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An der Hohenheimer Straße in Stuttgart-Süd, etwas oberhalb von der Straßenbahnhaltestelle Olgaeck auf der stadtauswärtigen Seite, gegenüber dem Bethesda Krankenhaus und neben der Wirtschaftsoberschule gibt es eine Freifläche, die lange Zeit nicht aufgefallen ist.
Weder die Skulptur "Stahl 12/1972" von Erich Hauser wurde von den Autofahrern bzw. den Stadtbahnbahnbenützern wahrgenommen, noch war es eine Fläche, an der man gerne verweilt hätte.
Im Jahr 2008 wurde dieser noch kaum wahrgenommene Platz in "Gerda-Taro-Platz" umbenannt. Lange Zeit blieb es aber nur bei der Umbennung.
Einige Hürden mußten genommen werden, bis endlich die umfangreiche Sanierung des Platzes und die Einweihung am 18. November 2014 durch den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn vorgenommen werden konnte.
Seit dieser Zeit zieren mehrere kleine hochgesetzte Rasenflächen, die eingefasst von weißen Betonsockeln sind und Sitzbänke den Platz.
Hausers Skulptur, über die ich ein anderes Mal schreiben möchte, fällt nun den vorbeifahrenden Autofahrern ins Auge und ebenso neun Stahlplatten, auf denen der Schriftzug Gerda Taro, der Namensgeberin dieses Platzes, herausgestanzt sind. Zur Hohenheimer Straße hin sieht man nur rostige Stahlplatten mit diesem Namenszug, auf der anderen Seite aber zieren diese Stahlplatten viele Bilder aus dem Leben von Gerda Taro.
Gerda Taro war eine Fotografin, die mit ziemlicher Sicherheit als erste Kriegsfotografin weltweit gesehen werden kann. Aufgewachsen ist sie in der nahen Alexanderstraße.
Die Biographie von Gerda Taro sehr interessant.
Als Tochter der jüdischen Einwanderer
Heinrich und Gisela Pohorylle wird sie am
1. August 1910 in Stuttgart geboren.
Gerda geht auf die Königin-Charlotte-Realschule in der Zellerstraße. Ihr Vater schlägt sich als Eier-Großhändler durch. Dank ihrer finanziell gut gestellten Tante führt die bildschöne Gerda schon in den jungen Jahren ein sehr mondänes Leben. Sie spielt Tennis auf der Waldau, lernt Französisch in einem Schweizer Internat und vergnügt sich in Stuttgarts Varietés und Tanzcafés.
1929 zieht die Familie aus wirtschaftlichen Gründen nach Leipzig. Gerda engagiert sich bei Aktionen gegen die Nazis, wird verhaftet und geht 1933 in Pariser Exil.
Gerdas Eltern und ihre Brüder werden von den Nationalsozialisten umgebracht, die genauen Daten sind nicht überliefert.
In Paris lernt sie den ungarischen Fotografen André Friedmann kennen und sie wird seine Managerin.
Einige Zeit später nennen sie sich - in Anlehnung an den Filmstar Greta Garbo und den Regisseur Frank Capra (Spielfilm, Arsen und Spitzenhäubchen von 1942) -
Gerda Taro und Robert Capa.
Für Beide ist das die große Liebe.
Sie reisen nach
Spanien und unterstützen mit sensationellen Pressefotos aus dem
Bürgerkrieg die Republikaner im Kampf gegen Francos Faschisten. Das Paar
trifft Zeitgenossen wie Ernest Hemingway, Bertolt Brecht, Hanns Eisler,
Willy Brandt.
Robert Capa wird mit dem Foto "Der
fallende Milizionär" weltberühmt.
Heute geht man davon aus, dass das
Bild gestellt ist. Zum Zeitpunkt der Aufnahme fanden am Schauplatz keine
Kämpfe statt.
Berichten zufolge soll das Bild nicht von Capa mit seiner Leica, sondern
Gerda Taro mit einer Rolleiflex fotografiert worden sein. Beweisen lässt sich das
heute nicht mehr.
