Foto: Spitz-Ahorn, Acer platonoides

Angst ist immer ein Zeichen von Unwissenheit. Je mehr wir wissen, desto weniger Angst haben wir. *Marie Curie*
"Wer weiß, wie Gesetze und Würste zu Stande kommen, kann nachts nicht mehr ruhig schlafen." *Otto von Bismarck*

Man selbst ist immer die Ausnahme. Das macht uns alle ausnahmslos. *Esther Klepgen*

ANGST ist wie eine Falle, die uns gefangen hält. *John Leonnon*

Von Heidelsheim zum Stifterhof und über den Elsenzer See, Schloß Gemmingen nach Stetten am Heuchelberg

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Was ich auch immer bei der Planung dieser Tour gedacht haben mag, das wissen die Götter.

Warum weshalb, das erzähle ich im Laufe dieses Posts. 

An einem Sonntag im April, das war ein Tag nach der Tour zum Birkenkopf, die ich mit meinem Freund gemacht habe, bin ich ganz früh morgens mit dem Zug in Richtung Bruchsal gefahren. 

Meine Tour begann in Heidelsheim, das ist kurz vor Bruchsal und da bin ich auch schon mal durchgeradelt, als ich ebenfalls eine Tour geradelt bin.  

Ich wollte ja verschiedene Stationen anradeln, aber hatte vergessen, die Tour auf Fahrrad bei Komoot einzustellen. 

 



 

Normalerweise klappt das ja mit dem Fahrrad, aber unterwegs dachte ich schon, was hast du denn hier geplant. 

Die Fahrt ging über Kraichtal und Münzesheim, da war ich auch schon mal, als ich die Ruine des Schlosses Menzingen besucht habe. 

Es waren eben schon komische Wege und nicht sooo angenehm, zudem sehr dreckig und schlammig. Aber ich hab mir nichts dabei gedacht, Das passiert eben, wenn es soviel geregnet hat. 

Unterwegs gabs so schöne Rapsfelder, sehr schön, es war schon recht frisch und so warm hatte ich mich auch nicht angezogen. Sogar ein paar Schmetterlinge waren zu sehen. 








Eigentlich war es dann doch schön so zu radeln. 
Dann ging es in einen Wald, ich war komplett alleine und dann habe ich  mal geschaut. Ich hatte eine Mountain-Bike-Tour geplant und was für eine!?

Nun gut, auch das muß sein, da muß ich durch, zurück wollte ich nicht mehr und so habe ich das eben durchgezogen. Ich gebe zu, es war mir schon komisch, nicht nur wegen des Bärlauches, der so arg nach Knoblauch gerochen hat. 

Ich bin inzwischen nicht mehr so sehr der Bärlauchfan. Es riecht mir zu sehr nach Knoblauch und diesen mag ich absolut nicht.

 


 Hier war der Weg zwar trocken, aber holderdipolder.
Interessant ist, dass man hier auch nicht alleine war, ein Auto kreuzte meinen Weg.


Da oben wurde der Weg immer schlimmer und ich habe umgeplant, das mache ich nicht so gerne, wenn ich eine Tour fahre. Aber auch das ist nicht schlecht, denn so kam ich bei diesen entzückenden Schafen vorbei.

Das sind wohl Walliser Schwarznasenschafe 




 

Bewußt gesehen habe ich die noch nie. Aber die waren so goldig und auch zutraulich. Bis dann die Mama kam und die Kleinen liefen davon.

Ich wollte nach Odenheim und dort den Stifterhof anschauen, mußte leider wieder zurück, weil es hier nicht weiterging. 

Zwischen Neuenbürg und Odenheim sah ich diese hübsche in den Stein gehauene Kapelle. Leider war keine Beschriftung zu sehen, warum sie hier steht.




 Dort gabs auch wieder mal Schmetterlinge und am Samstag habe ich auch einige fotografiert. Freu, es klappt schon.

Mal sehen, ob ich bei der Orchideenführung am kommenden Samstag Schmetterlinge finden kann.  Aber es soll ja regnen, da fällt das ins Wasser.

Sodele, dann hatte ich wieder meine Tour, die mich allerdings hier auf die Landstraße bis zum Stifterhof in Odenheim führte und da wollte ich ja auch hin. 

