Jugendstil Art Nouveau
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Ich mag den Jugendstil sehr, Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich meine Wohnung mit echten Bauhausmöbeln und hier und da mit einem Möbelstück im Jugendstil stellen.
Leider kann ich das nicht. Meine Schwester hat Bauhausmöbel, aber ich erbe die sicherlich nicht. Wunderschöne Dinge.
Gemixt hat sie das untereinander sehr schön und es passt.
Nun, mein Schwager war ja auch ein renomierter Architekt in Stuttgart und hatte eben auch ein Fable für den Jugenstil.
Im Museum in Wiesbaden gibt es eine ganze Abteilung mit Jugendstilmöbeln, von Bildern bis hin zu Lampen. Man kann hier wunderbar schwelgen.
Am liebsten hätte ich alles mitgenommen.
Die Kunst ist der wundersame Schmuck des Lebens. Sie kann nichts anderes sein, weil das Wesen aller Künste darin besteht zu schmücken.
Henry an der Felde (1863 - 1957)
Der Jugendstil war eine revolutionäre Kunstrichtung. Sie forderte eine moderne, ihrer eigenen Zeit angemessene Kunst und fand ihre Themen sowohl in der Natur, als auch im Umfeld der Menschen.
Geboren aus der Dynamik der Natur und der Kraft der Jugend verkörperte die Kunst um 1900 auch die Schattenseiten des Daseins in Form des Symbolismus mit einer dunklen Ästhetik des Verfalls des Mythischen und Rätselhaften.
Ziel war es ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, das die Grenzen zwischen Leben und Kunst aufheben sollte.
Das Museum Wiesbaden zeigt die Sammlung von Ferdinand Wolfgang Nees als dauerhafte Präsentation in seinem Südflügel.
Die über 500 Objekte bilden einen Querschnitt durch alle Gattungen des Jugendstils.
Das spektakuläre Konvolut setzt sich aus Objekten der angewandten Kunst wie Möbel und Objekte aus Glas, Porzellan und Keramik zusammen. Dabei versammelt die Präsentation Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa.
Komplette Möbelensembles steuern Emilie Gallé, Hector Guimard und Louis Majorelle sowie Bernhard Pankok und Richard Riemenschmid für die Sammlung bei.
In der Malerei repräsentieren Arbeiten von Gustave Loreau und seinem Schüler Edgar Maxence sowie von Alphonse Ostert den französischen Symbolismus, während Fernand Khnopff und Jean Delville hochkarätige Bispiele für dessen belgisches Pendant liefern.
Zahlreiche Gemälde von Franz von Stuck, Heinrich Vogeler, Ludwig von Hofmann dokumentieren signifikante deutsche Positionen im Symbolismus und Jugendstil gleichermaßen. Aus Großbritanien ergänzen Werke namhafter Präraffaeliten wie
Evelyn de Morgan oder John Melhuish Strudwick die Sammlung. Im Bereich der Skulptur ragen die Arbeiten von
Alphonse Mucha
Mucha ist übrigens der größte Maler des tschechischen Jugendstils. Ich habe die Buntglasfenster gesehen, als ich im Veitsdom auf dem Prager Hradschin war. Installiert wurden sie um 1931 und sie zeigen den typischen detaillisierten Stil des Künstlers mit leuchtenden Farben.
Sie stehen in starkem Kontrast zu dieser gotischen Kirche. Ich habe mich damals über die schönen Fenster gefreut, habe aber damals noch nicht erfasst, was das für ein Künstler ist.
Ich mache bei Gelegenheit mal einen Post über Prag dann zeige ich auch die Fenster. Damals wurde der Veitsdom renoviert. Deshalb war das nicht so gut zu fotografieren.
und George Minne heraus.
Hervorzuheben ist auch die Fülle hochwertiger Glasobjekte:
Vasen, Schalen und Lampen sowie Lüster von Emilie Gallé, Les Fréres Müller, Les Fréres Daum, Lötz-Witwe und aus den Tiffany Studios. Sie bereichern die Sammlung um die für den Jugendstil kaum zu überschätzende Glaskunst.
Das Museum Wiesbaden greift den großen Gedanken des Gesamtkunstwerkes auf und haucht ihm neues Leben ein. Im Zentrum der Präsentation steht die atmosphärische Wirkung seines Stils. Sehen und Fühlen vermischen sich mit Hauptwerken des Fin de Siécle zu einem einzigartigen Kunsterlebnis und geben Einblicke in die Welt um 1900 und die Kunstproduktion zwischen Jugendstil und Symbolilsmus.
Diese großartige Sammlung hat Ferdinand Wolfgang Neess dem Museum Wiesbaden vermacht.
Es ist wunderbar, Ferdinand W. Neess liebte den Jugendstil.
HIER kann man noch mehr über Ferdinand W. Nees erfahren.
Ich habe mich fast von dieser Abteilung nicht mehr trennen können.
