Mein Motto: NO RISK NO FUN!
Ich will lieber ein kalter Krieger sein, als ein warmer Bruder. *Franz Josef Strauß*
Nicht von außen, durch die Lanzette, nein, nur von innen heraus, durch geistige Medikamente, kann der sieche Staatskörper geheilt werden. *Heinrich Heine*
„Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern“ *Friedrich Schiller* Wilhelm Tell, Rütlischwur
Halbdackel ist im Schwäbischen komischerweise die Steigerung von Dackel. *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn jemand ein Dackel ist, dann ist der nicht besonders geschickt und eher ein bisschen dümmlich. Aber ein Halbdackel ist ein echter Blödmann! *Rolf-Bernhard Essig*

Weltkulturerbe Völklinger Hütte 2. Teil

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Die historischen Anlagen der Roheisenproduktion sind in der Völklinger Hütte komplett erhalten und mit allen Sinnen erfahrbar. Mehr als sieben Kilometer Besucherwege führen zu Meilensteinen der Industrie- und Kulturgeschichte. 

Ich habe ja schon über die Völklinger Hütte im 1. Teil 

HIER

berichtet.  

 



Die Loren (Hängebahnwagen) transportierten die Rohstoffe wie Erz und Kalk (den sogenannten Möller über den Schrägaufzug) zur Gichtbühne und entleerten sie von oben in die Hochöfen. 

Auf der Gichtbühne, der oberen Plattform des Hochofens wurden die Loren nacheinander in den Ofen gekippt, um ihn abwechselnd mit Möller und Koks zu füllen. 

Nach dem Entleeren schloss der Arbeiter die große Glocke des Hochofens wieder, um den Austritt von giftigem Gichtgas zu verhindern.  









Blick vom Hochofen auf die Kokerei. Sie galt als einer der schwierigsten Arbeitsplätze der Völklinger Hütte, an dem Hitze, Staub und Feuer regierten. 
Steinkohle wurde hier in Koks verwandelt, denn nur diese Form des Kohlenstoffes entfaltete im Hochofenprozess die erwünschte Wirkung. Heute hat sich die Natur ihr Reich wieder zurückerobert. 

Leider hatten wir keine Lust mehr die Kokerei anzusehen. Aber ich habe lange in Stuttgart-Ost gewohnt und dort war ja der Gaskessel und auch bis in die später 70er 
Jahre eine Kokerei. Wenn hier abgelöscht wurde stank die ganze Gegend und dann kam der berühmte Gaisburger Regen. 

Ich werde nächsten Jahr sicherlich wieder hingehen, denn das möchte ich schon noch sehen.  




 Die Glocke am Hochofen ist ein kegelförmiger Verschluss an der obersten Öffnung des Ofens (der Gicht), der den Ofen gasdicht verschließt und gleichzeitig als Beschickungseinrichtung dient. 
 Die Glocke verhindert, dass das giftige Gichtgas entweicht und Sauerstoff unkontrolliert von oben in den Schacht zieht. 
Über die Glocke wird das Material - eine Mischung aus Eisenerz, Koks und Zuischlagstoffen (der sogenannte Möller) - in den Hochofen gefüllt.  
Die Gichtbühne verbindet alle sechs Hochöfen mit einer Ebene. Auf dieser Ebene werden die Hängebahnwagen entlang geführt. Die Gichtbühne ist ca. 240 Meter lang und erstreckt sich in einer Höhe von exakt 27 Meter.  Die Gichtbühne hat Ihren Namen von dem Wort "Begichten", was das Befüllen der Hochöfen mit den Rohstoffen für die Eisenerzeugung bezeichntet. Eisenerz, Sinter, Zusatzstoffe, Koks, aber auch eisenhaltige Reststoffe aus der Industrie oder Schrott wurden in die Gicht, den Einfülltrichter des Hochofens, gekippt. Die „Haube“, der obere Verschluss des Hochofens, wurde angehoben, dann fünf Hängebahnwagen um den Trichter gefahren. Unterhalb der Haube befindet sich ein zweiter Verschluss, die „Glocke“. Sie blieb geschlossen, um das Gichtgas aufzufangen. Das Material wurde auf die Glocke gekippt, dann die Haube abgesenkt. Erst wenn die Haube geschlossen war, wurde die Glocke nach unten gefahren: Das Material rutschte in den Hochofenschacht.  

 






Das sind keine echten Lüftungsschlitze, das ist der Prozess der unter hohem Druck mit eingeblasener Heißluft (Heißwind) über spezielle Düsen (Windformen) im unteren Bereich arbeitet. Was an der Außenhaus eines industriellen Stahlmantels wie Schlitze oder Öffnungen aussieht, hat technische Gründe. 


 

 Der äußere Stahlmantel ist mit feuerfestem Material ausgekleidet. Dazwischen und im Bereich des Mantels gibt es Öffnungen für Kühlkästen (Kühler) oder auch Hohlräume, durch die das Kühlwasser zu- und abgeführt wird, um den Ofen vor extremer Hitze zu schützen.  






Diese gesamten Treppen geht es nun wieder herunter. Man ist schon beeindruckt, was diese Männer hier geschafft haben. Das waren eben echte Kerle und Helden. 
 
