Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte. **Woody Allen*

Im Gnannental und im Wental

 Werbung Ortsnamensnennung und Verklinkuingen

Eine wunderbare Radtour haben wir am 8. September 2021 gemacht. Diese Tour war etwas kürzer, weil wir ja von Stuttgart aus einen sehr großen Anfahrtsweg haben. Insgesamt sind wir hier mit dem Auto schon alleine 3 Stunden unterwegs, mit dem Zug würde es noch länger dauern. Aber es lohnt sich.

Das Wetter war recht gut und wir konnten sogar mit kurzen Ärmeln und kurzen Hosen dann gegen später fahren. 

Mein Freund hatte sich für diesen Tal das Gnannen- und das Wental auf der Ostalb herausgesucht. 

Gestartet sind wir in  Bartholomä, das ist ein wunderbarer Ort am Albuch. Es ist ein Ort, der wunderbare Radwege besitzt und man ungestört vom Autoverkehr radeln kann. 

Von hier aus ging es hinauf zum Karstquellenweg und zur Ortschaft Itzelberg
(495 m NN), der Ort ist auch bekannt für sein Forstliches Bildungszentrum, hier habe ich vor langer Zeit, als ich noch bei der Forstdirektion Stuttgart gearbeitet habe, einen Lehrgang besucht.

Itzelberg ist ein Ortsteil von Königsbronn und man kann den wunderschönen Itzelberger See bewundern. Dieser See wird gleich am Anfang der Brenzquelle aufgestaut, hier steht auch das alte Wasserwerk Härtsfeld-Albuch. 











 

 

 Von hier aus ging es dann  zur Brenzquelle, dem sogenannten Brenztopf. Hier entspringt als Karstquelle die Brenz, die 52,6 Kilomer lang und ein Donauzufluss ist. 

Das Wasservolumen, das aus der Quelle heraustritt, schwangt zwischen 230 und 20.000 Litern pro Sekunde und ist eine der stärksten Quellen Deutschlands.
Aus einer Öffnung steigt das Quellwasser aus mehreren Metern Tiefe hervor.
Das Wasser kommt durch unterirdische Klüfte, Spalten und Hohlräume des Karstgebirges. Die Wasserkraft wurde auch für den Betrieb eines Eisenhammerwerkes genutzt und wird seit 2000 zur Stromerzeugung verwendet. 

Ich habe vor Jahren in der Abteilung Hydrologie der Landesanstalt für Umweltschutz in Stuttgart gearbeitet, deshalb ist für mich so etwas immer ganz interessant. 









 
Wer schon am Blautopf in Blaubeuren war, stellt eine gewisse Ähnlichkeit mit dieser Quelle fest. Nur ist der Benztopf nicht so tief und vom Untergrund anders.
Interessant ist, dass man im Quelltopf sogenannte Tannenwedel, sowie den Wasserhahnenfuß findet. 

 

Quelle: Infotafel Benztopf

In Königsbronn befindet sich auch das Georg-Elser-Gedenkhaus. Wer sich mit unserer Vergangenheit befasst, dem sollte Georg Elser ein Begriff sein. Auch in Stuttgart wird Georg Elser gedacht, es gibt dort den Georg-Elser-Weg, über den ich schon berichtet habe.

https://www.georg-elser-gedenkstaette.de/ 

Georg Elser verübte im November 1939 den Anschlag auf Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller. 
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/widerstand-im-nationalsozialismus/attentat-von-georg-elser.html


Diese Gedenkstätte war auf der Tour mit eingeplant, allerdings haben wir sie nicht besucht, weil ich vor Jahren schon mal hier war. 

Immer wieder höre ich, ich habe das und das nicht in der Schule gehabt und wenn, dann wurden nur Geschichtszahlen abgefragt. Ja, das gehört auch dazu, aber auch Lehrer haben ihren Lehrplan und dazu gehört nicht nur das Abfragen von Geschichtszahlen!! Wir haben das und das nicht in der Schule gehabt usw. nun, da gehört wohl auch ein wenig vom Elternhaus dazu beigetragen. Allerdings hatte ich einen engagierten Vater und auch Lehrer. 

