Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anzuwenden. *René Descartes*
Viel zuviel Wert auf die Meinung anderer zu legen ist ein allgemein herrschender Irrwahn. *Arthur Schopenhauer*
Die schönsten Momente im Leben sind nicht die, in denen man atmet, sondern die, die einem den Atem rauben. *Rainer Maria Rilke*

Das Leben ist kurz. Verschwende es nicht damit, ein langsamer Radfahrer zu sein. *Unbekannt*

Lieber aus ganzem Holz eine Feindschaft, als eine geleimte Freundschaft! *Friedrich Nietzsche*

Ich fahre kein Fahrrad, um meinem Leben Tage hinzuzufügen. Ich fahre Fahrrad, um meinen Tagen Leben hinzuzufügen! *Unbekannt*

Monets Küste, die Entdeckung von Étretat

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Vor einiger Zeit war ich mit der VHS Ludwigsburg unter der Führung von Frau Gruha wieder in Frankfurt im Städel.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich diesen Post fertig hatte, denn es ist ja auch eine Menge zu schreiben und die Bilder zu zeigen.

Die Schirn in Frankfurt wird zur Zeit renoviert und interessant ist, dass die Schirn hier an diesem Platz gebaut wurde, als die Altstadt noch nicht so bebaut war, wie heute, also viel Platz vorhanden war. 

Der ganze Marktplatz war damals 1986 ein großer Parkplatz. Der Bereich um den Römerberg war in einer Phase der städtebaulilchen Umwandlung nach den vielen Umgestaltungen der Nachkriegszeit. 

Vieles in der Schirn wird aus- und umgelagert. 







Wir waren im Städel und haben uns die Ausstellung

Monets Küste angeschaut.

Wobei ich mir fast denken kann, dass man Bilder von Monet über Ètretat wohl auch noch in diesen immersiven Ausstellungen zeigen wird. 
Ich habe mir mal die Ausstellung von van Gogh angeschaut, das hat mir nicht gefallen. Deshalb lasse ich es sein. Für mich ist das eine Geldmacherei, aber wer mag, der kann ja. 

Ich finde diese Ausstellungen nicht so dolle. Mir ist ein Originalbild lieber.
Es ist ein ganz bestimmter Personenkreis, der sich das anschaut. 
Ich gehöre mit einigen anderen, NICHT dazu. 

 Anselm Feuerbach
Manneporte bei Èntretat

Das Gemälde zeugt von der Verbreitung der Ètretat-Motive Mitte des 19. Jahrhunderts. Denn der deutsche Maler Anselm Feuerbach hat Ètretat vermutlich nie besucht. und mußte deshalb wohl nach einer Vorlage arbeiten. Da aus dieser Zeit keine Gemälde bekannt sind, die die Manneporte aus einer vergleichbaren Perspektive zeigen, liegt es nahe, dass sich Feuerbach von einer Fotografie inspirieren ließ. Diese Arbeitsweise, nach Fotografien zu malen, könnte er während seiner Aufenhalte in Paris kennengelernt haben. 



 

Monet in der Normandie

Claude Monets Werk ist geprägt durch eine tiefe Verbindung zur Normandie. Er verbringt dort seine Kindheit und entwickelt an den wechselnden Wohn- und Wirkungsstätten in der Region seine impressionistische Malweise. Besonders fasziniert ist er von der rauen Küste, von Meer, Wind und Wellen. Monet malt zwischen 1864 und 1886 mit Vorliebe im Norden der Normandie, an der sogenannten Alabasterküste zwischen Le Havre und Dieppe, in Orten wie Fécamp, Pourville oder Varengeville. Der größte Teil seiner Werke entsteht jedoch in Étretat. Mit rund 80 Gemälden und Pastellen nimmt das Fischerdorf eine herausragende Stellung in seinem Schaffen ein. Insbesondere die dramatischen Klippenformationen - die natürlichen Felsentore Porte d´Amont, Porte d´Aval und Manneporte sowie die Felsnadel Aiguille - ziehen ihn in ihren Bann. Monet studiert diese bei unterschiedlichen Licht- und Wetterbedingungen und erprobt dabei eine frühe Form des seriellen Arbeitens die später wegweisend für seine Malerei werden wird. Monets Bilder sind vielleicht die bekanntesten Darstellungen von Ètretat. Sie sind aber nicht ohne die zahlreichen Künstler zu denken, die Ètretat bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert für sich entdeckt hat. 

