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Freund, wer ein Lump ist, bleibt ein Lump, Zu Wagen, Pferd und Fuße; Drum glaub' an keinen Lumpen je, An keines Lumpen Buße. *Johann Wolfgang von Goethe*
Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung. *Albert Einstein*
Demokratie ist die Wahl durch die beschränkte Mehrheit anstelle der Ernennung durch die bestechliche Minderheit. *George Bernard Shaw*

Kein Mensch war ohne Grund in deinem Leben. Der eine war ein Geschenk. Der andere eine Lektion.

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Für gewöhnlich handelt es sich bei Traumfrauen um eine optische Täuschung. *Peter Ustinov*

Die Glücklichen sind neugierig. *Friedrich Nietzsche*

Mit den Kollegen nach Schwetzingen 1. Teil

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Nun eigentlich wollte ich heute eine Radtour zeigen, habe mich aber entschlossen, vorher noch die Fahrt mit den Kollegen nach Schwetzingen zu zeigen. 

Als ich letztes Jahr mit dem Rad von Bruchsal nach Schwetzingen geradelt bin, um mir die römische Wasserleitung im Garten von außen anzusehen, habe ich mir geschworen, dass ich das auch noch von innen anschauen will. 

HIER  


Nun am 8. April 2025 war es soweit. Wir fuhren mit dem Busunternehmen Spillmann aus Bietigheim nach Schwetzingen. 





Goldene Statue der Jagdgöttin Diana mit Eberkopf, Barockgarten, Schloss Schwetzingen.
von H
einrich Charasky



 

Im Programm war eine Schloß- und eine Gartenführung.
Die Schloßführung, wie auch das Schloß, fand ich nicht so interessant, aber die Gartenführung. 

Obwohl noch wenig geblüht hat, haben wir doch einiges erfahren.
Der Schwetzinger Schloßgarten wird jedes Jahr nach den historischen Plänen bepflanzt. Jedes Jahr wachsen hier an denselben Stellen dieselben Blumen und Sträucher, nach dem historischen Gartenplan. 

Während es im Ludwigsburger Schloßgarten alle Arten von Blumen gibt, gibt es in Schwetzingen nur die Historie.

 Ich erzähle heute nur von der Gartenführung. Wir hatten eine prima Dame, die uns das alles so richtig gut rübergebracht hat. Die Führung im Schloß kommt noch.

Der Schloßgarten in Schwetzingen begeistert durch seine Figuren an den ungewöhnlichsten Orten. Alles kann man sich nicht ansehen, aber wir haben doch einiges gesehen und vielleicht gehe ich im Sommer wieder hin. Nein, nicht mit dem Rad, sondern mit der Bahn, das geht sogar wunderbar. 

Der Schloßgarten in Schwetzingen hat einen geometrischen französischen Barockgarten und einen Englischen Landschaftsgarten. 

Das Herzstück des Gartens ist der Arionbrunnen. 

Arion besuchte Sizilien, wo er zum umjubelten Star durch seinen Gesang wurde und reichliche Schätze einsammelte, mit diesen begab er sich auf ein Schiff und erweckte so auch den Neid der Seeleute. 

Sie stellten ihn vor die Wahl, ermordet zu werden oder von Bord zu springen und sie gewährten ihm auch noch seinen Wunsch, ein Lied zu singen und dazu seine Harfe zu spielen.
Arion stimmte nun seinen Gesang an und es erschien eine Gruppe Delphine und Arion stürzte sich in das Meer. Einer der Delphine trug Arion auf seinem Rücken, bis er in Tainaron gut ankam und seine Heimreise weiter fortsetzen konnte. 

Geschaffen wurde die Skulptur des Arions und des Delphins eigentlich für den Schlossgarten von Lunéville. Aber Kurfürst Carl Theodor erwarb die bronzenen Figuren 1766 und ließ sie von Frankreich nach Schwetzingen bringen.
Geschaffen wurde der Brunnen vom französischen Bildhauer Barthélemy Guibal.
Manch einer wundert sich vielleicht über die Form des Delphins, aber damals wußte man tatsächlich nicht, wie ein Delphin ausgesehen hat und hat sich nur auf Beschreibungen gestützt. 

Aber dennoch ist der Delphin gut rübergekommen.




Der Minervatempel 

Geht man vom Arionbrunnen im Zirkel führt eine Diagonale zum Minervatempel. Er ist leicht erhöht. Pigage baute den Tempel ab 1766 als eine der ersten frühklassizistischen Architekturen in Deutschland. 

Wie alle Gartentempel in Frankreich und England ist er eine Übernahme römischer Vorbilder.  An der Tempelfrontspitze sitzt die Göttin Minerva. Sie trägt einen Helm und stützt sich auf ihren Gorgonenschild.
Die einzelnen Relikte führen zur Deutung, dass Minerva die Beschützerin des Gartenbau-Handwerkes ist. 

Minerva und Athene sind identisch. Ihr Attibut ist die Eule mit dem Olivenzweig. Sie ist Göttin der Weisheit und Hüterin des Wissens. Beschützerin des Handels und des Handwerks, der Dichter und Poeten, des Schiffbaus, aber auch der taktischen Kriegsführung und der Stärke. 

Es ist ein frühklassizistisches Juwel von Nicolas de Pigage, auf den ich später noch zurückkomme. 








Hier, wie überall im Schloßgarten, findet man den Duftenden Schneeball.
Er hat tatsächlich wundervoll geduftet. Sowas im Garten und man ist glücklich.






