Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! *Immanuel Kant*
Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumen lässt. *William Shakespeare*
Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. *Immanuel Kant*
Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen. *Max Horkheimer*
Halbdackel ist im Schwäbischen komischerweise die Steigerung von Dackel. *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn jemand ein Dackel ist, dann ist der nicht besonders geschickt und eher ein bisschen dümmlich. Aber ein Halbdackel ist ein echter Blödmann! *Rolf-Bernhard Essig*

Hitlers geheime Diplomatin von Martha Schad

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Dieses Buch befindet sich schon so lange in meinem Bücherregal und als ich meine Tour nach Waldenburg geradelt bin, dachte ich an dieses Buch.  

Ich möchte hier keine so ewig lange Biografie schreiben, denn das Buch kann man sicherlich noch kaufen und auch Wikipedia berichtet hier einiges. 

 

Dennoch möchte ich das Buch vorstellen, weil es sehr gut zu lesen ist. 

Martha Schad hat hier eine sehr gute Arbeit geleistet und m.E. auch gut recherchiert. 

Das Buch wurde 2002 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. 

Ich habe ja vor ein paar Tagen von meiner Tour nach Waldenburg berichtet und mein Besuch hatte nicht nur den Grund, dass meine Eltern öfters mal bei den Waldenburgs waren, sondern es hat auch damit zu tun, dass Stephanie von Hohenlohe durch Heirat mit dem österreich-ungarischen Prinzen Friedrich Franz zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst formal mit dem alten fränkisch-württembergischen Adelsgeschlecht derer von Hohenlohe und dessen historischer Linie Waldenburg-Schillingsfürst verbunden war.  

 "Der Wille einer Frau ist Gottes Wille" 

Ein Zitat, mit dem Stephanie Richter, spätere Prinzessin von Hohenlohe Waldenburg-Schilllingsfürst in ihrer unvollendeten Biografie beginnt. 

Unter diesem Motto sah sie ihr außergewöhnliches Leben, das den Zeitraum der Jahre 1891 bis 1972 umspannt, somit auch die zu Ende gehende Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, den Ersten und Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit in den Vereinigten Staaten und Amerika in Deutschland.

Stephanie Maria Veronika Juliana Richter kam am 16. September 1881 in Wien zur Welt. Das Haus am Kärntnerring 1, stand unmittelbar gegenüber dem damaligen Hotel Bristol. Ihren Vornamen bekam sie zu Ehren von Kronprinzessin Stephanie, der Gemahlin des Kronprinzen Rudolf von Österreich, der 1889 Selbstmord begangen hatte.

Ihr Vater war ein erfolgreicher Rechtsanwalt in Wien und sie verlebte eine glückliche Kindheit. 

Sie las keine Bücher und interessierte sich absolut nicht für Nähen, Stricken und Häkeln. Sie konnte auch nicht kochen, ja sie konnte nicht einmal Wasser zum Sieden bringen, wenn ihr nicht vorher jemand das Feuer dazu geliefert hat. Tiere mochte sie sehr und jede Art von Sport interessierte sie. Sie hatte auch nie besondere Freundinnen und mit 14 Jahren drehte sie ihre erste Zigarette in der Schultoilette. Ihre Intelligenz ermöglichte es ihr aber, ohne große Anstrengung Fremdsprachen zu erlernen.  

Schon früh hatte sich Stephanie zum Ziel gesetzt:

"Ich will Prinzessin werden!"

Sie berichtet, dass sie bei einer Einladung der Prinzessin Metternich gebeten wurde, etwas auf dem Klavier vorzuspielen. 

Ein junger Mann gesellte sich dazu und sie begegnete ihrem zukünftigen Mann, Prinz Friedrich Franz von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. 

Sie trafen sich immer wieder heimlich und innerhalb von 14 Tagen machte der Prinz ihr einen Heiratsantrag. Die Bereitschaft von Prinz Franz, Steffi zu heiraten ist wohl dadurch zu erklären, dass Steffi wohlhabend war und seine nicht unerheblichen Spielschulden - Ehrenschulden - beglich. 

Doch so wie die Hochzeit ablief, kann man hier nicht von einer Liebesheirat sprechen. 
Steffi sagte einmal: "Ich liebe große Männer!". Dafür war er aber doch  ausgezeichnet wohlproportioniert. 

