Unglaublich!
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Jahrelang hat sich niemand mit dem 20.Juli 1944 beschäftigt.
Nun gehts los, jahrelang hat die AfD an diesem Tag einen Kranz am Bendlerblock niedergelegt und ich habe schon wiederholt auf diesen Tag in meinem Blog hingewiesen.
Kein Mensch hat sich über diese Kranzniederlegung aufgeregt, nur jetzt auf einmal.
Die AfD ist als Fraktion im Bundestag verteten und legt somit auch an Gedenktagen Kränze nieder.
Ich habe jede Menge Bücher über Dietrich Bonhoeffer und ich schätze ihn auch und meine Schwiegermutter war mit ihm über ein paar Ecken sogar verwandt. Ihr Mann Erwin Bonhoffer ist in Rußland gefallen.
Und plötzlich kommen auch Blogger, alle aus ihren Löcher und ihre Verwandten waren auf einmal alle Nazi-Verfolgte.
Es ist unglaublich, was sich da manche zusammensuchen.
Manches kann ja auch von Alter her gar nicht stimmen.
Aber ich kann sagen, dass mein Vater als Bürgermeister von Pfedelbach, seines Amtes enthoben wurde, weil er seine Herkunft nicht nachwiesen konnte.
Wir Geschwister nehmen an, dass seine Mutter, die nie den Namen des Vaters preisgegeben hat und in Frankfurt eine Stellung hatte, sich mit dem Herrn des Hauses eingelassen hat und dann ein Kind bekommen hat.
Sie mußte dann an Eides Statt erklären, dass mein Vater nicht jüdischer Abstammung ist, die Erklärung habe ich heute und erst dann bekam mein Vater einen Ariernachweis, der sich in meinem Besitz befindet. Leider auch mit den üblichen Unterschriften und dem Zeichen.
Was uns Geschwister immer gewundert hat, ist die Tatsache, dass das damals als Erklärung vom Nazistaat so einfach hingenommen wurde, wie man das einordnen will auch immer.
Ich denke auch die Mutter meines Vater hat für das Schweigen auch Geld bekommen.
Erst als diese Erklärung anerkannt wurde, durfte er eine neue Stellung als Bürgermeister in Langenburg antreten.
Was nun auch nicht gerade ein Vergnügen war, denn auch hier wurde von Oben gemauschelt und dieser Fürst war ein tatsächlich Nazi, wie manche Adelige auch, denn Hitler hat ja dem Adel versprochen, dass er ihn wieder groß machen wird.
Ein Buch dazu habe ich HIER mal vorgestellt.
Auch hier gibt es ein neues Buch, das die Geschichte der Familie beleuchtet.
Ich habe es nur habe ich es noch nicht gelesen.
HIER
Ich habe es auch mal geschrieben, inzwischen entfernt man ja die Straßen usw. die nach Nazigrößen benannt wurden, aber in Langenburg gibt es immer noch einen Platz, der nach ihm benannt ist.
Ich habe im Archiv nach all dem gesucht und bin auch fündig geworden und es ist eine ganze Kiste mit Papier gefüllt.
Angeblich hat mein Vater auch Wahlen gefälscht, das Dokument habe ich auch, allerdings nicht von meinem Vater unterschrieben.
Ich denke, dass man in dieser Zeit auch gezwungen wurde, Dinge zu tun, die eben nicht so gut waren.
Aber mein Vater hat ja nie geruht und immer wieder interveniert was ihm dann verschiedene Gefängnisse und zuletzt die Festung Fort Zinna bei Torgau eingebracht hatte. Da war er dann 2 1/2 Jahre mit dem Todesurteil nur Erschießen. Nach vielen Mühen habe ich das Todesurteil auch in der Kiste liegen.
Dass er von einem Herrn denunziert wurde, der ihn nach dem Krieg um Verzeihung geben hat, das hat mein Vater nie akzeptiert.
2 1/2 Jahre Einzelhaft mit morgendlichem Apell um 6.00 Uhr. Stiefel, Befehlen, Halt vor der Gefängnistür, Exerzieren und weitergehen.
Man muß sich diesen Stress vorstellen.
Mein Vater hat über diese Zeit nicht viel geredet.
Ja, mein Vater war zu Anfang als Bürgermeister in der SA, es blieb ihm ja nichts anderes übrig, wie viele berühmte Leute ja auch in der NSDAP waren. Was deutsche Soldaten in den besetzten Gebieten auf Befehl angestellt haben, darüber sprechen heute die wenigsten.
Er ist nach kürzster Zeit aus der SA wieder ausgetreten, sonst wäre er wahrscheinlich in der "Nach der langen Messer" auch ermordet worden.