Claude Monet
Varengewille bei Ebbe


Claude Monet
Stürmisches Meer bei Étretat

Monet bezieht im Januar 1883 ein Zimmer im Hotel Blanquet am Strand von Ètretat. Von dort aus hat er einen direkten Blick auf die Porte ´d Aval, die er hier bei stürmischer See zeigt. Im Vordergrund sind links die ausrangierten und mit Stroh gedeckten Fischerboote (caloges) zu sehen, die für Ètretat typisch sind. Zwei Fischer stehen neben ihren Booten, die aufgrund des schlechten Wetters an Land bleiben müssen. Mittels seiner dynamischen Pinselführung gelingt es Monet, die Kraft der Elemente spürbar werden zu lassen. 

 



Fehlende Straßen, das lebensbedrohliche Meer und eine Bucht ohne Hafen waren lange Zeit die Gründe für die weitgehende Abgeschiedenheit Ètretats.

 Erst mit dem Einfluss der Aufklärung im 18. Jahrhundert setzt in Wissenschaften wie der Geologie und der Meereskunde ein beschreibendes und analytisches Interesse für diese Atlantikregion ein. Kurz darauf entdecken Maler und Schriftsteller der Romantik die Faszination der wilden Küste. Wirkung entfaltet nun auch die damals verbreitete Theorie des englischen Philosophen Edmund Burke:

Der Mensch muss den Schrecken der Naturgewalten überwinden, um das Gefühl des Erhabenen zu erfahren. Entsprechend sucht man fortan das Erlebnis des ehrfürchtigen Schauers an Meer und Küste. 

Die bereits 1786 entstandene Darstellung Ètretats von Alexandre Jean Noel dient allerdings der Werbung für die kurzzeitig etablierte Austernzucht. 

Marie Antoniette hat z.B. nur Austern aus Ètretat gegessen. Erst ab den 1820er-Jahren lassen sich Künstler im Ort nieder. Zu den Pionieren gehört der Marinemaler Eugéne Isabey, der markante Motive stimmungsvoll aqualliert, um daraus Gemälde zu komponieren. Früh schon kommt aus dem deutschen Ausland Johann Wilhelm Schirmer. Seine präzisen, auf dem direkten Studium der Natur basierenden Ölstudien führen die Praxis der Freilichtmalerei in die Ausbildung der Landschaftsmaler an der Düsseldorfer Akademie ein. Zugleich erscheinen erste literarische Beschreibungen und illustrierte Reiseführer, die Étretat überregional bekannt machen. 

Ètretat als Motiv für Pioniere der Fotografie

Bereits Anfang der 1850er-Jahre beginnen aristokratische und bürgerliche Hobbyfotografen Ètretat abzulichten. Die wohlhabenden Urlauber nutzen die noch neue Technik der Fotografie auf äußerst kreative Weise. Die erste Fotoserie zu Ètretat erscheint 1853 und stammt wahrscheinlich von dem gelernten Chemiker Alphose Davanne. Zehn Jahre später kehrt er zurück und fertigt eine weitere Serie an, deren großformatige Abzüge sich durch ihre technische Perfektion auszeichnen. Der Amateurfotograf Paul Gaillard experimentiert hingegen mit einer verkürzten Belichtungszeit, um die Bewegung der Wellen oder der Feriengäste am Strand von Ètretat einzufangen. Sowohl Davanne als auch Gaillard gehören zu den Gründungsmitgliedern der 1854 ins Leben gerufenen Société francaise de photographie, die als erste fotografische Gesellschaft der Welt gilt. 

Zwischen Fotografie und Malerei ist eine wechselseitige Beeinflussung zu beobachten. So hat die Fotografie Auswirkungen auf das Werk von Camille Corot, der sich für diese neue Technik interessiert. Im Fall Anselm Feuerbach dient eine Fotografie wahrscheinlich sogar als direkte Vorlage für das hier gezeigte Gemälde. Bis in unsere Zeit berufen sich umgekehrt auch Fotografen auf Gemälde von Étretat.