Dazu schrieb Klaus Bittermann
schon 2003: "Der Vorwurf der Manipulation ist ein sehr puristisches
Argument, denn die Gestaltung von Wirklichkeit bedeutet nicht
automatisch, an ihr Verrat zu begehen, und auch nicht, dass Bilder
lügen, wenn sie arrangiert wurden. Republikanische Soldaten sind im
Spanischen Bürgerkrieg gefallen. Ihnen wurde mit Capas Foto ein Denkmal
gesetzt, das Bild ist alles, was in der Erinnerung vieler Menschen von
ihnen geblieben ist, in ihm hat sich ein historischer Moment
verdichtet."
Unbestritten ist heute, dass Gerda Taro eine große
Fotografin war. Vor kurzem wurde in Mexiko ein Koffer mit
zahlreichen Negativen gefunden, die zweifelsfrei der Reporterin
zugeordnet werden konnten. Lange war das nicht möglich gewesen, weil sie
unter dem gemeinsamen Copyright Capa gearbeitet hatte.
Die Madrider Zeitung "El País" veröffentlichte neue
Fakten über den Tod von Gerda Taro: Der republikanische Soldat Aníbal
González steuert am 25. Juli 1937, während eines Luftangriffs von
Hitlers Legion Condor in der Schlacht von Brunete bei Madrid, einen
russischen Panzer vom Typ T-26. Gerda Taro fotografiert die Kampfszenen.
Als sie aufs Trittbrett eines Sanitätsfahrzeugs springt, stürzt sie auf
die Straße. Der Tank überrollt ihre Beine, ohne dass es González
bemerkt. Am nächsten Tag ist Gerda Taro tot.
71 Jahre sollte es dauern,
bis man ihr in ihrer Heimatstadt Stuttgart ein Denkmal setzte.
Gerda und Frank Capa ging es als Kriegsberichtserstatter darum, möglich nah am Geschehen zu sein.
Frank Capa filmte als Kriegsberichtserstatter die Landung der alliierten Streitkräfte an der Normandie (D-Day) am
6.Juni 1944 und starb bei der Berichterstattung in
In Leipzig gibt es für Gerda Taro auch ein Denkmal, das wurde im Jahr 2008 verschmutzt. Es gibt auch eine Schule, ein Gymnasium der Stadt Leipzig die
Gerda-Taro-Schule.
Ich habe mir dieses Denkmal und auch den
"Fritz Hauser" angesehen und bin von ein wenig enttäuscht, dass man dieser großartigen Frau doch so wenig Beachtung zukommen lässt. Als ich dort war, saß eine Frau auf der Bank, mehr war leider nicht und insgesamt wirkte der Platz auch wenig einladend.
Ich wollte mir die Biografie von Gerda Taro kaufen, die ihre Biografin Imre Schaber, die in Schorndorf bei Stuttgart lebt, geschrieben hat.
Doch leider gibt es die Biografie nicht mehr in deutsch.
Aber ich habe mir dieses Buch gekauft, das vor allem die Zeit in Paris und das Kennenlernen von Gerda und Robert beschreibt.
Das sind die Bücher, die ich gerne lese, Tatsachenberichte und Biografien.
Martha Gellhorn schreibt über das Paar, "Taro und Capa sahen so aus, wie ich hätte sein wollen. Ich wußte sofort, dass sie ein Liebespaar waren und die Miete nicht bezahlen konnten, und es war perfekt.
Ds Bild zeigt Gerda Taro und den Arzt John Kiszely, einen hochrangigen, englischen Offizier. Er beugt sich über die schwer verletzte GerdaTaro.
Quelle: Stuttgarter Zeitung und Foto John Kiszely. Dieses Foto hat der Arzt vor einigen Jahren zu einer Ausstellung um Gerda Taro veröffentlicht.
Das Lied Kamikaze Capa von Falco, ist eine Hommage an Robert Capa
Es gibt noch einen Song der Gruppe Alt-J mit dem Titel Taro.
Das Lied beschreibt den Tod von Robert Capa und seine Beziehung zu Gerda Taro.
Es sind Fotografien von Robert Capa, der hier das Kriegsgeschehen dokumentiert. Nichts für schwache Nerven, aber das ist der Krieg auch nicht. Es sind aber ausgezeichnete Fotografien und das Zitat
von Robert Capa:
"Wenn deine Bilder nicht gut sind, warst du nicht nah genug dran"
hat Geschichte geschrieben.
