Museum Wiesbaden und Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin
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Das Museum Wiesbaden, in dem wir ja vor einiger Zeit mit Frau Gruha waren, hat auch eine eigene Jawlensky Ausstellung.
Aber zuerst mal ganz von vorne.
Alexej Jawlensky zählt als Maler des Expressionismus zum Umfeld der von Wassily Kandinsky und Franz Marc initiierten Künstlergruppe
"Der Blaue Reiter"
Ab dem Jahr 1924 bildete er mit den Bauhaus Meistern Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee die Ausstellungsgemeinschaft
"Die Blaue Vier".
Zum Blauen Reiter gehörte auch Marianne von Werefkin und zwischen Jawlensky und Werefkin entwickelte sich so etwas wie eine besondere Freundschaft.
Werefkin war vier Jahre älter, als Jawlensky und bekam, ihr verstorbener Vater war ein hoher zaristischer Beamter, hierdurch eine sehr gute zaristische Rente.
Sie erkannte das Talent von Jawlenski und förderte ihn und gab für ihn auch ihre Malerei auf.
Zusammen verlebten sie viele Sommer in Murnau im Russenhaus.
Ihre Beziehung dauerte 27 Jahre und Jawlensky genoss durch Werefkin, die ihn förderte, ein Luxusleben.
Sie zog mit Jawlensky und ihrem Dienstmädchen Helene Nesnakomoff nach München. Werefkin war eine großartige Malerin und ihre Bilder zeugen auch davon aber, wie so viele Frauen in der Kunst ordnete sie sich dem Künstler Jawlensky unter.
Jawlensky war ein Schürzenjäger und begann ein Verhältnis mit Helene.
Man mag sich vorstellen, wie Marianne Werefkin sich vorgekommen sein mußte.
Helene wurde schwanger und bekam einen Sohn Andreas und dennoch reisten alle Drei zusammen nach Frankreich und Marianne nahm dann ihre künstlerische Tätigkeit wieder auf.
Werefkin war der Meinung, dass man ihr nicht zutraute zu malen, also förderte sie Jawlensky, ich muß sagen, was hat diese Frau dazu getrieben, diesen untreuen Kerl weiter zu finanzieren und zu fördern und zugleich auch für Helene und deren Sohn zu sorgen.
Werefkin schrieb darüber an August Schädl: „So kam der Herbst 1895. – Helene war zehn Jahre alt. – Ich hatte längst eine andere Zofe, einen wundersamen aber lieben Menschen.
Trotz ihrer Jahre saß sie Modell für Jawlensky und wurde von ihm bis zur Tollheit verliebt gemacht. Um sie von ihren Psychosen zu heilen, ging ich mit meinem Vater und der Zofe nach Petersburg. Jawlensky blieb auf unserem Gut die 10 jährige Helene unter seiner Obhut.
Am 1. August 1914 mussten Werefkin und Jawlensky Deutschland innerhalb von 24 Stunden verlassen und flohen mit den Dienstmädchen Maria und Helene Nesnakomoff und Andreas in die Schweiz.
Die Folge des Krieges war, dass die Pension von Werefkin um die Hälfte gekürzt und durch die Oktoberrevolution vollständig gestrichen wurde.
1921 trennte sich Jawlensky von Werefkin und zog nach Wiesbaden, wo er 1922 Werefkins Dienstmädchen Helene, die Mutter seines Sohnes Adreas heiratete.
Ich gehe hier nicht auf das alles ein, wer Info benötigt, kann das bei Wiki nachlesen, es ist dort alles sehr gut dokumentiert.
Jawlensky litt an einer schweren, fortschreitenden Form von rheumatoider Arthritis, was er als Strafe empfand, für das, was er Marianne von Werefkin angetan hatte.
Er malte dennoch weiter und entwickelte trotz seiner gelähmten Hände eine neue Technik.
So malte er im kleinen Format und hielt hier den Pinsel mit beiden Händen.
Gerade seine "Abstrakten Köpfe" aus den 20er Jahren werden wie die "Dame mit dem Fächer", den Jawlensky seiner Geliebten Helene schenkte
und die "Abstrakten Köpfe", mit einem eleganten silbernen Deko-Schmuckanhänger in Beziehung gebracht.
Die "Dame mit dem Fächer" war, als sie 1956 für 8.000 DM erworben wurde, ein ausgesprochener Meilenstein für die Wiesbadener Jawlensky-Sammlung. Seither gilt das Bild als eines der beliebtesten Kunstwerke des Museums Wiesbaden. Zudem war es das erste Gemälde, das direkt aus dem Nachlass des Künstlers - die Witwe Helene Jawlensky und sein Sohn Andreas wohnten 1956/57 in der Stadt - in die Sammlung kam.
