Manche Menschen suchen sich selbst, ohne zu wissen, wen sie denn da wo suchen sollen.





Frisch, brich nur die Dielen auf, wenn es um dich wo stinkt, die tote Maus wird sich finden! *Eduard Mörike*

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Ich finde auch dieses Zitat passt sehr gut in unsere Zeit und wie sagt Samiel (der Teufel) in Carl Maria von Webers Freischütz - darauf komme ich noch - "das findet sich!".

Wolfsschluchtszene



Die Woche war in Ordnung drei Radtouren waren angesagt und ordentlich Kilometer geschrubbt. Solange das Wetterchen so bleibt, steige ich auf das Rad, auch wenn es nicht mehr so lange Touren sind, aber immerhin, ab 15.00 Uhr schleicht schon die Kälte nach oben und es fäng an, dunkel zu werden.

Am Samstag haben wir über 1200 Radhöhenmeter hinter uns gebracht und da gabs kein Foto. Es war anstrengend aber ich habs geschafft.Der Wunsch nach einem anderen Fahrrad wird größer. Dann gabs am Sonntag noch eine Tour nach Kirchheim am Neckar zu den Weinterrassen, die zeige ich noch und dann noch eine kleinere Tour zum Annasee bei Beilstein mit kleinen Hindernissen. Kommt auch noch, alles in allem war es schön und an diesen Tagen waren unglaublich viele Leute mit dem Rad unterwegs. Sie wollen alle raus, denen geht es genauso wie mir. Probiert habe ich an diesem Tag wieder mal meine der Lenskugel, sollte ich öfters machen.





Meinen Adventskranz habe ich fertig gemacht, den zeige ich am Dienstag, ich bin ganz begeistert, weil er mir sehr gut gelungen ist. Mein Freund hat zuerst gemeint, ob ich denn eine Torte gebacken hätte. :-))

Gekauft habe ich mir nun einen E-Book-Reader einen Tolino Shine 3. Ich hatte mir für den Urlaub den Tolino von meiner Schwiegertochter ausgeliehen und war begeistert. Es gibt da ein neues Buch von Obama, das möchte ich mir mal herunterladen. Heruntergeladen habe ich mir schon ein Buch jaaa, einen Krimi. von Sebastian Fitzek "Der Heimweg". Gruselig!

Gekauft habe ich mir auch ein Buch "Gassenkinder" eine schwäbische Kindheit in den 60ern. Ich habe es angefangen zu lesen und werde darüber schreiben. Vieles, was der Autor hier schreibt, erinnert mich sehr an meine Kindheit. Solche Bücher mag ich. 

Angefangen habe ich Weihnachtsplätzchen zu backen, jetzt drei Sorten und es werden noch mehr nächste Woche folgen. Die Wohnung wurde auch schon etwas adventlich dekoriert. 

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Wer meinen Blog verfolgt wird auch gelesen haben, dass ich in Cleversulzbach bei Heilbronn aufgewachsen bin und hier auch immer wieder mit Mörike (im Geiste)  zusammengetroffen bin. Aber auch in Bad Mergentheim, Stuttgart oder auch Ludwigsburg stößt man auf Mörike, wer den Pragfriedhof in Stuttgart besucht, findet auch das Mörike Grab. 

Ich miste ja zur Zeit ein wenig aus und bin hier wieder in meinem Bücherschrank auf Mörike und hier wieder auf ein Mörike Gedicht gestoßen, das nicht allzu bekannt ist. Es ist ein Gedicht über die Jugend und das Alter, den Blick zurück und nach vorne. Und auch über die Fähigkeit, das eigene Leben mit allen Möglichkeiten und Grenzen als Geschenk zu betrachten.

 Rückblick

Zu einer Konfirmation

Bei jeder Wendung deiner Lebensbahn,
Auch wenn sie glückverheißend sich erweitert
Und du verlierst, um Größres zu gewinnen:
-- Betroffen stehst du plötzlich still, den Blick
Gedankenvoll auf das Vergangne heftend;
Die Wehmut lehnt an deine Schulter sich
Und wiederholt in deine Seele dir,
Wie lieblich alles war, und dass es nun
Damit vorbei auf immer sei, auf immer!