Der Raum ist stark abgedunkelt, das hat seinen Grund. Deshalb sind die Aufnahmen auch nicht soo, aber dennoch denke ich sie spiegeln wider, was diese Sammlung doch ist.
Hier befindert sich auf das Ophelia-Bild, über das ich schon berichtet habe.
Das Museum ist so klasse, dass ich mit Sicherheit nochmals hierher fahren werde.
Mit dem Zug gar kein Problem, denn der Bahnhof ist gegenüber.
Mit dem Museum in Wiesbaden bin ich noch lange, lange nicht fertig.
Übrigens auch Wien ist eine Hochburg des Jugendstils, z.B. Klimt war ein Jugendstilmaler.
Wer einmal in Darmstadt auf der Mathildenhöhe war, wird geradezu schwärmen, denn hier gibt es auch die Ausstellung zu den Möbeln, den Lampen usw.
Schade, für manche gibt es hier nur den Hochzeitsturm.
Wilhelm Schmurr hat ein Bild von Ferndinand W. Nees als Kind gemalt.
Ich finde es so schön.
Leider spiegelt sich auch so viel in den Bildern. Die Beleuchtung ist nichts zum fotografieren.
Aber auch Wilhelm Schmurr hat so seine Vergangenheit.
Aber haben/hatten das nicht viele Menschen?
Ich sage das immer wieder, wenn ich mal wieder Jemand aus Spruchkammerakten herausziehen kann.
Evelyn De Morgan (1855-1919)
Delanetra 1878,
Bedeutung des Namens: Edel, hell oder starker Führer
Charakteristisch für De Morgans Malerei sind ihre enigmatischen Allegorien als Ausdruck von spiritistischem Gedankengutes und die gekonnte Inszenierung des weiblichen Körpers. In der der griechischen Mythologie entsprungenen Geschichte Deineiras spiegelt sich das Schicksal unzähliger viktorianischer Frauen, für deren Rechte sich die Künstlerin Zeit ihres Lebens einsetzte.
Franz von Stuck 1863 - 1928
Die Sünde/ The Sin
1908
Die Sünde ist eine Ikone des Fin de Siécle. Sie steht prototypisch für die 1900 omnipräsente Femme fatale, deren unwiderstehliche Erotik Männer ins Verderben stürzt. Stuck steigert in dieser Allegorie sämtliche biblischen, mythogischen und realweltlichen Femmes fatales zu einer transzendenten Unkonstante, die durch den Bilderrahmen zum sakralen Kulturbild wird.
genauso wenig wie Erziehung für wenige
oder Freiheit für wenige.
William Morris, The Decorative Arts
Selbstbildnis ohne Kommentar
Und noch ein Selbstbildnis
Die Möbel mit den Einlegearbeiten interessieren mich ja auch als ausgebildeten Schreinergesellen sehr.
Ein wunderschönes Eßzimmer, ich stelle mir vor, ein großer Raum und hier diese Kombination, das ist etwas Besonderes.
Meine Oma hatte solche Stühle, heute würde ich mich glücklich schätzen, sie zu haben. Vielleicht stehen sie aber auch irgendwo.
Vorsicht gleich falle ich ins Bett.
Frauenbilder
Die Spannung zwischen darwinistisch allgegenwärtiger Sexualität und gesellschaftlicher Prüderie entlud sich in immer radikaleren, realitätsfernen Frauenbildern in den Künsten. Die dämonische Femme fatale richtet ihre Sexualität als Lockwerkzeug und Waffe gegen den Mann. Salomé Eva oder die Sirenen - die Mythologie bot dem Fin de Siécle ein Potpourri an unheilbringenden Frauenfiguren.
Die Faszination für die im Kunstwerk domestizierte Verführerin zog sich durch alle Kunstgattungen der Zeit:
Von Oscar Wildes Salomé über Émile Zolas Nana bis hin zu Franz von Stucks Sünde.
Hans Makart
Die erste Frau des Künstlers
Bertha Babitsch Linda, auch interessant
Amalie Makart, die zweite Frau des Künstlers, auch eine sehr interessante Frau.
Im Gegensatz zur sadistischen Femme fatale ist die Femme fragile eine zerbrechliche, masochistisch angelegte Männerfantasie. Um 1900 konnte sie etwa als Nymphe oder Nereide auftreten. Die Darstellungen der Femme Fragile erfüllen das männliche Bedürfnis nach sexuellem Verfügen über das weibliche Geschlecht.
Dass die Frau, besonders prominent etwa bei Freud, auf ihre Nützlichkeit reduziert wurde, machte sie einem Gebrauchsgegenstand vergleichbar. Diese Verdringlichkeit manifestiert sich darin, dass der weibliche Akt in zahllosen Objekten des Jugendstils als Henkel, Knauf oder Tülle berührbar und funktional benutzbar wurde.
Zentrum und Peripherie des Art Nouveau
1895 eröffnete der Kunsthändler Siegfried Bing in Paris ein Ausstellungs- und Auktionshaus, die namengebende Maison de l´Art Noveau. Dort wurden Werke von Henry van der Velde, Émile Gallé, René Lalique und Louis Comfort Tiffany angeboten.