Balthasar Burkhard tritt mit seiner Momentaufnahme einer Welle in die Fußstapfen von Gustave Courbet, während Elger Esser auf Johann Wilhelm Schirmer Bezug nimmt.  

Johann Wilhelm Schirmer
1836
Felsen im Meer an der Küste der Normandie

 


 

Balthasar Burkhardt  Welle 

  

 

 

Eiger Esser auf den Spuren von Maupassant und Flaubert

Der Fotokünstler Eiger Esser fertigt im Jahr 2000 eine Serie von großformatigen Abzügen an, die in einen Dialog mit Werken aus dem 19. Jahrhundert treten und so dem Mythos von Ètretat nachspüten. Esser hält mit der Großbildkamera exakt die Orte fest, die der Schriftsteller Guy de Maupassant 1877 auf Bitten seines Freundes Gustave Flaubert in einem Brief beschrieb.

Elger Esser
Die Manneporte


 Elger Esser
Die Roche d´Aval


Alphose Davane um 1862

Èntretat. Die Aiguille und die Porte d´Aval 

Abzug auf Aluminumpapier

Claude Monet
Raue See
1881

Im Unterschied zu den plastischen Wogen Courbets sind Monets flächige Wellen-Bilder aus rhythmisierten Farbwerten aufgebaut. In die harmonische, lichte Farbwelt aus Blau, Grün und Weiß fügt Monet an Musiknoten oder fremde Schriftzeichen erinnernde zarte dunkle Kreisformen ein. Einfluss auf diese dekorative Ästhetik könnten die seit der Parister Weltausstellung von 1867 bekannten japanischen Holzschnitte gehabt haben, die auch Monet zeit seines Lebens sammelte. 



Für Gustave Courbet setzt ab 1865 der kommerzielle Erfolg seiner "Meereslandschaften" ein. Dies veranlasst ihn im Spätsommer 1869 zu   einem Aufenthalt im nunmehr zum modischen Badeortgewandelten Ètretat. Er bezieht ein direkt am Strand gelegenes Atelier. Mitte September beobachtet Courbet einen Wirbelsturm, der die Küste des Ärmelkanals heimsucht - der Ausgangspunkt für etwa 20 Gemälde mit zwei Motiven. Es entstehen "Die Klippen nach dem Sturm" und "Die Welle". Courbet verzichtet in seinen imposanten Naturdarstellungen auf erzählerische oder repäsentative Elemente - und auf den Menschen. Er strebt dabei nicht die größtmögliche Nachahmung der Wirklichkeit an, sondern konstruiert bewusst eine künstlerische Realität. So verfremdet er den Bildraum durch Perspektivwechsel oder unterwirft die Landschaft einer starken Geometrisierung. In einigen Bereichen trägt Courbet die Ölfarbe mit einem spachtelartigen Palettmesser krustig auf die Leinwand auf. Wasser, Himmel und Felsen scheinen aus dichter Materie zu bestehen. Im Pariser Salon von 1870 feiert Courbet mit den großformatigen Versionen beider Motive einen bespiellosen Erfolg. Spätere Künstler - darunter Claude Monet - werden sich an Courbets Werken messen. 


Gustave Corbet
Die Welle, stürmisches Wetter

Wirkungsvoll verbindet Corbet die Untersicht in die tosende Brandungswoge mit dem Fernblick gen Horizontlinie. Der Schriftsteller Guy de Maupassant schilderte einige Jahre später seinen Besuch in Corbets Strandatelier und die Entstehung der Wellen-Bilder. Von Zeit zu Zeit drückte der sein Gesicht an die Scheibe und beobachtete den Sturm. Das Meer kam so nah, dass es das von Gischt und Lärm umgebende Haus regelrecht zu peitschen schien. Tief beeindruckt Bild der Woge zeigt sich Paul Cézanne:

"Es ist, als käme sie (die Woge) gerade auf einen los, man schrickt zurück. Der ganze Saal riecht nach Wasserstaub.