 In aller Eile heiratete (morganatisch zur linken Hand also) man dann, denn die Prinzessin erwartete ein Kind von  Franz Salvator Erzherzog von Österreich Toscana, der zu ihren Bewunderern gehörte. 

Er war kein geringerer als der Schwiegersohn vom Kaiserpaar Franz Joseph und Elisabeth von Österreich. Er war mit der letzten und sehr geliebten Tochter von Sissi, Marie Valerie, verheiratet. 

Kaiser Franz Joseph förderte diese Heirat aus den bekannten Gründen auch. 
 

Franz Salvator war sehr lebenslustig und die Beziehung zu Stephanie bestand wohl schon seit 1911. Er erkannte Franz aber noch zu Lebzeiten seiner Frau an. 





 

Am 5. Dezember 1914 wurde der Prinz Franz Joseph zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst geboren.  

Die nicht ebenbürtige Ehe von Stephanie und Prinz Franz von Hohenlohe dauerte bis ins Jahr 1920. Am 29. Juli erfolgte in Budapest die Scheidung. 

Prinz Franz heiratete sechs Monate später am 6. Dezember 1920 Emanuela Gräfin Batthyány, die für ihn ihren Mann und ihre drei Kinder verlassen hatte. 

Hier beginnt dann die erstaunliche Karriere einer charismatischen Frau, der es trotz ihrer jüdischen Herkunft gelingt, in Hitlers unmittelbare Nähe zu kommen. 

Er nennt sie seine "liebe Prinzessin" und setzt sie als Geheimdiplomatin ein. Stephanie von Hohenlohe spielt für ihn ihre internationalen Beziehungen aus, vor allem zu hochrangigen Nazi-Sympathisanten in England. 

1940 emigriert sie in die USA und erlangt Kontakt zu höchsten politischen Kreisen, wird aber doch als angebliche deutsche Spionin interniert. Als Journalistin kommt sie wieder nach Deutschland und arbeitet unter den Größen der neu entstandenen Zeitungslandschaft wie Axel Springer und Henri Nannen. 

Martha Schad schildert hier spannend und detailliert den Lebenweg einer Frau, die mit unbedingtem Erfolgswillen und politischem Opportunismus eine beispiellose Karriere machte. 

Ich bewundere diese Frau, die gemacht hat, was sie wollte. 

Ein Buch, das ich gerade wieder lese, denn es ist so gut. 
Ich mag solche Biografien, wie ich sie immer wieder gerne lese, anstatt so Trivialliteratur, die mir überhaupt nichts gibt. 

Quellen: Das Buch selbst.

Verschiedene Links gibt es HIER  

Am 13. Juni 1972 starb Prinzessin Stephanie in Genf, dort ist sie in Meinier bei Genf begraben. 

 

Ich zeige noch ein paar Fotos aus dem Buch.
Falls Jemand etwas dagegen hat, soll er sich melden. 

Unity Mitford, ein Fall für sich.
Die gefährlichste Frau von München.


Mehr interessante Bücher gibt es 
in meinem obigen Lesezeichen 

Kommentare

  1. Antworten
    1. Wow, ich lese hier schon lange und bin begeistert. Ein Blog der alles bietet.
      Vom Rezept bis hin zu sehr guten Informatinen. Dazu kommt ein gutes Aussehen und eine gerade Linie. Herzlichst Rüdiger, wir haben uns im Zug kennengelernt.

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    2. Informationen,
      LG Rüdiger

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  2. Hallo,
    jetzt mußte ich überlegen, aber ich weiss es jetzt. Das war auf der Fahrt nach Nürnberg in diesem ollen Zug. Da hatten wir ja Zeit uns zu unterhalten. Aber ich lerne soviele Leute im Zug kennen und ich denke, wenn die alle meinen Blog lesen, dann ist es ja gut.
    Meistens versteht und kennt man sich ja, wenn man dieselben Interessen hat.
    Besten Dank und viele Grüße Eva

    Das war übrigens die Fahrt.
    https://schwabenfrau.blogspot.com/2026/06/besuch-in-nurnberg-1-teil-anfang.html

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Auch so lapidare Kommentare, die dazu dienen, dass man die Seite des Kommentators anklickt, wie "ich war schon lange nicht mehr hier" lasse ich ebenfalls nicht mehr zu, weil des koin Kommentar isch, sondern a Mischt."
Mir wäre das wirklich zu blöd, sowas zu schreiben.