Bei dem Gemälde handelt es sich um ein Schlüsselwerk, denn die elegante Dame vereint alles, was Jawlensky bis dahin in München und Paris wahrgenommen hat. Die Leidenschaft van Goghs, den Farbenrausch der "Fauves" und den damals modernen flächichen japanischen Farbholzschnitt, den er bereits seit 1905 sammelte. Aber wer verbirgt sich hinter der sehr zurückhaltend wirkenden, feurig ausgeführten "Dame"? Das nicht weiter bekannte Jawlensky Modell "Resi" oder der weltberühmte russische Tänzuer Alexander Sacharoff?
Vielleicht aber spielt es gar keine Rolle, wer dargestellt ist, sondern nur, wie aufregend es in seinen farblichen Dissonanzen, die sich am Ende im Gesamtbild doch zu einer harmonischen Einheit fügen, gemalt ist.
Ab 1938 war er vollständig gelähmt und an Bett gefesselt, pflegebedürftig bis zu seinem Tode am 15. März 1941 in Wiesbaden.
Jawlenskys "Abstrakten Köpfe"
Jawlenskys Heilandsgesichter werden heute als moderne Ikonen betrachtet.
Nun etwas ganz besonderes.
Helene im spanischen Kostüm um 1901/02
Im Jahr 2014 anlässlich des 150. Geburtstages Jawlenskys schenkte der Wiesbadener Sammler Frank Brabant dem Museum Wiesbaden, das lebensgroße Porträt von Helene Nesnakomoff. Dieses Gemälde stellt sowohl aus kunsthistorischen als auch aus biografischen Gründen das bedeutendste Frühwerk des Künstlers dar. Einerseits zeigt es, dass sich Jawlensky um 1901/02 mit den künstlerischen Größen seiner Zeit auseinandersetzte mit Lovis Corinth, Max Liebermann oder Max Slevogt - die alle auch lebensgroße Rollenporträts geschaffen haben.
Andererseits gibt es tiefe Einblicke in Jawlenskys Leben mit Helene, die er 1895 als Dienstmädchen von Marianne von Werefkin in Stankt Petersburg kennengelernt hatte. Um 1900 kam es in München zur Annäherung zwischen Helene und Alexej, die ihre Liaison 1922 mit einer Heirat in Wiesbaden offiziell machten. Das Porträt steht direkt mit ihrem gemeinsamen Sohn Andreas in Zusammenhang, der am 28. Januar 1902 geboren wird. Das bedeutet, entweder ist Helene auf dem Bild in guter Hoffnung, dann wurde das Bild 1901 gemalt, oder kurz nach der Entbindung, dass ist es Mitte 1902 entstanden. Die Beziehung Jawlenskys zu Werefkin ist spätestens zu diesem Zeitpunkt zu einer verworrenen Ménage á trois geworden. Blickt man Helene ins Gesicht und bemerkt trotz der selbstbewußten Haltung mit den in die Hüfte gestemmten Augen ihren müden Blick, mag man eine vage Vorstellung davon haben, wie anstrengend es gerade für sie, die stets als sehr zurückhaltender Mensch beschrieben wird, zwischen den beiden starken Persönlichkeiten gewesen sein muß.
In Wiesbaden gibt es einen sogenannten Jawlensky-Pfad.
Mal sehen, vielleicht komme ich mal nach Wiesbaden, dann sehe ich mir den schon an.
Ich mag die Bilder von Marianne von Werefkin und zeige hier einige.
Am Kamin 1908/1910
Mit diesem Gemälde behandelt Marianne von Werefkin eines ihrer Haupthemen. Der Mensch, der sein Leben und Schicksal nicht nur fatalistisch anzunehmen hat, sondern darüber hinaus bestimmt ist von seiner täglichen Arbeit.
Der Berg selbst wird durch den Schornstein zum Vulkan, der jederzeit ausbrechen könnte. Der Mensch, der hier arbeitet oder arbeiten muß, lebt oder leben muß, ist keinen Moment sicher. Ein Lichtschimmer in der schier unausweichlich wirkenden Lage stellt das hochaufragende, gelb-goldene Buschgewächs hinter dem Arbeiter dar, der diesen - vermutlich, weil er stark wie ein Standbild alles "erträgt" - subtil zu ehren scheint.
Büste der Knienden - Geneigter Frauenkopf 1911-14
Ich (Jawlensky) ging gleich zu ihm, und wir sagten uns viele Komplimente.
Frau Gruha ist eine so gescheite Frau, die macht das aber auch wunderbar und vermittelt einem so viel Wissen. Aber 6 Stunden Führung ist schon auch für den Besucher eine Herausforderung.
Ich denke, dass ich dann wieder einiges zu verarbeiten habe.
Vielleicht bekomme ich hierdurch wieder Anregungen für mein nächstes Bild.
Wikipedia


















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