Der Großtyrann und das Gericht von Werner Bergengruen
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Es ist ein altes Buch aus der Bibliothek meines Vaters. Ich habe es damals nach dem Tode meiner Mutter, nachdem wir das Haus ausgeräumt haben, mitgenommen.
Werner Bergengruen, das ist ein deutsch/baltischer Schriftsteller von dem ich schon einiges gelesen habe und es sind immer Geschichten, die etwas krimi- oder auch geisterhaftes an sich haben. Seine Novellen und Geistergeschichten und seine Gedichte mag ich sehr gerne.
Günther Fleckenstein hat aus dem Roman auch ein Theaterstück bzw. Fernsehspiel gemacht.
Das Theaterstück ist von 1963, das man HIER einsehen kann.
Wir haben das Buch damals auch in der Schule durchgenommen.
Als ich neulich in Baden-Baden war, bin ich auf diesen Schriftsteller gestoßen und dachte, da hast du doch einige Bücher von ihm in deinem Bücherregal stehen. Von diesem Besuch, der sehr warm war, berichte ich noch.
Werner Bergengruen wurde am 16. September 1892 in Riga geboren und starb am 4. September 1964 in Baden-Baden.
Der Großtyrann und das Gericht ist so quasi eine Abrechnung mit dem Nazistaat und wurde auch nach dem Krieg kontrovers diskutiert.
Es ist schon so ein wenig ein Krimi, die Bergengruen immer gerne so schreibt. Er wurde aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, weil er nicht das tat, was viele eben auch getan haben.
Bergengruen urteilte 1945 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges über die Zeit des Nationalsozialismus:
"Niemand darf sagen, er habe von den Greueln nichts gewußt.
Was in den Konzentrationslagern geschah, das wußte jeder, wenn er nicht Gehör und Gesicht gewaltsam verschloß."
Das schließt aber auch die Österreicher nicht aus, ich denke da an Mauthausen, ein KZ, das ich auf der Reise von Passau nach Wien mit dem Rad besucht habe.
Die Österreicher hören gar nicht gerne, wenn man sie darauf aufmerksam macht, wie sie Hitler begrüßt haben, als der Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich kam.
Interessant ist auch, dass Werner Bergengruen während des Nationalsozialismus bei seiner Frau Charlotte geb. Hensel blieb. Sie galt nach der NS-Ideologie als "Mischling". Er beteiligte sich im Sommer 1942 in München an heimlichen Aktionen des zivilen Widerstandes, indem er mit seiner Schreibmaschine Flugblätter der Gruppe
"Weiße Rose" vervielfältigte und in Briefkästen warf.
Ganz anders, als der Schriftsteller Alfred Andersch, (Sansibar und der letzte Grund) der sich 1942 von seiner Frau Angelika geb. Albert, trennte. Sie war nach den Nürnberger Gesetzen als "jüdisch" bzw. "Mischling" eingeordnet. Die offizielle Scheidung erfolgt 1943.
Das sorgte dann nach dem Krieg auch für Aufsehen. Ich konnte den Kerl nie leiden. Er trennte sich von seiner Frau, die Ehe war wohl zerüttet und er hatte sich in Gisela Gronauer verliebt. M.E. hat er wohl die Scheidung vorangetrieben, um als Autor im NS-Staat publizieren zu können.
Auch sein widersprüchliches Verhalten ist ihm anzukreiden. Als er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft war, unterstrich er seinen Status und berief sich auf seine jüdische Frau, um sich als Gegner des NS-Staates vorzutun und um seine Manuskripte wiederzubekommen.
Aber, da war er wohl nicht der einzige, der das so gemacht hat.
Opportunismus nennt man sowas. Da war der allerdings nicht der einzige, der seine Nase nach dem Wind drehte.
Das ist aber auch heute noch so und das ist nicht mal so weit weg.
Um was geht es nun in dem Roman. Übrigens ein Roman, der auch in der heutigen Zeit noch brandaktuell ist.
Der Roman ist aus dem Jahr 1935 und spielt in der fiktiven Stadt Cassano in Italien.
Ein mit diplomatischen Aufgaben betrauter Franziskanermönch wird ermordet.
Der Großtyrann gibt dem Polizeichef des Ortes nur drei Tage Zeit den Fall zu lösen. Falls er den Täter nicht findet, drohen ihm der Verlust seiner Macht und wohl auch der Tod.
Die ganze Stadt wird auf der Suche nach dem Täter in Angst und Schrecken versetzt. Es kommt zu Intrigen, falschen Geständnissen und Betrug, das gesellschaftliche Gefüge wird zerüttet.
Letztendlich stellt sich bei einer Gerichtsverhandlung heraus, dass der Großtyrann selbst der Mörder ist.
Er tituliert den Mord als soziales Experiment und will damit die Reaktion der Gesellschaft testen und gesteht dann seine Schuld.
Es passt doch auch wunderbar in die heutige Zeit.
Das Buch ist in 5 Bücher eingeteilt: Jedes Buch behandelt die entsprechende Person.
Nespoli
Vittoria
Diomede
Der Färber
Der Großtyrann und das Gericht
Im Grunde genommen zeigt das Buch auch, wie man ein Volk manipulieren kann und nachher alles gar nicht so stimmt.
Man beachte auch die Präambel am Anfang des Buches und vieles hier in dem Buch erinnert mich auch an die Corona-Zeit und nicht nur das.
Ich hoffe nur, dass ich die Zeit, die wohl folgen wird, doch noch unbeschade überstehen werde. Denn das was voraussichtlich kommen wird, das stelle ich mir nicht so schön vor.
Da hilft auch eine Deko nichts oder sich mit Deko zu beschäftigen.
Aber es ist doch so, solange der deutsche Michel verreisen kann, in die Restaurants gehen kann und noch so andere Dinge mehr, solange kümmert er sich nicht um die Dinge die folgen werden.
Nun habe ich doch noch festgestellt, dass ich das Buch schon mal in einem Post aufgeführt habe.
Allerdings nicht so ausführlich.
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Ich habe es vor Jahren schon mal in einem Post geschrieben.
Die Kastanien werden nicht Braun, weil es Herbst wird,
sondern weil die Miniermotte am Werk ist.
Da reisen die Leute in der Welt herum, aber was so in der Natur passiert, da sind sie völlig hilflos.
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Für mich ist die Woche am Anfang schon wieder zu Ende.
Heute habe ich verschiedenes dienstliche zu erledigen.
Morgen werde ich zum Schweden gehen,
am Mittwoch helfe ich meiner Schwester zu putzen.
Sie hatte eine Putzfrau, aber das hat keinen Zweck, meine Schwester putzt hinterher.
Donnerstag helfe ich beim Aufbau des Bietigheimer Pferdemarkes und am Freitag ist die Wohnung dran.
Radeln möchte ich schon wieder am Wochenende. Doch wenn ich schaue, wohin ich auch will, überall ist Schienenersatzverkehr, manchmal muß ich dreimal umsteigen und mit dem Rad ist das für mich nicht drin. Da wird halt hier in der Gegend geradelt und das ist ja auch fein, obwohl ich die Gegend ja kenne.
Aber ab 12.September fährt die S-Bahn wieder und dann hoffe ich, dass es noch ein paar schöne Tage geben wird, um zu radeln.
Gestern war übrigens HINZ und KUNZ unterwegs mit dem Rad.
Jetzt kommen sie wieder aus ihren Löchern, die Sonntagsradler.
Wer Instagram hat schaut mal hier herein.
Ich habe Instagram, aber nur um zu lesen, was hier manchmal für ein Mist verzapft wird.














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