Windlicht aus Draht und ein Büchlein über Eduard Mörike
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Heute zeige ich ein hübsches Windlicht, das ich aus Draht gefertigt habe.
Es ist ganz einfach zu machen.
Wie es genau geht, zeige ich das nächste Mal, wenn ich ein weiteres Windlicht zeige.
Aber dazu muß ich erst nach Ludwigsburg in den Bastelladen gehen und mir Draht besorgen, das mache ich am Donnerstag nach Pfingsten, wenn ich zu meiner Hausärztin gehe.
Eigentlich wollte ich ja im Juni nach Murnau fahren und auch den Ammersee umradeln, das geht ja - wie geschrieben - nicht, weil der Mann meiner Freundin gestorben ist und die Freundin nun im Moment keinen Besuch haben möchte.
Ich bin da immer gerne hingegangen, weil mir es dort gut gefallen hat und ich mich dort auch Zuhause gefühlt habe. Ich übernachte nicht gerne in anderen Betten.
Nun radele ich auch hier sehr viel und mache Tagesfahrten mit einem Reisebüro, da bin ich tatsächlich gespannt, es hat einige schöne Sachen dabei, u.a. auch Koblenz da bin ich mal gespannt.
Jetzt habe ich doch tatsächlich einen Termin für das Krankenhaus in Ludwigsburg im Juni bekommen (auch recht, denn da wäre ich ja im Urlaub), um nochmals das ganze Prozedere über mich ergehen zu lassen, damit die Ärzte dann dort festlegen können, wann sie mich dann an den Venen operieren.
Ich lasse das, wie die OP des Karpaltunnels dann ebenso im Herbst machen. Es geht tatsächlich nicht mehr anders, da hilft wirklich nichts mehr.
Im Herbst oder Winter ist das besser, denn ich muß nach der Venen-OP einen Verband tragen und radeln darf ich erst, nachdem die Fäden gezogen sind. Habe meinem Doc gesagt, ob das nicht mit Reizstrom usw. weggeht, der hat sich nur noch gewundert, wenn der Nerv da drückt, muß er durchtrennt werden, sonst ist da kein Karpaltunnelsyndrom. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er hier auch auf das Geld aus ist, denn der hat genug Patienten.
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Ich arbeite gerne mit Draht und habe da auch schon vieles gemacht, alles habe ich noch gar nicht gezeigt.
Es ist allerdings nicht ganz einfach die Drähte einigermaßen "glatt" zu bekommen.
Das Windlich eignet sich sehr gut als Tischdeko, noch schöner ist es natürlich, wenn mehrere von diesen Windlichtern auf dem Tisch stehen.
Das nächste folgt mit einer genauen Anleitung.
Ich zeige hier ein weiteres Büchlein, das ich vor Jahren mal im Mörikemuseum in Cleversulzbach gekauft habe.
Es liegt neben dem Windlicht.
Es ist von drei Cleversulzbacher Urgesteinen geschrieben und es beschreibt genau die Zeit von Eduard Mörike in Cleversulzbach, die Mörike ja immer wieder als seine glücklichste Zeit bezeichnet. Hier war er glücklich und hat viel auch geschrieben, leider war er auch hier überfordert.
Im Büchlein enthalten sind wunderschöne Gedichte Zeichnungen und er beschreibt den Tod seiner Mutter, die er auf dem Friedhof in Cleversulzbach beerdigt.
Interessant finde ich auch, dass der Briefwechsel, an König Wilhelm I. von Württemberg hier gezeigt wird, in dem er sich um die Stelle in Cleversulzbach bewirbt.
Vor seiner Pfarrstelle war Mörike ja Pfarrverweser in Ochsenwang bei Kirchheim-Teck, durch das wir durchgeradelt sind.
Ich muß da unbedingt nochmals hin.
Mörike war von 1834-1843 Pfarrer in Cleversulzbach. Eine sehr fruchtbare Zeit für ihn und seine Dichtungen.
Schweren Herzens mußte er auf königlichen Erlass Cleversulzbach verlassen, weil es hier verschiedene Schwierigkeiten gab.
Er wurde vor die Wahl gestellt, entweder sein Amt ohne Vikar zu versorgen, oder es zurückzugeben.
Er schaffte es nicht ohne Vikar und schrieb mit viel Bitternis an seine kindliche Freundin Agnes Hartlaub:
"Das Amtssigill (Amtssigel): Es ist schwer gewordenfür einen Mann und das hat bei 3 Zentnern gewogen."
In seinem letzten Brief aus Cleversulzbach schreibt Mörike:
"Unsere Abreise war auf den 5. September festgesetzt. Wir werden aber noch 3 Tage zugeben müssen, so dass am 8. sich mit mir ein neuer Mensch in die Welt hinauswagt."