Ja, liebes Kind, und dir sei unverhohlen:
Was vor dir liegt von künftgem Jugendglück,
Die Spanne misst es einer Mädchenhand.
Doch also ward des Lebens Ordnung uns
Gesetzt von Gott; den schreckt sie nimmermehr,
Der einmal recht in seinem Geist gefasst,
Was unser Dasein soll. Du freue dich
Gehabter Freude; andre Freuden folgen,
Den Ernst begleitend; dieser aber sei
Der Kern und sei die Mitte deines Glücks! 

Eduard Mörike gehörte zu jenen Dichtern, die um die Musikalität ihrer Texte wußten und die sehr daran interessiert waren, dass diese Gedichte auch von Zeitgenossen vertont wurden.  In seiner eigenen Familie und in seinem Freundeskreis fand er Zeitgenossen, die seinen Vorstellungen entsprachen.  Mit der Vertonung verband er auch die Hoffnung,  in den damals beliebten Hausmusik-Zirkeln bekannt zu werden.

Sein Gedicht, "Die Schwestern" wurde von Johannes Brahms vertont. Wer keine Kunstlieder mag, hört am besten gar nicht rein. Ich mag sie sehr.

 

Zu den Zeitgenossen Mörikes, die seine Gedichte in Musik setzten, gehörten die Freunde Ernst Friedrich Kauffmann und Louis Hetsch, der Bruder Karl Mörike, aber auch Otto Scherzer, der 1860 das Erbe Friedrich Silchers als Tübinger Universitätsmusikdirektor antrat. Eine wichtige Publikation mit Mörike-Vertonungen erschien um 1839. "Lieder schwäbischer Dichter", sie hatten einen unmittelbaren Bezug zur Hausmusik.  

Hausmusik spielte zu Mörikes Zeiten eine sehr große Rolle. Dazu gehören Klavier-Trios und -Quartette, Sonaten usw. und auch Auszüge aus großen Opern. Diese Zusammenkünfte wurden meist am Abend bei Kerzenbeleuchtung gepflegt. 

Mörike liebte auch Mozart und die Oper Don Giovanni hatte es ihm angetan. Ein erschütterndes Erlebnis findet sich. Mörike hatte zusammen mit seinen Geschwistern Luise und August im Sommer 1824 eine Aufführung der Oper Don Giovanni erlebt. Das inspirierte ihn viel später zu seiner Novelle "Mozart auf der Reise nach Prag", in der es um einen Tag Mozarts auf dieser Reise ging. In Prag schrieb Mozart diese Oper zu Ende und sie gelangte am 29.Oktober 1787 zur Uraufführung am Ständetheater in Prag. Ich war schon mal in Prag und habe mir das genau angesehen. Es ist auch gut zu lesen.



"Mozart auf der Reise nach Prag" ist eine Künstlernovelle um Mozarts "Don Giovanni", die den Tod am Ende ganz leise drohen lässt. Vier Tage nach der Aufführung, die Mörike mit seinen Geschwistern besucht hatte, nahm sich Mörikes Bruder August das Leben. "Nervenschlag" hieß es offiziell, die Familie wußte es besser. Ein Schatten liegt auf dieser scheinbar so leichten Mozartnovelle, und wer schon mal im Schiller Nationalmuseum in Marbach war, der kennt diesen weißen, alten Zettel, der die Geschichte kennt.

 In der Novelle von Mörike "Mozart auf der Reise nach Prag" kann man lesen: "Schon brannten die Lichter am Pianoforte..."
Der ganze Abend, den Mozart auf dem gräflichen Schloß verbringt, wirkt wie eine Zusammenfassung von verschiedenen Abendstunden. Natürlich spielte hier auch Tanz eine große Rolle. In der Novelle fährt Mörike fort: 

"Ein so reines Entzücken nun auch das köstliche Stück bei allen erregte, so führte doch sein Inhalt selbst, mit einem raschen Übergang, auf den Gipfel geselliger Lust, wo die Musik an und für sich nicht weiter in Betracht mehr kommt, und zwar gab zuerst unser Freund das Signal, indem er vom Klavier aufsprang, auf Franziska zuging und sie, während Max bereitwilligst die Violine ergriff, zu einem Schleifer
4persuadirte. Der Hauswirth säumte nicht, Madame Mozart aufzufordern. Im Nu waren alle beweglichen Möbel, den Raum zu erweitern, durch geschäftige Diener entfernt."

