Ein Gottesdienst in der Spache von Jesu!
Von der Kirche Peter und Paul (Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien) in Bietigheim-Bissingen habe ich ja schon berichtet, dieses Gebäude des Architekten
Tomas Isa sieht man schon von weitem
Am letzten Sonntag war das Wetter ja gar nicht gut und ich habe zwar ein paar Außenaufnahmen gemacht, die sind aber im Papierkorb gelandet. Ich bin dann am Donnerstag nochmals vorbeigefahren und da sieht Peter und Paul so schön aus. Die weiße Kirche der blaue Himmel, wunderbar.
Die anderen Aufnahmen habe ich von meinem Bericht>hier< entnommen, denn an diesem Tag war ebenfalls der Himmel blau.
Ich bin begeistert von dieser Architektur und als ich die Kirche an diesem Tag von außen betrachtete und die Bemalung an den Fenstern sah, dachte ich, dass ich das von innen sehen möchte.

Man sieht, wenn man in der Kirche sitzt, nicht zum Fenster hinaus, damit nichts ablenkt. Nur wenn man auf der Empore ist,

Noch schöner wird der Blick nach draussen, wenn das Wetter besser ist und die angepflanzten Bäume größer werden.
Kurz vor 9.00 Uhr läuten die Glocken und rufen zum Gottesdienst. Der rote Vorhang, der den Altarraum abschließt, ist geschlossen worden. Rasseln ertönt und Gesang ist zu hören.
Dann geht der Vorhang wieder auf und ein gewisser Ritus zur katholischen Heiligen Messe ist erkennbar.
Von den Männern, die um den Altar stehen, tragen die meisten ein weißes Gewand. Auch eine schwarze Schärpe kann ich erkennen. Fasziniert war ich von dem Sänger, der eine so gute Stimme hat.
Manche Ministranten im weißen Kleid tragen ein rotes Kreuz auf dem Rücken, das sind wohl Messdiener in Ausbildung.
Normalerweise bin ich allergisch auf Weihrauch, an dem hier nicht gespart wird, aber dieses Mal macht es mir nichts aus und ich mußte auch nicht niesen.
Die Sprache im Gottesdienst ist aramäisch, so soll Jesus nach der Überlieferung gesprochen haben. Es ist auch die Muttersprache der Syrer. Aramäisch wird aber noch selten gesprochen und in Syrien und der Türkei, so dort noch aramäische Christen lebten, mussten sie Arabisch oder Türkisch lernen.
Die liturgischen Gebete sind im Vergleich zur monotonen lateinischen Messe, deutlich stärker dem arabischen Moll.
Auf meine Frage, was das für Stangen sind, die durch Bewegung ein Rasseln hervorrufen (du siehst sie im oberen Bild mit den Glöckchen), wurde mir gesagt, dass das so etwas sei, wie im katholischen Gottesdienst die Altarglocken, die die Ministranten immer betätigen. In der katholischen Kirche z.B. bei der Wandlung (Brot und Wein werden zum Leib Christi).
Zur Erstellung dieses Post habe ich etwas recherchiert und habe erfahren, dass im Laufe des Gottesdienstes den Heiligen, Bischöfen und Patriarchen bis in die früheste Zeit Christis Tod gedacht wird. Die Sprache ist methaphorisch und blumig.
Die syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien wurde zu Beginn des Christentums gegründet. Dazu gibt es einen Textstelle in der Apostelgeschichte, in der es heisst
"Die Jünger Christi wurden zum ersten Mal in Antiochien Christen genannt. (Apostelgeschichte 11,26).
Diese Stühle sind für den Bischoff in Deutschland, das ist
Mor Philoxenos Mattias Nayis
für Deutschland und
den Patriarchen
Ignatius Ephräm II. Karim
Auf den Stühlen dürfen auch nur jeweils diese Persönlichkeiten sitzen.
Petrus mit dem Himmelsschlüssel, er ist der Himmelswächter,
Paulus mit dem Kreuz
Peter und Paul, die Kirche trägt die Namen dieser Heiligen.
Die Angehörigen der syrisch-orthodoxen Kirche haben keine Heimat mehr. Ihre Wurzeln liegen in Mesopotamien (das ist das Gebiet des heutigen Irak, Iran, Syrien und Türkei). Dort wurden sie als Minderheit jedoch nicht geduldet, ja sogar verfolgt.