Schwer gefallen ist iihm der Abschied allemal:
Er schreibt ein Gedicht.
Ade, o Tal, du Berg und Tal!
Rebhügel, Wälder allzumal!
Aus ist, was mich gefreut so lang´,
Geläut und Orgel, Sang und Klang.
Ich kann ihn verstehen. Es ist so schön in Cleversulzbach.
Für Agnes Hartlaub schrieb Mörike auch ein Gedicht,
das Hugo Distler vertont hat.
Dort an der Kirchhofsmauer
da sitz ich auf der Lauer
da sitz ich gar zu gern
es regt sich im Holunder
es regnet mir herunter
Rosin und Mandelkern
Waldwibichlein, das kleine
das goldige, das feine
das hat es mir gebracht
Es hat ein Schloß im Berge
das hüten sieben Zwerge
darin ist große Pracht
Und es hat mir versprochen
in aber hundert Wochen
wenn Agnes wacker sei
dann käm es mit dem Schlitten
zu Gaste mich zu bitten
da seid fein auch dabei
Ich denke, Mörike könnte in unserer heutigen Zeit auch nicht mehr bestehen.
Er wollte nie Pfarrer werden, er war ein schöngeistiger Mensch, Dichter und Maler und hatte ständig Geldsorgen. Diese Geldsorgen kamen vor allem dadurch, dass er sich krankheitsbedingt als Pfarrer pensionieren hat lassen und durch die Übernahme von Bürgschaften für seine Brüder.
Durch seine schriftstellerische Arbeit bekam er nur eine sehr geringe Vergütung. Seine kostspieligen Kuraufenhalte u.a. in Bad Mergentheim kosteten auch viel Geld.
Mörike litt an Hypochondrie und hatte Magenleiden und so mußte er schon mit 39 Jahren in den Ruhestand treten. Seine Jahre als Vikar wurden schlecht bezahlt und seine frühe Pension brachte ihm nur eine jährliche Rente von etwa 280 Gulden ein.
Für die Schulden seines Bruders Karl mußte Mörike aufkommen. Karl mußte wegen Veruntreuung auf dem Hohenasperg eine Strafe verbüßen.
Mörike gilt als Meister der Biedermeier-Lyrik aber zu Lebzeiten brachten ihm seine Werke wie z.B. Maler Nolten oder auch seine Gedichte nichts ein. Sie deckten seinen Lebensunterhalt nicht.
Heinrich Heine, der Mörikes Gedichte nur vom Hörensagen kannte,
spottete: "Man sagt mir, er besinge nicht bloß Maikäfer, sondern sogar Lerchen und Wachtels, was gewiss sehr löblich ist."
Es entging aber Heine, wie auch Nietzsche, dass es auch einen anderen Mörike gibt, einen, der modern genannt zu werden verdient und es schon einer hartnäckigen Ignoranz gegenüber Wortlaut und Gehalt der Gedichte gibt, die zu seinen besten zählen.
"Der alte Turnhahn" ist eines von ihnen."
Mörike sicherte seinen Lebensabend finanziell dadurch ab, dass er als Literaturlehrer am Königin-Katharina-Stift in Stuttgart arbeitete.
Seine Aufzeichnungen findet man heute im Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim.
Begraben ist er auf dem Pragfriedhof in Stuttgart, ein schlichtes Grab, ich zeige es mal.
Ich mag seine Geschichten und auch seine Gedichte sehr und freue mich immer wieder darüber, dass ich durch die Oma mit ihm aufgewachsen bin. Sowas vergisst man nicht.
Aber, ich glaube auch, dass er kein einfacher Mensch war.
Meine Geschichte von Eva und Oma in Cleversulzbach geht auch weiter.
Die Kirche in Cleversulzbach und auch der Taufstein, an dem meine Mutter getauft wurde, kann man
sehen. Es sind schon auch schöne Erinnerungen und in dieser Kirche predigte Mörike.












Kommentare:
AntwortenLöschenVielen Dank für sovieles, was sie hier in ihrem Blog schreiben.
AntwortenLöschenIch habe schon sehr viel gelernt und gerade lese ich über Mörike, den Sie ja sehr verehren. Jeden Tag schaue ich mir ihre Eintragungen an und bin begeistert.
Vielen Dank und freundliche Grüße Walter S.
Herzlichen Dank, ich freue mich, wenn es ihnen gefällt und ich suche auch immer etwas interessantes heraus, das auch mich weiter bringt.
LöschenLieben Gruß DIE SCHWABENFRAU