Ihr jubelt über die Macht der Presse - graut euch nie vor ihrer Tyrannei? *Marie von Ebner-Eschenbach*
Opportunisten sind Spezialisten im Umgang mit wechselnden Windrichtungen. *Thom Renzie*
Opportunist = Ein Jenachdemer. *Wilhelm Busch*
Opportunisten sind Leute, die schon heute die Windrichtung von übermorgen kennen. *Sir Alec Guinness*
„Tragödie ist eine Nahaufnahme; Komödie, eine Totale.“ *Buster Keaton*
Halbdackel ist im Schwäbischen komischerweise die Steigerung von Dackel. *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn jemand ein Dackel ist, dann ist der nicht besonders geschickt und eher ein bisschen dümmlich. Aber ein Halbdackel ist ein echter Blödmann! *Rolf-Bernhard Essig*
Danser sur un vulcan *Lateinische Redewendung*

Besuch in Nürnberg 2. Teil St. Sebald

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Mit Nürnberg geht es nun weiter, den 1. Teil Anfang habe ich ja gestern gezeigt. 

Mehr Nürnberg gibt es HIER  


St. Sebald, die Sebalduskirche in Nürnberg. 

 

Mit einem Grab fängt alles an:

Sebaldus taucht im Jahr 1070/1072 im Zusammenhang mit Heilungen an seinem Grab erstmals in Urkunden auf.  



 

Zu dieser Zeit steht dort noch eine Kapelle, die dem Apostel Paulus geweiht ist. Über das Leben des Sebaldus gibt es nur wenige Hinweise. Er hat wohl als Einsiedler in den Wäldern nördlich von Nürnberg gelebt. Die Bevölkerung verehrt ihn bald als Heiligen, und im Laufe der Jahrhunderte ranken sich mehr und mehr Legenden um sein Leben und Wirken. 






Etwa um die Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung Nürnbergs im Jahr 1050 taucht auch der Heilige auf. Als die Stadt wächst und sich zu einem der bedeutendsten Handelsplätze in Mitteleuropa entwickelt, entsteht in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zunächst die Pfarrkirche St. Sebald als spätromanische doppelchörige Pfeilerbasilika. 1309/10 werden die Seitenschiffe erweitert und zwischen 1361 und 1379 entsteht der hochgotische Hallenchor. Seit dieser Zeit gilt Sebaldus als Schutzpatron der aufstrebenden Handelsmetropole. Seine offizielle Heilgsprechung erfolgte aber erst im Jahr 1425. Bis heute ruhen seine Gebeine im Ostchor der Kirche. 



 

Aus dem 14. Jahrhundert stammen zehn teilweise erhaltene bunt verglaste Fenster, fünf weitere ersetzen in der Zeit der Renaissance um 1500 die Vorgänger, das jüngste Fenster stammt aus dem Jahr 1601. Die meisten Farbverglasungen haben die Familien der Ratsherren der Reichsstadt gestiftet, die drei Renaissancefenster im Chorhaupt gehen allerdings auf Schenkungen von Bamberger Bischofen, Kaisern und Markgraben zurück. Am Ende des 15. Jahrhunderts werden die Türme aufgestockt und erhalten ihr heutiges Aussehen. 





 

St. Sebald ist eine Kirche, die reichhaltige Kunstschätze beherbert, unglaublich, was die Künstler hier geleistet haben. 
Aber zu der Zeit, waren die Künstler ja auf die Kirche angewiesen, denn die konnte sie ja auch bezahlen. 

Leider war an diesem Tag der Rundfunk vor Ort, denn in der St. Sebald Kirche gab es am Abend ein Konzert. In dieser Kirche glänzen die hochkarätigen Konzerte und ich habe mir überlegt, mir mal eines, das mich interessieren könnte anzusehen. Dazu muß ich aber in dieser Stadt übernachten, es ist eine Überlegung wert. 

Kalender Sebalduskirche 

Die Sebalduskirche wurde im 2. Weltkrieg, insbesondere bei Luftangriffen zwischen 1940 und 1945 schwer beschädigt. Die Angriffe von 1944/1945, bei denen das Dach und die Gewölbe weitgehend zerstört wurden. Hier hatte man sich überlegt, die Kirche ganz abzureißen. Gottseidank hat man das nicht gemacht. 

Dass es heute noch diese schönen, wirklich schönen Kirchenfenster gibt, sowie der reichaltigen Ausstattung gibt, ist der rechtzigen Auslagerung zu verdanken. 

HIER  

Das Sebaldungsgrab aber, das hier fest verankert steht, konnte man nicht entfernen, es überstand die Zerstörungen unter einem Schutzmantel aus Beton.  

2026 begeht Nürnberg ein großes Bildungsjahr. Es erinnert an die Bildungsrede von Philipp Melanchthon, der diese Rede am 23.Mai 1526 zur Gründung der Schule an St. Egidien, zunächst mit den Namen Aegidianum, dann Altes Gymnasium - dem heutigen Melanchthon-Gymnasium in der Sulzbacher Straße.