 Auf schönen Waldwegen ging es dann weiter in Richtung Steinheim am Albuch, hier auf der Höhe hat man einen sehr schönen Blick auf den Albuch, allerdings auf die Stadt weniger, viel Industrie. Aber oben die Heide ist wunderschön und auch die Wege sind sehr gut befahrbar. 

Auf der Heide begegnet uns auch dieser Schmetterling. 



 

Und dann kam es, was wir auch mit eingeplant hatten, das herrliche Gnannental mit seinem Staudamm. 





 

Normalerweise versickert auf der Ostalb das fallende Regenwasser sehr schnell im Untergrund, dem sogenannten "Karst". Nur bei starken Niederschlägen im Frühjahr zur Schneeschmelze und bei gefrorenem Boden kann es zu Hochwasser in den Trockentälern kommen. Die Hochwasser, die vom Wental und anderen Trockentälern her kommen, werden "Wedel" genannt. In den vergangenen Jahrhunderten gab es im Bereich der Brenz und ihrer Seitentäler immer wieder verherrende Überschwemmungen. Vor allem der "Wedel" war in Steinheim und Heidenheim sehr gefürchtet. So wurden 1849, als der "Wedel" stark lief, im Wental 42 Wasser pro Sekunde gemessen. Zum Vergleich: In der Brenz in Heidenheim fließen sonst durchschnittlich 2,5 .Wasser pro Sekunde.
1826 forderte das Hochwasser im nahen Stubental zwei Menschenleben. Im Jahr 1947 wurden in Heidenheim letztmalig große Hochwasser registriert.  Als eine Gegenmaßnahme wurde das lange Zeit weitgehend waldfreie Wental Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt mit Fichte aufgeforstet. In den Jahren 1957 und 1958 wurde als weitere Maßnahme der Staudamm im Gnannental gebaut. Die Dammhöhe beträgt 16 Meter, das Staubecken fasst
1.350.000 . Die überstaute Fläche bedeckt das ganze Gnannental (die Fläche bis zum Ende der Heide) mit rund
21,5 Hekar. Die Baukosten erreichten rund 700.000 DM.

Die Aufforstungsbemühungen der letzten 140 Jahre scheinen Erfolg zu zeigen. Seit Fertigstellung des Staudamms wurde hier noch nie Wasser aufgestaut. Allerdings gab es z.B. im Oberlauf des Wentals (im sogenannten Felsenmeer) bei der Schneeschmelze im Spätwinter 2009 Hochwasser.

Quelle: Infotafel Gnannental

Wer sich ein wenig mit der Schwäbischen Alb befasst, bzw. in der Schule in
Baden-Württemberg aufgepasst hat, weiß um die Meteoreinschlage hier. 

Interessant ist der Geopark, aber man kann ja auch nicht alles fotografieren. 


 
Dann kommt der schönste Teil des Weges das Wental.
Es ist ein typisches Trockental der Alb. Die Fließgewässer, denen sie ihre Entstehung verdanken, sind im Laufe der Jahrmillionen der Verkarstung zum Opfer gefallen. Was geblieben ist, sind Naturräume von unglaublicher Schönheit. Das Felsenmeer und die Besonderheit sind die rund dreißig frei stehenden bizarren Dolomitkalkfelsen, das sind ehemalige Schwammriffe. Um diese Felsen ranken sich wunderbare Sagen und Geschichten. Namen wie das Wentalweible und vieles andere mehr. 
 


