Das lüsterne Spiel mit der Macht ist besonders fein gewürzt, je genauer man weiß,was alle anderen nicht wissen. *Christa Schyboll*

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Kapellen- und Amorinsel am Monrepos

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Wenn man am Seeufer von Schloß Monrepos steht, hat man sie im Blick.



 Die idyllisch liegende Kapelle auf einer kleinen Insel, das ist die Kapelleninsel. Eine kleinere Insel, die früher einen Amor trug, von ihm sind leider nur noch Fragmente erhalten, liegt daneben. Mit einem Ruder- oder Tretboot kann man die Insel umrunden, das ist erlaubt, das Betreten jedoch verboten. 







Allerdings kann man eine vogelkundliche Führung buchen, dann ist das erlaubt. Aber das geht nur zu bestimmten Zeiten. 

Weithin sichtbar ragt der Kirchturm mit einem schlichten Kreuz aus den üppigen Baumkronen in den blauen Himmel. Spontan kommt einem hier der Maler Caspar David Friedrich in den Sinn, an den dieses Bild erinnert.
Jedoch sehen kann man das Kirchenschiff nur, wenn die Bäume kahl sind. Anfang Dezember 2018 habe ich diese Bilder gemacht.  



Es scheint auch dieser Kirchturm, der sich nach oben verjüngt, aus einem Gemälde zu kommen. Auf anmutende Spitzbogenfenster, ein rundes Maßwerk auf vier Herzen, folgen romanische Rundbögen, sowie eine Vermischung historischer Stile. Sie kommen immer wieder in den Künsten oder auch der Architektur vor. Eklektizismus nannte man diesen Stil im 19. Jahrhundert. 

Der Eklektizismus ist sogar eine Weltanschauung, auch in der Musik z.B. Alfred Schnittke. Seine Musik ist ein  kunterbuntes Konglomerat verschiedenster Stile und Musiken aller Zeiten.
Das ist aber selbst mir eindeutig zuviel. 

https://www.youtube.com/watch?v=M3Xehs1rHfM 





Das Türmchen jedoch ist älter. Wer sich ein wenig mit württembergischer Geschichte befasst und das werde ich auch immer wieder tun, z.B. demnächst werden wir uns mit einer württembergischen Prinzessin befassen, da wirst du staunen. 

Herzog Carl Eugen von Württemberg hat diese kleine Kapelle für sich und seine zweite Gemahlin Franziska von Hohenheim in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts 
im "Englischen Dörfle" errichten lassen. 
Das "Englische Dörfle" war eine künstliche Dorfanlage aus 60 Kleinarchitekturen auf dem Gelände des Exotischen Gartens der Universität Hohenheim. Das Dorf wurde ab 1776 von Carl Eugen und Franziska aufgebaut als "ländliche Kolonie", bepflanzt mit englischer Gartenkunst. 
Leider verfiel das "Englische Dorf" nach dem Tode des Herzogs und drei Objekte wurden in den Ludwigsburger Schloßpark und nach Monrepos überführt.
Drei Objekte blieben aber auch in Hohenheim und wer dort einmal ist, kann sie auch besuchen. Das gehen wir auch mal hin und dann zeige ich sie dir. 
Nun kommen wir aber wieder zum Kirchle zurück, das auf die Insel im See im Ludwigsburger Stadteil Eglosheim im Jahr 1810 kam.




Friedrich Wilhelm I. (1806 von Kaiser Napoleon vom Rang eines Herzogs in den eines Königs erhoben. 
Übrigens auch eine wirklich tolle Geschichte)
ließ das damals im Dornröschenschlaf liegende Seeschloß Monrepos, 

 
das einst sein Onkel Carl Eugen initiierte und aufgab, wieder in Schuß bringen. 
Friedrich I. haben wir es also zu verdanken dass wir dieses wunderschöne Kleinod hier am See haben. 
Friedrich I. war so dick, dass Napoleon gesagt haben soll. Er sei der menschliche Beweis dafür, wie menschliche Haut sich dehnen kann. Im Ludwigsburger Schloß kannst du sein Bild und auch sein Bett besichtigen, das eine stattliche Größe hat. Das Bett hat eine Länge von 2,20 m und er selbst war über 2 Meter groß und seine Körperfülle war beachtlich.

Die Kapelleninsel hat ein wenig den Flair eines verwunschenen Ortes. Während das Kirchle im Winter, sehr gut zu sehen ist, lässt sich im Sommer das im Zweiten Weltkrieg zerbombte Kirchenschiff nur erahnen. Die Natur hat hier die Leitung übernommen. Bäume und Büsche haben die dicken Steine überwachsen und gegen der Architektur etwas verwunschenes.  
Es war wohl schon so, dass die hohen Herrschaften im 
19. Jahrhundert mit Gondeln auf die Insel fuhren, um sich zu gruseln, bevor sie sich auf der Insel nebenan in Amors Tempelchen verlustierten. 

In der düsteren Krypta unter dem Turm soll auch ein Femegericht des Mittelalters nachgestellt worden sein. Puppen in Rittergewandung sollen um einen Tisch versammelt gewesen sein, um die Straftäter zu verurteilen.  


