Koblenz 2. Teil
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Ich möchte heute mit Koblenz fortfahren.
Einen 1. Teil habe ich schon geschrieben und einen anderen Post zur Bücherei habe ich auch gezeigt.
Wenn ich eine Stadt besuche, mache ich mir vorher immer Notizen, was ich sehen möchte, da kann es auch sein, dass eben diese Punkte, die ich mir vorgemerkt habe, nicht im üblichen Touri-Programm sind.
Gerade bei Koblenz ist ja der Höhepunkt das Deutsche Eck und die Burg Ehrenbreitstein.
Die Burg werde ich mir noch ansehen und habe ich mir vorgemerkt. Laut Information braucht man aber, um diese Burg anzusehen, mindestens drei Stunden, mal sehen.
So war ich, als ich am Deutschen Eck war, auch bei der Bronzefigur "Le Pouce" (Der Daumen). Er wurde von dem französischen Künstler
César Baldaccini geschaffen.
Dieser Daumen stellt einen übermannsgroßen Daumen dar und ist nun in verschiedenen Ausführungen weltweit zu finden.
Diese bekannte Version steht im Hof des Ludwig-Museums in Koblenz.
Leider wird hier gebaut, so dass man gar nicht so recht an das geniale Kunstwerk heran konnte. Es ist für mich wieder ein Beweis, was Kunst ausmacht. Nachmachen kann ich es auch, aber darauf kommen, das ist die Kunst.
Interessant ist, dass Baldaccini unter seinem Nachnamen so gut wie gar nicht bekannt ist. Bekannter ist er unter dem Namen César, denn er schuf den César, das ist der Name der Figur des französischen Filmpreises.
Der Künstler nahm 1965 einen Abdruck seines eigenen Daumen und vergrößerte diesen in verschiedenen Maßstäben als Bronzefigur. Der erhobene Daumen steht für Optimusmus und ist auch eine ironische Hommage an die menschliche Anatomie und industrielle Perfektion.
Der Künstler gehört zur Nouveau Réalisme (neuer Realismus) und bezeichnet eine Künstlergruppe um den Kunstkritiker Pierre Restany, eine Bewegung, die 1960 entstanden ist.
Dazu gehört z.B. auch die bekannte Niki de Saint Phalle.
Ich hätte den Daumen gerne von allen Seiten fotografiert. Aber schaun mer mal, wenn ich wiederkomme, dann ist er ja bestimmt noch da und das drumherum ist fertig.
Eigentlich finde ich die Beschreibung des Kunstwerkes schon interessant. Es geht hier um die rein geometrische Form, das Material (Cortenstahl) und die mathematische Logik.
Der Titel beschreibt exakt und nüchtern das, was man sieht. Eine Gruppe aus fünf Bögen, die einen Kreisausschnitt von 224,5 Grad haben, und eine zweite Gruppe aus fünf Bögen mit 225 Grad.
Ich meine, wenn man diese Beschreibung kennt , sieht man ein Kunstwerk schon mit anderen Augen an und Künstler haben sich auch dabei schon etwas gedacht.
Ich hoffe übrigens, dieses Jahr kann man wieder am Tag des offenen Denkmals an die Kunstakademie in Stuttgart gehen und dort eine Führung mitmachen.
Wie man auf den Fotos sehen kann, ist man auch hier eifrig am Bauen.
Basilika St. Kastor. Was ist eine Basilika?
Der urkundlichen Überlieferung zufolge wurde die karolingische Kirche im Auftrag Kaiser Ludwigs des Frommen ausgebaut und am 12. November 836 durch den Trierer Erzbischof Hetti geweiht.
1802 wurde das St.-Kastor-Stift auf Befehl der französischen Regierung aufgehoben und die Stiftsgebäude abgebrochen. Die Kirche St. Kastor blieb jedoch als Pfarrkirche erhalten. 1991 hat Papst Johannes Paul II. sie zur basilika minor erhoben.
Diese Basilika ist eine der ältesten Kirchen von Koblenz.
Ich habe den Baum gleich erkannt, die Blasenesche oder den Blasenbaum.
Die Blüten sind so wunderschön.
Das werde ich mich auch mal nach Alois Stettner umsehen.
Diese Padiglione bekommen auch nur Basiliken, die die Auszeichnung
basilika minor haben.
Ehrenbreitstein, Maria Magdalena Leym, die Mutter von Ludwig van Beethoven, stammte aus Ehrenbreitstein, das heute ein Stadtteil von Koblenz ist und sich auf der rechtsrheinischen Seite befindet.
Beethoven hatte wohl ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter, war aber selbst nie in Koblenz.
Dann gab es hier noch einen Dr. Franz Gerhard Wegeler, einen Sanitätsrat und Mitbegründer des Musik-Institutes. Dr. Wegeler war einer der ersten, dem Beethoven von seiner beginnenden Schwerhörigkeit berichtete.
Auch interessant, die Korrespondenz zwischen den Beiden befindet als Dauerleihgabe im Bonner Beethoven-Haus und das Ehrenbreitsteiner Beethoven-Haus ist erhalten geblieben und kann besichtigt werden.
Felix Mendelssohn Bartholdy erholte sich in Koblenz und suchte dort auch nach Inspiration. Er war öfters als Musikdirektor in Düsseldorf hier und besuchte das Weingut seines Onkels Joseph Mendelssohn im Stadtteil Horchheim. In Koblenz finden auch seit einigen Jahren die Koblenzer Mendelssohn-Tage statt.
Max Bruch, dessen Violinkonzert ich so mag, war in den Jahren 1864 bis 1867, auch Leiter des Musikinstitutes.
Dieses Violinkonzert schrieb er in seinen Koblenzer Jahren, es wurde 1866 in Koblenz uraufgeführt.
Mein Vater konnte ja Geige spielen und versuchte sich immer an diesem Konzert, es wurde aber nie etwas. Dafür durften wir an Weihnachten ihn "sägen" hören und dazu singen.
Auch Engelbert Humperdinck, der einer der bekanntesten Komponisten der Romantik war, hinterließ seine Spuren in Koblenz.
Der Schöpfer von Hänsel und Gretel hatte 1897 in Boppard am Rhein, ca. 30 Kilometer von Koblenz eine Villa am Berg erstanden und dort komponierte er eines seiner größten Orchesterwerke, die
Maurische Rapsodie.
Humperdinck holte sich auf seiner Reise nach Marokko und Spanien hier seine Inspiration.































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