Geh' in dich, nimm dein Ende wahr! Wirst nicht noch einmal hundert Jahr. *Mörike* Der alte Turmhahn

»Ich glaube, eine Frau kann viel leichter bei einem Mann etwas erreichen, wenn sie einen runden Busen hat. Deshalb habe ich mir vorgenommen, mir morgen vier Taschentücher in den Ausschnitt zu stopfen...« Annemarie Selinko "Desiree"
Gottes schönste Gabe ist und bleibt der Schwabe
Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anzuwenden. *René Descartes*

Schwätza!

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Schwätza

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Heute ist Montag und es geht - wie oft mal montags - weiter mit den schwäbischen Wörtern und heute widme ich mich mal dem "Schwätza". 

Es kommt immer drauf an, ob man selbst schwätzt oder ob man unter dem "Schwätza" von anderen Leuten leidet. 

Für den einen ist es sehr nervend sich manches Geschwätz anhören zu müssen, manch Anderer hört gerne das Geschwätz von Menschen und schwätzt kräftig mit.

Wie man das "Schwätza" nun bewertet ist eine Einstellungssache. 

Ich habe mal gesucht, woher das Wort denn kommt. Es ist nicht ganz klar.
Wenn man sucht, findet man das Verb "swateren", was soviel bedeutet wie

"rauschen, klappern,
sich lebhaft unterhalten, plätschern, plätschernd, überschwappen, niederfallen".

 Ob das nun gut klingt, ich weiss auch nicht. Aber es gab tatsächlich in früheren und auch in meinen Zeiten in der Schule Einträge "wegen Schwätzens" ins Klassenbuch.

Es ist ja nicht gerade schön für einen Lehrer, in seinem Vortrag wegen Rauschen oder Klappern o.ä. gestört zu werden. 

Doch, was wäre ein Feschdle ohne "Schwätza"?
Die schwäbische Kehrwoche wird doch nur schöner, wenn man beim Kehren mit Jemandem ein "Schwätzle" hält?
Für den Schwaben hat das Wort "schwätza" einen schönen besonderen, warmen Klang. 

"Schwätzen" ist etwas ganz anderes, als das hochdeutsche "schwatzen"
"Schwatzen", das klingt schon ein wenig merkwürdig und ja ungemütlich.
Da "schwätzen" wir doch lieber.

Eine Bekannte war lange im Ausland und hat das "schwätzen" verlernt, sie kann nur noch "schwatzen".

Zum "Schwätzen" gibt es in der Bietigheimer Innenstadt die "Schwätzlesweiber".von Karl-Henning Seemann, der im benachbarten Löchgau lebte und arbeitete.  Sie gehören zum Bietigheimer Skulpturenpfad und sind immer wieder net anzusehen, es ist eine Szene, die mich immer wieder schmunzeln lässt.
Wer meinen Blog liest, weiß, dass dieser Bildhauer zu meinen "Lieblingen" gehört. Seine Skulpturen sind immer wieder so schön anzuschauen. Leider ist er 2023 in Löchgau verstorben.

Diese Skulptur ist ein Zweitguss, eines für die Stadt Freren geschaffenen Brunnens. 



 
Der Bietigheimer Skulpturenführer schreibt dazu:

"Zwei Frauen und ein Mann stehen dicht beisamen und unterhalten sich - daran lassen Blicke und Gesten keinen Zweifel - über einen Passanten. Mit bissiger Ironie setzt Karl-Henning Seeman die kleine Begebenheit in Szene. 



 

Die üppigen Körperformen der drei Gestalten werden durch ihre exponierten Posen noch betont Bei aller liebevollen Hingabe an das Erzählerische, die diese Skulptur schnell zu einem Wahrzeichen der Bietigheimer Altstadt gemacht hat, sollte der  sorgfältige formale Aufbau der Skulptur nicht übersehen werden. Die drei Figuren in ihrer pointierten Leiblichkeit sind eng aufeinander bezogen. Wenn der Betrachter sich die Mühe macht, die Skulptur langsam zu umrunden, so erschließt sich ihm eine spannende, rhytmisch gegliederte Abfolge von schwellenden runden Formen und Zäsuren setzender Hohl- und Zwischenräumen" .

Die "Schwätzlesweiber" sind nicht ganz leicht zu fotografieren, weil man ständig mit Passanten rechen muß und der Hintergrund auch nicht gerade prickelnd ist. 

Wenn man aber auch genau hinschaut, so sieht man diesen Herren, der eben ganz genau auch dem "Schwätzen" zuhört und sogar noch die Hand an das Ohr hebt, um ganz genau hier mitzubekommen, was die Damen denn hier schwätzen.



 

Warum man gerade diese Skulptur hier hingestellt hat und nicht in einer etwas besseren Lage, erschließt sich mir nicht.  Aber das muß es ja auch nicht. 

Aber ich bin jedes Mal, wenn ich an diesen "Schwätzlesweiber" vorbeigehe, entzückt, weil Karl-Henning Seemann, das so treffend dargestellt hat.


Quelle:
Stadt Bietigheim-Bissingen
Skulpturenführer
Presseamt in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie

Es gibt noch mehr Arbeiten von Karl-Henning Seemann auf meinem Blog und es werden immer mehr.

In Nordheim habe ich schon den "Glockenstupferbrunnen" gezeigt. 

In Brackenheim ist es das Theodor Heuss-Denkmal zu sehen. Ich denke, dass ich das nochmals besser zeige, denn die Umgebung ist inzwischen etwas schöner geworden. Ich denke der Umbau vom Schloß ist beendet.

 

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