Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! *Immanuel Kant*
Nicht jeder Mensch kann alles zu Ende tun, aber zu Ende denken kann jeder. *Werner Bergengruen*
Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. *Immanuel Kant*
Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen. *Max Horkheimer*
Halbdackel ist im Schwäbischen komischerweise die Steigerung von Dackel. *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn jemand ein Dackel ist, dann ist der nicht besonders geschickt und eher ein bisschen dümmlich. Aber ein Halbdackel ist ein echter Blödmann! *Rolf-Bernhard Essig*

Weltkulturerbe Völklinger Hütte 1. Teil

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 Noch im August waren wir mit dem Bus unterwegs und zwar nach Völklingen zur Völklinger Hütte. 
Völklingen liegt im Saarland unweit von Saarbrücken. 
Es war eine recht lange Fahrt von 3,5 Stunden einfach und ebenso wieder zurück ohne den Stau, den es beim Heimweg gab. 

 Es ist ein gigantischer Industriebau und ich habe soviele Fotos gemacht, dass es doch etwas gebraucht hat, bis ich alles unter Dach und Fach hatte. 

Von der Geschichte dieser Hütte bis nun in die Jetztzeit ist das ein gigantisches Werk. 

Die Geschichte der Völklinger Hütte ist umfangreich und vor allem auch die des letzten Besitzers Herrmann Röchling.

Der ein überzeugter Nationalsozialist  war. 
Bekannt sind die Röchling-Transporte, in denen er Fremdarbeiter ins Werk brachte. 

HIER  

Wobei die Sache mit den Fremdarbeitern nicht nur in diesem Werk so war, alle damaligen Firmen von Daimler Benz bis hin zu Thyssen alle haben Fremdarbeit als "billige" Arbeitskräfte missbraucht.  

Ein bekanntes Zitat von Werner Bergengruen:
"Die letzten anderhalb Jahrhunderte deutscher Geschichte lassen sich auf die Formel bringen: Von I.G. Cotta zu I.G: Farben. 
Mit diesem Zitat kritisiert Bergengruen damit den Wandel der deutschen Kultur und Geschichte vom Geist der Klassik und des Humanismus hin zu einer kalten, technokratischen und industriellen Machtgesellschaft. 
Das ist aber auch heute noch so und schlimmer denn je.
 

 

 

Hier hat der Künstler Christian Boltanski einen extra Raum geschaffen. Es war zu dunkel zum fotografieren. 
Aber es ist schon bedrückend hier durchzugehen. 

HIER 

In Völklingen hatte man auch einen Stadtteil 
Herrmann-Röchling-Höhe benannt. 
Doch der Genannte ist ein zweifach verurteilter Kriegsverbrecher und deshalb erinnert der Stadtteil heute "nur" an die ganze Familie. 

HIER

Nur in Langenburg hat man diese Straße, die an diesen Fürsten erinnern soll, noch nicht umbenannt. Meine Freundin möchte nach Langenburg und dort gibt es wohl eine Führung mit dem jetzigen Fürsten im Schloß. Ich habe mir überlegt, ob ich hier nicht doch mitfahren soll? Es wäre schon zu überlegen hier mal nachzufragen. 
Er ist ja der Enkel dieses Fürsten.  


Was bedeutet das Wort Hütte.
Hütte ist gleich Verhüttung, das bedeutet: 

Die Verhüttung ist ein technischer Prozess, bei dem Metalle aus Erzen gewonnen werden. 
Man füllt Eisen-Erz, Koks (aus Kohle) und Kalk von oben in einen riesigen Hochofen. 
Durch die starke Luftzufuhr brennt das Feuer im Ofen extrem heiß.
Der Sauerstoff trennt sich vom Erz. Das flüssige Roheisen fließt nach unten ab und wird zu Stahl weiterverarbeitet.

Wie das aussieht, zeige ich im 2. Teil 

Ich finde das hochinteressant.
Warum hat mich früher Chemie nicht interessiert?  

Um das alles zu besuchen und zu erfassen, braucht man mehrere Tage. 

Die Geschichte der Völklinger Hütte ist mit einer Familie verbunden: den Röchlings. Über Jahrzehnte prägten Vertreter dieser Familie die Geschicke des Völklinger Eisen- und Stahlwerks. 

 Das Erz in Lothringen, die Kohle an der Saar – das war eine Ausgangssituation bei der Gründung der Völklinger Hütte, die für die Geschichte der Röchlings und der Völklinger Hütte prägend blieb.

 


Film Völklinger Hütte, sehr interessant. 
 

Man sieht, dass sich - wie auch immer wieder - sich die Natur erholt.  

 


Inzwischen bin ich sogar soweit, dass ich mich doch tatsächlich mit der Chemie befasst habe, denn das gehört zu dem allem auch dazu. 

Man darf auch die Menschen nicht vergessen, die hier gearbeitet haben. Ich habe oben einen sehr interessanten Film über dieses Werk eingestellt.