Naja, wenn man sich nicht für Musik interessiert, dann kennt man vielleicht 
Johann Pachelbel (1653-1706) nicht. 

Die Wenigsten wissen es tatsächlich nicht:

Johann Pachelbel stammt nicht nur aus Nürnberg, er hat in seiner Geburtsstadt auch eine große Zeit seines Lebens als Organist und Komponist an der Sebalduskirche mitten in der Altstadt gearbeitet, wo die Aufnahmen für ein großes Projekt 
Pachelbel Viernull entstanden sind. 

Hier geht es um sein wohl größtes Werk, das viele bestimmt kennen.
Wir haben es in der Schule in der Musik AG schon durchgenommen. 
Ein wunderschönes Stück. 

 


Erklärung Pachelbel VIERNULL 


 

Pachelbel ist in seiner Heimatstadt gestorben und liegt auf dem St. Rochungsfriedhof begraben. 

Am Westchor ist eine Tafel angebracht, die an ihn erinnert. 

Ein großer Teil der Ausstattung in der Kirche stammt aus dem 15. und frühen 
16. Jahrhundert, zum Teil aus der Hand namhafter Künstler:

Adam Kraft, Veit Stoß, Albrecht Dürer, Hans von Kulmbach und andere haben Altäre, Figuren und Bilder für die Sebalduskirche geschaffen. 

Im Jahre 1525 schließt sich die Stadt Nürnberg der Reformation Martin Luthers an, und damit wird die Sebalduskirche evangelisch. Die Kunstwerke und Gebeine des Heiligen bleiben aber erhalten, obwohl sie als Ausdruck einer überkommenen, spätmittelalterlichen Frömmigkeit gelten. 

Ende des 16. und Mitte des 17. Jahrhunderts wird die Kirkche im barocken Stil ausgestattet und erhält z.B. Emporen. Diese Veränderungen werden erst im 19.Jahrhundert zurückgebaut. Ende des 19.Jahrhunderts wird die Kirche von Grund auf restauriert. 

Zwischen 1943 und 1945 wird die Kirche mehrfach von Bomben getroffen und schwer beschädigt. Noch am 20. April 1945 werden die beiden Türme in Brand geschossen und die mittelalterlichen Glocken schmelzen. 

Die erste Phase des Wiederaufbaus dauert zwölf Jahre und endet mit der Wiedereinweihung des Ostchors am 22. September 1957. Bis heute müssen noch Kriegsschäden beseitig werden. 

In den Jahren 1988/91 entsteht das zeitgenössische Eingangsportal von Heinz Heiber und 1999 erhält St. Sebald das Nagelkreuz von Coventry. 

Wer sich für die vergangene Geschichte interessiert, dem müsste Coventry ein Begriff sein. Oftmals wird ja auch gesagt, der Angriff der Royal Air Forces auf Dresden wäre eine Vergeltung für Coventy gewesen. 

Dieses Nagelkreuz konnte ich nicht fotografieren, der Rundfunk eben. 
Aber in der Heilbronner Kilianskirche ist es auch zu sehen. 

HIER  

Für die Instandhaltung von Gebäude und Kunstwerken müssen zur Zeit jährlich etwa 300.000 Euro aufgewendet werden. 

Wer das alles sehen möchte, der muß eben 2,50 Euro bezahlen. Meiner Ansicht nach viel zu wenig, denn was hier - natürlich ohne den Rundfunk - geboten wird, macht sprachlos.  

Ein Aquarell, Zerstörung der Kirche, leider mit Scheinwerfer und Spiegelung. 


 

In dieser Kirche war ich nicht das letzte Mal. Hoffentlich dann ohne Rundfunk, aber Nürnberg ist ja innerhalb drei Stunden - da nimmt selbst den TRI in Kauf zu erreichen. Kein Problem.  


 

Ich wurde in Nürnberg auch immer wieder - insbesondere in Hinweisen auf das Katharinenkloster  - auf die Meistersinger von Nürnberg hingewiesen, die ich erst kürzlich besucht habe.  

HIER habe ich von der Aufführung berichtet.  

St. Katharina, zwischen 1620 und 1778 Treffpunkt der Meistersinger, ist laut Regieanweisung von Richard Wagner, Schauplatz der ersten Szene in seiner Oper Die Meistersinger von Nürnberg.  

Nürnberg ist eine herrliche Stadt, in der man so richtig Geschichte schnüffeln kann. Ich mag das. 

Der restliche Teil von Nürnberg folgt noch, ist ne Menge, was es da noch gibt, aber das gibt dann den 3. und letzten Teil. Das muß ich aber erst noch bearbeiten. 

Morgen werde ich eine Radtour zeigen und dann am Ende des Monats die Monatscollage. Der Juni war tatsächlich sehr bewegungsaktiv.   

Quellen:
Kirchenführung und Broschüre St. Sebald

 

 

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