Mayerling, Ballett von Kenneth MacMillan an der Staatsoper Stuttgart
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Lange schon hatte ich dieses Ballett im Visier und dann habe ich zugegriffen.
Leider wieder mal zu spät, denn meinen Lieblingsplatz in der 1. Reihe in der Mitte habe ich nicht bekommen. Dafür aber einen sehr guten Platz ebenfalls in der 1. Reihe halt etwas abseits, aber das war in Ordnung. Mir ist es immer wichtig in den Orchestergraben zu gucken. Denn da geht auch immer einiges vor sich.
Das Haus war voll besetzt. Ich hätte gerne Friedemann Vogel als Rudolf gesehen, aber das hat nicht geklappt, dafür habe ich Henrik Erikson, der ebenfalls Kammertänzer an der Stuttgarter Oper ist gesehen.
Das war schon irre, was dieser durchtrainierte Tänzer da geboten hat.
Gefreut habe ich mich auch, dass ich Rocio Aleman als Mary Vetsera sehen durfte.
Ein Augenschmaus den beiden Tänzer zuzuschauen, aber auch
die anderen Tänzer von Kronprinzessin Stepanie bis hin zu Bratfisch dem Lieblingsfiakter von Rudolf hier tanzte Doran Plasse ein Solo, dass man nur staunen konnte, waren total gut. Aber auch die Geschwister, von Rudolf kamen hier mit Tanz zu Wort. Das Stuttgarter Ballett ist Weltklasse
Es war was los auf der Bühne und ein Pas de deux jagte den andern.
Wenn beim Defilee zu Beginn eine Habsburger Adelige nach der anderen über die Bühne schreitet, glaubt man sich an ein Schaulaufen an die Wiener Hofoper versetzt.
Die Kostüme waren so schön. Spitze und Seide, Rüschchen und Schleifen zierten die prachtvolle Ballkleider der Damen. Die vielen Stofflagen bauschen die Röcke auf, Korsagen formen Taillen wie Sanduhren und Schmuck lässt die Dekolletés glitzern. Die Männer blitzen in schönen Uniformen an der Seite ihrer Frauen, dass man meint, man ist in das 19.Jahrhundert zurückversetzt.
Jürgen Rose hat hier mit Mayerling alle Register seiner Kunst gezogen.
Kostümskizzen von Jürgen Rose.
Kenneth Macmillan zählt zu den bedeutendsten Choreografen seiner Generation. Nach einer schwierigen Kindheit bot ihm der Tanz einen Ausweg und tanzte schon im Alter von elf Jahren Ballett.
In Anerkennung seiner Leistungen schlug Königin Elisabeth II. MacMillan 1983 zum Ritter. Er hat - Mayerling ist ein Handlungsballett - die Ballettwelt nachhaltig geprägt. Sie beeinhalten kontroverse Sujets, innere Konflikte und tragische Momente. Er entwickelte psychologische Tanzdramen, stellte Außenseiterinnen und Abgründiges in den Mittelpunkt.
So z.B. in Valley of Shadow 1935 über eine jüdische Familie im Dritten Reich mit Szenen im Konzentrationslager. In Anastasia 1967/70 über eine psychisch labile Frau, die vorgibt, die letzte Tochter des Zaren zu sein.
Different Drummer 1984, nach Georg Büchners Woyzeck und nicht zuletzt im Historiendrama Mayerling, über die letzten verzweifelten Tage des Kronprinzen von Österreich-Ungarn.
Kenneth MacMillan kam Fred Astaire nacheifernd, über den Stepptanz zum Ballett. Seine letzte Choreografie konnte nicht mehr vollenden, er starb am 29. Oktober 1992 in London.
Was er hier geschaffen hat, ich schau ja meistens bei Ballettvorführungen auf die Beine und Füße, dann ist das alles festgelegt und so ausgefeilt, dass ich nur staunen kann. Ebenso ist es für mich unvorstellbar, wie man mit solchen Kostümen so wunderbar tanzen kann.
