Über Heilbronn und den Brettachtalradweg zur Burg Maienfels und wieder zurück nach Hause
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Einen schönen Sonntag im Juni habe ich benützt um über Heilbronn (ich bin von Bietigheim mit dem Zug nach Heilbronn gefahren), über den Wartberg bei Heilbronn, Weinsberg, Willsbach, Obersulm, auf dem Brettachtalradweg zu radeln.
Vom Wartberg aus sieht man nicht nur auf Heilbronn, sondern auch auf das historische Weinberghäusle, das hier steht.
Es ist ein schöner Radweg, der meist immer entlang der Brettach, das ist ein Fluß, den ich schon von meiner Kindheit in Cleversulzbach kenne, denn die Brettach mündet bei Neuenstadt in den Kocher (den habe ich auch schon teilweise von der Quelle bis zur Mündung beradelt), meinem Lieblingsfluß.
Die Brettach entspringt aus vielen kleinen Bächlein im Mainhardter Wald, genau kann man das so gar nicht sehen, deshalb war ich auch noch nicht dort.
Ich habe viel an der Brettach gespielt und meine Schwester wäre fast mal im Kocher dort ertrunken. Viele Neuenstädter haben im Kocher gebadet, ob sie es heute noch tun, keine Ahnung.
HIER habe ich die Mündung in den Kocher in Neuenstadt mal gezeigt.
ES sind aber viele Posts, ob man die alle angucken möchte?
In der Nähe von Wieslensdorf sah ich wieder meine Lieblinge, egal, wie man es sieht, die Landschaft ist verschandelt. In der Hohenloher Ebene, hier bin ich gestern geradelt, sieht nur noch Windräder. Es ist nicht schön, auch nicht, dass hier jede Menge Bäume gefällt werden müssen, aber manche Leute finden das ja nicht schlimm. Die finden es nur schlimm, wenn im Wald Bäume gefällt werden, um Holz zu machen.
Hier auf dem Brettachtalradweg kann man meinen, man ist in Ägypten, überall sieht man farbige Pyramiden und die Wächter des Brettachtales, ja doch man erinnert sich - falls jemand schon dort war, ich war dort - an die Memnonkolosse in Ägypten.
Vielleicht auch - da war ich noch nicht - an die Rapanui Moai auf der Osterinsel.
Man nennt sie auch die Wächter des Brettachtales.
Berichtet habe ich schon mal bei der Tour auf dem Brettachtalradweg nach Öhringen. Da gibt es auch etwas geschichtliches über meinen Vater.
Das alles nennt sich Landart 2012
Durch Zufall habe ich neulich etwas über die Burg Maienfeld bei Brettach gelesen.
Ich war erstaunt, wußte ich doch nicht, dass es noch ein Brettach gibt.
Ich kenne Brettach von Kindesbeinen an, das bei Cleversulzbach gelegen ist,
heute aber Langenbrettach heisst, da hat die Gemeindereform zugeschlagen.
Dieses Brettach liegt im Hohenlohe-Kreis und ist ein Stadtteil von Bretzfeld.
Die Beschreibung s.u. habe ich aus der Website der Gemeinde Wüstenrot.
Die aber sehr umfangreich ist und ich nicht alles kopiert habe.
Es lohnt sich aber, das alles zu lesen. Wie auch die weiteren
Links, die ich hier verlinke.
Im 13ten Jahrhundert war Maienfels Sitz eines Zweiges der Herren von Neudeck, die sich später von Maienfels nannten.
Diese stammten von der heute abgegangenen Burg Neudeck im unteren Brettachtal, beim heutigen Langenbeutingen. Nach den baugeschichtlichen Befunden ist die Burg zwischen 1230 und 1250 entstanden.
Die Kernburg war einheitlich mit einer Ringmauer aus staufischen Buckelquadern umgeben, die zu großen Teilen noch erhalten ist. Wie die damalige Hofbebauung ausgesehen hat ist unbekannt. Ein Bergfried war wohl nicht vorhanden.
Ganerbenherrschaft
Im Laufe des 14ten Jahrhunderts war die Burg dann ein Ganerbiat, d.h. ein Lehen im Besitz mehrerer ritterschaftlicher Familien. Im Burgfriedensvertrag von 1426 sind die Familien von Weiler, von Urbach, von Venningen und von Sickingen bezeugt. Im Zuge einer Fehde mit den vereinigten Reichsstädten, unter Führung von Schwäbisch Hall, wurde Maienfels 1441 belagert, erobert und zerstört. Durch ein neues Ganerbiat der Familien Schott von Schottenstein, Rauch von Winnenden, von Gültingen, von Remchingen, von Freyberg und von Vellberg wurde die Burg wiederaufgebaut und 1464 der Pfalz zu Lehen angetragen. Aus dieser Zeit stammen Teile des heutigen Palas der Familie von Gemmingen und Reste des Palas der Familie von Weiler. Auch der Zwinger um die Kernburg wurde derzeit angelegt sowie die Vorburg vor dem Halsgraben zur Bergseite hin. Damit wurde die Burg den neuen militärischen Erfordernissen angepasst, die sich durch die Entwicklung der Feuerwaffen ergeben hatten. 1492 heiratete Magdalene von Adelsheim, Erbin eines Drittels von Maienfels, Eberhard von Gemmingen. Bernolph von Gemmingen heiratete 1581 Anna von Grunbach, Erbin eines weiteren Drittels der Herrschaft. Das letzte Drittel gehörte weiterhin der Familie von Weiler. Die Familien von Gemmingen, mit einem Anteil von zwei Dritteln, und die Familie von Weiler mit einem Drittel, teilten sich dann für lange Zeit die Herrschaft.