Es wurde in allen Tonarten musiziert und die Mörikes waren ein musikalische Familie. Er selbst spielte nie ein Instrument, aber die Schwester Luise spielte Klavier und sein Bruder Karl hatte Klavierunterricht bei Carl-Maria von Weber, den habe ich oben schon mal im Freischütz zitiert.  Mörikes Bruder Adolph wurde Klavierbauer und die Schwester Klara lernte das Zitterspiel, Bruder Ludwig war ein guter Sänger und August, der schon 1824 aus dem Leben schied, hatte ein Libretto für Ernst Friedrich Kaufmann entworfen. 

Mörike schreibt im Februar 1822 an seinen Freund und Dichter Wilhelm Waiblinger, der zeitgleich am Tübinger Stift war: "

 "Wirklich thut die Musik eine unbeschreibliche Wirkung auf mich oft ists wie eine Krankheit, aber nur periodisch. Ich sage Dir, eine bewegliche, nicht gerade traurige Musik oft eine fröhliche, kann mir manchmal mein Innerstes lößen, da versink ich in die wehmüthigsten Phantasien, wo ich die ganze Welt küssend voll Liebe umfassen möchte, wo mir das Kleinliche und Schlimme in seiner ganzen Nichtigkeit und wo mir Alles in einem anderen verklärten Licht erscheint. Wenn die Musik dann abbricht, möchte ich in meiner Empfindung von einer hohen Mauer herabstürzen, möchte ich sterben."

Interessant ist aber auch aber, wenn man durch den Cleversulzbacher Wald geht, dann kann man sich vorstellen, dass Mörike hier wohl lautmalerisch seinen Nachtigallengesang zum Klingen gebracht hat.  

"Zwitschern, seuftzen, lachen, singen, girren, stöhnen, gurgeln, klingen,Locken, schmeicheln, pfeifen, zucken, flöthen, schlagen, zischen, gluckenIst der holden Nachtigall wunderbar gemischter Schal", schrieb ein Barthold Heinrich Brockes, den Mörike sehr verehrte.  

Ich verehre Eduard Mörike sehr und ich lerne ihn immer bessern kennen, seit ich mich so mit ihm beschäftige.

Wen das alles nicht interessiert, der muß es nicht lesen. Mir hat es wieder mal Spaß gemacht. 

 Samstagsplausch
Gartenwonne 

Don Giovanni

Là ci darem la mano  


Quelle: SWR
Mozart auf der Reise nach Prag
Cleversulzbach Jahrbuch 750 Jahre

Kommentare

  1. oh Mörike... wenn ich den Namen höre bin ich wieder 10 Jahre alt und muss an meine Gundschullehrerin denken... wir mussten noch Gedichte abschreiben und auswendig lernen :-)
    Und natürlich war da auch Mörike mit dem Frühling dabei.
    Die Kugelbilder sind toll geworden.
    Lg Linda

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    1. Ja, du meinst "das blaue Band", das ist aus Mörikes Maler Nolten. Es wird gerne als Frühlingsgedicht eingesetzt, aber die Geschichte ist eine ganz andere.
      Dank dir und ein schönes Wochenende. Ichmuß jetzt einkaufen gehen, in den Hoflanden, viel bruche ich ja nicht. Aber ein Kuchen muß drin sein.
      Lieben Gruß Eva

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  2. Welch ein schöner Einblick in die Werke Mörikes. Vielen Dank dafür. Die Lenskugel-Bilder gefallen mir, hier liegt eine solche Kugel auch im Schrank, aber wie es oft so ist, ich kam noch nicht zum Ausprobieren und hinke dem Trend etwas hinterher. Egal, alles zu seiner Zeit. Heute habe ich meine frühen Morgenstunden genutzt, um all deine tollen Beiträge zu lesen, jetzt muss ich eine Jeanshose stopfen und danach geht's weiter in Sachen Adventskalenderprojekt, das dringend fertiggestellt werden muss, allzu viel Zeit ist ja nicht mehr bis zum 1. Dezember...
    Schönen Samstag und von Herzen liebe Grüße
    Anni

