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Glück ist, wenn das Pech die anderen trifft. *Horaz* -

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Woisch

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 "Woisch",

das ist schwäbisches Urgestein, an dem sich einer, der nix kann, außer Hochdeutsch, sich die Zähne ausbeißen wird.

Darum sei hier gleich verraten, was man damit meint. 

"Woisch" bedeutet "weißt du". 

Da sitzen zwei Frauen im Cafe, Schwäbischer Käskuchen und Kaffee stehen auf dem Tisch. Das ist aber nur Zubehör.

Da geht es um etwas anderes, es geht um das "Schwätza". das "Verzähla".

Wie es so ist, verzählt die eine mehr, als die andere. 

Am Nebentisch sitzt ein Gast und liest die Zeitung. Er kann sich aber so gar nicht auf die Zeitung konzentrieren, weil er es nicht schafft, hier nicht mitzuhören.
Der Gast versteht zwar nicht alles (Gottseidank),

ABER
ein Wort, das hebt sich immer wieder ab.

"WOISCH".

Dieses Wort ist sinnlos, denn die Frau, die erzählt, verfügt ja über das gesamte Wissen, und die Frau, die zuhört, weiß nichts, denn sie hat keine Ahnung, wie die Geschichte weitergeht. Dennoch hat das "woisch" einen guten Sinn.
Die Zuhörende wird in das Geschehen mit einbezogen und sie wird zur Mitwisserin gemacht.

"Woisch" ist ein ist ein Zeichen des Vertrautseins, der Intimität, der Freunschaft. 

Hier ist das "wisset se" etwas zurückhaltender, obwohl hier auch der Versuch gemacht wird, den Zuhörer zu sich herzuholen.
Wer aber Jemand mit "woisch" beglückt, der gehört schon fast zur Familie. 

 Um hier noch weiter zu gehen, es gibt auch das "woisch no",
also "weißt du noch?".  Das ist nun in der Tat ein geteiltes Wissen, gemeinsamer Erinnerungen. 

Als wir noch Kinder waren und uns in denselben Jungen verliebten - "woisch no?".

Alles das ist zwar schon lange her, doch mit einem ganz besonderen Zauber umgeben. 

Wir Schwaben sagen "woisch no?" und versuchen, das was uns entgleitet ist, nochmals festzuhalten. 

Quelle: Taddäus Troll



Kommentare

  1. Da hast du ja wieder ein uns sehr bekanntes Mundart Wort aufgegriffen, wir staunen wieder einmal wie nache unser Sprache liegen. Bei uns tönt es regelmässig "weisch no" und die Aussage ist im aktuellen Wortschatz fleissig im Gebrauch (halt mit e und nicht mit o). Ein bekannter Titel von Polo Hofer und seiner Schmetterband nennt sich auch so.
    Dir einen wunderbaren Wochenstart wünschen die beiden Jurasüdfüssler

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  2. Such fun story dear Eva! I tried to listen to that video, but did not understand a word 😂 We have also Finnish local dialects that are impossible for outsiders to understand. I come from South Karelia (near the Russian border) and to me one of the most difficult dialects is that spoken in Rauma city, in the south western Finland. Wishing you a great February.

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  3. von Helga:

    Liebe Eva,

    Woisch, ja ich woisch, ich kann verstehn, der Schwiegervater ein Ellwanger hats zu seiner Marie einer Nürnbergerin, oft und oft gesagt. Das als Fränkin im Dialekt zu sagen klingt ja schon fast etwas ordinär, das woisch ja was das ist. „Wasterst nu, domols“ wie furchtbar das klingt. Das wollen Eltern heute nicht mehr, man versucht mit den Kindern Schriftdeutsch zu sprechen und das wird von ihnen angenommen. Wir Ältere müßen uns da am Riemen reißen, daß die Kinder nicht nachfragen, oder gar wegen dem Nichtverstehn ihre Arbeit nicht richtig machen. Mama sagte immer man lernt nie aus, oder da trägt man nicht schwer dran. Durst und Hunger und „ haben will“ geht auch ohne Woisch 😂
    Ganz mühsamen den Dialekt zu verstehen, finde ich das Niederbayrisch. Das verstehe ich nicht so schnell, da muß ich schon ungefähr wissen um was es geht. Selbst mein Mann wirft noch aus der Kindheit manchmal mit Wörtern herum, die oft zu ihm gesagt wurden und die er von den Verwandten, seinen Cousinen und Cousins vom Bauernhof in Bopfingen mitbrachte. „Gangert na“ fällt mir grad ein. Ich finde schwäbischen Dialekt sehr angenehm und fühle mich heimatlich verbunden damit.
    Grüße in die Woche
    Helga mit Kerstin

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  4. Nun, ist nicht ganz richtig.
    Wenn Jemand sagt, "Woisch du", dann sagt der "ja i wois!
    Das ein kleiner aber sehr feiner Unterschied.
    Auch schwäbisch hat eine Grammatik.
    Sehr gut zu finden ist das dann , wenn man sich damit befasst, bei Taddäus Troll, fall du ihn kennst
    So so in Bopfingen am Ipf, ja das kenne ich.
    Und soviel ich weiß heisst es dann auch
    "mir ganget na".
    Soviel wie "wir gehen hinuner".
    Vielleicht schwätzt man auch in Bopfingen anders.

    Aber wir "ganget na". :-))))!
    Habe jetzt extra nochmals bei Taddäus geschaut.
    Gruß Eva

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  5. und noch was
    schwäbisch klingt so schön
    z.B.
    Ich liebe dich, ist doch nix gegen

    i mog di,

    denn, so sagte mir gestern ein Ehepaar das ist unterwegs getroffen habe und mit wir uns lange unterhalten haben,
    Dialekt ist die Sprache des Herzens.

    Liebe Grüße Eva

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