Man kann über die Fotografien der Kriegsberichterstatter denken, wie man will. Hätten wir sie nicht, würden wir vieles nicht erfahren. Auch nicht das Bild des Napalm-Mädchens, das Nick Ut fotografiert hatte. Aber vieles ist schon grenzwertig.
Liebe Eva, dein heutiger Beitrag ist wieder einmal gekonnt aufgearbeitet, er löst aber auch schwere Gedanken aus - irgendwie passend zum heutigen Regentag. Gruss Ayka mit Anhang
Liebe Eva, was für ein bewegendes Portrait einer mir bisher unbekannten Fotografin. Ich bin sehr beeindruckt von ihrem Lebensweg. Danke für die Infos und nicht traurig sein, dass "vor Ort" wenig Interessierte verweilten. Ich denke mal, sie wird in den Köpfen und Herzen vieler für immer in lebendiger Erinnerung bleiben. Liebe Grüße moni
Liebe Moni, beeindruckt war ich auch, als ich das gelesen habe. Nee, warum soll ich denn traurig sein. Es ist nun mal eine Interessenssache. Vielleicht ist der XXLste Gartenrundgang mit immer denselben Blümchen interessanter. Mich hat es doch ein wenig verwundert, dass noch Niemand etwas von der Legion Condor und Guernica gehört hat. Dabei hat Picasso hier sogar ein Gemälde davon gemalt. Aber ich berichte nun mal davon und gut ist. Morgen gibt es dann wieder Schmetterling mit Blümchen. :-)). Lieben Gruß Eva
Eine wirklich interessante Frau und großartige Fotografin! Danke für den tollen Beitrag, liebe Eva! Ich wünsche Dir einen zauberhaften Tag! ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥
ich habe schon von ihr gelesen und auch die Dinge um den spanischen Bürgerkrieg sind mir bekannt sie war eine großartige Fotografin schade dass sie so tragisch ums Leben kommen musste
so ein Platz der jemandem gewidmet ist ist halt auch nur ein Platz ;) auf unserem Rathausplatz mit den Gedichten von Stefan George halten sich auch nur selten Menschen auf dabei ist er wirklich schön gemacht
Liebe Eva, ich habe die Tafeln auf den Stahlsäulen gelesen und es ist sehr beeindruckend was diese Frau erlebt hat und wie viel Mut sie hatte. Aber wie du schon schreibst, solche Fotografien sind manchmal echt grenzwertig. Da kommen bei mir immer Zweifel auf. Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen
ich bin durch zufall auf deinen Blog gekommen. Gibt es denn Zufälle ? Deine tollen Blumen habe ich beim Holunderblütchen gesehen. Du machst mir Mut und 70 ! Das ist doch nur eine Zahl. Da wichtigste ist doch nur, was man daraus macht. Meine Oma ging mit 70 noch nach Benetton und kaufte sich einen Pulli, damals undenkbar. Aber Sie sagte mir: Elke woher hast Du diesen tollen Pullover den Du anhast ? Mir will die Verkäuferin einen schwarzen zu dem neuen Roch andrehen. Da habe ich Ihr gesagt, das kann ich noch anziehen wenn ich 100 bin. - Den Humor habe ich glaube etwas von meiner Oma vererbt bekommen. Ich stöber jetzt noch etwas bei Dir. - Ach ja. Toll siehst Du aus.
Liebe Elke, 70 ist nur eine Zahl und 70 ist das neue 50, s o sagte mir neulich mein Arzt. Ich fühle mich wohl und ich fahre meine Kilometer. Allerdings gehöre ich nicht zur Franktion der "Jammerlappen". Wenn zwickt und zwackt, dann mache ich trotzdem mein Ding. Jeder hat seine Zipperlein aber man muß die nicht unbedingt an die große Glocke hängen. Manche brauchen das aber und dann ist das auch in Ordnung. Ich habe mich von Kindesbeinen durchbeißen müssen und manches erlebt. Aber wie gesagt, "nur die harten kommen in den Garten!". VielenDanke für deinen Kommentar, lieben Gruß Eva
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Liebe Eva,
AntwortenLöschendein heutiger Beitrag ist wieder einmal gekonnt aufgearbeitet, er löst aber auch schwere Gedanken aus - irgendwie passend zum heutigen Regentag.