Aber, es gibt ja immer zwei Seiten. 
Was hat nun Minerva, diese Schutzgöttin, mit Erotik zu tun?

Geht man hinter den Tempel, so erwartet uns hier der Gott Pan.
 Er grinst hämisch. Eine Tür führt in einen dunklen Raum, die Sexualität erobert sich hier ihren Platz zurück. Minerva kann da an der Oberfläche nicht erhalten.
"Der Tempel der Minerva spiegelt den Mensch mit Verstand und Gefühl, Vernunft und Sexualität."
 

Wir gehen nun zum Garten der Lüste, der Erotik oder was man immer dazu sagen möchte. 
 
Gärten erlebten im 18.Jahrhundert klare Bezüge zur Liebe. 
Ausgrabungen von Pompeji mit Fruchtbarkeitssymbolen und erotischen Wandmalereien hatten Aufsehen erregt, die Rolle der Sexualitiät wurde diskutiert. Carl Theodor nahm in Schwetzingen, wie viele Fürsten, nur allzu gerne die Neu- und Umgestaltung der Gärten auf. 
Erotische Symbole, Amoretten und marmorne Liebesgötter verwandelten ausgewählte Stellen des fürstlichen Gartens in ein Liebesparadies. 


 

Da wäre wieder mal der Pan, auf den man schon am Minervatempel stößt. 
Pan ist ein Mischwesen aus Mensch, Widder und Ziegenbock. Pan liebte Musik und Tanz. Er konnte seine sexuellen Wünsche oft nicht kontrollieren. Dieser Gott ist zwiegespalten und steht für den Widerstreit von Vernunft und Trieb.  Aber gerade bei diesem Gott waren Liebende geschützt vor neugierigen Blicken und fanden dann eine Plätzchen für ihr Stelldichein. 
Ich fand den noch nie soooo übel.  Er war bestimmt ein guter Liebhaber.
:-))))






Pan war total verliebt in
Syrinx, sie wollte aber nichts von ihm wissen und als er sie einmal bis zum Fluß Ladon verfolgte, wo sie nicht mehr weiter konnte und da bat sie die Göttin Diana, ihr zu helfen und sie in Schilfrohr zu verwandeln. 

Pan war unendlich traurig und aus den Röhren dieses Schilfes setzte der trauernde Gott seine Flöte zusammen und begann ein Trauerlied für Syrinx zu blasen. 
Siehe auch die Syrinx-Flöte.

Stück von Debussy, ein Komponist, den ich auch sehr mag. 




Diese Geschichte hat Debussy in seinem Flötensolo eingefangen, das er als Schauspielstück zu einem Drama komponierte. Psyche von Gabriel Mourey, 1913. 
Das Stück hat sich aber schon längst zu einem Klassiker entwickelt.

L’après-midi d’un faune,
ein wunderbares Stück.
 


Der Garten hat aber noch viel mehr z. B. diese Bassins und ganz enge Wege, auf denen man ganz nah aneinander gehen mußte/konnte. 
 
An diesen Bassins (Schlangenbad) konnten die Herren kleinen Schiffchen ziehen lassen und die Damen standen an den Ausbuchtungen. Wenn die Schiffchen dann an den Ausbuchtungen hängen geblieben sind, durfte sich die jeweilige Dame mit dem jeweiligen Herren ein Stelldichein geben. 




Schon ganz schön romatisch, finde ich, das hätte mir auch gefallen.   
 
Die Bachuskinder von Konrad Linck um 1775

Bachus ist ein griechischer und römischer Gott, der für Wein, Fruchtbarkeit und den Theatergott steht. 
 Die Stadt Schwetzingen ist bekannt für den Schloßgarten, für die Weinbaukultur, daher wird Bachus als Bezugspunkt verwendet. 
Die Bachuskinder sind Menschen, die mit dieser Stadt und ihrer Besonderheit aufgewachsen sind. 
 

An dieser Stelle beende ich nun mal den 1. Teil, so wie ich es sehe, wir es noch einen 2. 3. und vielleicht auch 4. Teil geben.
Der Garten hat noch einiges zu bieten.

Diese Stadt hat sovieles, ich hätte es nicht gedacht, allerdings nur, wenn man sich auch damit beschäftigt. 
Soviel konnte ich damals, als ich mit dem Rad dort war, nicht sehen. Aber man kommt ja auch mal wieder, so ist es nicht und so werde ich das weiterhin machen. 
 
Wenn ich mir solche Paläste und Schlösser anschaue und was die "Oberen" so von dem Geld ihrer Untertanen gebaut haben, dann denke ich oft, dass sich nichts geändert hat. 
 
Die Fürsten lebten in Saus und Braus, hatten ihre Spielereien und das Volk mußte arbeiten. Heute muß das alles auch in Ordnung gehalten werden und dafür sind ja auch die Eintrittsgelder da.

 
Ludwig II. hat man abgesetzt, dass er nur Schlösser gebaut hat, dabei hat er das wenigste Geld für seine Schlösser gebraucht. 
 
Heute zieht der bayerische Staat Millionenbeträge durch die Eintrittsgelder seiner Schlösser ein. 
 
 Ich lese gerade ein Buch über Ludwig II. und wie man ihn abgesetzt hat, denn ich möchte im Urlaub die Stelle mit dem Rad besuchen, an der er ertrunken ist, ich hoffe nur, dass ich das alles umsetzen kann, was ich so vorhabe. 

Schon als Kind hat mich dieser Märchenkönig fasziniert. 
 

 

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