht mehr zu.
Auch so lapidare Kommentare, die dazu dienen, dass man die Seite des Kommentators anklickt "wie ich war schon lange nicht mehr hier" lasse ich ebenfalls nicht mehr zu, weil des koin Kommentar isch, sondern a Mischt."
Mir wäre das wirklich zu blöd, sowas zu schreiben.