 

Die Sage vom Wentalweible
Vor Zeiten lebte in Steinheim eine Krämerin. Sie war geizig und hartherzig. Auch in Zeiten der Not und Teuerung betrog sie ihre Kunden beim Maß und Gewicht.
Eines Tages geriet sie auf dem Heimweg durchs Wental in ein fürchterliches Gewitter. Ein gewaltiger Blitzstrahl fuhr mit einem Donnerschlag vom Himmel und verwandelte sie zu Stein.
So steht sie nun seit langem in dieser Felsenschlucht. Nur in den Herbststürmen der Andreasnacht, vom 30. November auf den 1. Dezember, soll sie alljährlich unterwegs sein und wild heulend ihr Schicksal bejammern.


   Drei Vierleng send koi Pfond,
       drei Schoppen ischt koi Mauß.
   Ei, ei, ei und au, au, au,
       o hätt i no dees Deng net dau,
   no müaßt i net em Wental gau.
 
So steht es auf der Tafel. 

Eine Landschaft von unglaublicher Schönheit lässt uns staunen und wir überlegen mal wieder, warum wir in die Ferne reisen müssen, wenn wir hier so eine unglaublich schöne Landschaft haben. 


 
Aber auch viele interessante Blumen gibt es am Weg, z.B. den Bunten Eisenhut oder den Frauenflachs oder auch Gewöhnliches Leinkraut genannt. 

 

Im Wental halten wir wieder und staunen und staunen und schauen uns um.
Dann radeln wir wieder weiter über wunderschöne Waldweg in Richtung Bartholomä, laden unsere Räder auf und fahren mit dem Auto nach Hause. 










Diese einzigartige und wunderschöne Felsenlandschaft ist aus dem Wasserlauf des "Wedels" entanden. Der "Wedel" hat sich, als das Jurameer abgezogen ist und die Alb vor etwa 150 Millionen Jahren zu verkarsten begann, immer tiefer in das Gestein gefressen, bis er vollkommen versickerte.

Das war eine wunderbare Tour mit schönen Ein- und Ausblicken und sehr erholsam.

Zusammenfassung
Tor am 8. September 2021
56,15  Kilometer
Reine Fahrzeit 3,0 Stunden
930 Höhenmeter
463 Climb
467 Downhill
Wetter 18 Grad
Luftfeuchtigkeit 61 %

-----------------------------------------------------

 Karten und Höhenprofil




Wir werden morgen wieder auf die Schwäbische Alb radeln und zwar werden wir von Münsingen aus den Blautopf erradeln. Vielleicht kennst du diesen? Um ihn ranken sich auch viele Geschichten und
Eduard Mörike hat das Märchen von der Schönen Lau darüber geschrieben, über das ich schon mal berichtet habe.
Morgen früh werden wir ziemlich bald losfahren, damit wir etwas mehr Zeit haben, denn die Anfahrt nach Münsingen dauert ja auch eine Weile.
Diese Tour wird wohl nicht ganz einfach werden, deshalb fahren wir auch so früh los.
Bis Freitag zum Blumentag, ich habe meine Blümchen heute schon fotografiert und bin recht zufrieden mit meiner Wahl.

https://schwabenfrau.blogspot.com/2019/02/die-schone-lau.html

Am Blautopf war ich schön öfter, aber erradelt habe ich ihn noch nie.

Übrigens, ich führe meinen Blog aus Spaß und habe kein Spendenkässle. 
Ich kann auch ohne leben.

 

Kommentare

  1. Guten Morgen liebe Eva,
    diese Steinformationen ganz zum Schluss sind wirklich interessant und ja auch bizarr. Das sieht wirklich toll aus und für mich wieder einmal so eine ganz andere Landschaft, bergig und nicht nur hügelig ;-)
    Dann wünsche ich Dir viel Spaß bei Deiner weiteren Tour, liebe Grüße
    Kirsi

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Schön, dass Du hier bist und ich freue mich über deinen Kommentar.


Laut (DSGVO) bin ich verpflichtet, dich darauf hinzuweisen, was mit deinen Daten passiert, die du hier in den Kommentarfeldern hinterlässt. Bitte beachte deshalb meine diesbezüglichen Datenschutzhinweise, die du oben in der Startseite und ganz unten auf der Seite im Footer findest.

Dankeschön!


Beliebte Posts