Im selben Jahr entwarf Hector Guimard das Wohnhaus Castel Béranger im Stil des Art Noveau, ehe Jules Lavirotte die Formen des Art Nouveau an der Fassade des Immeuble Lavirotte auf die Spitze trieb. Das Zentrum des französischen Art Nouveau lag jedoch in der Lothringischen Provinz. Nach ihrem Erfolg auf der Pariser Weltausstellung 1900 instutionalisierte sich eine Gruppe junger Kunsthandwerker um Èmile Gallé, Louis Majorelle, Jacques Gruber und die Brüder Daum 1901 als sogenannte Ècole de Nancy (Schule von Nacy). Ihr Ziel war die Reform des erstarkenden Kunsthandwerkes unter den Vorzeichen einer wissenschaftlich informierten Naturbetrachtung und eine entsprechende Schulung des Nachwuchses. Die poduzierten Objekte sollten natur- und lebensnah gestaltet werden. Ihre Funktion aber noch erkennbar bleiben.
Die Sujets der Ècole de Nacy reichten von botanisch präzisen Naturstudien über nationalpolitische, patrimoniale Themen bis hin zu poetischen, naturromantischen Anklängen des Symbolismus.
Das Gesamtkunstwerk
Der Anspruch des Jugendstils erschöpfte sich nicht im Künstlerischen.
Er begründete eine ästhetisch bestimmte, gesellschaftliche Utopie. Seine Kunst sollte den privaten Lebensraum vollständig durchdringen. Dementsprechend war es vor allem die künstlerische Umformung von funktionalen Alltagsgegenständen, die den Jugendstil auszeichnete. Die harmonsiche Übereinkunft von Form und Funktion des Jugendstils richtete sich überdies nicht lediglich an den Sehsinn. Allen voran der in den Künsten geringgeschätzte Tastsinn rückte durch die reizvollen Oberflächenreliefs und Materialien der Objekte in den Fokus. Das Ideal ging dabei über das bloße Wohnen inmitten der Kunst weit hinaus und erfüllte sich erst in einer existenziellen Verschränkung von Leben und Kunst - das Leben selbst sollte zum ästhetizistischen Gesamtkunstwerk werden.
Es ist eine Abteilung, die es in sich hat und in der man auch gerne verweilt.
Ich habe doch sehr sehr viel bei dem Besuch dieses Museums gelernt. Aber hier kommt wieder mal eines zum anderen und man kommt nicht mehr davon los.
Im nächsten Post kommt nochmals der Jugendstil in anderer Form.
Ich bin begeistert.
Übrigens hatten meine Eltern, sie haben 1927 geheiratet, auch Möbel im Jugendstil und alles von einem Schreiner in Willsbach bei Heilbronn gefertigt.
Wie die die Möbel nach Pfedelbach gebracht wurden, das weiß heute niemand mehr.
In Pfedelbach war mein Vater Bürgermeister und dort hat er auch meine Mutter geheiratet und dort haben sie auch gewohnt.
Interessant ist es, dass man dem Jugendstil keine entsprechende Musik zuordnen kann.
Es gibt zwar für den Jugendstil, wie ich es beschrieben habe von der Malerei bis hin zum Porzellan unglaubliche Dinge.
Aber die Musik?
Es gibt wohl keine.
Allerhöchstens denke ich hier an die Oper
Francesca da Rimini von Ricardo Zandonai 1883-1944.
Zandonai ist Verist, Wagnerianer, Impressionist und Neoromantiker.
Nicht zu verwechseln bitte mit Tschaikowskis Francesca da Rimini,
oder auch der Francesca von Rachmaninoff.
Ob der Jungendstil für Musik taugt, ist wohl umstritten.
Wo man vielleicht Anklänge zum Jugendstil merken kann, sind die Werke von Richard Strauss (Salome), spätere Kompositionen von Hugo Wolf und sehr frühe Werke von Gustav Mahler.
Genannt sei auch Alexander Scriabin und Karol Szymanowski, Ralph Vaughan Williams und Frederik Delius. Die letzten genannten Komponisten sind mir allerdings auch nicht bekannt.
Warum nun der Jugendstil keine Musik hervorbringt, wundert mich etwas, da doch hier die Kunst besonders im Fokus steht.
Genannt sei auch Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg.
Alle drei sind m.E. gewöhnungsbedürftig.
Interessant ist aber auch, dass Programmhefte usw. zur Oper Francesca da Rimini bei der Uraufführung mit Jugendstilbildern versehen waren.
Übrigens war Francesca da Rimini eine Zeitgenossin von Dante und sie kommt auch in seiner Göttlichen Komödie vor.
Diese Komödie ist allerdings sehr lesenswert.
Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dante hatte deshalb auch mit der Kirche seiner Zeit erhebliche Probleme.
Zandonais Musik ist nicht die meine, ich müßte mich hier erst mal reinhören.
























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