Das sitzt jeder Schritt, jede Pose und ich überlege mir immer wieder, wie die Tänzer das alles - das festgelegt - das schaffen. '
Gerade im letzten Akt "der Sterbeszene" dieser Pas de deux, wunderschön.
Das Kleid, das Mary trägt passt sich so der Bewegung an, ich kann es nicht beschreiben, das muß man sehen.
Die Geschichte von Mayerling ist ja bekannt. Der Kronprinz Rudolf hatte eine sehr schwere Jugend unter seinem dominanten Vater (ich konnte diesen Kaiser nie leiden, aber auch Elisabeth hatte sich verändert) und er war auch ein Frauenheld, irgendwann steckte er sich mit Syphillis an und damals hatte man nicht die Möglichkeiten, die man heute hatte.
Was genau hier in Mayerling geschah, ist bis heute noch nicht ganz geklärt. Man fragt sich oft, ob er Mary Vetsera geliebt hat. ich denke nein, er machte sie sich gefügig, weil er jemand suchte, der mit ihm in den Tod ging.
Kein Wunder mit 16 Jahren, aber Elisabeth ging es ja mit Franz Joseph auch nicht anders, zeitlebend unglücklich und sie wurde immer spezieller.
Mary Vetsera war so in Rudolf verliebt, dass sie mit ihm in den Tod gegangen ist, das arme Kind, war 16 Jahre alt.
Übrigens hat auch die bekannte Schriftstellerin Brigitte Hamann ein Buch über Rudolf geschrieben, das ich auch in meinem Besitz habe.
Über Stephanie von Belgien seine ungeliebte Frau, habe ich vor einiger Zeit ein Buch vorgestellt.
Sie wurde wie Rudolf auch in diese Ehe hineingedrängt und das war nicht gut. Er steckte sie mit dieser Krankheit an, weshalb (sie hatten ja eine Tochter Elisabeth, die rote Herzogin) Stephanie keine Kinder mehr bekommen konnte.
Ich habe inzwischen zum Habsburger Königshaus, eine ganz andere Meinung, weil so eine Doppelmoral bei den Habsburgern und nicht nur dort, an der Tagesordnung war.
Kaiser Franz Joseph hatte zahlreiche Affären, wie Sissi - das ist nicht sicher - auch eine Affäre mit Bay Middleton hatte.
Das Ballett beginnt mit einem Prolog und zeigt auch das Ende.
Die einleitende düstere Friedhofsszene kommt mit Kutsche und einem Sarg, den ein Pfarrer segnet und er wird dann in die Erde auf dem Friedhof versenkt.
Rudolf erschoss 1889, dem Wahnsinn krankheitsbedingt und morphiumsüchtig, seine Geliebte Mary Vetsera.
Ort des des beiderseitigen Sterbens war das Jagdschloß Mayerling, das dem Ballett den Titel gab.
In der Hochzeitsnacht schockiert Rudolf Stephanie mit einem Totenschädel und einer Pistole, bevor er sie im schwarzen Ehebett vergewaltigt. Eine Szene, die einem sehr nahe geht.
Er schikaniert gerne seine ungeliebte Gattin. Schon kurz vor der Hochzeitfeier hat er mit der Schwester von Mary geflirtet.
Rudolf nimmt Stephanie incoknito mit in zwielichte Kneipen, wo sie zusehen muß, wie er mit den Postituierten hier flirtet. Ist schon ziemlich schockierend.
Rudolf hatte kein sehr warmherziges Verhältnis zu seinen Eltern.
Seine Jugend war alles andere als schön.
Wie auch innerlich beherrschten Rudolf Leere, Zerissenheit und Verzweiflung. Er giert nach Sex, Morphium und dem Tod.
Hier findet er in Mary Vetsera eine Gefährtin, die den Tod nicht fürchtet, sondern davon fasziniert ist.
Gemeinsam steuern sie auf jenes schicksalhafte Ende zu, das auf dem Jagdschloß Mayerling Geschichte schreiben sollte und ganz Europa erschütterte.