Irgendwann hatte ich mal vom Kloster Wigoldesberg gelesen und dass hier noch ein Turmstumpf steht. 

Naja, rumldipums, mußte ich noch einige Hindernisse überwinden und dann jaaaa, dann war ich endlich dort und ja, ich habe mich gefreut, denn diese Fahrt war alles andere als angenehm. Ich habe ausgesehn, als wenn ich mich in einem Dreckhaufen gesuhlt hätte. 

In der Jägersprache bezeichnet man eine Suhle als morastige Bodenvertiefung. In diese legt sich das Rot-,Sika- oder auch Schwarzwild hinein um sich zu reinigen. 

Naja, ich kann mir schöneres vorstellen. Aber was solls, ich bin ja beim Radeln immer dreckig und alles andere als eine Schönwetterradlerin. Dazu muß ich sagen, dass ich am vorigen Samstag mein vorderes Schutzblech zu Schrott gefahren hatte und somit mein Freund das Schutzblecht wegmachte, weil ich unbedingt radeln wollte und so den ganze Dreck abbekommen habe.
Das ist inzwischen wieder dran und gut ist.

Aber nun zurück zum Stifterhof, der in Odenheim auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurückblickt. 

 

Einsam und sehr ruhig ist es hier und ein wenig schien auch die wärmende Sonne. Der alte Stifterhof zwischen den Östringer Stadteilen Eichelberg, Tiefenbach und Odenheim beherbergt seit gut zehn Jahren die Außenstelle ders Technologiezentrums Augustenberg.
Wer genau schaut, stellt fest, dass es sich nicht einfach um ein landwirtschaftliches Anwesen handelt. Denn welcher Bauernhof verfügt auch schon über zwei Wehrtürme? 

Wie oben schon geschrieben, blickt dieser Stifterhof auf eine 1000-jährige Geschichte zurück.
Vor fast 900 Jahren wurde der Stifterhof zum ersten Mal in alten Unterlagen erwähnt. Damals lebten hier Mönche des Benediktinerordens. Gegründet wurde das Kloster von den Grafen von Lauffen auf dem Wigoldesberg, heute ist er auch unter dem Namen Greifenberg bekannt. 

Ein paar Jahre später kam dann der Umzug ins Tal und genau an die Stelle, auf der heute der Stifterhof zu finden ist. Im 12. Jahrhundert erlebte das Kloster eine goldene Ära. Kaiser Friedrich II. erhob das Kloster zur Reichsvogtei. Das Dorf Eichelberg wurde in der Nachbarschaft gegründet und Odenheim gewann durch Erweb des Marktrechtes einen wirtschaftlichen Aufschwung. 

Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurde die Lage in Europa, auch durch den Ausbruch des Hundertjährigen Krieges, zunehmend brenzliger und der damalige Abt, sowie mehrere seiner Nachfolger beschlossen, das Kloster zu einer Wehranlage umzubauen. Ein Erfolg, das Kloster konnte einem Angriff im Jahr 1461 standhalten. 

Auf Wunsch des Kaisers Maximilian wurde das Kloster durch den damaligen Papst Alexander in ein Ritterstift umgewandet. 

Bauernunruhen und Streitigkeiten mit dem nicht weit entfernten Odenheim veranlassten den Bischof von Speyer das Ritterstift dann nach Bruchsal zu verlegen. 

 Leider brannten aufgebrachte Bauern das Kloster dann doch nieder. Den Bauern ging es aber hauptsächlich um die Vernichtung von Schuldscheinen. Doch diese wurden schon vorher nach Bruchsal gebracht. Leider verschlang das Feuer auch eine historisch bedeutende Bibliothek, die wohl auch eine Abschrift des Nibelungenliedes enthalten haben soll. Die Ruine des Klosters diente danach - wie so oft - den Odenheimern als Baumaterial. In Odenheim kann man viele Häuser finden, die noch Sandsteine der alten Anlage enthalten. Der Stifterhof, wie er heute hier zu sehen ist, wurde erst nach dem Dreißigjährigen Krieg gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. 

