Jugendstil im Landesmuseum Mainz
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Ich bin immer noch in Mainz und im Landesmuseum. Dort gibt es auch eine sehr schön Jugendstilabteilung, sie ist zwar nicht so groß, wie die in Wiesbaden und auf der Mathildenhöhe, aber auch sehr beeindruckend.
Vor allem die Glaskunst ist beeindruckend, ich war mal wieder hin und weg.
Gleich wenn man in die Abteilung kommt, besticht der Jungbrunnen.
Das Motiv passt wunderbar in die Zeit des Jugendstil und seinen Sehnsüchten zu den Ursprüngen und den Anfängen von Utopien.
Das Fenster stammt aus dem Haus Rheinallee 3c in Mainz und belegt die Tradition guten Kunsthandwerks in Mainz.
Bernhard Kraus ist erst 28 Jahre alt und meldet im September 1896 in Mainz sein Gewerbe als Glasmaler an. Das Atelier befand sich zuerst in der Hinteren Bleiche (nahe dem heutigen Landesmuseum), später im Zitadellenweg. Kraus schuf zahlreiche Glasfenster für private und kirchliche Auftraggeben in der Mainzer Region.
Material/Technik
Bleiglasfenster mit Glasmalerei
Das Fenster ist so genial, dass man lange davor stehen kann und immer etwas entdeckt.
Max Slevogt
Loreley 1886
Öl auf Leinwand
Der verführerischen Anziehungskraft der wunderschönen Loreley mit ihren langen Haaren, kann sich kein Mann entziehen.
Nach Heinrich Heine lenkt ihr zauberhafter Gesang alle Schiffer ab, die ihren Felsen passieren müssen. Die an dieser Stelle starken Stömungen des Rheins führten dann zum Unglück.
Das Gemälde ist ein Frühwerk , des damals gerade 18jährigen Studenten an der Münchner Akademie. Thema und Malweise sind stark beeinflusst von romantischen Vorbildern, die Slevogt dort kennen gelernt hatte und privat in zahlreichen Zeichnungen studierte. Im grafieschen Nachlass, der 2014 erworben wurde, befindet sich die exakte Beistift-Vorzeichnung des Gemäldes.
Hans Purrmann
Speyer 1880 - 1966 Basel
Park in Swinar 1903
Öl/Holz
Das in der Nähe von Prag gelegene Swinar war Sitz der Familie von Kahler. Purrmann lernte den Maler Eugen von Kahler beim Studium in München kennen und hielt sich nachweislich im Jahr 1903 auf Einladung des Freundes in Swinar auf. Während dieser Zeit entstand eine Reihe von Landschaften, die dasselbe Motiv in unterschiedlicher Färbung udn Beleuchtung zeigen. So ist die um den Baum im Vordergrund geführte Bank auf mehreren Bildern zu sehen. Der Blick geht zwischen den üppigen Baumgruppen des Parkt auf das schlossähnliche Wohnhaus der Familie.
Auch Hans Purrmann ging, angezogen von Max Slevogt und Max Liebermann nach Berlin und wurde auf Vorschlag Liebermanns in die Berliner Secession aufgenommen. Auch sein Werk vertrat der Galerist Paul Cassirer.
Er trag im berühmten Café de Dóme in Paris seinen Freund Weissgerber und Rudolf Levy. Es kamen aber auch noch andere Freund dazu wie Max und Margarethe Moll und er lernte auch den späteren 1. Bundespräsidenten Theodor Heuss dort kennen.
Hans Purrmann hat eine ganz interessante Lebensgeschichte. Er heiratet im Jahr 1912 die Malerin Mathilde Vollmöller, deren Vater ein bekannter Stuttgarter Unternehmer war. Das Vollmöller Areal in Stuttgart-Vaihingen war sein Werk.
Ich habe schon darüber berichtet.
Über Mathilde und Hans Purrmann berichte ich noch.
Vom Unikat zur Massenware
Gallé war der wichtigste Glaskünstler seiner Zeit. Naturbeobachtungen, besonders der Pflanzenwelt, setzte er in Entwürfe um. Anregungen erhielt er auch aus dem Studium der Zoologie sowie der chinesischen und japanischen Kunst.
Émile Gallé verstand seine Gläser als individuelle Kreationen. Hoch geschätzt waren die aus mehreren Schichten bestehenden Überfanggläser. Das Motiv wird dabei durch Wegschneiden der farbigen Schichten herausgearbeitet. Produzieren ließ Gallé im Meisenthal im Elsass, der Vertrieb erfolgt über Nancy. Die großen Erfolge Gallés auf den Weltausstellungen führten zu erhöhter Nachfrage, die zur Serienproduktion zwang. Glasschnitt wurde durch Ätzen ersetzt. 1895 verlagerte Gallé seine Produktion aus wirtschaftlichen Gründen nach Nancy.
Es ist sehr dunkel in diesen Räumen, damit wird das Fotografieren nicht einfach.
Auch ich habe Jugendstilgläser und zwar von der tschechischen Firma Bohemia, die hüte ich wie meinen Augapfel.
Es passt nicht mehr in diese Zeit, weil man diese Gläser auch nicht in die Maschine geben kann, aber das ist mir egal.
Was mich auch wundert, Wien ist ja eine Hochburg des Jugendstils. Klimt zum Beispiel und seine Wandmalereien. Was mich wundert, ich habe noch nie bei einem Wienbesucher, weder bei Instagram noch auf den Blogs Jugendstil gesehen. Aber das ist dann mal wieder Jugendstil und nicht jeder ist ja so verrückt danach wie ich.
;-))))
Vom Landesmuseum und von Mainz folgt nun noch ein Post mit den letzten Bildern, das ist das auch erledigt.
Von meinen Bohemia-Gläsern mache ich demnächst eine Fotoserie.
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Ich habe mich vor langer, langer Zeit mal bei Instagram angemeldet und habe die App wieder gefunden. Aber, das ist absolut nicht mein Ding.
Man wird von den Bildern und Filmen fast erschlagen, es sind keine Informationen - und wenn, nur dürftig - vorhanden mir gefällt das nicht. Aber ich kann mir nun in etwa schon vorstellen, wie die Leute, die sich dort verewigen ticken. Da ist nichts dabei, was mich auch nur annähernd interessieren würde. Keine Kunst, keine Musik, die mich anspricht. Aber ja, doch, ich bin halt doch anders, als andere.
Manche sind bei Tick Tock, Instagram und auch noch bei Pinterest, wobei mich Pinterest eher anspricht. Ich weiß aber auch jetzt, warum die Leute alles, aber auch alles filmen und ich habe mich gewundert, dass sie nicht noch ihren Stuhlgang dokumentieren und was sie dort täglich hinterlassen. Ich habe den Eindruck, manche hocken tatsächlich den ganzen Tag vor ihrem Handy.
Gerade bei Instagram und Tick Tock ist das immer dasselbe, dazu noch die grauselige Musik. Nee das muß ich nicht haben.
Ich halte mich doch lieber an meinen Blog.
Ich muß um 8.00 Uhr bei der Physio sein und ich freue mich, dass das tatsächlich anschlägt, ich habe jetzt nochmals 6 verschrieben bekommen und hoffe, dass es noch ein nächstes Mal geben wird. Natürlich ist die Zuzahlung, die ich leisten muß auch nicht zu verachten, aber, wenn es hilft.














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