Heilbronn 3. Teil
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Diesen Post widme ich meiner Großmutter Amalie Karoline Herrmann, geboren am 4. Juni 1884 in Lehrensteinsfeld, gestorben am 20. Juni 1966 in Leonberg. Sie war immer wieder ganz begeistert von Heilbronn und der Kilianskirche.
Seit 1961 lebte sie bei uns im Haus in Leonberg. Sie hat es nie verkraftet, dass sie ihr Anwesen verkaufen mußte. Sie konnte es auch alleine nicht mehr bewirtschaften. Sie hätte sicherlich länger gelebt, wenn sie sich in diesem Haus wohlgefühlt hatte.
Das tut mir so unendlich leid.
Zudem mußte sie noch einen Mann heiraten, den sie gar nicht wollte und der
12 Jahre älter war, als sie.
Sie liebte den Juden Levi aus Unterheinriet, aber das war damals nicht gewünscht. Vielleicht auch besser so, denn was wäre wenn???
HIER habe ich mal darüber geschrieben.
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Nun aber noch den 3. Teil von Heilbronn. Hier kommen mit Sicherheit noch ein paar Sehenswürdigkeiten dazu, aber das mache ich in einem Post.
Teil 1 und 2 gibt es hier und hier.
Mein Besuch führte mich auch in die Kilianskirche. Das ist das Wahrzeichen von Heilbronn, nicht ganz, das ist das Kohlekraftwerk, das weithin zu sehen ist und das Strom für 700.000 Haushalte liefert.
Meine Oma war immer ganz glücklich, wenn sie mir erzählen konnte, dass oben auf der Spitze des Turms der heilige Kilian zu sehen ist.
In Würzburg begegnet man dem heiligen Kilian auf Schritt und Tritt, dort kommt er auch her.
Es gibt in der Kilianskirche soviele Dinge, die man sehen kann und die auch interessant sind.
Alles geht nicht, da kann ich nur empfehlen sich das selbst einmal anzusehen. Doch ich glaube, mancher Blogger hat gar nicht das Interesse dies zu tun.
Zur Kilianskirche kann man sich selbst bei Wikipedia ein Bild machen.
Die Kilianskirche ist aus Heilbronner Sandstein gebaut und der wurde in eben diesem Steinbruch gebrochen, über den ich schon berichtet und den ich angeradelt habe.
Wie ich schon geschrieben habe, es kommt eines zum anderen.
Übrigens auch im Heidelberger Schloß wurde eben dieser Sandstein aus Heilbronn verwendet.
Kommen wir nun erst mal zu den Glocken der Kilianskirche
Von den ursprünglich acht historischen Bronzeglocken der Kilianskirche überstanden nur zwei die Zerstörung von Stadt und Kirche am 04. Dezember 1944.
Die Evangelisten-Glocke aus dem 3. Quartal des 15. Jahrhunderts und die Feuerglocke aus dem 14. Jahrhundert. Letztere ist die älteste Glocke Heilbronns.
Die Evangelisten Glocke oder Stundenschlag Glocke.
Gussjahr ist die 2. Hälfte des 15. Jahrhundert, Gießer Hans Eger.
Schlagton d´, Durchmesser 74,5 cm.
Ursprünglich hing diese Glocke unterhalb des Turmhelms. 50 Jahre diente sie von 1894 bis 1944 als Schlagglocke. 2005 wurde die Glocke abgenommen und in die Glockenstube aufgenommen.
Zu hören ist diese Glocke von Montag bis Samstag,
morgens um 7 Uhr zur Erinnerung an die Auferstehung Jesu am Ostermorgen.
Feuerglocke
Gussjahr 14. Jahrhundert
Schlagton b´, Durchmesser 96 cm
Gewicht 550 kg
Die Glocke hing früher über der Türmer Wohnung. Wie der Name vermuten lässt, war die Feuerglocke im Mittelalter eine Signalglocke, die der Türmer bei Gefahr oder Brand läutete. Sie hat einen ganz herben Klang und kann sofort von den anderen Glocken unterschieden werden. Die Feuerglocke fiel am 4. Dezember 1944 wie ihre zahlreichen Schwestern vom Turm, jedoch in den Turm der bereits ausgebrannten unteren Turmgeschosse. Sie ist die einzige vom Turm gestürzte Glocke, die unversehrt geborgen werden konnte. Seit ihrer Wiederaufhängung im Jahr 1959 läutet die Feuerglocke am 4. Dezember um 15 Uhr als Einzelglocke und ab 15 05 Uhr stimmen in ihren Ruf alle Glocken der Kilianskirche und der gesamten Stadt Heilbronn mit ein zum Gedächtnis an die Zerstörung der Stadt.
