Mit den Kollegen nach Schwetzingen 1. Teil
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Nun eigentlich wollte ich heute eine Radtour zeigen, habe mich aber entschlossen, vorher noch die Fahrt mit den Kollegen nach Schwetzingen zu zeigen.
Als ich letztes Jahr mit dem Rad von Bruchsal nach Schwetzingen geradelt bin, um mir die römische Wasserleitung im Garten von außen anzusehen, habe ich mir geschworen, dass ich das auch noch von innen anschauen will.
Nun am 8. April 2025 war es soweit. Wir fuhren mit dem Busunternehmen Spillmann aus Bietigheim nach Schwetzingen.
Goldene Statue der Jagdgöttin Diana mit Eberkopf, Barockgarten, Schloss Schwetzingen.
von Heinrich Charasky
Im Programm war eine Schloß- und eine Gartenführung.
Die Schloßführung, wie auch das Schloß, fand ich nicht so interessant, aber die Gartenführung.
Obwohl noch wenig geblüht hat, haben wir doch einiges erfahren.
Der Schwetzinger Schloßgarten wird jedes Jahr nach den historischen Plänen bepflanzt. Jedes Jahr wachsen hier an denselben Stellen dieselben Blumen und Sträucher, nach dem historischen Gartenplan.
Während es im Ludwigsburger Schloßgarten alle Arten von Blumen gibt, gibt es in Schwetzingen nur die Historie.
Ich erzähle heute nur von der Gartenführung. Wir hatten eine prima Dame, die uns das alles so richtig gut rübergebracht hat. Die Führung im Schloß kommt noch.
Der Schloßgarten in Schwetzingen begeistert durch seine Figuren an den ungewöhnlichsten Orten. Alles kann man sich nicht ansehen, aber wir haben doch einiges gesehen und vielleicht gehe ich im Sommer wieder hin. Nein, nicht mit dem Rad, sondern mit der Bahn, das geht sogar wunderbar.
Der Schloßgarten in Schwetzingen hat einen geometrischen französischen Barockgarten und einen Englischen Landschaftsgarten.
Das Herzstück des Gartens ist der Arionbrunnen.
Arion besuchte Sizilien, wo er zum umjubelten Star durch seinen Gesang wurde und reichliche Schätze einsammelte, mit diesen begab er sich auf ein Schiff und erweckte so auch den Neid der Seeleute.
Sie stellten ihn vor die Wahl, ermordet zu werden oder von Bord zu springen und sie gewährten ihm auch noch seinen Wunsch, ein Lied zu singen und dazu seine Harfe zu spielen.
Arion stimmte nun seinen Gesang an und es erschien eine Gruppe Delphine und Arion stürzte sich in das Meer. Einer der Delphine trug Arion auf seinem Rücken, bis er in Tainaron gut ankam und seine Heimreise weiter fortsetzen konnte.
Geschaffen wurde die Skulptur des Arions und des Delphins eigentlich für den Schlossgarten von Lunéville. Aber Kurfürst Carl Theodor erwarb die bronzenen Figuren 1766 und ließ sie von Frankreich nach Schwetzingen bringen.
Geschaffen wurde der Brunnen vom französischen Bildhauer Barthélemy Guibal.
Manch einer wundert sich vielleicht über die Form des Delphins, aber damals wußte man tatsächlich nicht, wie ein Delphin ausgesehen hat und hat sich nur auf Beschreibungen gestützt.
Aber dennoch ist der Delphin gut rübergekommen.
Der Minervatempel
Geht man vom Arionbrunnen im Zirkel führt eine Diagonale zum Minervatempel. Er ist leicht erhöht. Pigage baute den Tempel ab 1766 als eine der ersten frühklassizistischen Architekturen in Deutschland.
Wie alle Gartentempel in Frankreich und England ist er eine Übernahme römischer Vorbilder. An der Tempelfrontspitze sitzt die Göttin Minerva. Sie trägt einen Helm und stützt sich auf ihren Gorgonenschild.
Die einzelnen Relikte führen zur Deutung, dass Minerva die Beschützerin des Gartenbau-Handwerkes ist.
Minerva und Athene sind identisch. Ihr Attibut ist die Eule mit dem Olivenzweig. Sie ist Göttin der Weisheit und Hüterin des Wissens. Beschützerin des Handels und des Handwerks, der Dichter und Poeten, des Schiffbaus, aber auch der taktischen Kriegsführung und der Stärke.
Es ist ein frühklassizistisches Juwel von Nicolas de Pigage, auf den ich später noch zurückkomme.
Er hat tatsächlich wundervoll geduftet. Sowas im Garten und man ist glücklich.
Geht man hinter den Tempel, so erwartet uns hier der Gott Pan.
"Der Tempel der Minerva spiegelt den Mensch mit Verstand und Gefühl, Vernunft und Sexualität."
Ausgrabungen von Pompeji mit Fruchtbarkeitssymbolen und erotischen Wandmalereien hatten Aufsehen erregt, die Rolle der Sexualitiät wurde diskutiert. Carl Theodor nahm in Schwetzingen, wie viele Fürsten, nur allzu gerne die Neu- und Umgestaltung der Gärten auf.
Da wäre wieder mal der Pan, auf den man schon am Minervatempel stößt.
Pan ist ein Mischwesen aus Mensch, Widder und Ziegenbock. Pan liebte Musik und Tanz. Er konnte seine sexuellen Wünsche oft nicht kontrollieren. Dieser Gott ist zwiegespalten und steht für den Widerstreit von Vernunft und Trieb. Aber gerade bei diesem Gott waren Liebende geschützt vor neugierigen Blicken und fanden dann eine Plätzchen für ihr Stelldichein.
Pan war total verliebt in Syrinx, sie wollte aber nichts von ihm wissen und als er sie einmal bis zum Fluß Ladon verfolgte, wo sie nicht mehr weiter konnte und da bat sie die Göttin Diana, ihr zu helfen und sie in Schilfrohr zu verwandeln.
Pan war unendlich traurig und aus den Röhren dieses Schilfes setzte der trauernde Gott seine Flöte zusammen und begann ein Trauerlied für Syrinx zu blasen.
Diese Geschichte hat Debussy in seinem Flötensolo eingefangen, das er als Schauspielstück zu einem Drama komponierte. Psyche von Gabriel Mourey, 1913.
ein wunderbares Stück.
Schon ganz schön romatisch, finde ich, das hätte mir auch gefallen.
Bachus ist ein griechischer und römischer Gott, der für Wein, Fruchtbarkeit und den Theatergott steht.
An dieser Stelle beende ich nun mal den 1. Teil, so wie ich es sehe, wir es noch einen 2. 3. und vielleicht auch 4. Teil geben.
Der Garten hat noch einiges zu bieten.
Diese Stadt hat sovieles, ich hätte es nicht gedacht, allerdings nur, wenn man sich auch damit beschäftigt.
Schon als Kind hat mich dieser Märchenkönig fasziniert.






























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