Völkermord von Seyfo
24. April 1915
https://bethnahrin.de/2013/04/24/98-gedenktag-an-den-voelkermord-seyfo-von-1915/
https://www.facebook.com/1915.de/videos/1686332494964590/?v=1686332494964590
Etwa mehr als 300.000 syrisch-orthodoxe Suryoye leben heute in Europa, davon 100.000 in Deutschland (mit Schwerpunkt in und um Gütersloh) rund 120.000 in Schweden. Eine Rücksiedlung in die alte Heimat erscheint, auch durch den Bürgerkrieg in Syrien, schwierig.
Gelesen habe ich auch, dass die syrisch-orthodoxen Christen erst nach Ende des Gottesdienstes zur Kommunion gehen. Viele gehen nach vorne und küssen die Heilige Schrift, das ist aber zur Zeit nicht vorgesehen.
Die Kommunion hat wohl in der syrisch-orthodoxen Kirchen keinen so hohen Stellenwert, wie in der katholischen Kirche.
Hier muß ich mich aber nochmals genau erkundigen.
Einmal im Jahr ist es aber Pflicht, am Gründonnerstag.
Willst du eine Messe in der Mor Peter und Paul erleben, dann empfehle ich dir Facebook, dort kann du schaun.
Es gibt dort aber noch mehr interessante Videos.
https://www.facebook.com/MorPetrusPaulus/videos/723233208428428/
Nach der Messe durfte ich noch eine Taufe (Ma´muditho) erleben.
Die Taufe wird durch dreimaliges Untertauchen des Täuflings in natürliches und geweihtes Taufwasser und Anrufung der heiligsten Dreifaltigkeit, "im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und dem gleichzeitigen Sprechen der kanonischen liturgischen Gebete vollzogen. Ebenso wird ihm ein Pate zur Seite gestellt. Der Täufling erhält bei der Taufe auch die Firmung (Myron) und die Heilige Kommunion (Fagro) damit er vom Leib und Blut Christi nicht fern bleibt. Die Myronsalbung oder Firmung bedeutet das geweihte und heilige Salböl (Myron) das aus reinem Olivenöl, Balsam und anderen wohlriechenden Substanzen zusammengesetzt ist.
Nach der Überlieferung wird das heilige Myron am Donnerstag der heiligen Mysterien (Gründonnerstag) vom Patriarchen in Antiochia liturgisch-feierlich geweiht.
Ich bedanke mich bei Herrn D. und bitte darum, falls ich etwas nicht richtig interpretiert habe, sich zu melden.
Ebenso bedanke ich mich, dass ich so "freie Hand" hatte und man mir erlaubte zu Fotografieren.
Herzlichen Dank und dem Täufling auf diesem Wege alles Gute.
Samstagsplausch
Gartenhaus im Grünen
Quellen: Wikipedia
Landesinstitut für Schulenwicklung Baden-Württ.
Kommentare:
AntwortenLöschenEin sehr schönes Gebäude. Hier in der Nähe gibt es auch eine kleine aramäische Gemeinde, von der ich mal einen Bericht in der Zeitung gelesen habe. Für die jungen Menschen ist es nicht einfach, weil sie sich integrieren wollen, aber sich zum Beispiel nur mit Aramäern verheiraten dürfen und die Gemeinde klein ist. Aber es gibt hier wohl, wie überall, tolerantere und weniger tolerante Eltern. Liebe Grüsse von Regula
AntwortenLöschenGanz schöne Fotos hast du gemacht und deine Eindrücke beschrieben. Ich sehe dich vor mir wie du in der hinteren Reihe sitzt und von allen freundlich als Gast begrüsst wirst.
AntwortenLöschenL G Pia
Ein beeindruckendes Bauwerk, moderne Architektur die sich gelungen in die Landschaft schmiegt. Auch das Innere gefällt mir ausgesprochen gut - vor allem die herrlichen Fenster. Gut, dass Du das alles fotografieren durftest. Der Gottesdienst selber war sicher ein wundervolles Erlebnis. Den Weihrauch verkrafte ich persönlich nicht, warum auch immer...
AntwortenLöschen...ein interessanter Post!