Beide mittelalterlichen Glocken sind im Duett jeden Freitag um 15 Uhr zu hören, das so genannte "Passion Gedächtnis Läuten" in Erinnerung an die Leiden und dem Tod "Jesu am Kreuz" am Karfreitag.
Die sechs Nachkriegsglocken enstanden in der Zeit zwischen 1949 und 2003 in der in Heilbronn ansässigen Glockengießerei Bachert. Diese Bronzeglocken hängen seit 1990 am Holzjochen in einem Stahlglockenstuhl.
Gussjahr 1964
Gieser Bachert, Heilbronn
Schlagton g`, Durchmesser 106 cm
Gewicht 800 Kg .
Diese Glocke. ist aus der Kreuzkirche in Heilbronn.
Am Dienstag 06.12.2020 wurden die Glocken der Kreuzkiche vom Glockenturm ausgebaut und in die Kilianskirche gebracht. Dort sind sie für Jedermann zu sehen.
Die Kreuzkirche wurde 2020 wegen sinkender Mitgliederzahlen der Emmaus-Gemeinde an eine freikirchliche Gemeinde verkauft, zu der überwiegend Menschen aus Rußland gehören.
Die Glocken und die Orgel wurden herausgenommen.
Insgesamt sind es sechs Glocken, die nun in der Kililanskirche stehen.

Ich finde das eine sehr schöne Tradition, die schon bleiben muß.
Eines der bedeutendsten Kunstgegenstände in der Kilianskirche ist das 1991 von Ingeborg Schäffler-Wolf geschaffene Antependium.
Ungewollt lenkt es beim eintretenden Blick auf den liturgischen Mittelpunkt des Raumes.
Im Kunstwerk selbst spiegelt sich das im Hintergrund hoch aufragende Retabel des Hochaltares wieder.
Die eigentliche Tapisserie ist über eine Edelstahlplatte gspannt, die an den Seiten heraustritt. Dadurch hebt sich das Werk von dem hellen Heilbronner Sandstein ab und wirkt wie schwebend davorgesetzt.
Die Oberfläche ist durch verschiedene Web- und Sticktechniken reich gestaltet.
Wie zufällig anhängend, schließen die liturgischen Farben das Werk nach unten, nicht durchgängig ab.
Der Begriff Antependium kommt von lateinisch ante "vor" und pentere "hängen".
Ursprünglich ist das ein reich verzierter und bestickter Vorhang aus Stoff an der Vorderseite oder den Seiten des Stipes (Unterbau des Altares).
Paramente (lat. parare = bereiten) sind liturgische Textilien, die im evangelischen Bereich vor allem gottesdienstliche Einrichtungsgegenstände, Altar, Kanzel, Taufstein, bekleiden. Diese "Schmucktücher" werden in bestimmten Farbstellungen im Laufe des Kirchenjahres zu den Gottesdiensten und Kirchenfesten nach liturgischen Vorgaben gewechselt. Die besonderen Zeiten des Kirchenjahres finden dadurch ihren sichtbaren Ausdruck in den Paramenten, die nach Farbgebung und Symbolik auf die jeweilige Zeit im Kirchenjahr hinweisen.
Hier in der Kilianskirche gibt es die Paramente nicht. Man entschloss sich ein Antependium mit allen liturgischen Farben zu schaffen.
Das Bronzekreuz auf dem heutigen Hauptaltar ist ein Werk des Künstlers Ulrich Henn.
Es stellt verschiedene Szenen aus dem Leben Jesus in kleinen Medaillons dar
Die Weinreben, die zu sehen sind, ranken quer über das Kreuz und verbinden alle Medaillons miteinander. In der Mitte des Kreuzes ist eine Darstellung Jesu zu finden, hier feiert er mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl.
