Meinen Lesern und Leserinnen wünsche ich eine besinnliche Adventszeit.
Der Traum mancher Frau ist es, dass ihr Mann sie ins Bett wirft und während sie schläft, das ganze Haus putzt. *Unbekannt*

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt. *Arthur Schopenhauer*

Für gewöhnlich handelt es sich bei Traumfrauen um eine optische Täuschung. *Peter Ustinov*
Was wohl Katzen hören, Wenn Caruso singt? *Joachim Ringelnatz *

"Ich bin ein großer Jäger, ich jage wilde Vögel, Opernlibretti und schöne Frauen." *Giacomo Puccini*

La Bohéme von Giacomo Puccini

 

 


 

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Heute scheibe ich über eine Oper, die ein klein wenig mit Weihnachten zu tun hat,  Es ist La Bohéme von Giacomo Puccini. 

In dieser Oper sind so viele schöne Arien enthalten und die Oper spielt am Weihnachtsabend, als die Künstler Rudoph, Marcello in ihrer eiskalten Dachkammer  im Quartier Latin in Paris sitzen und nachdenken. Colline kommt herein, er hat versucht, seine Bücher zu versetzen, hatte aber keinen Erfolg.. 


 

Die weitere Handlung erfährt man HIER

Wie immer erzähle ich hier die Entstehungschichte der Oper. 

In dem autobiographischen, damals sehr erfolgreichen Bohéme-Roman von Henri Murger (1822-1861) - hier gab es auch eine Bühnenfassung - hat Puccini sicherlich viele Dateils und auch Herzblut seiner eigenen Bohémienvergangenheit (1822-1861) in Mailand wiedergefunden. Dadurch lag die Wahl des Stoffes nahe. Nun stellte sich aber bei einem Treffen mit Leoncavallo (von ihm berichte ich noch)  im März 1893 nach dem Manon Lescaut Triumph, zur äußersten Beruhigung der Komponisten heraus, dass sie beide an dem gleichen Stoff arbeiteten. Es begann ein Wettlauf; am 19. März teilte die Zeitung von Leoncvallos Verleger Sonzogno offiziell mit, dass Leoncavalo an einer Oper nach Murgers Roman arbeitete. Gleichzeitig ließ der "Corriere della sera" verlauten,, dass Puccini diesen Stoff ebenfalls bearbeitete. Leoncavallo verlor doppelt. Sein Werk kam erst am 6.5.1897 in Venedig heraus und überlebt hat Puccinis Oper. 

Bereits Ende 1892 hatte Illica mit dem Szenarium zu Bohéme begonnen, es im März 1893 an Giacosa zur Ausarbeitung geschickt. Probleme ergaben sich ebenso aus Puccinis nörgelnden Änderungswünschen wie seinem Verlangen, möglichst schnell den Wettlauf mit Leoncavallo aufzunehmen und Giacosas selbstkritisch-bedächtiger Arbeitsweise.

Zwischendurch schien es sogar, als würde Puccini die Lust an dem Sujet verlieren und sich Giovanni Vergas "La lupa" zu wenden. 

Anfang 1895 lag das Libretto nach einer Zeit hitzig-temperamentvoller Auseinandersetzungen, vollständig vor und am 10. Dezember schloß Puccini, nicht ohne ständig weitere Textänderungen gefunden zu haben, die Komposition ab. 

Die Uraufführung unter Toscanini ging mit allen äußeren Zeichen eines teuren Galaabends vor einem exklusiven Publikum aus Kunst und Politik vonstatten, aber der Erfolg war matt, die Zeitungen brachten Verisse. Nach einer nicht minder matten Inszenierung in Rom, brachte erst die Aufführung in Palermo den Durchbruch. 1897 wurde La Bohéme an der Berliner Hofoper gegeben, ebenfalls in London und Wien. 1898 in in New York, Barcelona und Paris.

Heute rangiert La Bohéme an der Spitze der meistgespielten Opern auf allen Bühnen der Welt. Das Bohéme-Bild geprägt hat für Jahrzehnte die seit 1963 in Mailand , Wien, Salzburg und Moskau gespielte Inszenierung Franco Zeffirellis unter Herbert von Karajan, in der Mirella Freni die Mimi und Gianni Raimondi oder Luciano Pavarotti den Rodolfo sangen. 

In La Bohéme erweist sich Puccini erstmals als prägnanter Musiker in der Darstellung scheinbar nebensächlicher Dinge. Szenische wie dramaturgische Deails sind mit einer Subtilität und liebevoller Behutsamkeit gezeichnet, die der Partitur unvergleichlich plastische Konturen verleihen. Auch den scheinbar nebensächlichen Momenten schenkte Puccini eine Wärme des Ausdrucks, die der ganzen Oper Wahrhaftigkeit geben und sie vor Sentimentalität bewahren. 

Debussy meinte angesichts dieser Tatsache, 

"Wenn man sich nicht fest in der Gewalt hat, wird man allein vom Feuer dieser Musik fortgerissen."
Es ist eine Musik, deren Lyrik an Massenet erinnert, deren impressionistische
Delikatesse (z.B. im Bild an der Barriére d Énfer)


Debussy vorwegzunehmen scheint. 

Im Tabarro später in noch stärkerem Maß mit diesen Komponenten wiederkehrend , umschmeichelt sie hier schon die Welt Mimis mit fragiler Behutsamkeit, stellt sie andererseits die komödiantischen Albernheiten der vier Bohemiens mit berstender Vitalität auf die Bühne 


Die Arien, empfindsame Ruhepunkte, bestechen durch ihre lyrischen wie melodischen Qualitäten.

Che gelida manina

Mi chiamano Mimi


Donde lieta usci


 Diese Gesangsstücke besitzen zu großen Teilen einen verklärend rückblickenden  Charakter voll morbider Faszination, wie überdies der gesamte, in seinen Motiven auch musikalisch als wehmütige Reminizenz konzipierte 4. Akt. Während Rodolfo stellvertretend für den Liebhaber-Typ in Puccinis Opern steht, ist Mimi eine Facette der liebend-leidenden Frauengestalten, wie sie bei Puccini in Cio-Cio-San (Madame Butterfly), Angelica (Suor Angelica) und Liu (Turandot) dargestellt sind. 


"In La Bohéme scheint sich alles natürlich am richtigen Platz einzuordnen. 
Atmosphäre, Stimmung, Charakter und Musik. Diejenigen, die diese Oper als Puccinis beste Schöpfung betrachten, haben vermutlich gar nicht so unrecht."
So sagt Mosco Carner, ein Dirigent, Musikforscher und Kritiker. 

Ich habe diese Ober schon ein paar Mal am Opernhaus in Stuttgart gesehen und bin jedesmal begeistert, obwohl ich die ganze Oper fast auswendig kenne. 

Finale
La Bohéme 


Hier stehen  mir immer Tränen in den Augen, das ist so rührend, ich kann das gar nicht beschreiben. 

Man muß schon hart im Nehmen sein, wenn einen das nicht berührt.

Quelle:

Rolf Fath
Anton Würz

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