Flug Westküste Amerika

Glück ist, wenn das Pech die anderen trifft. *Horaz* -

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Schloß Stammheim, Burgholzhof und der Rosengarten mit dem Pedelec

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Manchmal muß man sich tatsächlich zu etwas zwingen. Das ging mir am vorletzten Sonntag so.
Es war recht gut warm und ich hätte zu gerne nur auf dem Balkon gesessen und an meinen Pulli weitergestrickt. 

Aber, das kann man immer noch machen und ich finde es auch gut, wenn man sich manchmal zu etwas Aktivität zwingt, denn sonst versumpft man. Hinterher ist man stolz, dass man das so gemacht hat. 

Auch meinen Freund mußte ich motivieren, der hatte auch so keine rechte Lust, aber dann haben wir uns doch in Stuttgart getroffen.
Zwar etwas später, aber immerhin und er hat sich nachher bei mir bedankt, dass ich ihn "auf die Straße geholt" habe!

Also aufs Rad gesetzt und von hier aus in Richtung Stittgart-Stammheim gefahren, denn das Schloß Stammheim wollte ich ja schon öfters besuchen und ich habe dann die Tour so geplant, dass ich am Schloß vorbeikomme.
Ausserdem wollte ich noch die Skulptur an der Begegnungsstätte in
Stuttgart-Stammheim ansehen. 

Stuttgart-Stammheim gehörte in meinem Berufsleben zu meinem Bezirk und ich weiß nicht warum, irgendwie mochte ich diesen Bezirk gar nicht. Vielleicht auch weil das berühmt, berüchtigte Gefängnis dort ist?

Hier haben ja auch ganz bekannten Menschen ihre Strafe abgesessen.
Baader-Meinhof. Dazu schreibe ich eine anderes Mal einen Post. 

Stammheim gehörte in meinem Arbeitsbereich zum Bezirk Nord und das ist so auch richtig, weil Stammheim der nördlichste Stadtbezirk in Stuttgart zwischen Zuffenhausen ist. Dazu gehört auch das Lange Feld, hier gibt es einen Tunnel der auch schon Geschichte geschrieben hat und das Lange Feld ist bekannt mit seinen fruchtbaren bis zu 10 m dicken Löss-Schichten.
Ich muß jetzt Abbitte leisten, denn es gibt so hübsche Gässchen in Stammheim, das habe ich aber auch erst an diesem Tag festgestellt. 


Gerris Garten ist eine Wucht. 



Im Schloß-Stammheim, das vom Baumeister Heinrich Schickhardt, (1579-1581) erbaut wurde, befindet sich heute ein Alters- und Pflegeheim, das
Luise-Schepper-Haus.









 

Es ist ein dreiflügeliger Bau mit einem Treppenturm. Man kann in den Schloßgarten, der ist aber nur durch das Hauptportal zu betreten und so einfach geht das nicht, wie man ja weiß (Corona) und da ich ja auch mein Rad dabei hatte, ging das auch so nicht. Na mal sehen, vielleicht kommen auch wieder andere Zeiten.

Bekannt ist, dass der letzte Ritter von Stamheim das Schloß bauen lassen hat, das dann in den Besitz einer Freifrau und eines Fabrikanten übergegangen ist. 




Gleich daneben befindet sich die Schlossscheuer, in der sich heute die Begegnungsstätte Stuttgart-Stammhein befindet. Ich war erstaunt, was sich hier alles tut. 

http://www.schmid-stiftung.de/schlossscheuer-stammheim/begegnungsstaette.php

Vor der Scheuer befindet sich auch die Skultpur mit dem "Zehnten" von Fritz Nuss, wer sich mit ihm beschäftigt, der sieht auf den ersten Blick, von wem die Skulptur ist.
Hier geht es darum, dass sich zwei Personen begegnen und sie sich den "Zehnten" in Form einer Münze geben.

Ein wenig komisch, denn diese Scheuer war niemals eine Zehntscheuer, in der die Leute früher den "zehnten" Teil abgeben mußten. Zum Zehnten muß ich ja nichts schreiben, das sollte man wissen.