Gruss Ayka mit Anhang
Ich kannte sie noch nicht. Eine interessante Biographie. Danke fürs Vorstellen!
AntwortenLöschenLiebe Eva,
AntwortenLöschenwas für ein bewegendes Portrait einer mir bisher unbekannten Fotografin. Ich bin sehr beeindruckt von ihrem Lebensweg. Danke für die Infos und nicht traurig sein, dass "vor Ort" wenig Interessierte verweilten. Ich denke mal, sie wird in den Köpfen und Herzen vieler für immer in lebendiger Erinnerung bleiben.
Liebe Grüße
moni
Liebe Moni,
Löschenbeeindruckt war ich auch, als ich das gelesen habe.
Nee, warum soll ich denn traurig sein. Es ist nun mal eine Interessenssache.
Vielleicht ist der XXLste Gartenrundgang mit immer denselben Blümchen interessanter.
Mich hat es doch ein wenig verwundert, dass noch Niemand etwas von der Legion Condor und Guernica gehört hat. Dabei hat Picasso hier sogar ein Gemälde davon gemalt.
Aber ich berichte nun mal davon und gut ist.
Morgen gibt es dann wieder Schmetterling mit Blümchen. :-)).
Lieben Gruß Eva
Eine wirklich interessante Frau und großartige Fotografin! Danke für den tollen Beitrag, liebe Eva!
AntwortenLöschenIch wünsche Dir einen zauberhaften Tag!
♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥
ich habe schon von ihr gelesen
AntwortenLöschenund auch die Dinge um den spanischen Bürgerkrieg sind mir bekannt
sie war eine großartige Fotografin
schade dass sie so tragisch ums Leben kommen musste
so ein Platz der jemandem gewidmet ist ist halt auch nur ein Platz ;)
auf unserem Rathausplatz mit den Gedichten von Stefan George halten sich auch nur selten Menschen auf
dabei ist er wirklich schön gemacht
liebe Grüße
Rosi
Liebe Eva,
AntwortenLöschenich habe die Tafeln auf den Stahlsäulen gelesen und es ist sehr beeindruckend was diese Frau erlebt hat und wie viel Mut sie hatte. Aber wie du schon schreibst, solche Fotografien sind manchmal echt grenzwertig. Da kommen bei mir immer Zweifel auf.
Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen
Liebe Eva,
AntwortenLöschenich bin durch zufall auf deinen Blog gekommen. Gibt es denn Zufälle ? Deine tollen Blumen habe ich beim Holunderblütchen gesehen. Du machst mir Mut und 70 ! Das ist doch nur eine Zahl. Da wichtigste ist doch nur, was man daraus macht. Meine Oma ging mit 70 noch nach Benetton und kaufte sich einen Pulli, damals undenkbar. Aber Sie sagte mir: Elke woher hast Du diesen tollen Pullover den Du anhast ? Mir will die Verkäuferin einen schwarzen zu dem neuen Roch andrehen. Da habe ich Ihr gesagt, das kann ich noch anziehen wenn ich 100 bin. - Den Humor habe ich glaube etwas von meiner Oma vererbt bekommen. Ich stöber jetzt noch etwas bei Dir. - Ach ja. Toll siehst Du aus.
Liebe Grüße
Elke
Liebe Elke,
Löschen70 ist nur eine Zahl und 70 ist das neue 50, s o sagte mir neulich mein Arzt.
Ich fühle mich wohl und ich fahre meine Kilometer. Allerdings gehöre ich nicht zur Franktion der "Jammerlappen". Wenn zwickt und zwackt, dann mache ich trotzdem mein Ding. Jeder hat seine Zipperlein aber man muß die nicht unbedingt an die große Glocke hängen. Manche brauchen das aber und dann ist das auch in Ordnung.
Ich habe mich von Kindesbeinen durchbeißen müssen und manches erlebt.
Aber wie gesagt, "nur die harten kommen in den Garten!".
VielenDanke für deinen Kommentar,
lieben Gruß Eva
Liebe Eva,
AntwortenLöschenvielen Dank für die Vorstellung der Fotografin.
LG Bernhard