 

Gustave Courbet
Felsen von Ètretat
1869/70

Bereits in seiner Heimat, der Franche-Comté, interessiert sich Courbet für erdgeschichtliche Motive - insbesondere für die Formung durch Wasser. In dieser Darstellung der berühmten Klippe von Ètretat betont er die senkrechte Struktur der Felsen und setzt sie als Kontrast zu den Waagrechten der Küstensilhouette und der Horizontlinie. Die 1870 im Salon präsentierte, 1,60 Meter breite Version der Klippe von Ètretat nach dem Strum wird als Stich in der auflagenstarken, populären Wochenzeitung Le Monde Illustré reproduziert und somit weit verbreitet.  
 


Flaubert - neben Maupassant einer der Hauptvertreter des literarischen Realismus - suchte damals für seinen Roman Bouvard und Pécuchet nach einem imposanten, real existierenden Schauplatz, an dem sich die beiden Titelhelden für Geologie begeistern können. Daraufhin übersandte Maupassant eine minutiöse Beschreibung des Küstenabschnittes zwischen Cap d`Antifer und Ètretat, ergänzt durch zahlreiche Skizzen.

Essers Arbeit ist eine Hommage an die literarische und künstlerische Auseinandersetzung mit Ètretat. Seine Fotografien sind bewußt keine Dokumentation der heutigen Örtlichkeiten. Vielmehr lassen sie sich als Verbildlichung von Erinnerungen und Sehnsüchten lesen. So gibt Esser ihnen durch die Sepatönung den Anschein verblichener Postkarten aus vergangenen Zeiten. Zudem achtet er darauf, dass die Motive menschenleer sind, wofür er - ähnlich wie schon Gustave Courbet - die Touristen gezielt ausblendet. 

Als die ersten Künstler in Ètretat eintreffen, ist es noch ein einfaches Dorf mit strohgedeckten Häusern, dessen Bevölkerung vom Fischfang lebt. 

Eugéne Le Poittevin, der erste Maler, der sich für längere Zeit am Ort niederlässt, verkehrt mit den Fischern und hält auch ihren Alltag in romantisierenden Darstellungen fest. Er wird aber auch Zeuge des frühen Badetourismus, den er ebenso wohlwollend wie amüsiert ins Bild setzt. Seine Gemälde werden mehrfach im Pariser Salon ausgestellt und tragen dazu bei, Ètretat bei den Städtern bekannt zu machen.

Eugéne Le Poittevin 

Dieses Gemälde wird im Pariser Salon von 1865 und auf der Weltausstellung von 1867 gezeigt und von Kaiser Napoleon III. für die Ausstattung des Élysée Palastes erworben. Es ist ein lebendiges Zeugnis der neuen Freizeitgesellschaft, die Ètretat erobert. Die Szene spielt am Nachmittag nach der Badezeit. Auf dem Kieselstrand sind Umkleidekabinen zu sehen, während Holzplanken einen Weg zum Wasser bilden - eine Praxis, die an den Stränden der Normandie in diesen Jahren allmählich zur Norm wird. 


 Eugéne Le Poittevin 
Seebad in Étretat
1866
 
 Als Le Poittevin dieses Panorama malt, ist das Baden im Meer noch ein junges Phänomen. Es wird durch Ärzte gefördert, die das Wellenbaden als Therapie für diverse Beschwerden verschreiben. Am Stand vermischen sich in der Folge verschiedene Bevölkerungsgruppen. Das trifft in besonderem Maße auf Ètretat zu, wo sich im Gegensatz zu anderen Kurorten Frauen nicht in abgerenzten Bereichen aufhalten müssen. Auf dem Gemälde sind Badegehilfen, zumeist lokale Fischer, an ihren roten Hemden zu erkennen. Einige Badegäste lassen sich identifizieren. Bei dem Mann, der zum Kopfsprung ansetzt, handelt es sich vermutlich um den jung Guy de Maupassant. 
Le Poittevin hat sich selbst links im Bild als Schwimmer mit Schnurrbart verewigt. 
 
