Zimtsterne
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Zimtsterne
gehörten bei der Oma und meiner Mutter zur Weihnachtszeit. Auch ich
backe jedes Jahr zur Adventszeit Zimtsterne, das ist bei uns schon
Tradition.
Meine taffe Schwester mit ihren 90 Jahren backt auch immer noch Plätzchen und vor allem Zimtsterne. Eigentlich backt sie fürs ganze Haus, die Leute sind immer ganz glücklich, wenn sie eine Tüte mit Plätzchen vorbei bringt.
Meine Oma und meine Mutter sammelten im 1. und im 2. Weltkrieg, als es bestimmte Dinge nur bedingt oder gar nicht zu kaufen gab, Bucheckern und sie schälten diese (war eine Mordsarbeit), nur um den Kindern eine Freude mit Zimtsternen zu Weihnachten zu machen. Damals freuten sich die Kinder und auch die Erwachsenen über einen bunten Teller, oder auch über selbstgestrickte Sachen.
Eier hatten sie ja genug, obwohl die Hühner im Winter nicht soviel legten.
Da
hatte man aber auch vorgesorgt, man setzte so eine glibberige Masse an
und legte die Eier da hinein. Ich sah immer zu, wenn die Oma oder meine
Mutter, ihren Arm in diesen aus Steinzeug gemachten Kübel
steckten und hier die eingelegten Eier hervorholten. Da hatte man dann
im Winter genug Eier zum backen.
Der
Opa ging zu bestimmten Zeiten mit dem Leiterwagen und den Zuckerrüben
nach Züttlingen, das ist heute ein Teilort von Möckmühl. Dort wurden die
Rüben dann in einer Mühle zu Rübenzucker gemahlen.
Die Weizenkörner brachte er mit dem Leiterwagen in die Mühle nach Brettach,
dort wurde dann Mehl gemahlen und so hatten sie immer auch Mehl. Bei
der Mühle steht heute noch eine alte Dreschmaschine, mit so einer
Dreschmaschine wurden vorher dann die Ähren zu Körnern gedroschen. Als
ich immer in Ferien in Cleversulzbach war, hatte ich das Vergnügen, so
eine auch zu sehen und ich freute mich immer im Spreu zu "baden".
Ganz ungefährlich waren diese Dreschmaschinen nicht, denn vom Antrieb erfasst zu werden, war sicherlich auch kein Vergnügen.
Der Opa ging auch immer mit dem Leiterwagen voll mit Säcken, die Bohnenkerne enthalten haben, nach Möckmühl, um dieses Bohnenkerne dann dort zu Öl pressen zu lassen. Ganz früh am Morgen ging er, der Leiterwagen war mit Säcken beladen, zu Fuß nach Möckmühl. Er war einen ganzen Tag unterwegs und man mußte nie, ob er auch wieder zurückkomen würde.
Die
jungen Leuten können sich das heute nicht mehr vorstellen und auch
manche alten Leute nicht, die in ihrem Leben nur in den Städten gewohnt haben
und sahen auf die Bauersleut auch manchmal herab. Aber in Kriegszeiten
kamen sie dann gerne aus der Stadt und schauten, dass sie was zu essen
bekamen. Da waren die Bauersleut dann wieder recht.
Da ist mancher feine Pinkel dann auf dem Acker herumgekochen und hat Kartoffeln geklaubt.
Als ich vor einiger Zeit in Brettach die Mühle angeschaut habe, habe ich das nicht gewußt, aber die Tour mache ich sicherlich nochmals.
Allerdings mußten die Leute, die zuviel hatten, hier auch wieder einiges abgeben. Es war nicht einfach im Krieg. Man durfte ja nur einen bestimmten Teil zum Eigenbedarf behalten. Meine Großeltern gaben aber gerne auch den Leuten aus der Stadt etwas zu essen. Da habe ich noch eine Topasbrosche, die eine eigene Geschichte hat.
Was meine Schwester mir auch erzählt hat, es gab einen Polizisten aus Luxemburg, das gehörte ja damals zum Deutschen Reich und dieser Polizist war in Neuenstadt stationiert.
