Goldberg-Variationen bWV 988
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Kannst du nicht schlafen, so empfehle ich die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach.
Im November 1741 reiste Bach von Leipzig nach Dresden, wo er den russischen Gesandten am sächsischen Hof, Graf Hermann Karl von Kaserlingk aufsuchte. Dieser "kränkelte viel und hatte dann schlaflose Nächte".
Deswegen bestellte er bei dem Thomaskantor "einige Klavierstücke, die so sanften und munteren Charakters wären, daß er dadurch in seinen schlaflosen Nächten etwas aufgeheitert werden könnte."
Bachs Schüler Johann Gottlieb Goldberg, dessen Gönner der Graf war, werde sie ihm vorspielen. Bach erledigte den Auftrag mit den sogenannten
Goldberg-Variationen, von denen der Graf so begeisert war, dass er dem Komponisten "ein Geschenk mit einem goldenen Becher, welcher mit 100 Louisdor angefüllt war", machte. Bach ist vielleicht nie für eine seiner Kompositionen so belohnt worden, wie für diese.
So berichtet die Legende in der ersten Bach-Biographie von Johann Nikolaus Forkel. Es erübrigt sich fast zu erwähnen, dass die Musikologen der Gegenwart die ganze Geschichte anzweifeln u.a. darauf hinweisen, dass Goldberg damals erst 14 Jahre alt war und der 1742 erschienene Erstdruck keinerlei Widmung enthielt, wie es bei einem so angesehenen Auftraggeber bestimmt der Fall gewesen wäre.
In jedem Fall stellt dieses Variationswerk eine der überragenden Kompositionen des Hochbarock dar.
Für die Goldberg-Variationen ist ausdrücklich ein Cembalo mit zwei Manualen vorgeschrieben. Bach war sonst wenig präzis. Damals bezog sich der Terminus "Clavier" auf Klavichord und Cembalo, obwohl die Instrumente ganz verschieden sind.
Ich höre sie immer wieder sehr sehr gerne.
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