Völklingen war immer von Rauch umhüllt, denn die Abgase waren wirklich nicht wenige. Aber man darf auch nicht vergessen, das Industriezeitalter hat auch unseren Wohlstand gebracht. 

Der nun leider am Absinken ist, wem wir das zu verdanken haben, ist ja bekannt. 

Der Beruf des Stahkochers, der war mit einigen anderen Arbeitsplätzen mit am gefährlichsten, aber auch alle anderen Arbeitsplätze waren gefährlich. Manchmal mußte ein Arbeiter auch während des Betriebes der Maschinen diese von Hand ölen und manchmal kostete das auch einen Finger, oder sogar eine ganze Hand. 

Übrigens mußte jeder Arbeiter, einen Meister oder auch Gesellen in verschiedenen Handwerksberufen haben und danach wurden sie auch bezahlt.  

Da muß ich jetzt was einfügen. Es wird ja jede Menge gebaut (und auch gefördert) und dazu braucht man auch Zement und ich habe mich ja auch ein wenig kundig gemacht. Zur Zementherstellung braucht es einiges und das kostet CO2. Da redet keine Mensch davon. Aber wir Deutschen müssen nun eine CO2 Abgabe zahlen. 

Wir hatten eine Führung mit einem sehr kompetenten Herrn, dessen Name ich mir zwar aufgeschrieben habe, aber wie es so ist, ich finde den Zettel nicht mehr. 
Aber diese Einführung war so genial und hat auch gedauert. 
Ich glaube es war Herr Dörr oder so ähnlich. Wenn man diesen Herrn zu eine Führung bekommt, kann man sich glücklich schätzen. 

Für das Bild bekam ich die Erlaubnis von Herrn Dörr.  


 

Es waren fast drei Stunden, die wir hier über das Werk gegangen sind und wir waren auch ganz oben auf dem Hochofen, natürlich nicht ohne Helm. 

 

Ich habe nur noch "Ahhhhhh und Ohhhhh" gesagt. Es war so gigantisch. 

Die Völklinger Hütte wurde nicht von einem einzelnen berühmten Architekten entworfen, sondern über ein Jahrhundert hinweg als Industriekomplex von Ingenieuren und der hauseigenen Bauabteilung der Röchling-Werke stetig erweitert. Namentlich bekannt ist u.a. Architekt Strassner, der um 1942/1950 die Hochofenwerkstatt und den Erzbrecher 3 gestaltete.  

Das Werk wurde 1986 stillgelegt, weil es sich nicht mehr lohnte. Das bedeutete für viele Arbeiter einen schweren Gang auch in die Arbeitslosigkeit. 

Aber es gab da einige Leute, die waren pfiffig und meinten, dass man dieses Werk auch für die Kunst nutzen kann. Heute befindet sich die Hochschule der Bildenden Künste Saar im ehemaligen Handwerkerviertel. Darauf komme ich dann auch im 2. Teil zurück. 

Am 15.Dezember 1994 wurde die Völklinger Hütte zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.  

Es ist so überwältigend und ich will jetzt nicht zählen, was wir Treppen rauf- und runtergegangen sind, ca. 200 sind es, wurde uns gesagt. 

Man kann das alles nicht an einem Tag erfassen, aber ich bin mir sicher, wenn ich nächstes Jahr noch lebe, bin ich wieder mit dabei. 

Es war schon ein Schlag für die Beschäftigten der Völklinger Hütte, als sie geschlossen wurde. Aber heute bietet diese Anlage vielen Leuten einen Arbeitsplatz, denn auch so eine Anlage muß gepflegt und behütet werden.  

Die  monumentale Dimension ist schon vom Weitem markant. Der Wasserhochbehälter der Völklinger Hütte aus dem Jahr 1917/18 zählt zu den größten jemals gebauten Wassertürmen. Um die Stahlmäntel der Hochöfen zu kühlen, brauchte man enorme Mengen an Wasser. Bei Ausfall der Pumpen konnte das hier gespeicherte Wasser für etwa 15 Minuten die Wasserversorgung aufrechterhalten. Außergewöhnlich für die Zeit ist die komplette Stahlbeton-Konstruktion des Gebäudes. 

Nun ist der Wasserhochbehälter spektakulärer neuer Eingang und Besucherzentrum des Weltkulturerbes. Kasse, Shop, Café und die Ausstellung "Bewegung macht Geschichte" sind dort zu finden. 



 






Die Gebläsehalle.
Bis zu 29 Meter lang, 14 Meter breit und mit einem Durchmesser der Schwungräder von sechs Metern. 








 Wer die gigantischen Gebläsemaschinen gesehen hat, wird sie so schnell nicht vergessen.

 Einst pumpten sie Druckluft zu den Winderhitzern und Hochöfen. In umgekehrter Richtung trieb das gereinigte Gichtgas der Hochöfen, ihre Kolben und Schwunräder an, ein beispielhafter Kreislauf. Im Jahr 1900 begann der Bau der Gebläsehalle und noch jetzt, viele Jahre nach der Stilllegung, riecht man hier den Geruch des Öls, mit dem die Arbeiter ihre Maschinen pflegten. Heute ist die Gebläsehalle eine Ausstellung- und Festivalort von einzigartiger Aura. 
 