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  3. Liebe Eva,
    ich liebe es, bei dir auf dem Blog vorbei zu schauen. Du bist immer so unglaublich positiv. Das mag ich total!
    Herzlichen Glückwunsch zum neuen Tolino. Ein eBook Reader ist schon was Feines, auch wenn ich trotzdem sehr gerne gedruckte Bücher in der Hand habe.
    Ich drücke dir die Daumen, dass das Wetter noch ein bisschen zum radeln einlädt. Hier ist es heute sehr nass und kalt. Da treibt es mich nicht vor die Türe. Zum Glück habe ich gestern das Wetter noch genutzt, um Blätter zu harken. So muss ich das heute nicht.
    Hab einen schönen Samstag
    LG
    Yvonne

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    1. Liebe Yvonne,
      warum sollt eich denn nicht positiv sein. Ich habe eine gesunde und vor allem positive Lebenseinstellung und bin überzeugt, dass das alles vorbei ist.
      Man muß eben abwarten und Geduld haben, das ist kein Sprint, sondern ein Marathon sagte gestern Jemand zu mir.
      Liebe Grüße Eva

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  4. Sei du die Mitte deines Glücks. Wir richten es uns ein, so gut es geht. Auch für die um uns herum. Liebe Grüsse zu dir. Regula

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  5. Hallo liebe Eva,
    nein Mörike habe ich nicht in der Schule kennengelernt, aber von zuhause daher ist er mir ein Begriff und ich kenne so einige seiner Gedichte.
    Wow Du bist schon so richtig im Weihnachtsmodus, ich werde heute mal anfangen mit Wichtel hochholen etc. pp. Backen und Adventskranz das wird dann erst was zum nächsten Wochenende. Letzte Woche ist hier bei mir doch wieder einiges durcheinandergeraten,
    liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Kirsi
    Ja es soll kälter werden, Frost ist angekündigt. Aber ich mag auch die kalten Temperaturen - nur unsere Coco nicht mehr so, dann merkt sie die Athrose noch mehr!

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  6. Liebe Eva,
    ich staune immer wieder, wieviel Rad Du fährst, und noch mehr über die Höhenmeter, 1200 ist wirklich schon sehr viel. Ich weiß, was das heißt. Die Höhenmeter machen eine Radtour erst so richtig anstrengend.
    Eine Lenskugel habe ich auch, und ich sollte die auch nochmals rausholen. Deine Bilder sind jedenfalls wunderschön.
    Mit einem Ebook Reader kann ich mich bis jetzt nicht anfreunden. Das Buch ist mir einfach lieber. Aber wer weiß, Handys mochte ich zu Anfang auch überhaupt nicht, und jetzt gehe ich ohne nicht mehr vor die Türe...
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Ja, mein Freund ist hier schon ein "Schlächter", der sagt eben,
      "an Guader hält des aus!".
      Fertig, ich muß das ja nicht machen, aber ich will das und ausruhen kann ich mich dann immer noch, wenn ich im Grab bin.
      Ich habe auch lange gebrauch mit dem E-Book, habe ja auch ein iPad, aber so ein Reader ist klein und handlich, mir gefällt es sehr.
      Mit der Kugel werde ich jetzt mehr und mehr probieren, macht auch sehr großen Spaß.
      Lieben GRuß Eva

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  7. Hallo Eva,
    deine Kugelbilder sind ja unglaublich schön. Schon oft habe ich deine Fotografierkunst bewundert, aber das gefällt mir besonders...ja, so ein E-book ist was Feines. Ich habe seit Längerem einen Kindle, den ich anfangs begeistert genutzt habe. Inzwischen bin ich doch wieder beim papiernen Buch gelandet, weil ich begeisterte Büchereinutzerin bin.
    Mit dem Adventsschmuck warte ich konsequent bis nach dem Totensonntag, das ist so Tradition seit meiner Kindheit...nur Plätzchen backen kann ich mir im November nicht verkneifen...das darf auch vorher sein *zwinker
    Dir ein schönes Wochenende
    wünscht Augusta

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    1. Liebe Augusta,
      schön, wenn dir meine Kugelbilder gefallen. Nächste Woche kommen noch mehr auf meiner Radtour letzte Woche habe ich doch einige gemacht und ich habe noch mehr vor.
      Ich schmücke heute auch noch ein wenig und habe meinen Adventskranz platziert und bin gerade am Plätzchenbacken und basteln.
      Komme nachher bei dir vorbei.
      Lieben Gruß Eva,
      die nun 5 Sorten fertig hat.

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