Ein Besuch lohnt sich immer, wenn du eine Führung möchtest, lass es mich wissen. 


Kommentare

  1. Guten Morgen, liebe Eva,
    was für ein herrlicher, verwunschener und verträumter Ort! Deine Bilder sind Balsam für die Seele und man möchte sich am liebsten sofort aufmachen zu diesem Ort, zum entspannen und Ruhe finden!
    Herzlichen Dank für den wieder so schönen und auch - wie immer-sehr informativen Post!
    Ich wünsche Dir einen schönen und freundlichen Wochenteiler!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  2. Wenn wir von Freiberg auf die Autobahn fahren habe ich den Wegweiser nach Monrepos schon gelesen, wäre vielleicht einmal einen Abstecher wert. Die schönen Holzboote auf dem See finde ich besonders schön.
    L G Pia

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  3. Guten Morgen Eva,
    ein verwunschener Ort und seine Geschichte, den du uns heute vorstellst. Deine Bilder drücken das sehr schön aus, ganz besonders finde ich das zweite Foto. Und natürlich das Seeschloß ist bezaubernd und spiegelt sich so toll im See.
    Hab einen angenehmen Mittwoch - lieben Gruß, Marita

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  4. Liebe Eva,
    ja, die hohen Herrschaften wußten es schon wie man gut leben kann oft auf Kosten der ärmeren Bevölkerung. Imposant ist die Geschichte vom kleinen Kirchlein und der Insel. Sie erinnert mich an die Geschichte der "Pfaueninsel" in Berlin. Ich habe sie oft umrudert, ich glaube, man durfte sie auch nicht so ohne weiteres betreten. Die Pfauen hörte man von dort schreien. So alte Denkmäler zu erhalten kostet viel Geld und manche Erben können die Summen nicht aufbringen, schützenswert wären sie schon weil sie Geschichte lebendig macht.
    Einen schönen Tag
    liebe Grüße
    Edith

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  5. Hallo Eva,

    ich habe deine Berichte über Ausflüge zum Monreposee ja schön öfter gelesen, aber dass es dort auch so eine verwunschene und idyllische Insel gibt, hätte ich nicht gedacht. Das Highlight ist natürlich die alte Kirche und ich freue mich sehr, dass du noch Bilder machen konntest, die den Blick auf die Kirche zulassen. Eigentlich schade, dass ausgerechnet, das Dach des Kirchenschiffes zerstört wurde und nun das Innere der Verwitterung unterliegt.

    Ich freue mich sehr, dass du einen so schönen Ort bei Anna vorstellst und bedanke mich recht herzlich dafür.

    Liebe Grüße
    Arti

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    1. Liebe Arti,
      auf dieser Insel brüten ja die Vögel, Enten, Schwäne usw. Ja, ich finde es auch schade, dass es der Verwitterung preis gegeben ist, aber wer soll das bezahlen.
      Wer hat soviel Geld. Schlösser zu unterhalten ist nicht einfach, deshalb gehen viele Schloßherren auch dazu über, ihre Schlösser für diverse Festlichkeiten anzubieten.
      Lieben Gruß Eva

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  6. Liebe Eva,
    da hast Du ja ein echtes Kleinod gefunden. Das Bild mit den Holzbooten im Vordergrund ist mein Favorit. Das ganze sieht aus wie ein Märchenschloss!
    Feinen Mittwoch und lieben Gruß
    moni

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  7. Wow, das sieht ja richtig toll aus. Vor allem in dieser Jahreszeit muss dort eine wunderbare Stimmung sein.

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  8. Wenn es von uns aus nicht so weit wäre, würde ich das Seeschloss besichtigen. Aber auch die Kirche wäre einen Ausflug wert. Ich mag es sehr, wenn mit Gebäuden auch eine Geschichte verbunden ist, so wie diejenige, die Du uns heute erzählt hast.
    Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin

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  9. Tolle Bilder! ganz romantische Ecke! Da hätte ich auf viele Fotos gemacht. Ist dir echt gelungen. Liebe Grüße!

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  10. Sehr schön, liegen Schloss und Kappelle, ganz idyllisch auf dieser Insel.
    Verspielt ist die Architektur des Kapellchens und beim Anblick des Seeschlosses, kommt mir gleich ein französisches Lustschloss in den Sinn?
    LG Heidi

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  11. Irgendwie wirklich wie ein Dornröschenschloss - eine feine Reportage hast du uns da wieder zusammen gestellt
    Gruss Ayka

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  12. Liebe Eva,

    das schaut so schön romantisch aus. Gut das du mal die Kapelle im Herbst fotografieren konntest, wo die Blätter schon gefallen sind.
    Aber Naturschutz geht nun mal vor.

    Liebe Grüße
    Paula

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  13. Liebe Eva,
    soooo schön idyllisch steht die kleine Kapelle auf der Insel. Es ist vielleicht ganz gut wenn Menschen die Insel nur bei Führungen betreten dürfen. So kann sich dort die Natur frei entfalten und bestimmt leben auch einige Tiere dort. Das Schloss ist auch sehr schön. Vielen Dank auch für die geschichtlichen Hintergründe.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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