 

Aufgrund der Nähe zu Paris, des wachsenden Eisenbahnnetzes sowie ärztlicher Empfehlungen, im Meer zu baden, entwickelt sich die normannische Küste um 1850 zu einem beliebten Reiseziel. Die Aristrokratie und das wohlhabende Bürgertum verbringen die Sommermonate dort fernab der "schädlichen Ausdünstungen" der Stadt. Auch in Ètretat werden ein Badehaus, Zweitwohnsitze, Hotels, ein Casino und später Tennis- und Golfplätze errichtet. Zugleich wird der Strand zwischen den Badegästen und den Fischern aufgeteilt, wodurch der Arbeitsraum der Letzteren schrumpft - was nicht ohne Gegenwehr bleibt. So wandelt sich nicht nur das Erscheinungbild des Ortes, es entstehen auch neue Berufe für die Bevölkerung:

Fischer werden zu Badegehilfen, und Frauen finden in den Hotels Anstellung als Zimmermädchen oder Wäscherinnen. Die Künstler spielen eine entscheidende Rolle bei der Popularisierung des Seebades, haben aber auch Anteil daran, dass die traditionelle Lebensweise der lokalen Bevölkerung verschwindet. 

Vom Strand aus gesehen bietet die Porte d ´Aval eine bei vielen Künstlern beliebte Ansicht. Doch was genau erregt das künstlerische Interesse?
Eugéne Delacroix geht es bei den Gouache- und Aquarellbildern um die feinen Licht- und Farbrelationen von Felsen, Himmel und Meer. 

Die Schweizer Künstlerin Sophie Schaeppi wiederum fokussiert in ihrem Skizzenbuch mit charakteristischen Federschraffuren mehrfach auf die Schichten des teils verschatteten Gesteins. Aber auch Formen und Strukturen der anderen Ètretatumgebenden Klippen erfahren durch die Freiheit des künstlerischen Blickes unterschiedliche Interpretationen bis hin zu fantastischen Verfremdungen. 

Sophie Schaeppi
Éntretat
Die Porte d´Aval


 

So assoziiert der Schriftsteller und Zeichner Victor Hugo die Felsen mal mit der Architektur aus einer mystischen Vergangenheit, mal mit einer tierischen oder pflanzlichen Erscheinung. Claude Monet wiederum überführt in seinen Farbigen Pastellen die Strukturen der markanten Gesteinslagen in die Darstellung der Wolkenbahnen. 

Monet und Ètretat

Claude Monet hält sich zwischen 1864 und 1886 mindestens sechs mal in Ètretat auf. Im Winter 1868 /69 mietet er dort ein Haus für seine Familie und befasst sich mit der großformatigen Interieurdarstellung 

Le Déjeuner. 

Mittagessen

 

Diese großformatige Interieurszene offenbart auf den ersten Blick keinen Bezug auf Èntretat. Und doch ist sie dort entstanden. Im Winter 188/89 mietet Monet für sich und seine Familie ein Haus im Ort. Das Gemälde zeigt seine Lebensgefährtin Camille mit dem gemeinsamen Sohn Jean an einem üppig gedeckten Mittagstisch. Am Fenster lehnt eine elegant gekleidete Frauengestelt während das Dienstmädchen durch die Tür schaut. Zwar passt dieser großartige Lebensstil nicht zu Monets Geldknappheit. Monet hat mit dem Gemälde große Pläne. Er will es im Pariser Salon ausstellen. Er wird dort jedoch von der Jury zurückgewiesen. weil die Alltagsszene gegen die Konventionen verstößt. Ein Format dieser Größe ist damals einem repräsentativen Porträt vorbehalten. 