Ich finde dieses Skulptur wieder so gelungen, weil ich ein "Fan" von diesem Bildhauer bin und auch schon einiges über ihn berichtet habe. 

https://schwabenfrau.blogspot.com/search?q=Fritz+Nuss 

In einem Haus gegenüber wohnte Paul Stiefel, für ihn gibt es einen Stolperstein.
Wer den Stolperstein liest, weiß gleich, wegen welcher Krankheit er nach Weinsberg und dann nach Grafeneck eingewiesen wurde. Er fiel dann der Aktion T4 zum Opfer.

Über diese Aktion T4 habe ich auch schon auf meinem Blog berichtet.


Dann ging es weiter auf den Burgholzhof und den dortigen Turm, der an diesem Sonntag geöffnet war.





Klar sind wir hochgestiegen. Innen ist es nicht so prickelnd, fast ein wenig beängstigend aber oben hat man eine tolle Aussicht auf Stuttgart. 


 Wo gibt es das? Wer nun meint, dass Stuttgart ein Steinmeer aus Nachkriegsbauten ist, gut, der soll es glauben, allerdings hat er keine Ahnung.
Aber solche Menschen muß es eben auch geben.  :-))


 Interessant ist vor allem das Römerkastell, das man von oben sehen kann.
Die anderen Bilder sind leider nichts geworden, es war zu hell.

Zum Burgholzhof und dem Turm habe ich hier schon mal einen Post geschrieben. 

https://schwabenfrau.blogspot.com/2020/10/auf-dem-burgholzhof-und-am-max-eyth-see.html

Es ging dann weiter in Richtung Fellbach und dort auf den Kappelberg, da muß man ganz schön hochschnaufen und dort haben wir bei den 7 Linden nahe der Grabkapelle auf dem Württemberg einen Kaffee getrunken und einen Kuchen gegessen.
Schmunzeln habe ich müssen, als ein Ehepaar etwa so 40 Jahre den Berg mit den Pedelecs heraufgeschnauft kam und uns stolz erzählten, dass sie 30 Kilometer gefahren sind und dazu 4 Stunden gebraucht haben. Dabei tätschelte sie liebevoll die Hand ihres Partners. Sie seien gute Radfahrer.

Mein ein Freund haben uns nur angeschaut und das Ehepaar natürlich beglückwünscht, sie gehen wenigstens raus und machen etwas für sich.
Das muß man doch belohnen.

Alles das, was wir hochgeschnauft sind, sind wir dann wieder hinuntergefahren und auf den Neckartalradweg eingebogen und wieder rauf zum Schloß Rosenstein und in den Rosengarten.
Auch hier habe ich schon viel berichtet. 

Der Rosengarten wurde - wie das Schloß und die Anlage - von Giovanni Salucci
errichtet. Von ihm stammen auch einige Bauwerke von Stuttgart, die du auf meinem Blog fast alle finden kannst.
Ich interessiere mich nun mal dafür. 

Der Rosengarten war in die Jahre gekommen und wurde renoviert und ja, die Rosen mußten dran glauben und kommen aber sicherlich auch wieder.
Wenn alles wieder "berost" ist, dann wird das wieder toll. Man kann sehr viele Rosensorten sehen.







Es ist ein schöner Ort, an dem man auch wunderbar entspannen kann.  Die gibt es in Stuttgart reichlich und Aussicht ist auch mit dabei. 

Vom Schloß Rosenstein - hier haben wir noch einen Abstecher zum Museum für Naturkunde eingelegt und haben wieder mal die Sauriere in Lebensgröße, die außen stehen angeschaut. 


Gelegentlich wollen wir auch mal wieder in das Naturkundemuseum zu gehen, denn es kann ja sein, dass die Affenpocken wieder eine Quarantäne verursachen. Dann ging es dann nach Hause, wobei ich in Möglingen noch kurz einen Halt einlegte, um die wunderbaren Pfingstrosen und Barbatas usw. zu fotografieren.






Alles das habe ich vor meiner Haustür, ich nutze es, nur manche Leute gar nicht und das ist schade.