Er
sagte immer beim Gruß "Heil Lidle", was das heißen sollte, mag ich
nicht schreiben, das kann sich jeder denken. Er meinte immer, dass man
das nicht aussprechen kann, denn er hatte ja einen Akzent. Es wurde
allgemein akzepiert, dazu kommt allerdings auch, dass die
Cleversulzbacher und die Leute drumherum immer zusammengehalten haben
und das alles ganz gut verlaufen ist. Mein Opa war ja auch ein
entschiedener Gegner und hob auch nie die Hand. Hat auch jeder
akzeptiert.
Das änderte sich allerdings, als die SS auf den Bauernhof der Großeltern kam.
Der
Befehlshabende oder wie man das sagt, hatte ein Auge auf meine Mutter
geworfen. Meine Schwester geboren 1935 in Langenburg hat das alles
hautnah mitbekommen und kann hier sehr viel erzählen.
So nun bin ich aber vom Thema abgekommen. Ich habe schon mal einen Post über das Kochbuch der Oma geschrieben, das meine Mutter dann auch benützt hat und auch meine Schwester, die es mir vor einiger Zeit geschenkt hat.
Es ist vom Schwäbischen Frauenverein und mehr als Shabby, aber ich hüte es
genauso. Nach diesem Rezept machen wir unsere Zimtsterne.
Das Buch ist nun über 100 Jahre alt und die Zuckerkarte auch.
Die Zuckerkarte, sowohl auch das Kochbuch stammen aus der Weimarer Republik .

Ohne Zimtsterne gibt es keine Advents- und Weihnachtszeit.
Was man so alles aufhebt. Ist schon eine Erinnerung. Hoffen wir, dass solche Zeiten nicht mehr kommen werden.
Gelesen habe ich, dass sogar nun Porsche in Weissach Leute entlässt.
Nur sind meine Zimtsterne nie so schön, wie die von meiner Oma und meiner Mutter, die konnten Plätzchen backen, wie gemalt. Ich frage mich immer wieder, wo die nur die Zeit hergenommen haben. Aber, damals hat man halt bis in die Nacht hinein geschafft.
Ich habe die Zimtsterne schon mit verschiedenen Formen gebacken.
Jetzt habe ich 10 Sorten Plätzchen gebacken und vom selbstgemachten Marzipan habe ich Orangenpralinen gemacht. Die zeige ich noch.
Wenn ich sehe, was die Bäcker teilweise für die Plätzchen und die Zimtsterne verlangen, da backe ich doch gerne. Aber die Leute kaufen die Plätzchen, backen mögen heute immer weniger Leute.
ES ist zwar ein alter Film, aber ich schaue ihn immer wieder gerne an.
Zimtstern und Halbmond
Gestern habe ich mein neues Rad abgeholt und bin mehr als zufrieden.
Bin
drauf gesessen und hatte keine Probleme, wow, ich habe alles
ausprobiert und im Turbogang ist mir tatsächlich das Rad fast unterm
Hintern davongeratzt. Den benütze ich ja auch nur selten, aber
ausprobieren muß ich es ja.
Nur ich möchte andere Bremsbeläge, mit Kühlrippen, aber jetzt fahre ich erst mal diese. Es dauert ja nicht lange, da brauche ich neue.
Wow, ich bin soooo zufrieden und auch sehr dankbar.
Das
alte Rad ist auch fast verkauft, da kommt am Mittwoch jemand vorbei und
will es kaufen. Ich bin gespannt, ob der junge Mann das Rad dann auch
kauft.
Nun, er bekommt ja auch ein erstklassiges Rad, mit dem bin ich in 4 1/2
24.300 Kilometer gefahren, ganz schön, meint mein Radhändler.
Hier habe ich die Kilometer, die ich in verschiedenen Urlauben mit geliehenen Rädern gefahren bin, nicht mitgerechnet.
Mal sehen, was ich in 4 1/2 Jahren mit den neuen Rad fahre.
Dann bin ich 80 Jahre alt,
Alles nur mit Vertrag usw. ohne Vertrag mache ich nichts.
Morgen gibt es wieder ein weiteres Türchen.




















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