Ich bin mir sicher, dass viele gar nichts mit dem Begriff anfangen können.
Die können sich im Internet selbst kundig machen.
Warum macht sich nicht einmal Jemand die Mühe in den speziellen Archiven nach den Verwandten zu suchen, es kostet Zeit, es kostet Kraft und auch Geld und ich glaube manche möchten es gar nicht, denn dann müssten sie festellten, dass sie einen wahrlichen Nazi in der Familie hatten.
Solange es in Langenburg noch diesen Platz mit Namen des Fürsten gibt, werde ich Langenburg nicht mehr besuchen.
Allerdings habe ich Langenburg schon mal im Rahmen einer Radtour besucht, werde es aber nie wieder tun.
https://schwabenfrau.blogspot.com/2022/03/mit-dem-pedelec-im-hohenloher-land.html
Die Tour möchte ich nochmals machen, allerdings ohne Langenburg.
Ja, und Margarita von Griechenland war eine Schwester von Prinz Phillip von England und sie hat sogar einen Sohn dieses Fürsten geheiratet.
Was ja noch eine Verwandschaft zum Königshaus in England zeigt.
Allerdings durfte diese Verwandschaft zur Hochzeit von Elisabeth mit Phillip 1947 nicht nach England reisen.
Gerade in Langenburg herrscht zu diesem Thema sehr großes Stillschweigen, weil man da nicht heran möchte, um den neuen Fürsten nicht zu ärgern.
Ich habe im Archiv in Langenburg auch die Spruchkammerakten dieses Fürsten eingesehen, wie ich auch so viele andere Spruchkammerakten angesehen habe.
Es sind sehr dicke und umfangreiche Akten, vieles habe ich kopiert und auch seine Tochter Alexandra genannt Sandra, die meine Mutter ständig gedemütigt hat.
Dass mein Vater auch durch sein Intervenieren degradiert wurde und ich auch diese Urkunde habe davon möchte ich gar nicht sprechen.
Ich kann immer nur sagen, hätten wir die Oma nicht gehabt, wäre es uns ganz schlecht ergangen.
Allerdings muß man sich die Geschichte von Phillip und seiner Mutter Alice auch mal anlesen. Es ist interessant und sehr traurig.
Ich wäre so froh, wenn ich meinen Vater wiedersehen könnte, denn ich habe soviele Fragen an ihn. Aber ich bin auf einem guten Weg, dieses alles mit der Zeit doch in einem gewissen Maße zu erfahren.
Wer mehr über seine Familie weiß, lebt besser. Allerdings kostet das - wie ich oben geschrieben habe - Zeit, Geld und Geduld aber es ist auch viel Frust dabei.
Mein Vater war nach der Haft in Torgau zwar beruflich erfolgreich, war aber nach Aussage meiner Geschwister nie wieder der Vater, der er vorher war.
Ich habe das allerdings nicht gespürt und mein Vater hat mich über diese Zeit aufgeklärt, wie auch meine engagierte Lehrerin Frau Paul, der ich heute noch dankbar bin, dass sie so streng mit mir war.
Was mich auch freut, ich kann das alles nachweisen und es kann auch jeder, der sich die Mühe macht, das im Archiv lesen.
Selbst mein Opa und die Oma haben im Archiv in Ludwigsburg Spruchkammerakten.
Spruchkammerakten kann jeder einsehen z.B. im Archiv in Ludwigsburg, wenn der "Betroffene" 30 Jahre tot ist.
Wäre doch mal für viele interessant, ob sie nicht auch einen Nazi in der Familie hatten?????
Ja, da fällt mir ein, dass mein Vater keinen Pfennig Entschädigung für seine Haft in Torgau bekommen hat. Im Gegenteil, sie mußten nach auch Lastenausgleich zahlen und das nicht wenig.
Mein Vater ist auch im Alter von 74 Jahren verstorben.
Das möchte ich auch noch schreiben, es gibt ja auch Blogger, die gerne auf ihr Juristenstudium hinweisen. Aber selbst schreiben, dass sie die 2. Staatsprüfung, die man als Volljurist braucht, aus welchen Gründen auch immer NICHT hat.
Ich frage mich oft, warum diese Bloggerin nicht an einem Gericht tätig ist. Das geht eben nicht, weil sie die 2. Staatsprüfung nicht hat und man kann froh sein, dass sie die nicht hat. Denn soviele Hass und Abschreiberei ist mir noch nie untergekommen, aber ich kenne sie von einem anderen Forum.
Im übrigen habe ich jetzt auch einen Volljuristen in der Familie.
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Es gibt Augenblicke, in denen man nicht nur sehen, sondern ein Auge zudrücken muß.
Benjamin Franklin











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