Gaîté Parisienne (Pariser Leben) von Jacques Offenbach
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Obwohl Jacques Offenbach selbst nur ein einziges komplettes Ballett, komponierte, ein gehobenes kitschiges Werk mit den Titel Le Papillon (Der Schmetterling), sind seine etwa 100 Operetten voll von tanzartigen Melodien und reich an Polkas, Galopps, Walzern und Menuetten. Aus diesem reichen Fundus schöpften die Bearbeiter von Gaîté Parisienne, das seine Melodien nicht nur aus einigen von Offenbachs berühmtesten Werken, die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen, den Cancan aus Orpheus in der Unterwelt und die Walzer aus Die schöne Helena und Pariser Leben), sondern auch aus weniger bekannten Stücken entnahm. So ist hier eine Polka aus Die Reise zum Mond eine phantastische Komödie nach einem Motiv von Jules Verne, einen Marsch aus Tromb-al-ca-zar (eine Farce über einen Wirt, der mit einem Banditen verwechselt wird) und eine Mazurka aus Der Kakadu (eine Operette über die Abenteuer eines Papagaienvogels).
Offenbach war ein ungemein fruchtbarer Komponist, so dass Manuel Rosenthal, der das Material auswählte, orchestrierte und machmal sogar "komponierte", keine Schwiergkeiten dabei hatte, lebhafte für ein Ballett geeignete Musik zu finden.
Merwürdigerweise gefiel dem Choreographen Leonide Massine das Werk nicht, da er meinte, Rosenthal habe es an Respekt gegenüber Offenbach fehlen lassen. Er bat Strawinsky um seine objektive Meinung. Dieser erklärte ihm, Massine sei töricht, das Stück nicht zu akzeptieren, da es der größte Erfolg seiner Karriere werden würde. Und so geschah es auch bei der Uraufführung durch das
Ballett "Russe de Monte Carlo am 5. April 1938.
Die recht dünne Handlung wurde von dem reichen Mäzen
Comte Etienne des Beaumont zusammengestellt und geht von
Offenbachs Pariser Leben aus.
Der Brasilianer aus dieser Operette ist jetzt ein reicher Peruaner, der in einem modischen Pariser Restaurant das Nachleben genießt.
Die anderen Mitwirkenden sind ein Blumenmädchen, eine von einem verliebten Baron bewundere Handschuhmacherin, ein hochnäsiger Herzog, eine gefeierte Schöne, sowie zahlreiche Lebemänner und ihre schicken Begleiterinnen. Es gibt Flirts, Streitigkeiten und schließlich ein vom gesamten Ensemble mit Anteilnahme verfolgtes Duell. Dann aber wird der Friede wieder hergestellt, alle Spannungen lösen sich auf in einem temperamentvollen Cancan. Der Abend endet mit dem romantischen Klingen der Barcarole.
Quelle: Reclams Ballettführer
Ballett Pariser Leben







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