Sommersonnige Grüße von Heidrun
Liebe Eva,
AntwortenLöschenbin total begeistert von Deinem Bericht, den Fotos und Deinen Recherchen. Man hat das Gefühl dass man mit dabei ist. Ein besonderer Ort und ein besonderes Erlebnis. Wunderschön ❣
Oh wie interessant liebe Eva. Das Gebäude fällt wirklich auf (aber nicht unangenehmen) sondern passt gut in die Landschaft. Ich wüsste gar nicht ob es hier eine syrisch-orthodoxe Kirche irgendwo gibt.
AntwortenLöschenAuf jeden Fall danke ich Dir und allen die Dich so freundlich aufgenommen haben für die schönen Fotos welche Du machen konntest. Fast war man ein wenig dabei! Und dann noch eine Taufe - wie schön ist das das Du auch dort beisein durftest. Selbstverständlich ist das ja nicht!
Ich kann mir sehr gut vorstellen wie Du diesen Besuchen genießen konntest, auch wenn Du wohl nicht alles verstanden haben wirst.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Kirsi
Liebe Eva,
AntwortenLöschenwirklich ein beeindruckend schöne Architektur. Hier wurde von außen nach innen geschaut und gebaut. Der Übergang gelingt fast spielerisch schön.
Danke auch für die vielen Infos, ein außerordentlich interessanter Bericht. Ein für Dich sicher unvergessliches Erlebnis durch die persönliche Anwesenheit.
Liebe Grüße
moni
Liebe Eva,
AntwortenLöschenein toller Post. Ich bin zwar kein Kirchgänger, aber an diesem Gottesdienst hätte ich auch gerne teilgenommen. Das war mit Sicherheit sehr interessant und auch die Sprache hätte ich gerne mal gehört.
Und die Kirche selbst wirkt ja auch ganz anders, wenn man vor Ort ist, die Bilder sind schon beeindruckend, aber wenn man selbst da ist, ist die Wirkung bestimmt noch viel besser.
Viele liebe Grüße
Wolfgang
Liebe Eva,
AntwortenLöschendass du viel herumkommst, weiß ich ja bereits, auch dass du offen und neugierig auf alles bist.
Aber heute bin ich echt überrascht.
Was für ein toller Besuch. Eine wunderschöne Kirche, schlicht und doch etwas besonderes.
Dass Du da eingeladen bist, finde ich prima.
Und so habe ich heute wieder etwas gelernt.
Dir einen schönen Samstag, lieben Gruß
Nicole
Ganz besondere Aufnahmen. Bei den ersten Bildern entstand ein Gefühl, dass sich nicht in Worte kleiden lässt. Man fühlt sich aufgenommen - irgendwie.
AntwortenLöschenIch besuche auch gerne Kirchen. Leider sind heute viele abgeschlossen. Besonders die evangelischen. Wegen Raub und dergleichen.
Alle sog. Religionen sind ja irgendwann auf das versttändlche Niveau der Menschen entstanden und sollen am Ende zum Einen Gott hinführen. Die Menschen sollte alle Religionen achten. Vieles ist zwar von Menschen verbogen, aber wer sich vertieft, kann überall die Wahrheit darinnen finden.
LG Jp
Nun, jede Religion hat ihren Gott und verehrt ihn auch.
LöschenIch lasse jeder Religion ihre Freitheit, erkundige mich aber auch,
was sie beinhaltet.
Ich akzeptiere jede Religion aber, wenn mich Jemand bekehren will,
das kann ich nicht brauchen.
Leben und leben lassen. Meine Devise.
Ganz liebe Grüße Eva
ein wunderschöner Bericht
AntwortenLöschenund mit deinen Bildern hast du uns diese Gemeinde nahe gebracht
ich finde es sehr freundlich dass du als Gast willkommen warst
und es war sicher ein besonderes Erlebnis für dich
liebe Grüße
Rosi
Ein imposantes Bauwerk, diese Kirche gefällt mir sehr gut. Auch innen ist sie - vornehm. Ein sehr interessanter Post und super, dass du so freundlich aufgenommen wurdest!
AntwortenLöschenHab noch eine gute Restwoche!
Liebe Grüße
Ingrid
Ein sehr, sehr beeindruckender Post. Jetzt habe ich eine Menge gelernt.
AntwortenLöschenNaan