Zusätzlich zu den bereits vorhanden Wehranlagen wurden eine Meierei, eine kleine Kriche, eine Kapelle und noch Wirtschaftsgebäude erbaut.
Die Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts brachte die Anlage schließlich an das Land Baden und befindet sich heute in öffentlicher Hand. An längst vergangene Tage von Mönchen und Rittern erinnern aber heute noch ein Wehrturm, ein paar Mauerreste und ein paar Kellergewölbe. 

Das Gelände kann man nicht betreten, zumindest nicht an einem Sonntag. 









Durch Wald und Feld ging es dann in Richtung Elsenzer See und dort habe ich dann auch erst mal geschaut. 


 

Der Elsenzer See soll ein Naturbad im Kraichgau sein und befindet sich bei Eppingen am Ortsrand es Dorfes Elsenz. Es soll idyllisch sein aber ich fands alles andere als das, Überfüllung und Gestank nach Schweinehals. Das hat mir gar nicht gefallen.
Diese Grillerei ist tatsächlich ungesund und m.E. auch eine Umweltbelastung.

Weiter ging es durch Rapsfelder und dazu gibt es hier einen
Bericht vom Deutschlandfunk.

HIER  




Vorher hatte ich noch nach der Quelle der Elsenz gesucht, die gleich um die Ecke sein soll, aber ich habe sie nicht gefunden, ist ja auch nicht schlimm. 

Von hier aus wollte ich noch zum Schloß und in den Schloßpark von Gemmingen, das bei Eppingen liegt. 

Aber der Weg war so schlimm und eine Baustelle jagte die andere. Ich war nicht alleine, als wir vor vielen Bauzäunen standen. Viele standen offen, da konnte man durchfahren. Zum Schluß war dann noch die Welt mit einem großen Bauzaun versperrt, Da standen hüben und drüben die Menschen. Viele haben den Bahndamm der daneben liegt mit ihren Rädern überquert. Ich mache das grundsätzlich nicht, weil irgendwo gibt es Grenzen. 

Ein freundlicher, netter Radler kam des Weges angeradelt und hat mich über Eppingen und Steppach nach Gemmingen geleitet. 

Mit diesem Radler bin ich eine Weile geradelt und wir hatten eine nette Fahrt miteinander und haben auch diskutiert. 

Nett!

Das Schloß und den Schloßpark in Gemmingen habe ich nur deshalb besucht, weil irgendwo ein Bericht von diesem Schloßgarten zu lesen war. Er soll besonders sein, finde ich jetzt nicht so prickelnd, aber ich war dort und gut ist. 




 

 Im Park ist mir wieder die Kaukasische Flügelnuss aufgefallen. 

Hier habe ich mal einen ganzen Bericht über sie geschrieben. Auf meiner Tour vorgestern habe ich auch eine wundervolle Flügelnuss gesehen. 

 




Gemmingen ist eine kleine Gemeinde in Baden-Württemberg nahe Eppingen. 

Das Gemminger Schloß ist das kunsthistorisch wertvollste Gebäude in der Gemeinde und das einzige von historischem Rang.

Es ist ein dreistöckiger Bau, bei dem angenommen wird, dass er auf mittelalterlichen Grundmauern steht. Das Gebäude steht am Rande des Schloßparks.
Die Form, die man heute sehen kann stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist vom Stil der süddeutschen Renaissance geprägt.
Man sieht an der Westseite zum Schloßparkt einen gemauerten Turm. Oben rund mit einer schönen gehauenen Spindeltreppe aus Sandstein.

Das Schloß ist in Privatbesitz und wird von der Familie von Gemmingen bewohnt.
Info

Interessant sind auch die Grabplatten derer von Gemmingen.








Eigentlich wollte ich nach Schwaigern radeln, mir wurde aber gesagt, dass das nur über Stetten am Heuchelberg geht. 

Dann hatte ich keine Lust mehr, soviele Imponderabilien, das verkrafte ich auf Dauer nicht und dann habe ich mich in Stetten am Heuchelberg in den IRE gesetzt, der dann nach 30 Minuten angefahren kam und habe mich gefreut, dass ich doch noch einen Platz für mein Rad und mich gefunden habe. Denn der Zug war zum Bersten voll.