Nun hätte ich fast die Musik vergessen.
John Lanchbery arrangierte die Musik nach Klavierstücken von Franz Liszt zu Mayerling. Er arrangierte aber auch noch eine Vielzahl anderer Partituren .Mit der Musik hatte ich zeitweise Probleme, das gab sich aber dann auch wieder.
Alles in allem ein wunderbarer Ballettabend, mit großem Beifall und es regnete Blumen auf die Bühne.
Der Nachhauseweg war weniger schön, man muß zur Zeit (die S-Bahnen halten wegen Bauarbeiten oben im Hauptbahnhof) eine recht große Wanderung in die Königstraße und auch wieder zurück absolvieren.
Hier wird eine ganze Häuserzeile abgerissen und hier führt ein kleiner links und rechts mit Brettern zugebauter Weg in Richtung Opernhaus. Das ist ja in Ordnung, nur, wenn man dann um 22.30 Uhr hier in Richtung Bahnhof läuft, ist es stockdunkel. Ich habe dann die Taschenlampe meines Handy angemacht, aber das kann so nicht sein, wenn hier in der Ecke einer mit einem Messer auf dich lauert, hast du schlechte Karten.
Was auf der Königstraße und in der Hauptbahnhof-Unterführung los war, davon möchte ich gar nicht reden. Es kann nicht sein, dass man abends nicht mehr als Fußgänger alleine unterwegs sein kann.
Das ist ein Geschrei, in Sprachen, die ich nicht verstehe und auch nicht verstehen möchte.
Ich habe keine Angst, sonst würde ich das ja auch nicht machen, aber das kann nicht sein, es ist ein ganz komisches Gefühl.
Eigenartig ist, dass wenn ich mich - mit was auch immer - bewaffnet und mit wehren würde, dann ist das Vorsatz und ich bekäme sicherlich keinen Freispruch.
Ich habe nun beschlossen, in nächster Zeit, es kommt ja die dunkle Jahreszeit, nicht mehr in die Oper zu gehen, obwohl im neuen Spielplan einige schöne Opern usw. zu sehen sind.
Aber, ich bin doch schwach geworden und habe eine Karte für das Neujahrskonzert 2027 gekauft, wieder in der 1. Reihe, kein schlechter Platzl aber alles andere war schon verkauft.
Es ist beliebt das Opernhaus Stuttgart.
Neujahrskonzert 2027 Oper Stuttgart, Es gibt ein Fest der Stimmen und ich freue mich.
Da der Beginn schon um 17.00 Uhr ist und die Vorstellung nur zwei Stunden dauert, ist das weniger schlimm, weil hier noch mehr Leute unterwegs sind.
Dem nächsten Jahr sehe ich allerdings mit einem sehr schlechten Gefühl entgegen. Es wird in allem nicht besser werden, sondern schlechter.
Mal sehen, ob die AfD bei der Wahl gewinnen wird, dann werden wir sehen, was besser werden wird, oder auch nicht.
Bücher, ich habe jede Menge, die ich vorstellen werde, nur, ich komme nicht dazu. Aber es wird schon noch kommen.
Ich könnte natürlich auch meine Bücherregale zeigen, aber das ist mir zu trivial, ich stelle Buch für Buch dann vor.
Ein Einblick zum Ballett gibt es bei Youtube.
Sorgen machen mir auch die 60.000 Migranten.
Sie sollen allerdings zum großen Teil wieder in Marokko sein und angeblich kein Migrant die Grenze zum Festland überschritten hat.
Quellen zu diesem Post habe ich aus dem Programmheft der Stuttgarter Staatsoper entnommen, das wieder so aufwendig gestaltet wurde, mit so schönen Bilder vom Tanz.
Ich bin schon erstaunt, wieviele Leute meinen Blog anklicken, zumindest sehe ich dann immer wieder auf anderen Blogs, dass sie ähnliches bringen, wie ich, ob das ein Zufall ist?















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