Daneben beginnt er sich für die besondere Topografie des Ortes und die Mittlerweise zu einem Wahrzeichen gewordenen Felsformationen zu interessieren. In der Hoffnung auf kommerziell erfolgreiche Motive kehrt Monet Anfang der 1880er Jahre mehrfach nach Ètretat zurück. Er wählt dabei vorwiegend Zeiten außerhalb der Saison, um ungestört arbeiten zu können. Dabei klammert er die mondäne Seite des Ortes mit seinem Casino, den Hotels und den Badekabinen konsequent aus. Monet malt vorwiegend im Freien vor dem Motiv und begibt sich bisweilen sogar in Gefahr, da er möglichst beeindruckende und neue Ansichten der Klippen auf die Leinwand bringen will. Bei schlechtem Wetter nutzt er jedoch auch den Ausblick aus  dem Fenster seines Zimmers im Hotel Blanquet, das sich direkt am Strand befindet. Monet widmet sich während seiner Aufenthalte in Ètretat mehreren Gemälden gleichzeitig um unterschiedliche Wetter- und Lichtreflexe festzuhalten. Ètretat und seine Klippen sind daher eng verbunden mit jener Form des seriellen Arbeitens, die zu einem Markenzeichen für Monets Malerei werden und der modernen Kunst entscheidende Impulse geben sollte. 



Monet
Blick auf das Felsentor von La Manneporte


 Monet
Die Manneporte


Monet 
Steilküste von Aval

Monet

Die Felsnadel und das Felsentor von Aval

 

Monet
Boote am Strand von Èntetat


 Das künstlerische Interesse an Ètretat lässt um 1900 etwas nach, wenngleich der Ort weiterhin zahlreiche Touristen und auch einige Maler anzieht. 1899 verbringt der Schweizer Künstler Félix Vallotton seine Flitterwochen in Ètretat und fertigt fotografische Aufnahmen vom Strandleben an, die ihm als Vorlagen für seine Gemälde dienen. Im Sommer 1920 kommt Henri Matisse gleich zweimal nach Étretat, wo mehr als vierzig Gemälde und zahlreiche Zeichnungen entstehen. Ein Großteil dieser Arbeiten wird noch im selben Jahr in der Galerie Bernheim-Jeune in Paris ausgestellt. Der große Zuspruch in Sammlerkreisen zeugt von der beim Publikum anhaltenden Beliebtheit von Motiven aus Ètretat. In bewusster Auseinandersetzung mit den Gemälden von Courbet und Monet widmet sich Matisse der Darstellung der Klippen, der am Strand liegenden Fischerboote und von Meerestieren, Menschen sind wie bei seinen Vorbildern nur vereinzelt zu entdecken, was den Ansichten die Aura eines verlassenen Ortes vermittelt. 

Henri Matisse

Dornhai
1920 


Wieder einmal eine wunderbare und sehr interessante Ausstellung über dieses ehemalige Fischerdorf. 
Frau Gruha hat uns hervorragend wieder einmal durch die Ausstellung geführt. 
Es gibt noch einen Post aber hier nur Impressionen aus Frankfurt. 

Die nächste Ausstellung mit Frau Gruha gibt es wieder Anfang des nächsten Jahres und da freue ich mich ganz besonders drauf. 
Im Moment bin ich dabei einen Post über eine ganz bestimmte Malerin, die nicht so bekannt ist, zu schreiben, aber das dauert noch ein wenig. 
 
Es ist viel, aber mir bringt es tatsächlich etwas, wenn ich das Erlebte niederschreibe. 

Es kann sein, dass sich hier und da ein Fehler eingeschlichen hat. Falls das so ist bitte ich mal um Entschuldigung und werde es natürlich, jeweils korrigieren.  


Information über Ètretat

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89tretat 

Ètretat, bekannt für seine spektakulären Steilküsten spielte keine direkte Rolle bei der Hauptlandung vom D-Dy (6.Juni 1944), war aber Schauplatz einer wichtigen, früheren Operation der Alliierten.  

https://de.normandie-tourisme.fr/entdecken/zweiter-weltkrieg-d-day/die-alliierten-bereiten-sich-vor/ 

 Ein sehr guter Film ist "Der Soldat James Ryan", der genau dieses Thema behandelt. 

 


 

 

Morgen erscheint kein Post.

Ich muß meine Schwester in das Krankenhaus begleiten und früh aus dem Hause.  

Am Samstag geht es dann weiter mit einem Bericht von meinem Besuch im Elsass.  

 

 

Quelle des Berichtes: 
Schirn, Frankfurt  

 

  

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