Der IRE brachte mich nach Heilbronn und hier wartete auch schon eine Menge Leute auf den Zug nach Stuttgart, da hatten mein Rad und ich keine Chance. 

Gut, von hier aus kann ich ja auch dem Neckartalradweg nach Hause radeln, aber der Neckartalradweg hängt mir so langsam auch zu Halse heraus, den fahre ich im Schlaf. 

Viel Strom hatte ich nicht verbraucht, denn inzwischen fahre ich auch ohne Strom, immerhin hatte ich in Heilbronn noch 60 %.

Der nächste Zug nach Stuttgart wurde hier in ca. einer Stunde bereitgestellt und solange habe ich mich dann in der Bahnhofshalle in Heilbronn mit Kaffee und Kuchen beim Bäcker eingefunden. 

Ich war gottseidank die Erste, die nach 30 Minuten in den Zug samt Rad eingestiegen ist. Mein Rad und ich wir haben einen Platz bekommen, kurz vor Abfahrt des Zuges wurde es aber so voll und die Gesichter, dass ich hier auch noch ein Rad abgestellt hatte, länger und länger. Tja, was soll ich machen, das ist ein Radwagen und der belegt eben schon mal vier Sitze, aber man kann vor das Rad noch andere Räder und auch Kinderwägen stellen, was viele wohl nicht wollen, die stellen ihre Räder und sich selbt lieber an den Eingang, so, dass der Zugführer durchgesagt hat, dass sie von der Türe des Zuges weggehen sollen, denn die geht sonst nicht zu. Dadurch kommen auch Verspätungen zustande. Blöd halt, gell!

Unterwegs kamen immer noch mehr Räder und noch mehr Räder. Ich hatte schon Angst, ich könnte in Bietigheim nicht heraus. Ich war von Rädern und Menschen umgeben. Das ist das Schöne an der Bahnfahrt. Eine Bahnfahrt um die Zeit ist eine Offenbahrung.

Aber es ging und ja, der Aufzug in Bietigheim war mal wieder defekt und so habe ich mein Rad langsam und sicher die Treppen herunterplotzen lassen. Das geht gut man muß halt gut bremsen, was vielen Leuten auch nicht gepasst hat, denn die haben dann eben auch langsam tun müssen. 

Alles in allem habe ich viel gesehen und viel gelernt und freue mich immer wieder, dass ich etwas kennenlerne. Das ist mir 1001mal lieber, als in der Welt herumzuschippern und von meinem Ländle keine Ahnung zu haben. 

Man lernt viele Leute kennen und jaaaa, viele "kackblaue" stehen auch zu ihrer Meinung und machen daraus keinen Hehl. 

Nun, warten wir ab, was die Wahlen bringen.
Eigentlich ist es ja so, was man verbietet oder auch verbieten will, wird immer interessanter. Das ist ja auch bei Kindern so.

Aber eine Demokratie sollte das schon verkraften. Das stammt nicht von mir, sondern von einem Mitfahrer.

Aber ich lese gerade ein Buch über Stuttgart usw. früher war es auch nicht besser als heute und doch weitaus schlimmer.
Der Herzog Ulrich hat schon sein Unwesen getrieben, was viele auch nicht wissen.

Ich stelle das Buch gelegentlich mal vor.  

Das Kraichgau nennt sich ja auch "das Land der 1000 Hügel", das kann man sehr wohl an der Karte sehen. 

Auch heute möchte ich mich wieder über die vielen Klicks bedanken.

Ich versuche meinen Blog vielseitig und interessant zu gestalten und nicht Schnee von gestern zu bringen. Wem das alles nicht passt, der bleibe lieber weg.
Ich bin darauf nicht angewiesen, muß auch niemand Honig ums Maul schmieren um einen Kommentar zu bekommen. 

Danke!

 Zusammenfassung:
Tour am 14. April 2024
65 Kilometer
1.804 Höhenmeter
912 Climb
892 Downhill
Fahrzeit: 4.40 Std.
Gesamtkalorien: 1.865 KCAL
Wetter 17 Grad bedeckt
71 % Luftfeuchtigkeit

Es kommen dennoch noch einige Touren, wir sind noch lange nicht am Ende. 

 


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