Violett
Für die Zeiten der Buße und der Vorbereitung vor den hohen Festzeiten des Kirchenjahres (Weihnachten, Ostern).
Violett, ist als Farbe der Nacht das Zeichen des Wartens auf den kommenden Tag. "Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen.(Römer13,12-EG16). Als Mischfarbe betont Violett die Aufforderung zur Umkehr, der Buße, des In-sich-Gehens in dieser Zeit.
Rot
Für die Kirchenfeste (Pfingsten, Konfirmation) und für die Märtyrertage. Rot ist die Farbe des Geistesfeuers der Kirche (Pfingsten-Apostelgeschichte 1, 1-3) und zugleich die Farbe des Blutes der Glaubenszeugen
(Apostelgeschichte 7, Offenbarung 14, 4.7)
Weiss
Für die Christusfeste und die durch sie geprägte Festzeiten des Kirchenjahres (auch Ewigkeitssonntage). Weiß steht für Christus und die Engel (Markus 16, 5. Verkündigung Jesu - Matthäus 17,2)
Darum verstand man das weiße Gewand der Täuflinge als Zeichen für den durch Christus erneuerten Menschen. Von daher kommt auch das weiße Chorhemd, das in manchen Gemeinden getragen wird und die weiße Abe (wörtlich "die Weiße") die seit 1996 von Pfarrern, seit 2003 von Diakonen sowie von Prädikanten getragen werden kann. Die Farbe des Christus (Offenbarung 1,14) und der ihm Nachfolgenden (Offenbarung 4,5) findet auch Ausdruck in der weißen Altardecke. Das weiße Altartuch aus Leinen kann auch als Erinnerung an die Grabtücher Christi verstanden werden.
Grün
Für die Zeiten nach den hohen Festen. Grün ist die Farbe der grünenden Saat, des stillen Wachsens und Reifens, die Farbe des durch den Glauben im Heiligen Geist gewirkten neuen Leberns (Johannes 20, 31, Römer 8, 10)
Schwarz
Für Karfreitag und Karsamstag sowie auch für Beerdigungs- und Trauergottesdienste. Schwarz ist Ausdruck der äußeren Finsternis und der tiefen Trauer (Matthäus 26,31).
Ingeborg Schäffler-Wolf wurde für ihre Arbeit vom Städt.Museum in Heilbronn in einer Ausstellung "Ein verwirktes Leben" 2008 gewürdigt.
Interessant ist, wo sich weitere Werke der Künstlerin befinden:
Behördenzentrum Heilbronn
Landtag von Baden-Württemberg Stuttgart
Landeszentralbank Tauberbischofsheim
Rathaus Birkenfeld
Parkfriedhof Lauffen am Neckar
Pragfriedhof Stuttgart
Ehemalige Synagoge Affaltrach
Evangelische St. Georgskirche Obersulm-Willsbach,
Universität Stuttgart
Lesesaal Goethe Institut London
Deutsche Botschaft in Teheran/Iran
Irre, was man so alles erfährt und wo ich noch überall hinradeln muß.
Dieses Bild hat mir auch die Oma gezeigt, ich glaube es hängt hier schon sehr lange.
Wie der Künstler heisst, konnte mir Niemand sagen. Mich hat dieses Bild schon immer berührt.
Die Geschichte dazu:
Jesus und Maria gehen nicht nach Nazareth zurück, sondern bleiben in Bethlehem.
Als Jesus acht Tage alt ist, lassen sie ihn beschneiden, wie es das Gesetz Gottes für Israel ist.
Hier bekommt auch Jesus seinen Namen, wie der Engel Gabriel es vorausgesagt hat.
Als Jesus 40 Tage alt ist, gehen Josef und Maria mit ihm in den Tempel in Jerusalem.
Das Gesetz legt fest, dass eine Mutter nach Geburt eines Sohnes ein Reinigungsopfer bringen muß.
Maria opfert zwei kleine Vögel. Die finanzielle Lage von Maria und Josef lässt es nicht zu, dass ein junger Schafbock geopfert werden kann.
Aber, wenn sich die Mutter keinen Schafbock leisten kann, genügen auch zwei junge Tauben als Opfer, das ist bei Maria so.
Interessant ist:















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