In dieser Gebläsehalle ist zur Zeit eine Ausstellung betreffend Röntgen und Röntgenstrahlen. Deshalb ist die Halle auch sehr dunkel, weil man sich auf die Ausstellung konzentrieren soll. Ich hatte nach den über 200 Treppen genug und es war auch warm, dass ich mir die Ausstellung nicht auch noch angesehen habe und wir uns in das kleine Cafe und Restaurant verzogen haben. 
 
Aber man kann das Öl, den Staub und alles was damit zusammenhängt durchaus noch riechen.

Das Bild ist auch ob der Dunkelheit unscharf, aber ich setze das nur ein, um zu sehen, wie klein die Menschen und wie groß die Schwungräder sind. 


 Wir durften über Treppen, Geländer, Übergänge und dergleichen mehr gehen und hörten viel geschichtliches. 
 
Manchmal hat man einen Ausblick, da geht einem wirklich das Herz auf. 
 




Eine riesige Schatzkammer für den wertvollen Rohstoff der Roheisenerzeugung war die Erzhalle und Erzplatz.
In der Erzhalle entstanden zwischen 1900 und 1903, konnten 12.000 Tonnen Eisenerz gelagert werden. Die Halle wird geprägt von mächtigen Stahlprofilen für die Völklinger Hütte deutschlandweit marktführend war. 
Heute finden in der Halle Festivals und Konzerte statt.  
   





Modell Völklinger Hütte


Die Skyline der Völklinger Hütte mit Erzschrägaufzug und Gichtbühne. Hier geschah die eigentlilche Verwandlung von Erz und Koks zu Roheisen. Das ist der Stoff, der die Grundlage für die Stahlerzeugung bildete. In den sechs Hochöfen herrschten Temperaturen von bis zu 2.000 Grad. Dabei sind sie von außen gar nicht zusehen. 
Die Hochöfen verstecken sich geradezu hinter den Winderhitzern und  dem Gewirr von Rohren und Kaminen. Nur die dreieckigen Hosenrohre künden auf den ersten Blick von ihrer Existenz. Steigt man auf die Gichtbühne und die Aussichtsplattform über den Hochöfen in 45 m Höhe, hat man eine sehr schöne Aussicht. 
Bilder von oben kommen dann im 2. Teil.   




Die Trockengasreinigung ist eine original saarländische Innovation. In den drei Trockengasreinigungen, entstanden 1911 bis 1922, wurde das Gichtgas der Hochöfen durch Baumwollschläuche gesaugt. Erzstaub und Koksreste blieben dort hängen. Das gereinigte Gas konnte vielfältig weiterverwendet werden. Zum Antrieb der Gebläsemaschinen und von Dynamos, für die Winderhitzung, in der Sinteranlage und in der Kokerei. In einem äußerst aufwendigen Prozess wurden diese historischen Anlagen vom Schadstoffen gereinigt und gesichert. 
 
Auf dem Weg zu den Hochöfen gab es auch noch allerhand zu sehen. 










Man sieht immer wieder diese kreisrunden Nieten an den Türmen, das ist Kunst.


Diese Nieten, das ist Kunst, denn darauf komme ich im 2. Teil zurück.

 


Es sind etwas 200 Stufen zu bewältigen, bis man oben ist, teilweise ganz schön anstrengend. Was mich immer wieder ärgert ist, dass hier Leute hochgehen, die das gar nicht schaffen und dann unterwegs schlapp machen und sie dann zurück müssen. Das hält nur auf. 
Dabei wird einen auch gesagt, dass man das nur machen soll, wenn man gut zu Fuß und ach schwindelfrei ist. 
Aber, es gibt tatsächlich Leute, die kommen sogar mit dem Rollator. 


Der Schrägaufzug mit ihm wurde das Material nach oben geschafft. Darauf komme ich auch im 2. Teil. 









Es ist ein Gewirr von Röhren und Eisengerüsten, aber unglaublich schön.









Wie es nun weiter geht und auf die Hochöfen, das erzähle ich im 2. Teil. 

Es war an diesem Tag sehr sehr heiß, so ca. 34 Grad. Aber dadurch war es nicht so voll und es wehte ein leichter Wind.  
 
Aber dennoch ein Blick von oben auf die Kokerei. 
Die Berge hinten sind Abfallberge, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben.  
 

Der 2. Teil folgt voraussichtlich morgen.  
Falls der Aufbau der Bilder zu lange dauert, hat man keinen guten Internetanschluß. Ich habe Glasfaser und da geht das sehr schnell. 
Ich kann es nicht ändern.  

 

Kommentare

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Auch so lapidare Kommentare, die dazu dienen, dass man die Seite des Kommentators anklickt, wie "ich war schon lange nicht mehr hier" lasse ich ebenfalls nicht mehr zu, weil des koin Kommentar isch, sondern a Mischt."
Mir wäre das wirklich zu blöd, sowas zu schreiben.