Von Brettach führ ein schöner, aber sehr steiler Weg hinauf nach Maienfels.
Ich habe hier den Turbogang benützt und habe eine Radlerin ohne Motor überholt, die war am Ende ihrer Kraft, hat aufgegeben und geschoben.
Es war ja ein Sonntag und ich habe mich drauf verlassen, es war ja so beschreiben, dass die Burg dauerhaft geöffnet wäre.
Habe mich schon gefreut, dass ich oben war, es ist auch mit einem Pedelec nicht ganz einfach dort hochzuradeln und ich habe jede Menge Strom verloren.
Doch die Burgtüre war geschlossen, ich war enttäuscht.
Eine Frau sprach mit einer anderen Frau im Auto und sagte mir, dass die Burg Sonn- und am Feiertag geschlossen ist.
"Da komme ich extra von Ludwigsburg über Heilbronn hierher, um die Burg zu besuchen."
Ich hatte ja keine Ahnung, wer das war.
Die Frau meinte:
"Wenn Sie warten können, dann schließe ich Ihnen gleich auf."
"Klar, ich kann warten, ich habe Zeit!"
Die Frau schloß mir die Türe auf und meinte, dass ich mich umsehen könne, doch sie müsse nachher gleich weg, denn sie hätte eine Verabredung.
Ich hätte Luftsprünge machen können, sie machte mich dennoch auf verschiedene Dinge aufmerksam und an der Burgmauer hat man einen so schönen Blick ins Brettachtal. Schon beeindruckend, nur das Wetter, es war zwar warm, aber zwischendurch wieder sehr bewölkt.
Dann durfte ich Bilder machen und ich war schon beeindruckt. Die Frau, die mich so nett hereingelassen hat, war Freifrau Emmy von Gemmingen-Maienfels.
Es ist unglaublich, wie die adeligen Frauen nett sind, das letzte Mal ist mir das in Treschklingen passiert. Da war ich auch auf den Spuren von Gemmingen-Hornberg.
Das Adelsgeschlecht der Gemmingen-Hornberg ist unglaublich verzweigt.
Es gibt soviele Linien, ich blicke da nicht durch.
In Neckarzimmern gibt es ja die Burg Hornberg
HIER
das Schloß Gemmingen, bei Gemmingen
HIER
und die Burg Guttenberg
HIER
die habe ich alle schon beradelt und man muß sich ja nicht wundern, dass ich soviele Kilometer zusammenbringe. Ich bin selbst immer wieder erstaunt, wo ich schon überall war und sovieles dazugelernt habe.
Es gibt auch eine Stiftung der Burg Maienfels
Noch mehr und interessant ist dieser Bericht "DER STIMME"
Freifrau von Gemmingen-Maienfels erklärte mir, dass an diesem Platz eine Kastanie gestanden hat, die sie leider haben fällen müssen. Hier steht nun ein Amberabaum und ich meinte, dass sie sich besonders im Herbst an diesem Anblick erfreut, was sie mir bestätigt hat.
Durch einen kleinen Wanderweg kommt man wieder hinunter nach Maienfels.
Die Häuser dort sind direkt an die Burgmauern gebaut auch im ehemaligen Wassergraben stehen Häuser.
Die Bergkirche war leider geschlossen, aber auch sie hat einige Kostbarkeiten vorzuweisen.
Was mich so gefreut hat, war dieser alte Gasthof, er erinnerte mich an den Grünen Baum in Cleversulzbach, hier haben wir immer in den 1950er Jahren ferngesehen.
In einem Garten entdeckte ich diese schöne Blüte.
Es ist eine Eselsdistel (Onopordum acanthium).
Sie ist an ihrer weißgrauen Farbe und den großen Stacheln erkennbar.
Die Pflanze kann über zwei Meter hoch werden.
Hier gibt es auch einen Naturgarten, der Kosmetik herstellt.
Ich wäre gerne mal in das Lädchen gegangen, aber es war ja Sonntag.