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Tour am 15.05. 2022
Kilometer 74,52
Höhenmeter 1.175 m
Climb 578 m
Downhill 597 m
4,5 Stunden
Wetter: 24 Grad sonnig
Luftfeuchtigkeit 34 %



 





Kommentare

  1. Hallo Eva,
    da hast du wieder sehr schönes gezeigt und es gibt ja wirklich so viel in Stuttgart zusehen. Stuttgart-Stammheim verbinde ich auch immer mit der RAF, aber das ist wohl doch ein schöner Stadtteil.
    Übrigens hatte Opladen auch mal einen Knast, auch die gute Stube genannt, der war mitten in der Stadt und jetzt aber abgerissen und stattdessen Wohnungen.
    Eine schöne Woche wünsche ich dir
    Hannelore

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  2. Irgenwie staunen wir immer wieder wie viel du immer wieder entdeckst. Der heuitige Beitrag ist wieder so ungemein Reich. Dein Tag hat wohl einfach unemein vile Stunden.
    Ganz liebe Grüsse von Ayka mit Erika

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    1. Neee liebe Ayka, mein Tag hat genau 24 Stunden, wie deiner auch. Davon schlafe ich allerdings 8 Stunden wie ein Bär.
      Ist ja kein Wunder, diese Woche gibt es allerdings viel anderes, als zu radeln, das kommt dann nächste Woche jeden Tag. Zwar nicht so lange, aber immerhin.
      Du mußt bedenken, ich habe keinen Garten und das ist eine Menge, nur einen Balkonkasten und der bringt mich manchmal auch zur Verzweiflung.
      Ich arbeite nicht mehr und ich setze meine Zeit gezielt ein, das mache ich aber schon immer, sonst würde ich zu nix kommen.
      Irgendwann kommt die Zeit, in der ich das alles nicht mehr kann und dann kann ich meine Touren nachlesen.
      Liebe Grüße Eva
      die jetzt gleich zum Frisör geht.

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  3. Wie gut, dass Ihr diese tolle Tour gemacht habt liebe Eva,
    da war so viel Schönes mit dabei.
    Die Eingangstüre vom Schloss, die schaut toll aus.
    Genau wie der große Dino, dagegen bist Du ja wirklich ein Mini, grins.
    Und ja, Stammheim kenne ich nur vom Gefängnis und seinen Insassen,
    aber er hat auch seine schönen Seiten.
    Ich muss jetzt los, Physio, lieben Gruß
    Nicole

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  4. Liebe Eva... was für bericht. mann kann zwei , drei ach was sage viere Berichte damit fühlen :-) aber bei so einem Tag was weg zulassen , und dann vielleicht zu vergessen währe einfach schade. Es war bestimmt ein Tolle Tag ... 74km das ist schon eine gewaltige Strecke. Das Du noch Zeit hast um dabei noch zu Endecken und Fotografieren. Alle Achtung !

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    1. Hallo Marius,
      klar könnte man ein paar Berichte über diese Tour schreiben. Das mag ich selbst aber nicht, weil es eine Tour ist und die Leute, die das hier lesen, wollen die ganze Tour sehen, wie ich auch. Ich mag auch eine Tour nicht zerpflücken.
      Die Zeit habe ich, nämlich einen ganzen Tag und ja, wir sind ja nicht nur 5 Stunden unterwegs, sondern manchmal auch 9 Stunden mit der Fahrzeit.
      Man kann natürlich auch jeden tag 30 oder weniger Kilometer fahren, das liegt mir aber nicht, weil ich schon auch weiters weg möchte.
      Dann warte mal auf morgen, diese Tour ging über 100 Kilometer und es hatte einige Steigungen drin, aber es war wunderbar und wenn ich so einen Bericht schreibe, dann erlebe ich die Tour nochmals mit all ihren Schwierigkeiten, Begegnungen usw.
      Man kann das alles auch mit dem Auto machen, aber nicht ich.
      Für mich ist Radeln auch ein Hobby, Ausdauertraining ind ich muß auch nicht ins Studio gehen, das mochte ich noch nie.
      Wer mit uns oder mit mir fahren möchte, ist herzlich eingeladen.
      Ganz liebe Grüße Eva

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