Hier unten beginnt nun der Abstich.
Das sogenannte Stichloch wird mit einem Bohrer oder auch einer Sauerstofflanze geöffnet. 
Hier fließt die 1400 bis 1600 Grad heiße Schmelze durch Rinnen in große Pfannen. 
Schlacke schwimmt auf dem Eisen und es wird getrennt, um das Metall zu schützen. 
Nach dem Entleeren wird das Stichloch mit einer Stopfmaschine wieder verschlossen. 
Leider konnte ich den sogenannten Fuchs nicht fotografieren. 
Was ist das?

Der Fuchs ist ein Siphon am Hochofen. Er trennt flüssiges Roheisen und Schlacke aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichten.  

Der Fuchs besteht aus einer Rinne mit zwei Abflüssen, das schwere Roheisen und die leichtere Schlacke fließen hinein und trennen sich. 
Über ein Bodenloch läuft das Roheisen oft zum Pfannenwagen ab.
Während die Schlacke abgetrennt wird und weiterverwendet wird.  

Alle zwei bis zweieinhalb Stunden sticht der Hochöfner den Hochofen ab. Im Stahlmantel sind zwei Abstichlöcher für Roheisen und Schlacke ausgespart. Die Löcher sind mit einer Tonschiefermasse ausgefüllt, die der Hochöfner aufbohren und auch wieder verschließen kann. Früher öffnete der Hochöfner mit pneumatischem Handbohrer und Sauerstofflanze das Abstichloch des Hochofens, später machte diese Arbeit eine ferngesteuerte
Bohrmaschine. 130 Tonnen flüssiges Roheisen floss durch die Abstichrinne in den Torpedowagen, der das Eisen zum Stahlwerk brachte. Mit einer Temperatur von über 1.400°C fließt das Roheisen aus dem Abstichloch. Hochgerechnet ergibt das für alle sechs Hochöfen eine Tagesleistung von ca. 6.000 Tonnen Roheisen. Heutige Hochöfen können bereits mehr als 10.000 Tonnen Roheisen in 24 Stunden erzeugen, also weit mehr als die sechs Völklinger Hochöfen zusammen. 
 







Auch nach all diesen Jahren kann man erahnen, wie die Männer hier gearbeitet hatten. Tag für Tag gingen sie ihrem gefährlichen Beruf nach. 
Hier unten riecht es immer noch nach Staub und Rauch, aber es ist so interessant. 
 
Es folgt jetzt noch ein dritter Teil, der auch sehr interessant ist. 
 
Hier habe ich wieder ein Video 
Stahlkocher beim Abstich
 
Der letzte Abstich in der Völklinger Hütte. 
 

Ich bin immer noch beeindruckt von diesem Werk. Sicherlich gibt es noch größere im Ruhrgebiet. Aber das hier hat mir schon einen Einblick gegeben, was diese Männer haben arbeiten müssen. 

Eben echte Kerle! 
 
So etwas gibt mir viel mehr, als in der Welt herumzureisen. 
Es ist so interessant, ich kann mich immer noch nicht beruhigen. 
 
Wer kennt sie noch?
 
 
Die Hitparde mit Dieter Thomas Heck kam jeden Samstag,
das waren noch Zeiten. 
 


Quellen: Wie im 1. Teil, teilweise Wikipedia und auch das Heft von der Völklinger Hütte.  

 


Kommentare

  1. Hallo Eva,
    solche Anlagen sind schon imponierend. Das mußte ja alles erst einmal erdacht werden, oft auch ausprobiert und immer weiter optimiert werden. Da war jeweils viel Ingeneurleistung und Erfindergeist erforderlich. Damals und in diesem mechanischen Bereich sowohl Maschinenbau als auch Anlagenbau war Deutschland Weltmeister bzw. führend. Als dann die Digitaltechnik / Computertechnik aufkam baute D. schon mehr ab.
    Anhand der Anlage sieht man auch wie der Zahn der Zeit überall nagt (Rost) und darauf hinweist Menschenwerk ist vergänglich.
    Es zeigt aber auch die Auswirkungen des frühen Kapitalismus auf die Arbeiterschaft und die oft unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Deswegen ist dies für mich immer zwiespältig.
    In Völklingen war ich noch nicht nur Saarbrücken. Wir sind aber schon früher die Saar, die Mosel ganz bis Koblenz abgefahren.
    VG
    Oskar

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  2. Hallo Oskar,
    ja, die Menschen wurden ausgenutzt und mußten sehr sehr schwer arbeiten. Aber das war schon immer so.
    Denke mal zurück, als die Ritterburger gebaut wurden, das waren alle Leibeigene. Der Graf oder der Herr hatte das Recht der ersten Nacht. Es ist nur schrecklich, wie früher die Zeiten waren.
    Ich denke immer an die Ritterburgen, wie und wann die gebaut wurden. Da war ein Menschenleben nichts wert.
    Habs fein und ich wünsche dir eine gute Nacht.
    Lieben Gruß Eva

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Mir wäre das wirklich zu blöd, sowas zu schreiben.