Hinunter ging es dann wieder nach Brettach, ich habs einfach "laufen lassen" und meine Bremsbeläge geschont. Ich habe jetzt soviele Kilometer gemacht seit Dezember und immer noch keine neuen gebraucht, weiß der Hecht, was ich früher gemacht habe, dass ich alldieweil neue Bremsbeläge gebraucht habe.
Aber soviel bin ich damals auch nicht geradelt.
Dabei habe ich noch ein schönes altes Haus gesehen, das ich noch zeigen werde, denn das eignet sich auch in Schwarz-Weiß.
Ich wollte noch weiter nach Mainhardt radeln und mir eine Gedenkstätte und die Laukenmühle anzuschauen.
Die Laukenmühle ist ein Hof mit einer früheren Wassermühle und liegt mit dem noch erhaltenen Mühlengebäude an der Brettach im Ortsteil Ammertsweiler der Gemeinde Mainhardt, Landkreis Schwäbisch Hall.
Die Brettach hier kommt sie noch ganz jung von der Quelle und fließt in Richtung Neuenstadt.
Ich bin hier wie gestern durch verschiedene Landkreise geradelt, schon irgendwie schön.
Da ich aber keine Lust mehr auf den Mainhardter Wald hatte, habe ich die Tour abgebrochen und bin auf demselben Weg und doch ein wenig anders nach Heilbronn an den Bahnhof geradelt.
In Heilbronn am Bahnhof war die Hölle los, der Zug, den ich nehmen wollte, war verspätet und es standen nur Räder auf dem Bahnsteig. Nein, das tue ich mir nicht an und ich habe mich entschlossen, die paar Kilometer über den Neckartalradweg zu radeln.
Ich mag ihn ja nicht, weil ich hier nahezu jeden Stein kenne und das macht keinen Spaß. Aber egal, es war entspannend, weil immer geradeaus und flach und ich hatte ja soviel Strom auch nicht mehr und konnte so bequem ohne Strom radeln.
An meiner bewußten Stelle kurz vor Besigheim machte ich ein Päuschen und fotografierte hier den Neckar, der hier satt und breit fließt.
Da saßen zwei Männer, die sich für mein Rad interessieren. Die habe ich überzeugt, ich glaube, die haben sich jetzt auch ein Pedelec mit dem neuen Bosch-Motor gekauft, aber ob sie die Flow-App beherrschen, das wage ich zu bezweifeln.
Eigentlich könnte ich ja Fahrräder veraufen und mein Freund ist der Reparateur, da könnte man Kohle machen, aber das will der nicht mehr und ich auch nicht.
Bei der Flow-App gab es jetzt auch schon wieder ein Update, mit dem man noch individueller seine Stufen einstellen kann. Da ist noch viel mehr Kapazität drin, wenn die von Bosch das freigeben.
In Besigheim eingetroffen, watschelte eine Schwanendame mit ihren Kindern ohne Scheu und Angst an den Spaziergängern vorbei, schon schön, dass sie das gemacht hat. Ein bisschen hat sie gefaucht, wenn man zu nahe getreten ist, aber das ist nicht schlimm. Die Kleinen können noch nicht soviel laufen und haben sich zwischendurch immer wieder hingesetzt.
Dann ging es endlich über den Enztalradweg nach Hause.
Strom hatte ich immerhin noch 35 %, aber das habe ich ja meistens zum Abschluß einer Tour. Wenn ich weiß es langt nach Hause, dann haue ich mir auch mal den Strom um die Ohren, so ist das nicht.
Nur, das habe ich mir gestern bei der Tour vorgenommen, nehme ich mein Ladekabel mit. Ich habe unterwegs etwas gegessen und in dieser Zeit hätte ich mein Rad laden können. Gestern wurde es schon ein wenig knapp mit dem Strom.
Aber dann davon, wenn die Tour dran ist.
Zusammenfassung:
Tour am 7. Juni 2026
114 Kilometer
1.639 Höhenmeter
875 Climb
764 Downhill
2.573 Gesamkalorien
Wetter: 15 Grad sonnig und bedeckt
Luftqualität 2
Fahrzeit: 7 Stunden
CO2 Einsparung = 14,7 kg
































































Kommentare:
AntwortenLöschenHallo Eva,
AntwortenLöschendeine Beiträge und Rundreisen sind zwar immer bilderreich und gut beschrieben vieles ist mir bekannt, wenn manchmal auch schon länger her ist, mir aber auch immer vor Augen führt, was ich all die vielen Jahre im Berufsstreß versäumt habe. Das bedaure ich im Nachhinein doch sehr.
VG
Oskar
Lach Oskar, da kommt noch mehr, aber zu hast du ja mich und guckst auch einfricht rein, da freue ich mich.
LöschenLieben Gruß Eva